Die Steinschlange der besonderen Vornamen

Steinschlange 2

Blogleserin Aurea schrieb mir auf Instagram:

„Heute Morgen habe ich beim Spaziergang in Osnabrück eine Steinschlange entdeckt, bei der seltene Vornamen gesammelt werden!“

Wow, die sieht ja toll aus. Leider schaffe ich es gerade nicht, schnell mal nach Osnabrück zu fahren, um mir diese tolle Vornamenschlange vor Ort anzusehen. Ich habe aber – mit Aureas Unterstützung – herausbekommen, wer dahinter steckt: Naliandra Eichhorn lautet das Pseudonym der Initiatorin dieser Steinschlange und hier hat sie für uns ihre phantasievolle Geschichte zu dieser Aktion aufgeschrieben:

WeiterlesenDie Steinschlange der besonderen Vornamen

Darf’s ein Buchstabe mehr sein?

Bild von Michael Schwarzenberger auf Pixabay

Wer dieser Tage öfter ferngesehen hat – und wer hat das nicht –, dem sind sie vielleicht auch aufgefallen: die Cluster bestimmter, eher seltener Mädchennamen über mehrere Formate hinweg. Und zwar in minimalen Variationen, bei denen man sich wirklich konzentrieren muss: Wo war noch mal ein Extrabuchstabe drin – und wo nicht?! Und zwar:

Anastasia und Anastasiya

Eine Anastasia, 20, Berlinerin mit „russischen Wurzeln“, macht in diesem Jahr bei „Germany‘s next Topmodel“ mit. Als einzige Kandidatin wird sie aus mysteriösen Gründen stets zusätzlich mit ihrem Spitznamen, „Nastya“, untertitelt. Genutzt wird dieser Name in der Sendung nie. Bereits im Januar kam Reality-Sternchen Anastasiya, 31, in „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ in Deutschlands Wohnzimmer. Beim Namen der gebürtigen Ukrainerin war besonders die Betonung auffällig: auf der Silbe „si“, was einige Mitcamper hörbar überforderte.

Liana, Lilyana und Lijana

Kuscheltier-Fan Liana, 11, aus der Schweiz schaffte es ins Finale von „The Voice Kids“. Mit zwei Buchstaben mehr war auch Lilyana in mehreren Folgen der Castingshow zu sehen. Ob hinter dem Lily-meets-Jana-Namen der 15-Jährigen aus Durmersheim (Baden-Württemberg) exotische Wurzeln stecken, konnte ich leider nicht herausbekommen. Ja, und Lijana, 23, deren Vater aus Uganda stammt, ist 2020 die wohl meistgehasste Bewerberin um den Topmodel-Titel. Lilyana setzt sich geringfügig von den anderen beiden nahezu gleich klingenden Namen ab (Knud: Würdest du Liana und Lijana gemeinsam auswerten?).

Maribel und Mariebelle

Maribel, eine 18-Jährige aus Nordrhein-Westfalen mit Wurzeln in Kroatien, war in diesem Jahr ziemlich lange bei Heidi Klums „Meedchen“ unterwegs. Mariebelle, 9, trat bei „The Voice Kids“ an, verlor im „Battle“ aber gegen Liana. Ihr Vater kommt aus Kamerun, ihre Mutter hat thailändische Wurzeln. Echte Unterschiede bei der Aussprache von Maribel und Mariebelle habe ich nicht bemerkt, beide wurden auf „bel/belle“ betont.

Ich bin schon gespannt, ob der eine oder andere Name in der Hitliste hochklettern wird. 2019 standen nur Liana und Anastasia in den Top-500 (Platz 110 und 111), gefühlt stärker boomte die männliche Form Lian. Mir ist natürlich klar, dass so manche Schreibweise, die nach „Soll besonders kreativ sein“ aussieht, auf einen anderen Sprachraum zurückzuführen ist. Doch je öfter sie in den Medien auftaucht, desto eher verselbstständigt sich das, weil die Form mit Extra- oder Austauschbuchstaben als schöner und/oder logischer empfunden wird – siehe etwa auch die Jungs, die ohne arabischen Hintergrund Elyas heißen, nach Elyas M’Barek. Auch mit diversen Varianten ist zu rechnen, weil Eltern die Namen nach Gehör schreiben, es „noch individueller“ mögen oder gerade nicht mit TV-Sternchen in Verbindung gebracht werden wollen: Anastasya, Liljana, Liyana, Maribell und Maribelle …

Ein kleiner Jorah

Jorah

Heute geht es noch mal nach Westeros, in das fiktive Reich der Erfolgsserie „Game of Thrones“, die mancher ja vielleicht auch dieser Tage (wieder?) inhaliert (ich kann auch die Romanvorlagen von George R. R. Martin empfehlen: sehr spannend!). Und zwar besuchen wir Ser Jorah Mormont von der Bäreninsel – „Ser“ ist in der Serie der Titel für Ritter. Der gute Jorah ist ziemlich verlottert, ja sogar geächtet, als er auf Daenerys Targaryen trifft. Er verliebt sich in die viel jüngere Frau, die ihre Haarfarbe mit der „Eiskönigin“ teilt und ein ausgesprochenes Faible für Drachen hat. Die Liebe bleibt zwar unerfüllt, trotzdem steht er ihr in den Kämpfen um den Thron treu zur Seite.

WeiterlesenEin kleiner Jorah

Mein Kurzname und ich: Steffi

Als ich meinem Mann erzähle, dass ich eine Frau interviewe, die Steffi heißt – einfach bloß Steffi –, mutmaßt er gleich, dass ihre Eltern durch den Tennis-Star beeinflusst worden sein könnten. Weit gefehlt: 1987, als die damals 18-jährige Stefanie „Steffi“ Graf erstmals Nummer Eins der Weltrangliste wurde, war meine Gesprächspartnerin schon erwachsen. Im Jahr 1966 schien ihren Eltern die keck auf -i auslautende Kurzform für ihre Erstgeborene Name genug. Möglicherweise hat das mit ihrer Herkunft zu tun: Meck-Pomm. Auch andere als typisch geltende Ostnamen (Mandy, Sandy, Ronny …) sind ja Kurzformen, wenn auch englische.

WeiterlesenMein Kurzname und ich: Steffi

Abcde – da hätte ich auch versucht, ein Foto zu machen

Man fand das in Hamburg zunächst lustig, als sich der Google-Konzern in Alphabet umbenannt hatte – befindet sich doch der Sitz des deutschen Ablegers der Firma in der Hamburger ABC-Straße. Es war aber gar kein lustiger Zufall: Eric Schmidt, der damalige Vorstandsvorsitzende , bestätigte inzwischen, dass man tatsächlich durch die Hamburger Adresse zum neuen Unternehmensnamen inspiriert wurde. Kurios ist auch die Geschichte hinter dem Straßennamen. Ursprünglich hatten die Häuser in dieser Straße nicht wie sonst üblich Nummern, sondern wurden durch Buchstaben gekennzeichnet. Als in Hamburg Straßennamen eingeführt wurden, nannte man diese Straße darum ABC-Straße.

WeiterlesenAbcde – da hätte ich auch versucht, ein Foto zu machen