Mein seltener Name und ich: Sheherazade

Mein seltener Name und ich

Namen wecken Erwartungen. Die einen mehr, die anderen weniger. Welches Geschlecht hat die Person, wie alt ist sie, wo ist sie beheimatet und so weiter. Manchmal auch: Aus was für einem „Stall“ kommt sie. Oder gar: Wie sieht sie aus. Namen stellen auch gewisse Anforderungen an alle, die mit ihnen zu tun haben. Sind sie lang oder kurz, vertraut oder fremd, einfach zu schreiben und zu sprechen oder eher ein Fall für Expertinnen und Gedächtniskünstler?

Meine heutige Interviewpartnerin sticht in beiden Bereichen heraus: Ihr Name weckt starke Erwartungen, über die sich viele Menschen einig sind. Und er ist herausfordernd in Sachen Schreibweise und Aussprache, deutlich herausfordernder als viele Eltern es heute ihren Kindern zumuten möchten. Wo Mia oder Leon auf einer Skala von eins bis zehn eine Eins sind, ist Sheherazade eine Zwölf.

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Mein seltener Name und ich: Cleo

Mein seltener Name und ich

Kurz und prägnant, dazu die schon bei Namen wie Leonie, Leon, Leo und Leonard erfolgreiche, ebenso melodische wie löwengleiche Buchstabenfolge „leo“: Ja, Cleo hat im Jahr 2022 eindeutig Modenamenpotenzial. Tatsächlich schneidet Cleo in der aktuellen Hitliste sogar noch besser ab als ich erwartet hätte: Platz 145 – mit klarer Tendenz nach oben. Besonders in Hamburg und Berlin leben bereits viele kleine Cleos. Bei noch im 20. Jahrhundert geborenen Menschen war das aber ganz anders, weshalb für mich der Fall klar war: In diese Reihe gehört auch ein Interview mit einer Cleo.

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August 2022: Benigna, Tilly, Isebrand …

Diesen Monat sind mir besonders viele Namen auf die Das-fiel-mir-auf-Liste gehüpft: zwanzig Stück! Zum Ausgleich fasse ich mich bei meinen Kommentaren zum Ende hin etwas kürzer.

Benigna * Tilly (m) * Isebrand * Michaeleen * Minita * Otéro (f) * Lisei * Lusa * Jura (m) * Kisa * Isis * Ancilla * Merrick * Ailsa * Tedros * Eisi (m) * Steffa * Gro (f) * Helvi * Dorette

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Als Howard einen Spitznamen wollte

Als Howard einen Spitznamen wollte

Howard,  ein etwas klein geratener, schmächtiger Ingenieur mit enger Bindung an seine Mutter, ist für eine NASA-Mission ausgewählt worden. Um einen Astronauten-Spitznamen nach seinem Geschmack zu bekommen, versucht er seine künftigen Kollegen während eines Videotelefonats mit einem „zufällig“ ertönenden Klingelton zu manipulieren („Rocket Man“). Leider plärrt in dem Moment seine Mutter dazwischen, „Howard, dein Fruchtzwerg wird warm …“. So wird er dann auch genannt: Fruchtzwerg. (aus „The Big Bang Theory“, Staffel 5, Folge 15, deutsche Erstausstrahlung 11.9.2012)

Diese Episode fiel mir gleich ein, als ich das Buch von Guido Fuchs über Spitznamen in der Literatur las. Der „Fruchtzwerg“ gefällt mir sogar noch besser als „Froot Loops“: In der Originalversion warnt Howards Mutter ihn vor dem Durchweichen seiner Frühstückscerealien. So oder so sieht man hier schön, wie widerborstig sich Spitznamen der Kontrolle entziehen.

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Vornamen-Interview mit Guido Fuchs

Meine allererste Begegnung mit dem Namen Guido hatte ich bei der Lektüre von Disneys Lustigem Taschenbuch Nr. 62, „Micky auf Gespensterjagd“. In dem Band, für den die unter Donaldist*innen legendäre Dr. Erika Fuchs als Chefredakteurin und Übersetzerin verantwortlich zeichnete, erleben Micky und Goofy Abenteuer mit einem verstorbenen Banditen („Das verkorkste Gespenst“). Und natürlich sprach ich dessen Namen im Geiste genau so aus wie er da stand: Gu-i-do.

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