Namen in Filmen

Luc, Leeloo und Laureline

Ich bin keine große Kennerin der Filme von Luc Besson, aber als ich neulich in „Valérian“ war, drängte sich mir die Frage auf, ob der französische Regisseur nicht doch einigen Einfluss auf Namenstrends gehabt hat und speziell 2017 wieder haben dürfte. Der Name des schnieken Titelhelden wird in dem Science-Fiction-Streifen jedenfalls so oft genannt und gerufen, dass man ihn kaum mehr aus dem Kopf bekommt. Zur aktuellen Namensmode – weich, viele und hell klingende Vokale – passt Valérian perfekt. Deutsche Eltern dürfen meinetwegen sehr gern den accent aigu weglassen. 2016 wurde der Name ohne Filmvorbild einige Male vergeben, wenn auch bei weitem nicht so oft wie der klanglich verwandte Valentin (Platz 59), dessen Italo-Variante Valentino (287) oder die weiblichen Formen Valeria (224) und Valerie (242). Ich bin gespannt, ob Valerian jetzt einen Raketenstart hinlegt.

Die Macht ist mit Hans-Ole

So, jetzt habe ich endlich Star Wars VII gesehen. Ohne zu viel zu verraten kann ich sagen: Ich war verblüfft, als ich den eigentlichen Namen des Darth-Vader-Verschnitts Kylo Ren erfahren habe … Star Wars ist nicht jedermanns Sache, klar. Dieser Tage scheint die Welt regelrecht in Fans, Hasser und Gleichgültige zu zerfallen. So oder so denke ich, dass die Weltraum-Saga das Zeug dazu hat, Trends und Assoziationen zu prägen. Die Geschwisternamen Luke und Leia tauchen immer mal wieder zusammen auf, ebenso Anakin.

Wie steht es also mit Kylo (sprich Kailo): Hat er das Potenzial zum Hit? Klanglich ganz sicher, ähnelt er doch dem Aufsteiger Milo/Milow (2014 noch auf Platz 500, 2015 auf Platz 115), sofern dieser englisch gesprochen wird. Mailo geschrieben, verpasste der Name die aktuellen Top-200 nur knapp. Ein Y macht sich bekanntlich auch immer gut. Allerdings ist der Leumund von Kylo Ren so rabenschwarz wie seine Maske, und seine Zündschnur könnte kaum kürzer sein. Nennt man so sein Kind? Laufen nicht alle Pädagogen schreiend weg, wenn Klein-Kylo eingeschult wird?

Aurelia, Breien und Ceddie

In der Adventszeit mag ich es klassisch. Weniger in Bezug auf Musik oder Mode – Letzteres dürfte jedem beim Blick auf meine ganzjährig gewagt-bunten Socken schnell klar sein. Aber unbedingt bei Filmen und Büchern! Deshalb gibt es heute mal Namen aus meinen liebsten Weihnachtsklassikern. Wer möchte, darf gern ergänzen.

Gewagt-bunte Socken (Symbolbild) © AlexMaster - fotolia.com

Gewagt-bunte Socken (Symbolbild) © AlexMaster – fotolia.com

Aurelia: Bei diesem Namen höre ich immer, wie Colin Firth alias Jamie in „Tatsächlich…Liebe“ seiner niedlichen portugiesischen Haushälterin am Heiligabend einen öffentlichen Antrag macht: „Bonita Aurélia …“. Hach!

Hallo, Zukunft!

Wer bei McFly an Softeisbecher aus dem Schnellimbiss denkt und bei Biff an Reinigungsmittel für Bad und WC, ja, der könnte meinen heutigen Text etwas rätselhaft finden. Allen anderen sei gesagt: Es ist soweit – wir schreiben den 21. Oktober 2015. Also genau den Tag, an dem der zeitreisende Schüler Marty McFly (Michael J. Fox) in „Zurück in die Zukunft II“ mit einem fliegenden DeLorean in der Zukunft landete. Wenn das kein Grund ist, sich heute mal mächtig futuristisch zu fühlen (auch ohne fliegende Autos)!

Was bei Lünings heute im Fernsehen läuft, dürfte klar sein, oder?

Was bei Lünings heute im Fernsehen läuft, dürfte klar sein, oder?

Für mich ist das Datum außerdem ein Grund, Namen aus der grandiosen „Zurück in die Zukunft“-Trilogie unter die Lupe zu nehmen. Leider kann ich nicht einordnen, welche Wirkung die Namen in den USA der 80er Jahre hatten und wie sie dort heute dastehen. Auf ihre Tauglichkeit für unsere Breiten lassen sie sich aber trotzdem prüfen. Anschnallen, festhalten, es geht los!

Nadine, ein Vorname aus dem Fernsehen

Auch der Vorname Nadine ist durchs Fernsehen berühmt geworden, wer hätte das gedacht! Ab August 1971 zeigte das ZDF freitagabends die 13 Teile der französische Serie „Nanou“. Die Serie handelt von einer Schwimmerin namens Nanou, die an den olympischen Spielen teilnehmen möchte. In Deutschland hat die Serie den Titel „Nadine und die Olympiade“ bekommen, entsprechend heißt die Hauptfigur in der deutschen Fassung Nadine – der Name Nanou war wohl zu ungewöhnlich für die deutschen Zuschauer.

Seht fern! Oder lieber doch nicht?

Ich weiß, ich sollte es lieber lassen. Aber ich kann mich nicht bremsen. Die Schwangere, die in einem Forum nach amerikanischen Jungennamen mit J sucht, klingt so verzweifelt und hat schon so viele Vorschläge abgelehnt. Mein Ehrgeiz ist geweckt und ich nenne ein aus meiner Sicht weniger abgenudeltes Exemplar: „Wie wäre es mit Jeffrey?“ (Dabei denke ich, zugegeben, auch an Jeff Bridges, einen meiner Lieblings-Mimen.)

Mein Gegenüber hat allerdings andere Assoziationen. Ich kann das amüsierte Prusten fast hören: „Jeffrey, no way! Das ist doch ein farbiger Butler.“ Aha? Und warum sollte es einen Namen eigentlich ins Aus befördern, dass man dabei erst mal an einen dunkelhäutigen Bediensteten denkt? In einer anderen Diskussion, die ich kürzlich verfolgt habe, führte eine ähnliche assoziative Spur ins Comic-Milieu: Denkt man beim Namen Johann an einen Butler – wegen des Butlers eines gewissen schwerreichen Erpels?!

Vornamen bei „Game of Thrones“

Von Monika Reichelt

Die Serie ist verdientermaßen in aller Munde, die Fangemeinde wächst stetig, da wird es langsam Zeit, das „Lied von Eis und Feuer“, wie die Romanvorlage von George R. R. Martin ja heißt, mal vornamenstechnisch abzuklopfen.

Auf alle kann und will ich an dieser Stelle nicht eingehen (es sind inzwischen ja doch hunderte von mehr oder weniger wichtigen Charakteren aufgetaucht und benannt worden), aber zumindest die Namen der Hauptfiguren und einige ausgewählte weitere möchte ich dann doch mal näher betrachten.

Grundsätzlich kann man die Vornamen in drei Kategorien einteilen:

  1. Namen, die so auch in unserer jetzigen Welt vorkommen
  2. Namen, die an tatsächlich existierende erinnern, aber anders geschrieben oder leicht verändert wurden
  3. Komplette Fantasy-Namen

Wobei am Anfang der Geschichte noch viele der Kategorie 1 angehören und mit dem Fortschreiten der Handlung eine Tendenz in Richtung 2 und 3 erkennbar ist.

Luke, Leia und Anakin

Obi-Wan und Chewbacca konnten sich als Vornamen noch nicht durchsetzen, dafür sind Luke, Leia und mittlerweile auch Anakin in Deutschlands Geburtsanzeigen keine Exoten mehr. Mindestens in einer Familie heißen sogar drei Geschwister Luke, Leia und Anakin. Kein Frage, mindestens ein Elternteil in der Familie ist Star Wars-Fan, denn aus dieser Filmreihe stammen diese Vornamen.

Auch der Cartoonist André Sedlaczek muss Star Wars-Fan sein, wie hätte er sonst sein neuestes Buch DAS WARS noch lange nicht – Sternenkrieger privat zeichnen können? Die Namen seiner Kinder hat er aber nicht aus dem Film, wie er im Interview verriet.

Das Wars Buchcover