Gericht & Standesamt

Beate: albern statt glücklich in Frankreich

Den Vornamen Beate deuten wir in Deutschland aus dem lateinischen als „Die Glückliche“. In den 1960er Jahren war das einer der häufigsten weiblichen Vornamen in Deutschland. Trotzdem möchte eine Akademikerin aus Münster lieber Béatrice heißen. Grund: Sie arbeitet in Frankreich, und dort ist das Wort béate ein Adjektiv und bedeutet „albern“, „einfältig“ oder „kindlich“.

Absurde Namenswünsche vor Gericht

Die Deutsche Presse Agentur (dpa) hat einen Beitrag zu Vornamensentscheidungen vor Gericht verbreitet. Es handelt sich bei diesem Artikel im Grunde genommen nur um eine mit Füllwörtern verknüpfte Auflistung von Vornamen und Aktenzeichen. Alles andere als ein Lesevergnügen – trotzdem hatten einige Zeitungen wohl ein Sommerloch zu stopfen.

Namensänderung für Zweijährigen abgelehnt

Die deutsche Mutter und der libysche Vater eines knapp zweijährigen Jungen wollten die Änderung seines Vornamens am Verwaltungsgericht Münster durchsetzen. Sie wollten, dass der zweite und dritte Vorname gestrichen wird, weil selbst bei relativ banalen Behörden- und Versicherungsangelegenheiten stets alle drei Vornamen benutzt würden. Dies ist von ihnen nicht gewollt gewesen. Die beiden weiteren Namen sind die Vornamen des Vaters und Großvaters und für den Gebrauch in Deutschland nicht gedacht gewesen. Auch die Fremdartigkeit der arabischen Vornamen für das Kind, das in Deutschland aufwachsen werde, sei bestimmt nicht von Vorteil. Außerdem ist es im arabischen Kulturkreis, aus dem der Kindesvater stammt, nicht üblich, mehrere Vornamen zu tragen. Den Eltern war nicht bekannt, dass das deutsche Namensrecht keine starre Namensführungspflicht kennt und es keinen amtlichen Rufnamen mehr gibt.

Neunjährige darf den Vornamen ändern

Ein neun Jahre altes Mädchen aus der Stadt New Plymouth in Neuseeland darf sich einen neuen Vornamen aussuchen. Sie hatte den Richter überzeugt, dass ihr ursprünglicher Vorname Talula Does The Hula From Hawaii eine soziale Beeinträchtigung darstellt. Außerdem wurde den für diesen Namen verantwortlichen Eltern das Sorgerecht entzogen. (Quelle: Taranaki Daily News)

Nachname des Vaters als Vorname des Sohnes

Die Ausgangslage:
Der neugeborene Sohn eines unverheirateten Paares soll den Nachnamen der Mutter bekommen. Neben zwei „normalen“ Vornamen möchten die Eltern, dass der Junge den Nachnamen des Vaters „Lütke“ als dritten Vornamen führt.

Randy als Jungenname abgelehnt

Wie die Allgemeine Zeitung Uelzen und das ZDF-Magazin Frontal 21 berichten, streitet sich ein Elternpaar schon seit 2005 mit dem Uelzener Standesamt um die Beurkundung von Randy als alleinigen Vornamen ihres Sohnes. Da Randy ein geschlechtneutraler Name sei, könne dieser Name nur zusammen mit einem weiteren, eindeutig männlichen Vornamen anerkannt werden. Als Beispiel wird die amerikanische Sängerin Randy Crawford aufgeführt. Mit bürgerlichem Namen heißt diese allerdings Veronica. Den Künstlernamen bekam sie aufgrund des englischen Adjektivs „randy“, welches mit „scharf, geil, lüstern“ übersetzt wird.

Mädchen in Italien darf nicht Andrea heißen

Ein Paar aus der Nähe von Turin will seine Tochter Andrea nennen. Doch weil Andrea in Italien, wie auch Simone oder Gabriele, ein Jungenname ist, klagte ein Staatsanwalt dagegen. Er fordert, dass die Eltern ihr Kind doch bitte Andreìna nennen sollen, wie die Welt berichtet.