Von 26. Februar 2016 87 Kommentare Weiterlesen →

Babynamen der Woche 09/2016

Bertil * Samuel Maurice Elian * Anneli Sophia * Eva Amelie * Jonah Niklas * Ella Clara * Alfons Georg * Kjella Kristin * Arne Stian * Viktoria Floriane * Felix Jakob Matteo * Runa Lilith * Alisa * Lina * Denise * Beril Marie * Naima Brianna * Nela Lois * Ada Maxine * Vivienne Lilou * Tomislav * Doron Alessio * Charlotte Myriam

Zwillingspaare

  • Johanna Luisa & Paul Georg
  • Elias & Jonas

Gute Frage 4: Kann man Lana vergeben?

Ausgerechnet mein Mann, seines Zeichens Fußballfan, hat mich auf Lanesra aufmerksam gemacht. Die Geschichte ging Anfang des Jahres durch die Medien, aber an mir vorbei und geht so: Im fernen Australien erwartete einst ein Paar ein Kind. „Lass sie uns doch Lanesra nennen“, schlug der werdende Vater vor. Seine Frau fand den „einzigartigen und romantischen“ Namen toll – und vermutlich auch die Tatsache, dass ihr Mann endlich mal einen brauchbaren Vorschlag gemacht hatte. Klein-Lanesra zählte schon zwei Jahre, als Papi endlich beichtete: Es handle sich in Wirklichkeit um den Namen seiner heißgeliebten Kickertruppe FC Arsenal, rückwärts gelesen.

Ob sich die Story tatsächlich so zugetragen hat? Egal. Spätestens im frühen Schulalter wäre sie aufgeflogen. Dann nämlich, wenn Kinder es klasse finden, Namen von rechts nach links zu lesen, und sich darüber kaputtlachen können, dass ihr Kumpel „Mit“ heißt und Papa „Nafets“. Die Frage ist, sollte man diese Phase gleich mit einplanen? Besonders ein Name drängt sich mir dabei auf: Lana.

Lana findet sich immer wieder in Lieblingsnamenlisten und wird durchaus auch vergeben (Platz 133), quasi im Gefolge von Lina (7), Lena (9), Lara (22) und Luna (65). Allerdings nicht ohne Gegenwind: So wie Hermine die ewige Hexe ist und Amelie eine wandelnde Horrordiagnose, so kann Lana eine gewisse Schlüpfrigkeit kaum abschütteln. Jedenfalls taucht der Einwand regelmäßig auf: „Ja, aber wenn man das rückwärts liest …“ Ich selbst weise Lana-Fans mitunter darauf hin, weil ich finde, dass man den Punkt bedenken sollte. Aber ob er wirklich störend ist?

Grundschüler wissen mit der Vokabel nichts anzufangen. Erwachsene, die den Verdrehspielchen lauschen, allerdings schon. Mich würde es befremden, wenn ein Kind im Spiel nichtsahnend „Anal“ gerufen werden würde. Zudem wären Hänseleien wenige Jahre später viel wahrscheinlicher als etwa bei Hermine oder Amelie. Ich habe schon von Eltern gehört, die deshalb auf Lanah oder Larna ausgewichen sind. Es gäbe auch Milana (Platz 189) oder Alana. Oder Lanesra, natürlich. Wie würden Sie das Problem lösen? Oder ist es gar keins?

Thema: Namensgebung

Im Norden werden die Trends gemacht

Lasse im Norden, Xaver im Süden – einige Namen sind typisch für ihre Region. Ich wollte herausfinden, ob es generelle Unterschiede bei den regionalen Namensvorlieben gibt.

Methode

Dazu habe ich zunächst die jeweils 50 häufigsten Jungen- und Mädchennamen für Nord- und Süddeutschland aus den Geburtsjahrgängen 2006 und 2007 ermittelt.

Thema: Statistik

Gute Frage 3: Gibt’s Hermine auch ohne Harry?

Nora ist meiner Meinung nach ein richtig schöner Name, Thomas Anders‘ Halskettchen, das meinen Generationsgenossen hier gefangen hält, fällt für mich nicht mehr ins Gewicht. Dann schon eher die Schauspielerin Nora Tschirner. Aber wie kommt es eigentlich, dass manche Namen so fest mit einer prominenten Figur verknüpft werden, dass man sie sich an niemand anderem mehr vorstellen kann? Wann sind solche Namen wieder frei?

Otto scheint mir so ein Kandidat zu sein – der ewige Ostfriese –, der sonnenbebrillte Heino ebenso. Marius. Oder Hermine: Taucht dieser Name in Online-Diskussionen auf, sagt unweigerlich jemand, „Ja, aber Harry Potter …“. Und das, obwohl die Potter-Bücher und -Filme ein gutes Image haben (und die Figur im Original Hermione heißt).

Anders als die Anders-Ex kommt Harrys beste Freundin positiv rüber – zwar etwas überschlau, aber das doch auf sympathische Weise. Daran kann es also kaum liegen, wenn ihr Name als für ein Kind ungeeignet abgestempelt wird. Zum Zeitgeschmack passen meiner Meinung nach alle hier erwähnten Namen. Die Platzierungen sind auch gar nicht so schlecht, nur Heino fehlt in den Top-500:

  • Nora: Platz 50
  • Marius: Platz 171
  • Otto: Platz 255
  • Hermine: Platz 317

Gar nicht mal wenige Eltern stören sich heute also nicht an Assoziationen zu irgendwelchen Schmuckstücken, Sängern, Blödelbarden oder Hexen. Natürlich könnten Fans des Namens Hermine einfach ausweichen – auf Henriette (Platz 229), Henrietta, Henrike (371), Hermia, Harriet, Wilhelmine … –, um den Anklang an die magische Überfliegerin zu vermeiden. Aber ist das wirklich nötig? Hängt noch fünf Jahre nach dem letzten Potter-Streifen an jeder Hermine unweigerlich auch ein Zauberlehrling? Was meinen Sie?

Thema: Namensgebung

Babynamen der Woche 08/2016

Nina * Caitlin Letizia * Silas Miguel * Finola * Anna Martha * Nea Zoey * Yosephin * Lou Ole * Janika * Bosse Espen * Henri Georg * Charleen * Lenox Leroy * Wissam * Adi Günter * Lieven * Neal Bastian * Lia Marianna * Amy-Johanna * Albina * Lisa Lotte * Bennet Armin * Guy * Marie Julie * Paul-Louis * Jorick * Simeon Elia * Franziska Melanie * Carl August * Jette Estelle

Nina

Nina

Til, Heidi und Boris und die Trendnamen

Eigentlich darf man sowas ja gar nicht offen sagen, aber meiner Meinung nach ist Til Schweiger ein toller Schauspieler, Heidi Klum eine gute Moderatorin und Boris Becker eine bewundernswerte Persönlichkeit.

Diese Ansicht ist womöglich nicht so weit verbreitet, in einem Gebiet sind Boris Becker und Heidi Klum aber zweifellos talentiert: Im Finden oder Anregen von Trendvornamen.

Heidis Kinder Leni (2004 geboren), Henry (2005), Johan (2006) und Lou (2009) haben allesamt Vornamen, die heute in der deutschen Vornamenhitliste viel höher stehen als im jeweiligen Geburtsjahr der Kinder.

Boris ist ähnlich erfolgreich als Vornamentrend-Scout: Noah und Elias sind heute Top 10-Jungennamen in Deutschland. 1994, als Noah Becker geboren ist, war der Name Noah noch selten. Auch Elias stand 1999 noch am Anfang des Aufwärtstrends. Der jüngste Becker-Sohn heißt Amadeus und wurde 2010 geboren. Seit 2011 habe ich regelmäßig Amadeus in meiner Jahrgangsstatistik und 2015 gehört Amadeus erstmals zu den 500 häufigsten Jungenamen.

Heidi Klum und Boris Becker Kindernamen

Amadeus ist übrigens ein ganz heißer Anwärter auf den Spitzenplatz der beliebtesten Vornamen 2030! Nicht wegen Becker-Junior, sondern weil das Lieblingspferd aller kleinen Kinder Amadeus heißt, nach dem braunen Hengst aus der Hörspiel- und Filmreihe „Bibi und Tina“. Wenn die Kinder groß sind und Eltern werden, wird der Name noch in schöner Erinnerung sein.

Und Til? Der ist eher mit dem Strom geschwommen. Bei keinem der Namen seiner Kinder Valentin (1995 geboren), Luna (1997), Lilli (1998) und Emma (2002) ist seit damals ein deutlicher Aufwärtstrend aufgetreten. Aber Til Schweiger ist immerhin ein guter Schauspieler.

Von 12. Februar 2016 41 Kommentare Weiterlesen →

Babynamen der Woche 07/2016

Luca Elias * Henrik * Marina * Sarah Claudia Sabrina * Niklas * Lea Madeleine * Ben Xaver * Fleur Martha Marlene * Yunus * Max Lennis * Thea Amanda * Raik Adrian * Paula Elisa * Jonas Anton * Oskar-Louis * Carl Julius * Mila Louisa * Sophia Anastasia * Lenea Malou * Soraya * Martha-Christin * Noée * Emil Pierre * Vivien Hermine * Leyla Rachél Melek * Finn Friedhelm

Akademiker lieben alte Vornamen

Neulich hatte ich die „Studie zur schichtenspezifischen Vornamenvergabe in Deutschland“ vorgestellt und bin gar nicht überrascht darüber, dass die Definition der sozialen Schichten Anlass zur Diskussion gab. Ich habe die Daten jetzt etwas anders gruppiert und die sozialen Gruppen anders benannt: Aus den ursprünglichen vier Gruppen „Oberschicht / obere Mittelschicht / untere Mittelschicht / Unterschicht“ sind drei Gruppen „Studierte / Ausgebildete / Ungelernte“ geworden. Den so aufgeteilten Datenbestand aus der obengenannten Studie (eine Stichprobe der Geburten des Jahrgang 2004) habe ich den von mir recherchierten Vornamenhitlisten der Geburtsjahrgänge 1904, 1929, 1954, 1979, 2004 und 2015 gegenübergestellt. Konkret habe ich gezählt, wie viele der Vornamen je nach sozialem Umfeld zu den 30 häufigsten Vornamen der Jahrgänge gehören.

Anteil in den Top 30

Dabei zeigte sich, dass Akademiker alte Vornamen lieben: Nur 3 Prozent der Eltern ohne Berufsausbildung entschieden sich 2004 für einen Vornamen aus den Top 30 von 1904, dagegen bekamen fast 11 Prozent der Kinder mit studierten Eltern einen solchen Namen.

Gleichzeitig sind die Akademiker auch Trendsetter, denn wesentlich mehr Eltern mit Studium vergaben einen im Jahr 2015 beliebten Vornamen als Eltern mit Berufsausbildung und Ungelernte.

Für alle, die es genauer wissen möchten, habe ich hier meine Analyse etwas ausführlicher beschrieben: Akademikerkindernamen zwischen Tradition und Moderne.

Thema: Namensgebung