Olivia, Leslie und Vivien – Vornamen zu „Vom Winde verweht“

Oak Alley Plantation
Bild von USA-Reiseblogger auf Pixabay

Vor wenigen Tagen, am 26. Juli, starb Olivia de Havilland. Sie wurde 104 Jahre alt. Olivia wer?! Die bekannteste Rolle der britisch-amerikanischen Filmschauspielerin war die der gutherzigen Melanie in „Vom Winde verweht“, die mit dem Jugendfreund von Hauptfigur Scarlett verheiratet war. Ihre beiden Oscars errang die Schauspielerin zwar nicht für das Bürgerkriegsepos von 1939, sondern für später entstandene Filme – ehrlich gesagt habe ich von denen aber noch nie was gehört.

„Vom Winde verweht“ dagegen hat Geschichte geschrieben. 81 Jahre nach der Premiere gab es zuletzt mehrfach Neues von dem Streifen zu berichten, der noch immer als einer der erfolgreichsten Kinofilme aller Zeiten gilt. Eine US-amerikanische Streaming-Plattform nahm ihn im Juni wegen beschönigender Darstellung von Sklaverei und stereotyp gezeichneter Schwarzer (ach was?!) für zwei Wochen aus dem Programm. Mittlerweile ist der Film wieder online: mit einem einordnenden Vorwort sowie einem Begleit-Video zum Leben von Hattie McDaniel, die für ihre Nebenrolle als erste Afroamerikanerin einen Oscar gewann, bei der Verleihung aber von ihren weißen Kollegen getrennt an einen Extratisch gesetzt wurde.

Bereits im Januar erschien in Deutschland außerdem eine in Rassenfragen sensiblere Neuübersetzung des zugrundeliegenden Romans; aus rechtlichen Gründen war dies nicht früher möglich. Anlässlich des „neuen“ „Vom Winde verweht“, das ein e eingebüßt hat und nun „Vom Wind verweht“ heißt, resümierte die Süddeutsche Zeitung, Margaret Mitchells Werk sei „modern in der Frauenfrage und archaisch im Verhältnis zwischen Schwarz und Weiß“. Da die Neuübersetzung die erste wirklich vollständige Fassung der Geschichte in deutscher Sprache sein soll und als weniger kitschlastig beschrieben wird, werde ich sie wohl auch mal lesen.

Namensmäßig wäre meine Vermutung, dass besonders der Name Scarlett einige Eltern inspiriert hat. Zwar gehen die jüngsten Scarletts heute wohl eher auf das Vorbild Scarlett Johansson zurück, doch Wikipedia zufolge spielte „Vom Winde verweht“ bei der Namensgebung der 1984 geborenen Schauspielerin eine Rolle. Tatsächlich habe ich in einer Zeitung auch mal von einem deutschen Schüler namens Rhett gelesen, sicherlich benannt nach Scarletts Ehemann Rhett Butler. (Mein Kollege sprach den Namen dieses Jungen, definitiv in Unkenntnis des Films, deutsch „Reet“ aus … tss!)

Wie ich hier schon an anderer Stelle geschrieben habe, fand ich es bei meiner Recherche zudem spannend, dass der Darsteller Leslie Howard – der den von Scarlett angebeteten Ashley an der Seite von Olivia de Havillands Figur Melanie verkörperte – seinen Unisex-Vornamen an seine Tochter weitergab: Leslie Ruth Howard hieß sie. Der Schauspieler starb bereits 1943, 77 Jahre vor seiner Filmpartnerin, als sein ziviles Flugzeug von der deutschen Luftwaffe abgeschossen wurde.

Hier nun die gesammelten Vornamen der „Vom Winde verweht“-Garde (in Klammern: „stumme“ Beinamen sowie die Platzierung des Rufnamens in unserer Hitliste):

  1. Oscar (17)
  2. Laura Hope (31)
  3. Olivia Mary (89)
  4. (Mary) Alicia (117)
  5. (Edmund Lincoln) „Eddie“ (126)
  6. Evelyn (133)
  7. Vivien Mary (151)
  8. Thomas John (174)
  9. Robert Carroll (264)
  10. (Herman Frederick) „Fred“ (332)

Sowie:
(Therese) AnnBarbara – (Thelma) „Butterfly“ – (Eleanore Cammack) „Cammie“ – (William) Clark – Everett – George Bessolo – Hattie – Leslie (m) – (Michael) „Mickey“ – (Owena) „Ona“ – (Arlington) Rand

Die Namen der dazugehörigen Figuren, ebenfalls nach aktueller Häufigkeit sortiert:

  1. Sam (112)
  2. Peter (256)
  3. Ellen (321)
  4. Scarlett (358)
  5. Melanie (Melly) (367)
  6. Ashley (m) (f: 492)

Und:
Belle – (Eugenie Victoria) „Bonnie Blue“ – Brent – Carreen – CharlesFrankGerald – India – „Mammy“ – „Pittypat“ – Pork – Prissy – RhettStuart – Suellen

Modern, klassisch, frech, süß und selten soll er sein

Hallo liebe Community,

wir haben gestern erfahren, dass wir wieder ein Mädchen bekommen und suchen jetzt eifrig nach einem schönen Namen.

Er sollte natürlich zu unserer ersten Tochter (und dem Nachnamen) passen, was m. E. nicht mehr so einfach ist wie beim ersten Mal. Damals haben wir ja bereits alle möglichen Namen mit dem jetzigen verglichen, aber Milla hat immer wieder gewonnen. Er ist modern und gleichzeitig klassisch, er passt zu einem Baby und auch zu einer erwachsenen Frau. Er hat etwas freches und ist trotzdem süß. Er kommt nicht zu oft vor. All das lieben wir an diesem Namen und so einen suchen wir natürlich wieder.

Unsere aktuellen Vorlieben (ohne Bedeutung der Reihenfolge):

Unser Nachname ist zweisilbig und beginnt mit Wi. Einen Zweitnamen wollen wir (wieder) nicht vergeben.

Wir freuen uns über eure Tipps oder gerne auch neue Vorschläge für mögliche Namen.

Vielen Dank und beste Grüße,
Janine

Anna, die dumme Königin von Arendelle

Staudamm
Staudamm. Bild von Thomas Ehrhardt auf Pixabay

Annemarie hatte es ja schon im letzten Jahresrückblick gespoilert: Die Mutter von Anna und Elsa heißt Iduna. Jetzt habe auch ich endlich den Film Die Eiskönigin II gesehen, aber leider keine neuen vielversprechenden Vornamen gefunden. Was den Einfluss der Namen der neuen und altbekannten Frozen-Protagonist:innen auf unsere Vornamenstatistik angeht, kann ich berichten, das es den nicht gibt: Weder Elsa, Anna, Sven, Olaf, Kristoff noch Iduna wurden seit dem Filmstart signifikant häufiger vergeben.

[Es folgt ein weiterer Spoiler!] Das ist nicht weiter schlimm, aber eine andere Sache bedrückt mich sehr: Anna löste am Ende des Films ihre Schwester Elsa als Königin von Arendelle ab. Ich hoffe, dass sie gut beraten wird, denn sie hat bewiesen, dass sie nicht die hellste Kerze auf der Torte ist. Wenn sie so regiert, wie sie in Die Eiskönigin II gehandelt hat, sehe ich eine düstere Zukunft für Arendelle. Dann wird Die Eiskönigin III eine Tragödie!

Welche Dummheit hat Anna begangen? Damit alles gut wird, musste ein riesiger Staudamm zerstört werden. Anna veranlasste das im Bewusstsein, dass die resultierende Flutwelle ihre Heimatstadt Arendelle dem Erdboden gleichmachen würde. Dass es anders kam konnte sie wirklich nicht ahnen. Dabei wäre dieses Risiko leicht vermeidbar gewesen: Ein kluger Kopf hätte den Stausee zunächst kontrolliert entleert und so die Flutwelle bei der Zerstörung des Staudamms verhindert. Das hätte zwar ein paar Tage gedauert, aber es wäre kein Problem gewesen, denn es gab keinen Termindruck.

Im Interesse der Bürger:innen von Arendelle: Setzt Königin Anna ab!