Wenn drei einen Hundenamen suchen

Hundemädchen Elly
Hundemädchen Elly (Foto: Annemarie Lüning)

Wenn einer einen kleinen Hund bekommt, dann kann er was erleben. Das geht bei der Namenssuche los – gerade als Vornamensbloggerin! Mir schwebte als Name für unseren Welpen eigentlich Margo vor, nach der niedlichen Brillenträgerin aus „Ich – Einfach unverbesserlich“. Immerhin mögen wir, Vater, Mutter, Kind, diese Filme alle gern. Es kam aber anders.

Der Mann

Mein Mann äußerte sich erstmals zum Thema Namen, als das neue Familienmitglied bereits reserviert war. Und zwar mit „Finde ich nicht so gut“ zu nahezu jeder Idee. Der Name Lucy schien ihm noch am ehesten zu gefallen. Dass ich zögerte, weil ich eigentlich keinen Top-Ten-Namen wollte, „bei dem in der Hundeschule gleich drei angelaufen kommen“, fand er albern. Daraufhin probierte ich es mit Luzie, dem „Schrecken der Straße“.

Die Familie

Meine Mutter kam gleich mit zwei Vorschlägen: Bella oder Paula – noch mal Top Ten. Dazu störte es mich, dass meine Tochter immer mal wieder Paulas in ihrem Umfeld haben wird; einen häufigen Kindernamen wollte ich gleich zweimal nicht. Wir haben schon zwei (schnurrende) Vierbeiner namens Michel und Fanny im Haus. Ich dachte jetzt über Nelly oder Polly nach – aber war das nicht zu gleichförmig zu Fanny?! (Hier konnten Mann und Kind nur mit den Augen rollen.) Die Geschwister unseres Hundemädchens heißen nun übrigens Luna, Maja, Blue (weiblich), Buddy und Watson.

Die Wissenschaft

In Büchern für angehende Hundehalter liest man dies und das. Ein kurzer Name mit a und o drin sei gut, schreibt der eine, während andere Verfasser Namen mit i oder mit scharfen Konsonanten am Anfang (Sissi, Zita) empfehlen (für Katzen wird von zischigen Lauten dagegen abgeraten). Gänzlich Abstand nehmen soll man von Namen, die wie Hundekommandos klingen: Fritz („Sitz!“) oder Klaus („Aus!“). An einer Stelle fand ich gar den Tipp, gar keine „traditionellen menschlichen Namen“ zu vergeben: „Wenn Sie Ihren Welpen wie eine Person nennen, könnten Sie vergessen, dass er ein Hund ist.“ Das vergrößere die Tendenz, Haustiere wie Leute zu behandeln und aus dem Blick zu verlieren, dass diese die Welt ganz anders sehen als wir. Aha?

Das Bauchgefühl (nicht meins)

Nachdem weitere Ideen wie Dorie, Indy, Laika, Juma schnell verworfen worden waren, fuhren wir mit den Namen Zora (können so nur rote Hunde heißen? Dieser Einwand kam mal nicht von mir), Luzie, Nelly und der in letzter Minute auf die Liste gepurzelten Elli auf Besuch bei unserem Welpen. Und weil das Frauchen der Hundemama fand, die Kleine müsse endlich auch ihren richtigen Namen bekommen, stellten wir unsere Liste vor. „Elli passt doch toll“, befand sie spontan. Ja?! Überraschenderweise fühlte sich der Name dann ganz schnell richtig an.

Zum Ausklang fuhr das Kind noch eine mehrtägige entschiedene Kampagne für seine Lieblingsschreibweise, mit Post-its an allen Türen: „Unser Hund heißt Elly.“ Dagegen konnten Elli und Ellie nur den Kürzeren ziehen. Wau!

Und außerdem …

4 Gedanken zu “Wenn drei einen Hundenamen suchen

  1. Herzlichen Glückwunsch zum neuen Familienmitglied! Ein Hund im Haus ist etwas sehr Schönes – allein die überschwänglichen Begrüßungen, selbst wenn man nur eben schnell den Müll heraus bringen war.

    Elly gefällt mir übrigens gut, der beste weibliche Hundename im Wurf. Buddy mag ich auch, schöne und passende Bedeutung für einen Hund.

    Unsere Hündin behielt den Namen der Züchterin – sie hätte eine von mir kreierte bedeutungsvolle Vornamenskombination ohnehin nicht zu schätzen gewusst ;-).

    • Danke! 🙂 Einen regelrechten Züchternamen gab es nicht, weil die kleine Dame ein Mischling ist. Sie wurde bloß “Weißpfote” gerufen.

      Für einen Namen wie Buddy, Blue oder auch Ally/Allie hätte ich mich nie entschieden, noch so ein Spleen von mir, weil ich auch für unsere Tiere keine Namen mag, wo Schreibweise und Aussprache so stark voneinander abweichen …

  2. Annemarie
    Alles Gute für den kleinen Welpen. Elli/Elly ist doch ein schöner Name für eine Hündin.

    Deine geschilderte Namenssuche für ein Tier kommt mir bekannt vor. Unser Kater heißt Theo. Und ich wollte auch keinen Kindernamen aus unserem Umfeld. Meine Tochter wollte lieber ein Katzen-Mädchen und hatte Namen wie Romina, Sina oder Lucy ausgesucht. Mein Sohn hat Tom und Leo vorgeschlagen. Daraus hat sich Theo ergeben. Dazu kurz: Unser Kater ist aus dem Tierheim, wir wußten vorher nicht, welches Geschlecht unser Haustier haben würde. Dann war es ein kleiner Kater, den wir mitnehmen durften. (Wir hatten zum Schluß Romina/Romi oder Theo.)

  3. Weil unsere Hündin schwarze Locken (ein bisschen wie ein Pudel) hatte, hat sie den Namen Whoopi – wie Whoopi Goldberg aus Sister Act – bekommen. Das war die Idee meiner Eltern. Viel Mitspracherecht hatten wir Kinder damals nicht, aber der Name hat rückwirkend auch total toll gepasst

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