Menschen & Namen

Balian, der Selbstbestimmte

Zu den vielen faszinierenden Aspekten des Themas Vornamen gehört für mich dieser: Eltern wählen für ihre Kinder. Die wachsen dann in ihren Namen hinein – oder gelegentlich vielleicht auch mal nicht. Es gibt nur wenige Ausnahmesituationen, in denen Erwachsene sich selbst einen Namen aussuchen können. Die Einbürgerung von Ausländern etwa. Auch die Wahl eines Künstlernamens kann man wohl dazuzählen, und ein gewisser Jorge Mario Bergoglio, keinesfalls zu verwechseln mit dem schillernden Modeltrainer Jorge Alexis Gonzalez, ließ sich bei seiner Umbenennung vom heiligen Franz von Assisi inspirieren: Er heißt jetzt Papst Franziskus.

Germany’s next Topvornamen

Seit 2006 läuft Deutschlands erfolgreichste Modelshow „Germany’s next Topmodel – by Heidi Klum“. Am Donnerstag, 28. Februar 2013 startet die achte Staffel auf ProSieben.

Models auf dem Laufsteg © angelha - Fotolia.com

Ich habe mir die Vornamen der 25 Teilnehmerinnen angesehen. Das sind sie, in der Reihenfolge des Vornamenrankings 2012:

Wie heißen noch mal die Eltern von Luis?

Es fing an in der Rückbildungsgymnastik. Ging weiter bei der Babymassage. Bald darauf kamen schon Eltern-Kind-Turnen und Krippengruppe: Durch all das kannte ich plötzlich jede Menge neue Leute, die wie ich ein Baby oder Kleinkind hatten. „Kannte“ ist bei gelegentlichem Smalltalk oder auch nur Einander-Zunicken vielleicht zu viel gesagt. Aber natürlich erkennt man sich auf dem Wochenmarkt oder beim Bäcker, sogar dann, wenn die Kleinen nicht in Sichtweite sind. Dann geht es jedes Mal los:

Mein Mann: „Wen hast du denn da eben gegrüßt?“
Ich: „Öhm … Na, die Mama von Lara Sophie!“ – oder: „Die Mutter vom großen Felix.“

Nimm doch was Personalisiertes!

Da Wanda, das ist weder ein Ausruf beim Ansichtigwerden der Trägerin eines seltenen Vornamens noch Kathy Bates‘ Kampfname aus „Grüne Tomaten“ (der lautet Towanda). Es handelt sich vielmehr um einen florierenden Online-Marktplatz für Selbstgemachtes. Und – um einen Namen: Für die Benennung ihrer Plattform für designende Mamas und Serien-Häkler haben die Macher einen afrikanischen Frauennamen gewählt, der „die Einzigartige“ bedeutet.

Auf DaWanda nun und natürlich auch andernorts macht sich ein eindeutiger Trend breit: Es gibt immer mehr Produkte mit Namen darauf. In meiner Jugend beschränkte sich das noch auf ein paar mehr oder minder geschmackvolle beschriftete Eierbecher oder Sparschweinchen, die man, von A bis Z sortiert, in Geschenk- und Souvenirläden finden konnte (bei den cooleren Sachen war mein Name selten dabei). Auf dem Weihnachtsmarkt gab es vielleicht noch einen Stand, an dem man sich per Brennpeter ein Frühstücksbrettchen beschriften lassen konnte. Aber das war’s dann auch.

Mika ist ein beschissener Vorname

Furchtbar, schrecklich, schlimm, hässlich, peinlich, grauenvoll, geht gar nicht, tut mir in den Augen weh – die Kommentare zu den Babynamen der Woche sind natürlich nicht immer nur nett. Sind ja nur Namen? Nicht wirklich, denn hinter jedem dieser Namen steht mindestens ein Kind, das mit diesem Vornamen durchs Leben geht und in einigen Jahren Lesen lernen wird. Und dann diese Kommentare lesen kann! Stellt euch doch beim Bewerten der Namen mal vor, ihr würdet den Kindern in zehn Jahren die Kommentare direkt ins Gesicht sagen …

Na gut, der Vorname Mika ist beschissen, das kann man nicht anders sehen:

Hunde-WC Mika

Hunde-WC Mika in Timmendorfer Strand

Dietrich hilft bei der Trampolin-Montage

Gestern habe ich unser Trampolin aus dem Winterlager befreit und wieder aufgebaut. Dabei hat mir ein Dietrich geholfen und das kam so:

Von 20. Januar 2010 Keine Kommentare Weiterlesen →

Vornamen-Kunst per Twitter

Gerd Brunzema aus Hamburg hat ein tolles Kunstprojekt gestartet: Auf Twitter oder per E-Mail kann man ihm unter dem hashtag #gbdg ein Stichwort, eine Frage oder einen kurzen Satz übermitteln. Daraus macht er dann eine Druckgraphik mit einem begleitenden Text. Ich habe es ausprobiert und diesen Satz getwittert:

Die beliebtesten Vornamen sind gar nicht so häufig, wie viele denken.

Auf den Satz bin ich spontan gekommen, weil ich zu dem Thema gerade eine Presseanfrage beantwortet hatte. Und das ist dem Künstler dazu eingefallen:

Wenn Spatzen zu Hausdrachen werden

Egal um welches Thema es geht, die Artikel von Maike Schiller sind ein wesentlicher Grund dafür, dass ich das Hamburger Abendblatt regelmäßig lese. Da freue ich mich natürlich, dass meine Lieblingsredakteurin beliebte-Vornamen.de entdeckt hat und heute aus dem Beitrag „Gefahr duch Kosenamen“ zitiert (auch wenn die Quellenangabe leider fehlt). Außerdem kommentiert Frau Schiller die Wirkung von Kosenamen in der Öffentlichkeit:

… kann so ein öffentlich gemachter Kosename ja eine ähnlich verstörende Wirkung erzielen wie das unangekündigte Tragen eines OP-Hemdchens im Büro. Man gewinnt Einblicke in Intimzonen anderer, die besser verdeckt geblieben wären. Oder wer möchte ernsthaft daran teilhaben, wie der eigene Chef zu Hause zur Schnuppelmaus mutiert? Gut, schlechtes Beispiel.

Amüsant wird es übrigens auch dann, wenn zwei Kulturen zärtlich aufeinandertreffen: Auf dem Grabstein des französischen Chansonniers George Brassens und dessen Freundin Joha Heiman machten die des Deutschen nicht mächtigen Graveure aus ihrem Kosenamen „Püppchen“ ein sinnverfremdendes „Püpchen“. (Hamburger Abendblatt vom 29.01.2009)