Nicht extrem exotisch: Game of Thrones-Vornamen

Endlich geht es weiter mit Game of Thrones! Zum Start der achten und finalen Staffel der legendären Serie sind wir natürlich alle besonders gespannt darauf, welche neuen Vornamen in den letzten Folgen vorgestellt werden.

Vornamen aus Game of Thrones

Meine Meinung, warum gerade die Namen aus Game of Thrones so besonders interessant sind: Einerseits handelt es sich in der Serie fast ausschließlich um Neuschöpfungen – die Vornamen lassen sich somit direkt auf die Serie zurückführen, wenn ein Kind so genannt wurde. Andererseits ähneln die Game of Thrones-Namen unserem beziehungsweise dem englischsprachigen etablierten Namensvorrat und wirken darum nicht extrem exotisch. Die Namen sind also ungewöhnlich, aber sie fallen nicht zu sehr aus dem Rahmen.

Zu den beliebtesten Vornamen aus dieser Serie gehören Jon und Aryahier geht es zur ganzen Liste mit den beliebtesten Vornamen aus Game of Thrones.

Sehr interessant finde ich den Vornamen Khaleesi, denn eigentlich ist Khaleesi in Game of Thrones ja gar kein Vorname, sondern ein Titel. Trotzdem wurden in Deutschland Babys so genannt.

Zum Schluss ein Geständnis: Ich habe in den letzten Jahren zahlreiche Interviews zu den Vornamen aus GoT gegeben, ohne jemals eine Folge gesehen zu haben 🙂 Mittlerweile habe ich aber angefangen, die Serie zu gucken. Ich bin noch in der ersten Staffel, darum bitte nicht verraten, wie es weitergeht!

Babynamen der Woche 15/2019

Jonathan * Lea Alexandra * Vroni * Gonzalo * Miriam Erna * Nala * Noa Isabelle * Milan Arthur * Nya * Michael Florian * Lian Mattis * Henry James * Margareta Edda * Jordan Jermaine Junior * Noelia Elin * Benjamin Matteo * Johanna Anastasia * Dina * Dante Jürgen * Hannah Greta Lydia * Mauri Santino * Frederik Roland * Issra * Taylor Caleb * Siyar * Mervan * Zakaria * Mara Elijana * Amelia Anchalee * Gunda Malou

Super Babynamen

Verrückt nach jüdischen Namen?

Menora © Jakub Krechowicz - fotolia.com
Menora © Jakub Krechowicz – fotolia.com

„Germans are going gaga for Jewish names“ wundert sich eine Autorin eines amerikanischen Ratgeber-Portals, das sich speziell an jüdische Eltern richtet. Warum nur nennen ausgerechnet die Deutschen so viele ihrer Kinder Ben, David, Hannah und Leah?

Die Soziologin Ruth Zeifert meint, dass sich die heutige jüdische Generation nicht mehr über alttestamentarische beziehungsweise jüdische Vornamen als zur Gruppe der Juden Zugehörigen identifizieren kann, weil diese Vornamen so häufig von nichtjüdischen Deutschen vergeben werden. Am Rande ihrer Dissertation „Nicht ganz koscher – Vaterjuden in Deutschland“ sucht sie nach den Beweggründen Deutscher, ohne jüdischen Hintergrund diese Namen zu wählen:

Zum einen konnte die Aufarbeitung des Nationalsozialismus in den Folgegenerationen dazu geführt haben, dass Juden entstigmatisiert wurden, also als vollständig integriert gelten, so dass keine Berührungsängste mit jüdisch konnotierten Namen (mehr) bestehen. „Der Jude“ ware so gesehen ein „Gleicher“ – in Deutschlands Geschichte und Gegenwart.
Zum zweiten konnte den Namensgeber/innen in einer Gesellschaft, in der Religion nur noch eine sehr zurückgenommene Bedeutung hat, durch mangelnde Kenntnis über das Alte Testament und dessen Herkunft nicht bewusst sein, dass es sich hier gewissermaßen um traditionell eher als jüdisch geltende Namen handelt. Auf der Suche nach Namen, die gefallen, nicht zu fremd klingen, aber selten scheinen, fallen nun alttestamentarische quasi hintergrundsfrei ins Auge oder,
drittens, es handelt sich um eine – wahrscheinlich unbewusste – Strategie, die Gräuel, die die eigenen Vorfahren an den Juden vor und während des Holocaust vollzogen haben, zu verdrängen und zu verschütten.

Meiner Meinung nach ist ein vierter Punkt entscheidend: Ich vermute, dass die meisten Eltern von Ben, David, Hannah und Leah gar nicht so viel über die Tradition dieser Vornamen wissen. Vielmehr sind diese und andere alttestamentarische Vornamen in Deutschland über popkulturelle Einflüsse aus den USA nach Deutschland gekommen. Sehr viele amerikanische Schauspieler/innen und Musiker/innen haben solche Vornamen und zahlreiche Figuren in Büchern, Filmen und Serien wurden aus diesem Namensvorrat benannt. Vor allem junge Eltern lassen sich bei der Namenswahl gern aus der Popkultur inspirieren und benennen ihre Kinder nach ihrem Lieblingsstar. Über diesen Umweg über die USA wurden die jüdischen Vornamen in Deutschland populär.

Eine Möglichkeit bleibt den jüdischen Eltern, die ihr Jüdischsein durch die Vornamen ihrer Kinder sichtbar machen wollen: Jiddische Vornamen. Diese sind veraltet und kommen in Deutschland nur sehr selten vor. Meistens handelt es sich um Varianten alttestamentarischer Namen (zum Beispiel Moishe statt Moses oder Rochele statt Rahel). Jiddische Vornamen stellen eine jüdische Namenstradition und taugen darum als Verweis auf jüdische Wurzeln. Jedenfalls so lange, bis die Fans ungewöhnlicher Babynamen jiddische Vornamen als Geheimtipp entdecken …

Die häufigsten Straftäternamen

Der Landtag des Saarlandes hat auf Anfrage eines AfD-Abgeordneten eine kuriose Vornamenstatistik erstellt: Die häufigsten Vornamen der deutschen Täter bei Straf-/Gewalttaten unter Einsatz von Messern und vergleichbaren Hieb- und Stoßwaffen im Saarland im Zeitraum 01. Januar 2016 bis 30. April 2018. Offiziell ist nicht bekannt, warum der Abgeordnete danach gefragt hat. Wenn er, wie vermutet, nachweisen wollte, dass die gängigen Vorurteile gegen den Vornamen Kevin der Wahrheit entsprechen, dann war er erfolgreich: Kevin ist in dieser Straftäterstatistik weit vorne dabei:

  1. Michael (24 Fälle)
  2. Daniel (22)
  3. Andreas (20)
  4. Sascha (15)
  5. Thomas (14)
  6. Christian (13)
  7. Kevin (13)
  8. Manuel (13)
  9. Patrick (13)
  10. David (12)
  11. Jens (12)
  12. Justin (11)
  13. Sven (11)

Referenz: Landtag des Saarlandes, Drucksache 16/783 (pdf)

Babynamen der Woche 13/2019

Sarah Ida * Christel * Ean Phil * Philippos * Mirelle * Josh * Nermin * Ritana Karen * Lenny Levin * Max-Luca * Santana Shirin * Marie Helma * Melvin Esox Sturmhart * Dilman * Alia Frieda * Lone * Mailine Joline * Ebba Julie * Ruby Christine * Mard * Aolam * Kurt Armin * Arika Laurel * Eddy William * Linsey-Elenya * Radmir * Hinnerk * Mina Alina * Mila-Lou * Floki * Ennis * Clara Anita

Babynamen der Woche

Seltene Vornamen anno 1974

1974

Anhand meiner eigenen Auswertung habe ich herausgefunden, dass die Hälfte aller 2018 in Deutschland geborenen Jungen einen Vornamen aus den Top 63 der häufigsten Jungennamen und die Hälfte aller Mädchen einen Vornamen aus den Top 61 der häufigsten Mädchennamen hat. Früher kamen die beliebtesten Vornamen noch viel häufiger vor. Laut einer Veröffentlichung des Statistischen Amts der Stadt München teilte sich die Hälfte der 1974 in München geborenen Babys nur 12 verschiedene Jungennamen und 18 verschiedene Mädchennamen. Die Münchner hatten allerdings nur die Neugeborenen mit deutscher Staatsangehörigkeit berücksichtigt, während in meine Statistik die Vornamen aller in Deutschland zur Welt gekommenen Kinder eingeflossen sind. Darüberhinaus hatten die Münchner Statistiker viel mehr Namensformen zusammengefasst als ich. So waren zum Beispiel die Namen Christine, Christa und Christiane sowie Jürgen und Jörg zusammengefasst worden, während ich es sinnvoller finde, diese Namen separat zu zählen.

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Babynamen der Woche 11/2019

Lenny Josua * Annina * Lucy Kathaleya * Liana * Karl Jonnes * Greta Edith Elsa * Stella Lucya * Alexis * Vittoria Emilia * Josy * Karlotta Josefine * Nevio * Paul Philipp * Leano * Summer * Aleyna * Letty * Lilaila Emilia * Defne * Carl Dario * Nelo * Magnolia * Sascha Luise * Agata * Milou Lisa Mia * Helia * Veles * Anni Friederike * Antoni * Elenya * Klara-Jolie Flora Elly

Baby Namen

Im Interesse der Kinder

Bei der Auswahl eines Babynamens darf man in Deutschland ja viel, aber längst nicht alles. In einer Diskussion störte sich neulich jemand an den Grenzen, schließlich habe jeder – siehe Art. 2 Abs. 1 des Grundgesetzes – „das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit“; da dürfe man doch nicht bei der Namenswahl eingeschränkt werden.

Tatsächlich gibt es dazu schon eine richterliche Entscheidung. Bereits 2004 verkündete das Bundesverfassungsgericht:

Das Recht zur Namensbestimmung ist Eltern grundrechtlich nicht im Interesse eigener Persönlichkeitsentfaltung, sondern allein im Rahmen ihrer Sorgeverantwortung im Interesse ihrer Kinder eingeräumt.

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