Babynamen der Woche 15/2018

Fynnjard Maximilian * Claire Bettina * Leonas-Davi * Max Michel * Hananiya * Xenia Mariell * Liam Jonathan * Niklas Flynn * Johanna * Éloée Anaïs * Leo Pepe * Adam * Lucy Lina Pauline * Sulamitha * Emilie Victoria * Fiete Hartmut * Mijvi Lia * Ragnar * Noah Karl-Heinz * Jonne * Luana * Freda Minna * Julian Robert * Leni Claudia * Skylar Lynn * Janne Charlotte * Lea-Carmela * Joline * Thies Tomke * Mileena Joleen * Amelie June

Schöne, furchtbare, normale, exotische, verrückte, lächerliche, populäre und ungewöhnliche Vornamen von Neugeborenen der letzten Tage

35 Gedanken zu “Babynamen der Woche 15/2018

  1. Wahlpflicht
    Freda Minna * Freda finde ich schon lange interessant, v.a. wegen der Nähe zu Frida, die aber so ausgelutscht ist. Ein längerer Zweitname oder ein Drittname (Freda Minna Helene oder so) hätte gut getan.
    Emilie Victoria * -e ist momentan die neue Trendrichtung.
    Janne Charlotte * nordisch. Auch wenn Jamne i.R. männlich ist. Für einen Jungen fand ich den Namen aber zu weich.
    Fiete Hartmut * wenn Opa Hartmut nun mal so heißt… Fiete finde ich gut, evtl. aber zu frech. Ein Friedrich mit Spitznamen wäre eine Überlegung wert. Aber dann klingt’s etwas spießig.
    Julian Robert * Julian schön + klassisch anmutenden, dazu der härtere Robert. Gelungen.

    Wild geschüttelt
    Freda Emilie
    und Zwillinge: Fiete Nik(o)las & Michel Jonathan

    Burner
    Fynnjard Maximilian * Fynndschard?
    Skylar Lynn * Der Bruder heißt Tyler Flynn
    Leonas-Davi * da haben wir die Wurst wieder.

    Interessant
    Hananiya * ist das der biblische Hananias?
    Lea-Carmela * Carmela – klingt wie eine Mischung aus Cornelia, Camilla und Kamel.

  2. Wahlpflicht:

    Liam Jonathan und Amelie June

    Geschüttelt:

    Liam Jonathan und Amelie Pauline
    Liam Jonathan und Amelie Johanna/Amelie Victoria
    Noah Julian und Amelie Johanna/Amelie Victoria
    Niklas Jonathan/Niklas Julian und Johanna Victoria
    Niklas Jonathan/Niklas Julian & Amelie Johanna/Victoria Amelie

  3. * Fynnjard Maximilian: Ich würde “Fin-jart” sprechen. Klingt, als hätten sie gern eine Finja (Fynnja) gewollt, aber Überraschung: Es ist ein Junge! Nichtsdestotrotz finde ich den Namen spannender als einige altmodische hier auf der Liste. Maximilian bringt etwas Seriosität hinein. Zusammen ist es zwar lang, aber der Klang gefällt mir.

    * Claire Bettina: Beide Namen sind nicht mein Fall. Statt Claire hätte mir Clara besser gefallen. Bei Bettina denke ich an “Bett” und 70er-Jahre.

    * Leonas-Davi: Ohne Bindestrich okay. Gibt es einen neuen Trend, nachdem die letzten Buchstaben bei Jungennamen weggelassen werden? Levin – Levi, Jonas – Jona, Lucas – Luca, David – Davi, … Leonas wiederum funktioniert andersrum: Man nehme einen Mädchennamen auf -a und füge eine maskuline Endung hinzu! Der Bruder heißt dann Noras-Marvi 😉

    * Max Michel: Da ist mir beides zu spitznamig und die Alliteration stört.

    * Hananiya: Dann lieber Hannah-Nia!

    * Xenia Mariell: Der Klang gefällt mir gut. Ich hätte Marielle noch mit e geschrieben.  Auf jeden Fall bringt es etwas Weiche zum harten Beginn von Xenia. Ich glaube, mir wäre ein Name mit X am Anfang aber zu hart/zischend vom Klang. Zu dominant.

    * Liam Jonathan: Mag ich als Kombi.

    * Niklas Flynn: Auch ganz hübsch. Flynn finde ich mal ganz erfrischend im Vergleich zum häufigen Fynn.

    * Johanna: Klassisch, damit kann man nichts falsch machen. Ein seltener Zweitname dazu hätte mir gefallen.

    * Éloée Anaïs: Das klappt meiner Meinung nach nur mit französischem Nachnamen/Hintergrund. Ich denke, da werden manche die Aussprache einüben müssen ohne Wissen über Aussprache-/Schreibregeln. Ansonsten gefällt mir der Klang aber. Ist spannend!

    * Leo Pepe: Leo ist mir zu kurz, Pepe überhaupt nicht mein Geschmack.

    * Adam: Mit dem Namen geht es mir wie mit Johanna.

    * Lucy Lina Pauline: Zuviele L, vor allem zu Beginn. Lucy mochte ich als Kind gerne, inzwischen ist mir auch dieser Name zu spitznamig. Viel schöner fände ich Lucia, Lucinda, Lucelia, Lucielle … Ist erwachsener, interessanter und könnte gut mit Lucy abgekürzt werden. Bei Lina ist es ähnlich – und wirkt doppelt zu Pauline, ist ja auch eine Abkürzung von Namen wie Paulina. Lucy Paulina hätte es getan.

    * Sulamitha: Ich suche noch für das Wort, was ich damit verbinde … Ja, der Name wirkt auf mich emphatisch-pathetisch.

    * Emilie Victoria: Beides nette Namen, die auch als Kombi gut klingen.

    * Fiete Hartmut: Nicht mein Geschmack. Zu nordisch-spitznamig und zu altmodisch.

    * Mijvi Lia: Oh, hier muss man erst mal überlegen, wie die Aussprache ist. “Mei-wi”? Maeve (Mej-wi) hätte mir besser gefallen.

    * Ragnar: Klingt nach Wikinger …

    * Noah Karl-Heinz: Stilbruch. Noah ist okay, Karl-Heinz der Gipfel an Altmodischkeit. 🙁

    * Jonne: Klingt mir auch zu nordisch. Junge oder Mädchen? 

    * Luana: Hübsch. Schöner fände ich aber Nuala. 🙂

    * Freda Minna: Freda finde ich noch schlimmer (härter) als Frieda. Minna passt von der Zeit her dazu. Ich denke an “jemanden zur Minna machen”. Beides ist mir zu altmodisch. 

    * Julian Robert: Julian gefällt mir, Robert ist mir ebenfalls zu altmodisch. Und den Klang mag ich auch gar nicht.

    * Leni Claudia: Schon wieder Leni … Immer dasselbe: zu spitznamig. Claudia gehört in die 70er …

    * Skylar Lynn: Andersrum hätte ich es besser gefunden. Skylar geht für mich nur mit einem passenden Nachnamen – englisch oder auch etwa typisch jüdische, zu denen ich immer fast alles gut zu kombinieren finde, z.B. Skylar Lynn Rosenbaum. Aber Skylar Müller? Besser nicht.

    * Janne Charlotte: Janna fände ich hübscher, Charlotte gefällt mir einfach nicht. Empfinde ich als farblosen Namen.

    * Lea-Carmela: Carmela? Lieber Camilla. Die Wiederholung von Lea-ela finde ich zu ähnlich.

    * Joline: Auch wenn dieser Name in Schubladen gesteckt wird: Mir gefällt er.

    * Thies Tomke: Zu nordisch, zu alliterarisch, zu unisex (ich dachte, Tomke sei ein Mädchenname).

    * Mileena Joleen: Milena fände ich hübsch! Hier muss sie immer die Schreibweise erklären. Komischerweise empfinde ich diese Kombi mit Wiederholung im Gegensatz zu Lea-…ela eher als künstlerisch.

    * Amelie June: Hier gefallen mir beide Namen gut und auch die Kombi!

  4. Wahlpflichtspiel:

    Niklas (Flynn)
    Johanna

    Niklas hat mir schon immer gefallen, ebenso Johanna, damit kann man nichts falsch machen. Ich hätte Niklas einen anderen Zweitnamen gegeben.

    Wild geschüttelt gefällt mir:
    Niklas Jonathan
    Niklas Julian
    Jonathan Leo
    Lina Johanna
    Lina Emilie
    Lea Pauline
    Pauline – Gerade etwas längere Namen wie Pauline, Johanna oder Jonathan können auch gut alleine stehen. Das wirkt besser als irgendeine wilde Kombi, die so gar nicht zusammen passt.
    ___

    Lucy Lina Pauline – Lucy und Lina wirken wie eine Aufzählung und Lina ist quasi die Kurzform von Pauline/Paulina. Ich finde den Vorschlag “Lucy Paulina” von Talea gut, das hätte völlig gereicht.

    Lina – ja klar, das ist zur Zeit ein häufiger Modename. Aber es ist auch eine alte deutsche Kurzform von Karolina (seltener von Paulina). Deshalb mag ich den Namen Lina, vorausgesetzt er hat einen vernünftigen Zweitnamen.

    Emilie Victoria – die Kombi ist etwas unglücklich gewählt. Die Aussprache von Emilie kann man nur raten. Entweder nimmt man Emily Victoria, das finde ich sogar ganz hübsch, das passt zusammen.
    Oder Emilie Viktoria, aber so richtig gefällt mir das nicht. Wenn ich die deutsche Aussprache von Emilie haben möchte, dann nehme ich einen “bodenständigen” deutschen Zweitnamen, z. B. Emilie Franziska. Das würde mir gefallen.

    • Da habe ich glatt als Deutschlehrer einen dass/das-Fehler gemacht. “Ein Gedicht, das…” natürlich…

  5. * Fynnjard Maximilian: Fynnjard ist seltsam. Nicht nur der Name an sich, auch die Schreibweise wirkt irgendwie unelegant.

    * Claire Bettina: Beides schöne Namen, aber passen nicht so richtig zusammen.

    * Leonas-Davi: Wirkt auf mich unfertig. Und der Bindestrich muss nicht sein.

    * Max Michel: Nachname Mustermann?

    * Hananiya: Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber meine spontanen Assoziationen waren “Halali” und “Hanni & Nanni”…

    * Xenia Mariell: Kann man machen. Ich hätte ihr noch ein -e spendiert.

    * Liam Jonathan: Genehmigt.

    * Niklas Flynn: Mit etwas Zähneknirschen auch.

    * Johanna: Klar, warum nicht?

    * Éloée Anaïs: “Denn Konsonanten sind für Weicheier und diakritische Zeichen rocken!”

    * Leo Pepe: Leo ist okay, aber Pepe ist für mich einfach kein vollständiger Name.

    * Adam: Kann man machen.

    * Lucy Lina Pauline: Lina und Pauline ist quasi doppelt gemoppelt, und Lucy ist zwar hübsch, passt aber nicht dazu.

    * Sulamitha: Ist das nicht was Biblisches? Mir zu gestelzt.

    * Emilie Victoria: Emilie (“Emili-e”) ist so ein Name, der meinetwegen nicht wiederkommen muss. Victoria gefällt mir.

    * Fiete Hartmut: Siehe Pepe. Hartmut ist vermutlich der Opa, und da noch einer der harmloseren (namenstechnisch).

    * Mijvi Lia: Wie genau spricht man das aus?

    * Ragnar: Dafür!

    * Noah Karl-Heinz: Siehste, Fiete Hartmut? Lächle und sei froh, schlimmer geht immer. 😛

    * Jonne: Junge oder Mädchen? Zu bullerbüistisch für mich.

    * Luana: Auch auf Dauer zu niedlich/blumig.

    * Freda Minna: Freda gefällt mir sehr gut, Minna ist halt der typische “Dienstmädchenname” und außerdem zu kurz. Hinter Freda gehört für mich etwas Dreisilbiges oder wenn zweisilbig, dann hinten betont.

    * Julian Robert: Englisch ausgesprochen schön, deutsch nicht so mein Fall. Allerdings schwingt die Schauspielerin doch deutlich mit…

    * Leni Claudia: Leni ist mir zu niedlich. Lina oder Lena wäre schöner.

    * Skylar Lynn: Mit englischem Nachnamen keine Einwände.

    * Janne Charlotte: Irgendwie nicht ganz rund. Ich wäre für Jana Charlotte oder Janne Carla gewesen.

    * Lea-Carmela: Hat was, aber ist der Bindestrich notwendig?

    * Joline: Bei englischer oder französischer Aussprache nicht schlecht, auf deutsch bitte nicht!

    * Thies Tomke: Beides nicht so meine Favoriten, aber in sich stimmig.

    * Mileena Joleen: Zuviel “een”. Und mutmaßlich auch noch unterschiedlich ausgesprochen. Muss nicht sein!

    * Amelie June: Ich hatte mal einen Rollenspielcharakter, der Amelia Joan hieß… 🙂 Amelie und June sollten eigentlich nicht zusammenpassen, aber ich finde es gar nicht mal schlecht.

    • Ich denke bei dem Namen Sulamitha an “Die Todesfuge” von Paul Celan… “Dein goldenes Haar Margarete, dein aschenes Haar Sulamith”
      ich weiß nicht, wie viele Leute das Gedicht kennen, bei mir jedenfalls löst dieser Name Gruseln aus

    • ich weiß nicht, wie viele Leute das Gedicht kennen, bei mir jedenfalls

      Meine Güte, diese erbärmlich Schnulze von diesem obskuren Paul Celan wird heute *jedem* Schulkind in den Kopf geprügelt! Wer kennt sie denn nicht?

      „Daärrr Toodt ischt ein Majiester aus Döijitschland!“

      Albern. Üble Poesie, schlechte Musik. Was für Lea Rosch, Anne Will oder Judith Schreinemakres.

    • Maria Th., würdest Du bitte erklären, wen Du mit „man“ meinst? So kommt Dein Kommentar ziemlich wirr rüber.

    • Ich verstehe zwar nicht, inwiefern mein Beitrag wirr sein soll, aber bitte:
      Paul Celan ist ein bekannter deutschsprachiger Dichter des 20. Jahrhunderts. Ich meinte, dass dieses Gedicht durchaus allgemein bekannt sein dürfte, da es z.B. häufig im Rahmen des Deutschunterrichts durchgenommen wird.
      Alles klar nun?

    • Also „man“ im Sinne von „alle“? Das stimmt ja nachweislich nicht. Schließlich hatte ich gerade geschrieben, dass ich es nicht kenne.

    • Maria Th.,

      ich kann diesen Günter-Grass-Scheiß von diesem Rumänen namens Celan einfach nicht mehr hören:

      „Drr Dood isch äin Miesschter uussch Düütschland.“

      Es ist einfach nur abgenudelt, öde und abgefuckt.

      (Langweilig, wie übrigens Grass auch. Böll sowieso.)

      Ließ Céline statt diesem kuriosen Celan.

      Ich kotze einfach, wenn ich das nur höre: „Der Tod ist ein Meister aus [Blalblabla]“ Es ist sooo widerlich…

    • Knud, dann hast du es vielleicht genauso erfolgreich verdrängt wie ich. Ich meine, weder den Autor noch das Gedicht je gehört zu haben.

    • Merkwürdige Diskussion.
      Es soll ja Leute geben, die noch nie von Doktor Oetker gehört haben. Trotzdem kennt “man” ihn in Deutschland.
      Sicher, ganz so bekannt ist Celan nicht. Aber es gab 1988 mal eine Bundestagssondersitzung, die in die Annalen eingegangen ist, auf der Ida Ehre das Gedicht rezitierte.
      Auf den Deutschunterricht würde ich allerdings nicht bauen. Wird da überhaupt nocht über Lyrik gesprochen?

      Aber zurück zum eigentlichen Namen. Ich habe ihn nur als Sulamit(h) gehört, nie mit “a” am Ende, das mir falsch vorkommt.

    • “Aber es gab 1988 mal eine Bundestagssondersitzung, die in die Annalen eingegangen ist, auf der Ida Ehre das Gedicht rezitierte.”

      Das ist volkommnener Quatsch und Mumpitz. Die alte Ehre hat da 1988 gar nichts gesagt.

      Die widerliche und ekelerrendeden Ida Ehre hat 1988 bei der Jenniger-Rede einfach dargesessen und gepennt. Sie hat gar nichts gesagt, sondern hat einfach geschlafen. Die Grünen haben das dann in ihrem Interesse verarbeitet.

      Danach mußte Jenninger gehen. Du verwechselst 1988 mit 1983. Und dieses Borchert-Gedicht ist auch noch sooo schlecht. Eine Peinlichkeit für das Volk der Dicher und Denker. Ich schäme mich dafür.

    • Es tut mir leid, wenn das so rübergekommen ist. Ich habe nicht gemeint, dass man das Gedicht kennen muss. Ich habe es in der Schule gelesen, jedoch hatte ich vertiefenden Literaturunterricht. Sonst wäre es mir wahrscheinlich auch nicht untergekommen.

      @ Jan: Ich bitte dich höflich, ein wenig mit solchen Adjektiven zu sparen. Es ist nicht alles sch****, was einem nicht gefällt. Es ist doch gut, dass wir alle unterschiedliche Interessen und Geschmäcker haben, oder?

    • Den Namen Sulamith hat der Autor Celan aus dem Alten Testament, aus dem “Hohelied der Liebe.” Zuallererst also ein biblischer Name, der eine idealisierte Geliebte benennt und somit mythisch überhöht ist: man stellt sich darunter eine dunkle jüdische Schönheit vor, die ideale Jüdin eben. Celan verwendet Margarete als mythischen deutschen Frauennamen, wegen dem Gretchen in Goethes Faust. Die Faust-Assoziation (Seele aus Größenwahnsinn an den Teufel verkaufen) passt ja zum Dritten Reich.

      Die “Todesfuge” war tatsächlich in der Nachkriegszeit eines der aller bekanntesten deutschen Gedichte, das unbedingt auch in den Deutschlehrbüchern stand. Heutzutage ist es in vielen Deutschbüchern nicht mehr zu finden und wird auch kaum mehr gelehrt. Das ist schon seit den 1980ern so, als die Kritik immer lauter wurde, die “Todesfuge” enthalte eine zu kitschig-genussvolle Ästhetisierung des Holocaust.

      Ich würde sagen, Deutsche über fünfzig sind diesem Gedicht zum großen Teil noch in der Schule begegnet; ich bin ja als Schüler schon nach Amerika ausgewandert und bin dem Gedicht dann erst an der Uni begegnet.

      Meine persönliche Einschätzung: ein bewegendes Gedicht, dass allerdings schon etwas seltsam Ästhetisierend-Verklärendes an sich hat. Für meine Schüler lege ich keinen Wert darauf, dieses Gedicht ihnen zu vermitteln–da schöpfe ich aus anderen Quellen, z.B. Eichendorff, Brentano, Trakl, Goethe, Schiller, Heym und auch Matthias Claudius und Paul Gerhardt.

    • Ini ,nur ganz kurz: Ich Weiß, daß ich zuviele Adjektive verwende. 🙂

      Wolf Schneider sagt: „Wo ein Adjetiv nicht zwingend ist, ist es falsch.“

      Nur dieser allgegenwätigen Scheiß von diesem Celan („Selle Tode isch e Meischter uauch Düschtllan!“) ist einfach so saudämlich und primitiv… Du kommst nicht ohne Adjektive aus, um diesen Wort-Müll zu beschreiben.

      Es ist einfach peinlich für unser Volk und unsere Sprache. :-/

      Ich schäme mich als Deutscher in Grund und Boden, wenn ich das im schwäischen Pazifisten-Tonfall höre: *Der Tod isch ein Meischter uussch Deutschland!*

      Zur Sprache im weiteren Sinne. Na, es gibt eben auch im Deutschen (und nur nicht im Japanischen) eine Männer- und eine Frauensprache. Im Adel ist es (heute) selbstverständlich, daß Frauen „Scheiße“ sagen.

    • Marce,

      es war die grüne Schreihälsin Ida Ehre, die dieses unsägliche Gedicht von diesem kuriosen Celan in der BRD popularisiert hat. Keine Ahnung, ob daß je in Schulbüchern gestanden hat. Kann sein, bei mir jedenfalls nicht. Es ist einfach ein entsetzlich schlechtes Gedicht, das aber für die Geistesgeschichte der BRD sicher wichtig ist.

      “Eichendorff, Brentano, Trakl, Goethe, Schiller, Heym und auch Matthias Claudius und Paul Gerhardt”

      Ich würde Claudius aus der Liste streichen – so hinreißend schön sein Abendlied sein mag.

      Du meinst wirklich Heym und nicht Heine?! Einerlei, hab beide nie ausstehen können. 😀

      Gut, Paul Gerhardt wegen der protestantischen Tradition. Geschenkt.

      Peter Hacks gehörte m.E. als letzter großer deutscher Dichter unbedingt in die Liste.

      Der Nibelungen-Dichter? Grimmelshausen? Angelus Silesius?

      Kleist? Bergengruen? Aber das sind vielleicht eher Fäuste der deutschen Sprache als große Dichter. Aber beide mit einer Sprach-Macht, die seither niemand mehr gehabt hat.

      Und für mich hat dieses „Sagt nein!“ nichts Verklärendes, Erhebens oder Bewegendes. Es ist einfach der übliche Scheiß der grünen Karrieristen.

    • das Gedicht bleibt vor allem deswegen in Erinnerung weil es davon die Audioaufnahme gibt. das hat man bei den meisten anderen Gedichten nicht.
      meistens liest man ein Gedicht und die Stimme dazu kann sich jeder selbst vorstellen wie das klingen mag.
      Shulamit gibt es in Israel. Shuly Nathan.

    • mgl,

      kennst Du „Speak White!“ von Michèle Lalonde?

      Helmut Schmidt hatte Recht: wir brauchen hier dringend wieder einen Scholl-Latour. Auch wenn er oft genervt hat. (Sowohl PSL, als auch HS.)

    • Ich gebe auch mal meinen Senf dazu! Ich selbst (Abi 2005) kenne das Gedicht aus dem Deutschunterricht der Oberstufe. So lange ist es also noch nicht her, dass es gelehrt wurde!

      Damals hat mich das Thema Holocaust vorrangig schon genervt, weil es zeitgleich in mehreren Fächern Thema war. Daher fand das Gedicht bei mir keinen Beifall zu dieser Zeit. Ja, die Sprache fand ich auch sehr drastisch. Was mich an dem Gedicht allerdings faszinierte, war die Verbindung zur Fuge in der Musik und der daraus resultierende sprachliche Rhythmus. So sehr, dass ich in der Freizeit nach dem Sprachmuster ein eigenes Gedicht geschrieben habe (Bedarf? Ich glaube, es hieß “Sinnesfuge” ;))
      Heute, ein paar Jahre später und ein paar Traumata weiter, denke ich, man sollte Respekt haben vor Menschen, die es schaffen, ihre Erlebnisse mit Hilfe von Lyrik oder anderen kreativen Ausdrucksmöglichkeiten zu bewältigen und dabei noch andere Menschen daran teilhaben zu lassen.

    • Nebenbei: Es bliebe schon eine Frage, wie die Sulamitha aus der BdW-Liste zu ihrem -a kommt. Denn im Hebräisches ist es doch wohl Sulamit. (Ich weiß jetzt mehr, ob mit Schin oder mit Sin am Anfang, aber das ist ja auch egal, ebenso natürlich das h in der Umschrift.) Das -it ist die Feminin-Endung, da braucht es kein -a mehr…

    • Zu Celan sollte man noch hinzufügen, dass er ein rumänischer Jude namens Paul Antschel war (aus Antschel machte er dann “Celan”). Er ist selbst Holocaustüberlebender. Das Gedicht entspringt also gelebter Erfahrung und ist von daher nicht einfach ein Gedicht, das auf die Holocaustthematik aufspringt.

      Es wurde in den 1950ern in den Schulen in Sprechchören fugenartig rezitiert, ganz aufwendig, mit unterschiedlichen Sprechgruppen. Diese ästhetische Zelebrierung in den Schulen war es dann auch, die Ender der 1960er kritisch beäugt wurde, so dass in den 1980er Jahren das Gedicht längst nicht mehr so fest im Schulkanon verankert war.

      Oft wird ja gesagt, der Holocaust kann nur sehr direkt und schnörkellos behandelt werden. Alle Ästhetisierung/Poetisierung ist automatisch eine Verfälschung. Diese Maxime nehme ich nicht als absoluten Richtwert, aber tatsächlich bevorzuge ich es für meine Schüler, wenn sie vom Holocaust auf weniger musikalisch-überhöhte Weise erfahren. Trotzdem finde ich für mich persönlich das Gedicht auch bewegend, und die Sprachkunst, die darin steckt, ist beachtlich. Habe Respekt für Celan als Dichter. Seine Sammlungen “Sprachgitter” und “Mohn und Gedächtnis” sind echt lesenswert…

      @Jan: Heinrich Heine liebe ich sehr und unterrichte ihn auch. Peter Hacks kenne ich nicht. Schau mir aber jetzt mal was von ihm an.

    • @Mark

      Meine Bemerkung über Heine war blöd, zugegeben. Aber mich hat halt immer dieser Instinkt Heines genervt, in *jedem* Satz einen Witz machen zu müssen/wollen.

      Mit Hacks wirst Du die Eltern Deiner Schüler kaum begeistern können. 😀 Aber dennoch, diesen typischen Hacks-Ton aus Ernst, Kälte, Schnodderigkeit und Ironie, man kriegt ihn nicht mehr aus den Ohren, wenn man ihn einmal drin hatte.

      Die Sowjetmacht, sie schenkte uns das Leben.
      Sie hat uns auch den Todesstoß gegeben.
      Nur täuscht Euch nicht. Rußland und wir, wir beiden,
      Sind niemals, auch nicht durch Verrat, zu scheiden.
      So viel für jetzt. So viel zum künftig schwierigen
      Verhältnis von Preußen und Sibirien.

      Das Gedicht heißt „Das Vaterland“.

  6. Fynnjard Maximilian – Fynnjard klingt nach Seeräuber oder Wikinger. Ich denke an den Zeichentrick-Wickie oder Pippi Langstrumpf und die Seeräuber.

    Freda Minna – ist mir zu sehr auf alt getrimmt und eben doch nicht alt. Ich habe noch nie von einer Freda gehört. Das wird man wohl oft mit Frieda verwechseln. Minna kenne ich auch als Dienstmädchen-Name. Nein, das ist nicht meins. Frieda Wilhelmine hätte ich ja ganz schön gefunden.

  7. Ich kommentiere heute mal alle Kombinationen, wo mir mindestens ein Name gefällt:

    Fynnjard Maximilian – Fynnjard ist nicht mein Fall (schon allein das y…), die Kombination wirkt wie eine Aneinanderreihung von I- und A-Lauten und Maximilian eher wie der Nummer-sicher-Name hintendran

    Max Michel – viel zu frech, Max ist schon an der Grenze, dann bitte nicht noch ein Michel dazu

    Xenia Mariell – da schließe ich mich Talea voll und ganz an: recht hübsch, besonders wenn man ein X am Anfang nicht zu dominant findet

    Liam Jonathan – Liam finde ich zu weich, da holt Jonathan aus meiner Sicht zu wenig wieder heraus

    Leo Pepe – Leo braucht einen guten Kombipartner, damit er nicht zu kindlich wirkt; da ist Pepe aus meiner Sicht nicht die richtige Wahl

    Niklas Flynn – das L bei Flynn stört sowohl den Sprachfluss, noch finde ich, dass es den Namen aufwertet

    Lucy Lina Pauline – auch hier stimme ich mit Talea überein: Lucy Paulina wäre besser gewesen

    Emilie Victoria – aufgrund des Cs in Victoria gehe ich von Emily aus, die ich dann aber auch so geschrieben hätte (und das obwohl ich Ys nicht mag); zu E-mil-je gehört aus meiner Sicht eine Viktoria; aber in beiden Fällen finde ich Viktoria doch zu dominant als Kombipartner

    Julian Robert – Schatz, lass uns doch alle Vokale unterbringen… aber auch so: die Namen sind ein zu großer Kontrast; Johann Robert oder Johannes Robert gefielen mir gut

    Wenn ich aus den heutigen Namen die Namen meiner Kinder wählen müsste, würde ich die Vorschläge von Sabrina übernehmen: Niklas Jonathan und Johanna Victoria – die Kombinationen finde ich sehr gelungen. Und wenn man sie nur so vergeben könnte, wie sie dastehen, dann Johanna und hmmm…… wahrscheinlich doch Julian Robert mit Robert als Rufname

    • Neuhier,

      Du analysierst die Kombis wieder mal sehr gekonnt. Stimme Deinen ganzen Einschätzungen bei!

    • Danke für das Kompliment, Mark. Das gebe ich auch gerne für deine obige Einschätzung zu dem Gedicht zurück – und deine zeitliche Einordnung in den Deutschunterricht würde auch erklären, dass ich diesem wohl nie begegnet bin.

  8. Leo wurde noch in der 2. Hälfte des 20. Jhdts. in evangelischen Gegenden als „pfäffischer Katholikenname“ wahrgenommen, auch in einfachen Milieus. Ebenso Gregor, Klemenz und Johannes. Pius war undenkbar – und zwar als Paspstname gerade auch in einem katholischen Umfeld.

    Über „Pepe“ brauchen wir nicht zu reden. Arschwischpapier. Me ne frego.

  9. Fynnjard Maximilian – Bei Fynnjard stört mich das y. Klanglich gefällt mir der Name ganz gut, vorausgesetzt, man spricht das j als /j/. Maximilian klingt mir trotz seiner Bedeutung zu weich, obwohl mir lateinische Namen i.a. gefallen.

    Claire Bettina – Claire finde ich in deutschsprachigem Kontext unpassend. Man denkt da zu schnell an Kläranlage. Bettina fand ich als Kind sehr schön. Ich finde den Namen immer noch wohlklingend, aber es beginnt eben mit dem Wort Bett.

    Leonas-Davi – Leonas finde ich noch in Ordnung, obwohl ich z.B. Leonard bevorzugen würde. Davi sieht einfach nur lächerlich und unvollkommen aus. Den Bindestrich finde ich hier auch unpassend, andererseits sähe Davi als freistehender Zweitname noch unvollständiger aus.

    Max Michel – unglücklich wegen der aufeinanderfolgenden betonten Silben

    Hananiya erinnert mich an Hanuta.

    Xenia Mariell – Xenia finde ich nicht übel. Mariell-Karussell finde ich zu verspielt.

    Liam Jonathan – Liam finde ich viel zu weich und niedlich im negativen Sinne. Kaum zu glauben, dass es sich dabei um eine irische Kurzform von William handelt, es also letztendlich von Wilhelm kommt. Jonathan finde ich klanglich schon besser, wenn man ihn denn hoffentlich deutsch ausspricht, allerdings missfällt mir der Bibelbezug.

    Niklas Flynn – Niklas fand ich immer ganz gut, jetzt finde ich den Namen etwas eckig. Bei Flynn denke ich an den Flynn-Effekt.

    Johanna finde ich schön trotz religiösen Hintergrundes.

    Éloée Anaïs kann ich mir bei einer Französin vorstellen. Im Französischunterricht hieß es bei uns anfangs, dass man Diakritika auf Großbuchstaben wie hier am Namensanfang weglässt. Später standen sie in den Schulbüchern dann doch, um es den Schülern leichter zu machen. Aber die Franzosen machen das wohl selbst nicht ganz einheitlich.

    Leo Pepe klingt nach einem Fußballspieler.

    Adam ist mir zu biblisch.

    Lucy Lina Pauline – Vielleicht wollten sie das Mädchen mit Lina und Pauline nach den Großmüttern benennen, aber ich finde die Kombination unglücklich, da Lina schon von Namen wie Pauline/-a abgeleitet ist. Da finde ich Pauline auch wesentlich ausdrucksvoller. Lucy finde ich klanglich durchaus schön, ist mir aber zu chantalistisch.

    Emilie Victoria finde ich schön, wenn man Emilie auf der zweiten Silbe betont. Mir gefällt Victoria mit c, weil es die lateinische Herkunft betont.

    Ragnar stand für uns bei der Namenssuche in der engen Auswahl, aber dann wollte ich doch lieber keinen skandinavischen Namen.

    Noah Karl-Heinz – Noah finde ich schrecklich. Dass so viele Kinder so heißen, macht es nicht besser. Karl-Heinz lässt mich sofort an einen alten Mann denken, ist bestimmt eine Nachbenennung.

    Jonne klingt mir nach einer skandinavischen Form von Johannes. Es ist einer dieser skandinavischen Namen, die mir im Gegensatz zu Ragnar zu schwach klingen.

    Luana – mir gefällt der dunkle Klang durch das u

    Leni Claudia – Leni finde ich zu kurz. Claudia ist ein toller Name.

    Skylar Lynn – sehr chantalistisch, die zwei kurz aufeinanderfolgenden L sind auch unglücklich

    Janne Charlotte – Janne finde ich zu kurz. Charlotte ist in Ordnung.

    Lea-Carmela – leere Camelia(-Binden)

    Joline – chantalistisch, passt für mich nicht in den deutschen Sprachgebrauch, es sei denn, man spricht es deutsch aus

    Thies Tomke – s. Max Michel

    Mileena Joleen – noch schlimmer als Joline

    Amelie June – Amelie finde ich ganz schön, aber etwas zu weich. June finde ich ohne englischsprachigen Hintergrund fehl am Platze.

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