Namensgebung

Der Fahrradkorb

Das Bild zum Text findet man irgendwie immer zu spät. Heute: ein reichlich lädierter Fahrradkorb, der aber sicher noch treu seine Dienste verrichtet und gut zu einem Beitrag von mir von vor einem halben Jahr, unter anderem über den Namen Basil, gepasst hätte.

Suchbild oder: Ein Fahrradkorb als Quell der Namens-Inspiration

Suchbild oder: Ein Fahrradkorb als Quell der Namens-Inspiration

Auf der Homepage des niederländischen Herstellers („Fahrradkörbe, Fahrradpacktaschen, Tierfahrradkörbe“) lerne ich: Der Name ist in diesem Fall eine Neubildung, und zwar aus dem Nachnamen „van BAlveren“ und dem Ortsnamen „SILvolde“. Trotzdem schön.

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Käfer und Glöckchen heißen so

Eine Freundin von mir heißt May mit Nachnamen. Ein schöner Familienname, das habe ich schon immer gefunden: Birkengrün, Maiglöckchen, Hoch-Zeit für Hochzeiten – die Assoziationen könnten kaum positiver sein. Neulich ist mir allerdings aufgefallen, dass man nur zwei Buchstaben anhängen müsste, um einen schnöden Massennachnamen zu erhalten. Ich entschuldige mich hiermit bei allen Mayers, Maiers, Meyers und Meiers (ich selbst hieß früher ganz ähnlich) – aber bei ihnen habe ich noch nie an den Wonnemonat gedacht.

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Wollt Ihr mal auswandern?

Ob Henry oder Max: Immer mal wieder werben Eltern für ihre Wahl mit Worten wie „international“ und „funktioniert auch im Ausland“. Gemeint sind damit stets Namen, die hierzulande ebenso wie – mit geringfügigen Abweichungen – im englischsprachigen Ausland geläufig sind. Ich frage mich allerdings, wie stichhaltig dieses Argument wirklich ist. Vielleicht kann ich das mangels eigener längerer Auslandsaufenthalte oder internationaler Geschäftsverbindungen aber auch nur nicht beurteilen. Weiß jemand, ob auch in anderen Ländern allzu landestypische, zu wenig stromlinienförmige Namen so bereitwillig über Bord geworfen werden?

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Klingt gut: Leonore Lilian Maria

Die Tochter der schwedischen Prinzessin Madeleine heißt Leonore Lilian Maria. Die Eltern des königlichen Babys haben sich für den Namen Leonore entschieden, weil er ihnen gefällt und sich in an den Lebensmittelpunkten der Familie – New York und Stockholm – gut aussprechen lässt, so die überraschende Erklärung der Namensfindung. In adligen Familien steht sonst die Nachbennung nach anderen Familienmitgliedern im Vordergrund.

Dass der Vorname gut klingt ist das wichtigste Kriterium der deutschen Eltern bei der Namensfindung, so das vorhersehbare Ergebnis einer Umfrage durch das Institut für Demoskopie Allensbach. Diese Umfrage wurde von der Gesellschaft für deutsche Sprache beauftragt und vom Bundesministerium für Kultur und Medien finanziell unterstützt. Ausgewertet wurden die Antworten von 244 Eltern, deren ältestes Kind noch keine 18 Jahre alt ist.

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Vorsicht, Ypsilonitis!

Keine Bange: Ich hole nicht etwa die SPD-Politikerin Ypsilanti aus der Versenkung. Ypsilonitis, das ist eine schon seit einigen Jahren kursierende abwertende Bezeichnung für den Hang mancher Eltern zu Namen mit Y. Wobei der wünschelrutenförmige Trendbuchstabe auch gern dort zum Einsatz kommt, wo eine andere Schreibweise weit geläufiger ist (Yana, Daymien).

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Kirby und die Mexikaner oder: Was dürfen Eltern?

Schon länger liegt hier ein Zeitungsausriss aus dem Lokalblättchen. Eine sympathische junge Frau mit großen Creolen in den Ohren und dickem Blumenstrauß im Arm ist darauf zu sehen: eine für ihre Leistungen ausgezeichnete Auszubildende. Und natürlich ist es ihr Vorname, der mir aufgefallen ist. Kirby. Dazu wird noch ihr Zweitname genannt, sehr geläufig und in ihrem von mir angenommenen Geburtsjahr in den Top 40.

Kirby, sprich Körby – bei wem klingelt es da? Ich bekenne es gern: Ich war in den 80ern dem „Denver-Clan“ verfallen. Kirby, das war die süße Tochter des getreuen Carrington-Butlers. Eine junge Frau mit großen Augen und tollen langen Haaren, von den Drehbuchautoren ziemlich gebeutelt. Es kann kaum anders sein: Auf die Eltern der ausgezeichneten Azubine muss die Figur noch weit mehr Eindruck gemacht haben. Oder vielleicht war es nur der exotische Klang ihres Namens? Die Butlerstochter flimmerte bei uns ab 1984 über die Bildschirme – passt. Und sie blieb eine Randfigur, die wohl nur Fans bekannt war. Hätte der gewählte Name Alexis gelautet, das von Joan Collins verkörperte „Biest“ der Serie, die Assoziation wäre weit mächtiger.

„Mexikaner dürfen nicht Rambo heißen“ – so titelt heute die Tagespresse. Eine in meinen Augen kuriose Meldung. Demnach seien im mexikanischen Staat Sonora künftig 61 Namen, die sich bereits in den Melderegistern befinden, zum Wohl der Kinder strikt verboten, so die dortige Behördenleiterin (Vorname: Christina). Auf der „Giftliste“ stehen außer Rambo etwa Madonna, Michael Jackson, Shakira, Neil Armstrong und Pythagoras (!). Da frage ich mich ja: Was geschieht dort mit den Kindern, die bereits so heißen? Muss Klein-Pythagoras, dessen Eltern echte Mathefreaks sein müssen, sich umbenennen lassen?

Und dann: Wer entscheidet, welche Namen gar nicht gehen? Ist Shakira – deren Namen es schon lange vor ihr gab – wieder zulässig, wenn es um die Sängerin ruhiger wird? Haben Nebenfiguren (wie Kirby) bessere Chancen als Titelhelden? Vielleicht naiv, aber: Ich gehe erst mal davon aus, dass Eltern ihrem Kind mit der Namenswahl keinen Schaden zufügen möchten. (Ausnahmen bestätigen die Regel: Auf der „Giftliste“ findet sich auch „Facebook“). Sie suchen einen Klang oder eine Assoziation, die sie so schön finden, dass sie es dem Liebsten, was sie haben, mitgeben möchten. Früher waren es vielleicht Namen von Schriftstellern, Komponisten, Romanfiguren und heute eben Serienfiguren und Sänger. Meine Freundin Gwen hat sich bei der Benennung ihrer Tochter von den „Gilmore Girls“ inspirieren lassen. Ich weiß auch von einem Jarod, dessen Name aus der Serie „Pretender“ stammt. Ja und? Übrigens kannte ich beide Serien nicht mal. Ist ja heute auch kaum mehr möglich, anders als zu Zeiten von „Dallas“ und „Denver“.

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Amon und Ariel – Assoziations-Alarm?

Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen
Es steht auf Platz 14 der Spiegel-Bestsellerliste: ein Buch, dessen Obertitel nur aus vier Buchstaben besteht, einem hebräischen Vornamen. Amon. Viel mehr braucht es nicht, um zu wissen, um was und wen es geht. Verfasserin Jennifer Teege ist die Enkelin des brutalen KZ-Kommandanten Amon Göth, den man auch aus „Schindlers Liste“ kennt, und schreibt über ihre Familiengeschichte: „Mein Großvater hätte mich erschossen“ – Teeges Vater ist Nigerianer. Auch Göths Vater und Großvater hießen schon Amon, der Name taucht nicht nur in der Bibel auf, sondern bezeichnet auch den Sonnengott im alten Ägypten. Und er ist einer jener Namen, die mir gefallen, wo ich mich aber frage: Kann man den noch (oder wieder?) vergeben?

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Henry oder Henri: Kleiner Prinz auf der Überholspur

Zwar heißen kleine Prinzen seit Neuestem eher George. Trotzdem: Henry und dem etwas selteneren Henri, beide für mich männlich und niedlich zugleich, haftet etwas Royales an. Vielleicht sorgt auch der Rummel um den britischen Prinzen Harry – eigentlich Henry –, der 1984 geboren wurde, mit dafür, dass der Name so gut ankommt? Jedenfalls steht Henry an der Spitze jener Namen, die 2013 am meisten an Beliebtheit zugelegt haben. Bundesweit erklomm Henry/Henri Platz 17, in Hamburg und Niedersachsen sogar Platz 5. Ich habe mit zwei Henry-Müttern und einem Henri-Papa gesprochen.

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