Von 17. November 2017 47 Kommentare Weiterlesen →

Babynamen der Woche 46/2017

Ella Anouk * Vilma Liva * Askan Magnus * Mina Annatina * Gerlando * Lia Ernestine * Balthasar Pius * Jolina Renée * Matthis Julian * Elva Annalies * Marius Aaron * Livia Sophie Felicia * Anton Konstantin * Nike Jasmin * Tilda Elise * Ben Jona * Sofie Agathe * Janosch Elias * Antje Neele * Flora Leni * Noa-Emilia * Nerius * Lisou (f) * Otto * Aaron Christopher * Lian Alfred * Mika Benedikt * Marlena Florentina

Mein seltener Name und ich: Kea

Heute starten wir mal in dem bekannten schwedischen Möbelhaus, das uns über die Jahre so manchen Mitbewohner beschert hat. Billy natürlich oder den friedliebenden, vor allem aber geräumigen Pax. Immer was zu lachen gab es mit Gesellen wie Syltkaka, dem Topfhandschuh, oder Schuhablage Lustifik. Tatsächlich liegt diesen Namen ein eigenes Regelwerk zugrunde, demzufolge Eltern auf Namenssuche am ehesten bei Stoffen und Gardinen fündig werden – für Mädchen – oder als „Team blau“ bei Stühlen und Schreibtischen. Doch das nur am Rande.

Nur eins noch: Bereits seit 1996 wollen uns die Möbelschweden weismachen, in ihrer Heimat ginge es am 13. Januar nur um einen gewissen Knut und dass alle Weihnachtsbäume an diesem Tag neuem Mobiliar weichen müssten. Ist natürlich Quatsch, obwohl zum St.-Knut-Tag in Skandinavien wirklich spezielles Brauchtum nachweisbar ist, etwa der „Knutsbock“ als nachweihnachtlicher Restevernichter.

Meine Interviewpartnerin Kea ist zufällig genauso alt wie die Knut-Kampagne und kann seit ihrer frühen Jugend – in einem Dorf bei Hildesheim – ein Lied von Möbelhaus-Witzen singen. Meistens nimmt sie deshalb den Scherz gleich selbst vorweg: „Wenn ich mich vorstelle, sage ich einfach ‚Wie Ikea, nur ohne i‘, das verstehen dann alle. Die Leute lachen und können sich meinen Namen gut merken.“ Kea gefällt es, dass ihr Name kurz und „etwas ausgefallener“ ist und „sich von der Masse der ’normalen‘ Vornamen abhebt“. Tatsächlich verweist er auf Keas Wurzeln in Ostfriesland: Ihr Vater kommt dorther. In Ostfriesland ist der Name Kea verhältnismäßig häufig und hat sich als Kurzform latinisierter Namen wie Fraukea oder Heikea (von Frauke und Heike natürlich) entwickelt.

Mein seltener Name und ich

Manchmal gibt es auch schlaue Zeitgenossen, die Kea auf den neuseeländischen Vogel gleichen Namens hinweisen. Verwechselt wird ihr Name am ehesten mit der häufigen Lea. In der Grundschule wurde sie von ihren Freunden Keksi gerufen, und auf dem Gymnasium gab es sogar eine Kea in der Parallelklasse: „Großer Zufall! Außer ihr habe ich noch nie eine andere Kea getroffen.“ Besonders die Namen Lisa, Marie und Sara waren nach ihrem Empfinden in ihrem Jahrgang oft vertreten. Wollte sie mal anders heißen als Kea? „Nein. Wobei, als ich klein war, war Lynn mein Lieblingsname.“

Nur drei Buchstaben, und das war’s? Nicht bei Kea: Sie heißt außerdem noch Merete Catarine Hanne. „Nummer drei und vier nach meinen Omas. Bei der Ausstellung meines Führerscheins wurde ich spaßeshalber gefragt, ob ich denn zwei Seiten haben möchte, weil sonst nicht alles draufpassen würde.“ Zur Zeit lebt sie in Spanien und kann dort keine Probleme mit Aussprache oder Verständnis ihres Namens feststellen. „Hier wird weniger oft bemerkt, dass es so ein ausgefallener deutscher Name ist, das ist zur Abwechslung auch mal ganz nett.“ Von Engländern wird sie oft „Kia“ gerufen – und auch immer mal wieder gefragt, ob sie Schwedin sei.

Babynamen der Woche 45/2017

Smudo * Ginny * Alecia-Scherin * James Dean * Anton Miro * Inka * Dakota * Lenjo * Mercedes Lucienne * Roxy * Moses Israel * Latifa * Nele-Philina * Milo Ben * Marilena * Jethro * Guy * Melody Elke * Benn * Kalypso * Klara-Mina * Océane * Kiki * Esmael * Knox Leander * Josephine Sofie * Matze * Tanika-Sue * Lio Paul * Catelyn

Babynamen der Woche

Die besten Tweets der Welt

Was ich auf Twitter so über Vornamen gefunden habe …

Zwitschern

Thema: Allgemein

Mein seltener Name und ich: Yola

Man musste kein Hellseher sein, um etwa 2007 zu erahnen, dass der Name Kevin möglicherweise eine nicht ganz so glückliche Wahl sein könnte – oder 2017, dass es sich bei einer Mia Rose keinesfalls um ein Unikat handeln kann. Dass der Name ihrer Tochter einmal haarscharf an einem Schlagwort der Jugendkultur vorbeischrammen würde, konnten die Eltern meiner Interviewpartnerin im Jahr 2000 aber wirklich nicht ahnen: Yola. Eine der kleinen Überraschungen, die im Zusammenhang mit Namen immer wieder auftreten. Wikipedia zufolge lässt sich YOLO („you only live once“) zuerst 2004 nachweisen; seit etwa sechs Jahren gehört das Akronym nahezu weltweit fest zur Jugendsprache. Yola muss sich schon einige Zeit Anspielungen darauf anhören, findet das aber nicht weiter schlimm: „Ist doch eigentlich ein schönes Lebensmotto.“

Die Hamburgerin hat einen Bruder, der Yann heißt – nach dem Lieblingsbuchstaben der Eltern braucht man da nicht zu fragen. Auch die Vorliebe für Seltenes mit Buchstabierpotenzial verbindet die Geschwisternamen. Yola mag ihren Namen ganz gern, „da er nicht gewöhnlich ist. Ich bin immer die Einzige, die so heißt.“ Geläufige Namen in ihrem Jahrgang seien beispielsweise Katharina, Felix und Julius. Doch sie kennt natürlich auch die Kehrseite, „spätestens wenn jemand Fremdes meinen Namen zu Papier bringen will. Man kann auch nicht damit rechnen, dass er auf Anhieb verstanden wird.“ Am ehesten gibt es Verwechslungen mit Jona, Viola, Fiona, Lola und Jula.

Mein seltener Name und ich

Bis kurz vor der Geburt sollte sie Maari heißen – mit zwei a, um sich stärker von Marie abzusetzen. „Aber dann hat meine Mutter im Abspann eines Films Yola entdeckt und war sofort verliebt. Wenn meine Eltern mir heute erzählen, dass sie dachten, dass es auch ein Vorteil ist, dass ich statt Maari Yola heiße, da ich mich so nicht durch die Welt buchstabieren muss, kann ich eigentlich nur lachen.“ Um welchen Film es sich handelte, weiß Yola nicht. Es soll der Name einer Schauspielerin gewesen sein. Bei meiner Recherche entdecke ich ein paar Yolas, allerdings keine in Deutschland: eine russische und eine französische Schauspielerin (Yola d’Avril, Jahrgang 1907), mehrere Sängerinnen mit afrikanischem Einschlag, wovon eine eigentlich Yolanda heißt und eine andere im bürgerlichen Leben schlicht Beate. Ja, und ein spanisches Busenwunder heißt auch noch so. Der Name kommt tatsächlich von Yolanda/Jolanda, was auf das altgriechische Wort für Veilchenblüte zurückgehen soll.

Auf die blumige Bedeutung kommt – wenig überraschend – im Alltag jedoch niemand. Dafür berichtet Yola von diversen Wortspielen. „Am besten gefällt mir ja ‚Yola macht Yoga mit Meister Yoda und trinkt dabei ’ne Cola.’“ Freunde und Familie nennen sie Yoli, Yoyo, Yola-Cola oder Yolanda. „Kleine Kinder sagen meist Lola, ist wohl einfacher.“ Im Ausland hört sie oft „Dschola“ oder der Name wird „mit Schwung ausgesprochen, als würde man zuerst ‚Yo!‘ rufen.“ Ihren ursprünglichen Favoriten Mari – jetzt mit einem a – machten ihre Eltern zum Zweitnamen. Yola hätte nichts dagegen gehabt, Ma(a)ri als Rufnamen zu haben. Das betonte a mag sie sogar lieber als das o in Yola. Zufrieden mit der Wahl ihrer Eltern ist sie aber auf jeden Fall: „Bei mir gibt es immer Stoff für Smalltalk, weil jeder sagt: ‚Oh, interessanter Name, wo kommt der her?’“

Von 3. November 2017 26 Kommentare Weiterlesen →

Babynamen der Woche 44/2017

Anna Christa * Yuna Maria * Heinrich Richard * Anton Xander * Ylva Charlie * Yuna Corinna * Arwid Emilian * Josef Magnus * Helena Thea * Anneke Johanna * Viktoria Aurora * Clara Emilia * Francesco-Jack * Moritz Maria * Levian Dario * Sienna Flavia * Milan Gabriel * Jamie Isabella * Simeon Nathanael * Letizia Noemi * Mara Ruth * Nazario * Jakob Emanuel * Larissa Nathalie * Lea Dilara * Dawinja Sophie * Ava-Maria * Ava-Mila * Lasse Junus * Dora Mathilde * Eduard-Ayan * Justus Oliver * Bruno Johannes Titus * Greta Magdalena

Zwillinge

  • Noah Elias & Laura Sophie
  • Florentine & Marlene
  • Immanuel & Victor
  • Leon & Annabelle
  • Charléne & Marie
  • Ludwig & Lorenz
  • Isabelle & Elisa
  • Adam & Amir
  • Bela & Selma
  • Luis & Matteo
  • Maxim & Mia
  • Felix & Ida

Schöne, furchtbare, normale, exotische, verrückte, lächerliche, populäre und ungewöhnliche Vornamen von Neugeborenen der letzten Tage

Ein lächerlicher Streit wegen Mia Rose

Melanie Müller und Sarah Nowak haben Streit. Und weil beide mal im Fernsehen aufgetreten sind, wird der Streit in der Klatschpresse öffentlich ausgetragen. Worum geht es? Sarah Nowak ist schwanger und hat verraten wie ihre Tochter heißen soll, nämlich Mia Rose. Melanie Müller hat ihre im September 2017 geborene Tochter Mia Rose genannt. Jetzt regt sich Frau Müller tierisch darüber auf, dass Frau Nowak denselben Babynamen ausgesucht hat wie sie.

Meiner Meinung nach ist das lächerlich. Mia ist gefühlt seit Menschengedenken (tatsächlich fast ununterbrochen seit 2009) der beliebteste Mädchenname Deutschlands. Rose gehörte 2016 zu den 25 am häufigsten vergebenen Zweitnamen. Da muss man nicht sehr kompliziert rechnen, um abzuschätzen, dass Mia Rose keine originelle oder gar einzigartige Namenskombination ist. In den letzten zehn Jahren haben mehr als hundert Mädchen in Deutschland den Namen Mia Rose bekommen.

Für mich die interessanteste Erkenntnis aus dieser Auseinandersetzung: Die Streithennen sprechen den Namen Rose einhellig Englisch aus. Ist das üblich oder kennt auch jemand eine Rose, die Deutsch ausgesprochen wird?

Vornamenlisten der Schweiz 2016

Das Bundesamt für Statistik (BFS) der Schweiz hatte jahrelang ein Web-Tool zur Suche in den Vornamenstatistiken zur Verfügung gestellt. Aus Sparsamkeitsgründen wird das Tool nicht mehr angeboten. Die Firma snowflake productions gmbh hat das interaktive Tool auf Basis der frei zugänglichen Daten neu programmiert und stellt es unter der Adresse vornamen.opendata.ch kostenlos zur Verfügung.

Das Tool wurde zwar gestrichen, eine detaillierte Vornamenstatistik gibt es aber von der BFS weiterhin. Dabei wurden unterschiedliche Schreibweisen (zum Beispiel Sofie und Sophie) als separate Vornamen gezählt.

Hier die Liste für die gesamte Schweiz für den Geburtsjahrgang 2016:

Mädchen Jungen
  1. Mia
  2. Emma
  3. Elena
  4. Sofia
  5. Lena
  6. Emilia
  7. Lara
  8. Anna
  9. Laura
  10. Mila
  11. Lina
  12. Giulia
  13. Julia
  14. Sara
  15. Nora
  16. Sophia
  17. Leonie
  18. Lea
  19. Alina
  20. Nina
  1. Noah
  2. Liam
  3. Gabriel
  4. Luca
  5. Leon
  6. Elias
  7. David
  8. Samuel
  9. Louis
  10. Julian
  11. Matteo
  12. Ben
  13. Leandro
  14. Jonas
  15. Levin
  16. Nico
  17. Leo
  18. Diego
  19. Tim
  20. Alessio
Matterhorn © huci – fotolia.com

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Das BFS hat außerdem noch separate Vornamenranglisten für die verschiedenen Sprachregionen erstellt: