Vorname des Jahres 2018: Horst

Der bemerkenswerteste Vorname des Jahres 2018 ist Horst.

Seltener geht‘s kaum – ich habe dieses Jahr überhaupt nur ein Kind registriert, das mit erstem Vornamen Horst genannt wurde. Der Junge wurde in Bayern geboren; außerdem gibt es in meiner repräsentativen Stichprobe zwölf Jungen mit Horst als Zweitnamen. Auch in der nahen Zukunft wird es keine Horst-Welle geben, Horst ist alles andere als ein Kandidat für ein Comeback. Schon allein wegen des Konsonantenclusters rst und des Vokals o ist Horst unmodern.

Trotzdem ist Horst der Vorname des Jahres 2018. Wie ist es dazu gekommen? Ich habe mich für Horst entschieden, weil über diesen Vornamen dieses Jahr sehr viel gesprochen und noch mehr gelacht wurde. Die Redensart „sich zum Horst machen“ – also „sich lächerlich machen“ – gibt es schon länger; auch das Schimpfwort Vollhorst (Idiot) ist nicht neu. 2018 sind aber ganz viele kreative Verballhorstungen dazu gekommen: Da droht ein Horst Case Szenario, jemand fordert die Abhorstung, anderswo wird Exhorstzismus praktiziert.

Horst Vorname des Jahres 2018

Ein bisschen Schuld am Horst-Bashing hat Horst Lichter, der mit seiner ZDF-Show Bares für Rares dieses Jahr sogar mehr Sendezeit hatte als alle Wiederholungen von Big Bang Theory auf Pro7 zusammen. Viel häufiger zielt der Spott aber auf Horst Seehofer, der im März 2018 Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat geworden ist. Gut für Seehofer: Er hat noch einen zweiten Vornamen, nämlich Lorenz. Und seit November dieses Jahres darf man ja die Reihenfolge seiner Vornamen in Deutschland offiziell tauschen. Da bietet sich doch ein Neustart als Lorenz Seehofer mit neuem witzefreien Image an. Oder kennt jemand einen Lorenz-Scherz?

Vorname des Jahres 2016: Elphi

Elphi ist der Vorname des Jahres 2016; allerdings nicht der häufigste, um das gleich klarzustellen. Im Gegenteil, laut meiner Datenerhebung wurde bisher kein einziges Mädchen Elphi genannt – Elfi oder Elfie kamen in letzter Zeit ab und zu vor; richtig häufig ist von allen Elfriede-Varianten nur Frieda.

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Vorname des Jahres 2014: Neymar

Neymar ist ganz bestimmt nicht der häufigste Vorname des Jahres 2014, aber dafür der interessanteste – darum erkläre ich Neymar zum Vornamen des Jahres!

Auch 2013 wurde der Vorname Neymar schon mal vergeben, aber erst 2014 tauchte er in bemerkenswerter Zahl in den deutschen Geburtsanzeigen auf. Das ist kein Wunder, schließlich ist dieser Name wie kaum ein anderer mit einem bestimmten prominenten Namensvorbild verbunden, dem brasilianischen Fußballstar Neymar da Silva Santos Júnior. Dieser Neymar war einer der herausragenden Spieler bei der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien und stand im Mittelpunkt der Berichterstattung der deutschen Medien. Dass er im Halbfinale gegen Deutschland wegen einer Verletzung nicht mitspielen konnte hat ihm sicher nicht gefallen, aber als „tragischem Held“ weitere Sympathiepunkte eingebracht und den Namen Neymar noch bekannter und beliebter gemacht.

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