Djehad als Vorname genehmigt

Mit der Wahl des Vornamens “Djehad” für ihren Sohn gefährden Eltern nicht das Wohl ihres Kindes. Das hat das Berliner Kammergericht laut einer Mitteilung der Pressestelle der Berliner Zivilgerichte entschieden.

Der Standesbeamte hatte die beantragte Beurkundung dieses Namens abgelehnt, weil das Kindeswohl bei Wahl dieses Vornamens erheblich gefährdet sei: Er bedeute “Heiliger Krieg” und habe in Deutschland seit dem 11. September 2001 eine stark negative Bedeutung erlangt.

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Babyface-Ralph, Jihad und Lola-Love waren vor Gericht

Wie ich erst heute erfahren habe,hat das Standesamt Erlangen heftige Gegenwehr gegen die Eintragung der Vornamen Babyface-Ralph, Jihad, Rolex, Lola-Love und Venus-Hornaelle geleistet – vergeblich, denn vor Gericht haben die Eltern diese Vornamen durchgesetzt.

Da fällt es leicht, die Sorgen nachzuvollziehen, die sich Gregor Boldt macht. Im Portal Der Westen erinnert er zunächst an berühmte Männer mit den Vornamen Helmut, Horst, Norbert und Gerhard und bedauert die neuen Vornamenmoden:

Dennoch: der Glanz dieser Namen und der Männer, die sie tragen und getragen haben, ist verblasst. Mit Ausnahme natürlich der bunten Helmut-Schilder, die lustig im Führerhäuschen eines 40-Tonners vor sich hinblinken. Vergeblich sucht man in diesen Tagen solche Vornamen in den Geburtsanzeigen. Sie geraten in Vergessenheit. Neue Erdenbürger heißen heute anders. Also nicht bloß schwedisch Anders, sondern ganz anders. Wir müssen uns daran gewöhnen, in den nächsten Dekaden von Justin-Jeromes, Connor-Dylans und Cindy-Cheyennes regiert zu werden.


Gesetzentwurf über die Änderung der Vornamen

Das Transsexuellengesetz soll nach dem Willen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen durch ein “Gesetz über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit” ersetzt werden. Das sieht ein entsprechender Gesetzentwurf der Fraktion (16/13154) vor, der am Donnerstag erstmals auf der Tagesordnung des Bundestagsplenums steht. Zur Begründung heißt es in der Vorlage, das Transsexuellengesetz stelle für die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit “unbegründete Hürden auf, die die Würde und die Selbstbestimmung von transsexuellen Menschen beeinträchtigen”.

Quelle: Deutscher Bundestag, Pressemitteilung


Randy darf endlich Randy heißen

In der Geburtsurkunde des dreijährigen Randy Hofmann aus Niedersachsen stand bisher “Ein Knabe mit dem Familiennamen Hofmann, der noch keinen Vornamen erhalten hat”, weil das Standesamt den Namen Randy nur in Verbindung mit einem weiteren, geschlechtseindeutigen Namen eintragen wollte. (siehe den Beitrag “Randy als Jungenname abgelehnt“)

Nachdem das Bundesverfassungsgericht kürzlich in einem anderen Fall entschieden hat, dass geschlechtsneutrale Namen das Kindeswohl keineswegs beeinträchtigen (siehe “geschlechtsneutrale Vornamen ohne Zweitnamen erlaubt“), lenkte jetzt auch das zuständige Standesamt Uelzen ein und beurkundete den Vornamen, wie die Allgemeine Zeitung Uelzen berichtet. Herzliche Glückwünsche den beharrlichen Eltern zu Ihrem Erfolg!


Bürokratieärger wenn der Vorname fehlt

Die Heilbronner Stimme berichtet über Probleme des Standesamtes mit Menschen ohne Vornamen. Während das deutsche Namensrecht eindeutig zwischen Vor- und Nachnamen unterscheidet, ist diese Systematik in vielen Kulturen unbekannt.

So gibt es in arabischen Ländern die Praxis, einen Eigennamen zu führen, der von den Eigennamen des Vaters und des Großvaters gefolgt wird. Bei Tamilen bekommen Neugeborene zuerst den Vaternamen und dann einen Eigennamen. Bei der Einbürgerung in Deutschland darf der Betroffene dann selbst entscheiden, welcher Name sein Vor- und welcher sein Nachname werden soll.

Indonesier, die oft ausschließlich einen Eigennamen haben, können sich bei der Einbürgerung einen deutschen Familiennamen aussuchen.