Zehn Jahre: Annemarie interviewt Annemarie

Als ich meinen allerersten Beitrag für dieses Blog schrieb – für mich eher untypisch war es was Sportliches –, hatten sich gerade Mia und Ben als beliebteste Vornamen Deutschlands etabliert. Mittlerweile mussten die beiden zwar Emilia und Matteo weichen, sind aber mit Platz 3 und 7 der Hitlisten noch gut dabei: An der Namensmode würde man es nicht merken, dass ich nun schon zehn Jahre für beliebte-Vornamen.de blogge, interviewe und Ratgeber texte. Ich habe das Jubiläum zum Anlass genommen, mir einmal selbst das Mikrofon unter die Nase zu halten.


AL: Wow, zehn Jahre! Freust du dich? Hättest du das erwartet, als du damals Kontakt zu Knud aufnahmst?

AL: Klar freut mich das! Und nein, als ich mich beherzt an Knud gewandt habe mit der Frage, ob er Unterstützung gebrauchen könnte, hatte ich gar keine Erwartungen. Bloß viele Ideen, die ich ihm bei einem sommerlichen Kennenlerntreffen im Bielefeldschen Garten in einer langen Liste präsentiert habe.

AL: Wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass du bei ihm angefragt hast?

AL: Da muss ich mit einem Geständnis beginnen: Ich kannte beliebte-Vornamen.de nur flüchtig, vor allem die Hitlisten, und war keine Blogleserin. 2008 hatte ich sogar – das kann man sich kaum mehr vorstellen – die Namenssuche für meine Tochter ganz ohne Internet bewältigt. Das Thema flog mir etwas später zu, weil ich mich in Online-Foren gern über die tausend Facetten des Alltags ausgetauscht und mit der Zeit ein bisschen auf Babynamen eingeschossen habe: Wann immer es Fragen zu dem Thema gab, war ich da, habe mitdiskutiert und gelernt. 2012 war ich damit beschäftigt, nach einer schweren Erkrankung wieder auf die Beine zu kommen, und außerdem auf Jobsuche. Da ich meine Brötchen als Online-Redakteurin verdient hatte, guckte ich mich auf Websites zu meinen Lieblingsthemen um und entdeckte, dass der Macher von beliebte-Vornamen.de wie ich in Ahrensburg wohnt.

AL: Kann man von der Vornamens-Bloggerei eigentlich leben?

AL: (lacht) Vielleicht, wer weiß?! Ich mache in meinem Hauptjob allerdings was anderes, nun auch schon seit über neun Jahren. Ich weiß aber, wovon man ganz sicher nicht leben kann: vom Verfassen von Namensbüchern.

AL: Knud und du, ihr habt mehrere Bücher veröffentlicht …

AL: Ja, das hat mir auch viel Spaß gemacht. Der letzte Titel, „So will ich heißen!“, ist noch ziemlich aktuell. Lesenswert sind sie natürlich alle! Sehr gut gefällt mir auch noch immer „Elsa ist keine Kuh“ – ich freue mich immer noch über den Titel und mag das Coverfoto mit meiner Tochter an ihrer Magnettafel.

AL: Wie kommst du auf deine Ideen?

AL: Nicht mehr so oft in Foren wie früher – aber eigentlich überall. Wenn man darauf achtet, merkt man erst, wie sehr das Thema unser Leben durchzieht. Schon wenn ich jemanden seinen Hund rufen höre, kann es klick machen, oder beim Lesen eines Wikipedia-Beitrags. Dazu sind Namen, eigene und die von Kindern, regelmäßig beliebtes Smalltalk-Thema. Witzigerweise können sich Außenstehende oft trotzdem nicht vorstellen, worüber man denn da jahrelang so angeregt schreiben kann.

AL: Was hast du bei der Beschäftigung mit dem Thema gelernt?

AL: Na, zum Beispiel, dass sich Namensmoden viel langsamer wandeln als ich vermutet hätte – auf die neue Top-Ten-Liste hinzufiebern lohnt sich kaum. Bei sehr gängigen Namen habe ich früher außerdem manchmal gedacht, dass die Eltern es sich da sehr leicht gemacht haben. Mittlerweile kann ich den Reiz, den Namen ausüben können, quasi losgelöst von ihrer Häufigkeit sehen – und vor allem habe ich oft genug mitbekommen, dass „langweilig“ wirkende Namen sehr wohl das Resultat einer intensiven Suche sein können.

AL: Hast du Favoriten unter deinen Beiträgen?

AL: Es freut mich natürlich sehr, wenn ein Beitrag lebhaft kommentiert wird. In dem Sinne ein Knaller war „Der perfekte Geschwistername“. Auch dass ich für Blogtexte zum Beispiel mit den Autorinnen Margit Auer und Kirsten Boie in Kontakt gekommen bin, war toll. Viel Spaß machen auch Beiträge, die sich aus meinem Familienleben gegriffen wie von selbst schreiben, wie etwa „Koi Susumu und Mathilda Drösel“. Sehr berührt hat mich „Mika oder: Wie mein Name mich gefunden hat“.

AL: Was wünscht du dir in Sachen Namen für die Zukunft?

AL: Irgendwann noch ein Namensbuch schreiben …? (zwinkert) Und ich warte noch immer darauf, dass mein Name mal zur Inspiration für junge Eltern wird. Auch beim Namen meines Kindes darf sich, wer mag, gern bedienen. Soweit ich weiß, ist das in einem Forum, in dem ich früher unterwegs war, schon vorgekommen, das Kind heißt aber „nur“ mit Zweitnamen wie meine Tochter.

12 Gedanken zu „Zehn Jahre: Annemarie interviewt Annemarie“

  1. Herzlichen Glückwunsch zum Blogjubiläum! Und vielen Dank für zehn Jahre Bereicherung dieses Blogs.

    An unser erstes Treffen auf meiner Terrasse erinnere ich mich noch sehr gut. Im Nachhinein war es eines der bedeutendsten Ereignisse meines Lebens. Wir hätten ein Foto machen sollen! Aber damals ahnte ich noch nicht, was daraus wird.

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  2. Herzlichen Glückwunsch!

    Zu meinen Lieblingsartikeln zählt auf jeden Fall der über deinen Hund. Denn auch der perfekte Haustiername kann eine Menge Zeit und Namen kosten 🙂

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  3. Vielen Dank, Vivi und elbowin!

    Ja, die Hundenamensuche war … herausfordernd, das Ergebnis ist aber immer noch absolut überzeugend, diverser anderer kennengelernter Hunde-Ellys und -Ellis zum Trotz 😉

    An der Mein seltener Name-Kollektion erfreue ich mich auch immer noch, die nächste Folge ist auf dem Weg …

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  4. Auch von mir herzlichen Glückwunsch!
    Du argumentierst stets angenehm diplomatisch und deine Ratschläge sind sehr konstruktiv und wohlwollend formuliert. Deine Artikel und Kommentare lese ich immer sehr gerne und aufmerksam!

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  5. Liebe Annemarie
    Auch ich schieße mich bei deiner Gratulanten Reihe mit ein
    Herzlichen Glückwunsch aus Oberbayern 😉
    ich bin begeistete Leserin der Reihe
    Mein seltener Name und ich
    und den mit den Hundenamen ( kannte ich noch nicht )
    lese ich jetzt sofort nach 🙂

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