Mein seltener Name und ich: Fee

Hans, Heinrich, Grete und Marie: Die Auswahl von Vornamen, die in klassischen Märchen vorkommen, ist recht überschaubar. Na ja, ein paar eigenwilligere weibliche Kreationen könnte man noch erwähnen: Aschenputtel und Rapunzel (nach Schmutz bzw. Gemüse!) sowie die „Namen rot-weiß“, Rotkäppchen und Rosenrot, Schneeweißchen und Schneewittchen. Farblich dazwischen angesiedelt: das rosarote Dornröschen. Als männliche Gegenstücke fallen mir Rumpelstilzchen und Blaubart ein. Gute wie böse gekrönte Häupter, Hexen, weise Frauen und Feen kommen im Märchen meist ganz ohne Namen aus. Sie sind „die schöne Prinzessin“, „der jüngste Prinz“, „die gute Fee“ – das reicht.

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Mein seltener Name und ich: Marny

Vor 56 Jahren kam ein mit psychologischen Elementen gespickter Thriller von Alfred Hitchcock in die Kinos, der nach seiner Hauptfigur benannt war: „Marnie“. Die mehr als unterkühlte Blondine wurde von Tippi (eigentlich Nathalie Kay) Hedren verkörpert, die männliche Hauptrolle eines reichen Witwers namens Mark hatte Sean Connery. Bei dem indianerzeltartigen Spitznamen der 1930 geborenen Schauspielerin soll es sich um eine familieninterne Verniedlichung von „Tupsa“ handeln, schwedisch für „Liebling“. Ob es wohl Zufall ist, dass das Resultat so ähnlich klingt wie Pippi?

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Mein seltener Name und ich: Laurian

Als Kind dachte ich eine Zeitlang (vielleicht waren es auch nur ein paar Tage?), ich hätte den Spruch „Angeschmiert, mit Butter lackiert!“ erfunden. Ich weiß noch, wie stolz und zugleich verwundert ich war, als meine coole Cousine aus der Stadt diese Wendung ebenfalls nutzte, – und wie seltsam berührt, als mir klar wurde, dass ich wohl doch nicht so kreativ und schon gar nicht so einflussreich gewesen war wie vermutet.

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Mein seltener Name und ich: Solvie

Aufgepasst, liebe Eltern: Hier kommt Solvie! Ich finde – um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen –, dass dieser Name das Potenzial zum Geheimtipp für kleine Mädchen von heute hat. Schließlich erinnert er nicht nur vage an die (etwas abgenudelten) Zweitnamens-Klassiker Sophie und Marie, sondern auch an Ylvie, Mavie und Solène. Diese Namen hört und liest man zwar eher selten, aber doch immer mal wieder in Namensdiskussionen, und zwar nicht nur in der Kategorie „Als Erstname trauen wir uns das nicht, aber …“. Ylvie kam 2017 bereits auf Platz 142, Tendenz steigend. Mavie schrammte bei der Auswertung der 2010er Jahre knapp an der Top-1000 vorbei, und Solène wurde von Maite Kelly ins Gespräch gebracht, als sie 2014 ihre jüngste Tochter so nannte.

Woher der Name Solvie kommt, hat mir meine 1972 geborene Interviewpartnerin aus Uetersen (Schleswig-Holstein) erzählt: „Als ich nach drei Brüdern – Marc, Holger und Norman – auf die Welt kam, sollte ich einen besonderen nordischen Namen bekommen: Solveig. Den kannten damals allerdings nicht viele, der Standesbeamte auch nicht. Auf Solvie hat er sich dann komischerweise eingelassen, unter der Bedingung, dass meine Eltern noch einen bekannten Namen mit Bindestrich anhängen.“ Sie heißt mit vollständigem Namen Solvie-Kathrin; die in der Amtsstube ganz spontan gewählte Kathrin/Katrin stand 1972 auf Platz 7 der Mädchennamen. Solvie hat die Kombination oder den Zweitnamen nie genutzt und wurde, anders als meine Interviewpartnerin Marle, auch nicht dazu genötigt. „Nur wenige wissen überhaupt von meinem Zweitnamen. Er steht halt im Ausweis.“

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Mein seltener Name und ich: Juls

Vor 66 Jahren waren die Möglichkeiten, sich über Namen schlau zu machen, verglichen mit heute extrem überschaubar. Juls‘ Eltern hatten deshalb wenig Chancen, die Geschichte zu überprüfen, die ihr Vater beziehungsweise Schwiegervater ihnen auftischte: Er schlug Juls vor, das sei ein skandinavischer Name. Der Klang gefiel, der Name war gekauft. Tatsächlich erinnert Juls an jul, das schwedische, dänische und norwegische Wort für Weihnachten. Aber ein Name?!

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