
Wer sich mit Vornamen beschäftigt, kennt das Phänomen: Ein Name taucht auf, wird beliebt und kurz darauf folgen zahlreiche Varianten, die erstaunlich ähnlich klingen. Bei Mädchennamen lässt sich das derzeit besonders gut an einer ganzen Familie von Namen beobachten (sortiert nach Häufigkeit):
- Melina
- Milena
- Malina
- Milana
- Malena
- Milina
- Malene
- Melena
- Melani
- Milane
- Maline
- Meline
- Milene
- Maluna
- Melona
- Melana
- Milani
- Miluna
- Malini
- Molina
- Malani
- Milona
Man könnte fast meinen, Eltern hätten einen Baukasten entdeckt, aus dem sich beliebig neue Namen zusammensetzen lassen: Ein „M“ am Anfang, dazu ein „l“, ein „n“ und dazwischen „a“, „e“, „i“ , „o“ oder „u“ in beliebiger Reihenfolge – fertig ist der moderne Mädchenname.
Besonders gefragt
Viele dieser Namen vereinen Eigenschaften, die derzeit besonders gefragt sind:
- Sie klingen weich und melodisch.
- Sie sind international verständlich.
- Sie wirken modern, ohne völlig ungewöhnlich zu sein, denn sie erinnern an bekannte Namen wie Lena, Mila oder Mia.
Gerade diese Mischung macht ihren Erfolg aus. Viele Eltern suchen einen Namen, der zwar vertraut klingt, aber nicht allzu häufig vorkommt. Varianten wie Malina oder Milana erfüllen diesen Wunsch perfekt.
Namensspirale
Womöglich waren viele dieser Namen ursprünglich als besondere Alternative zu einem gewöhnlichen Namen gedacht. Wer seiner Tochter nicht den etablierten Namen Mila geben wollte, entschied sich vielleicht für Milena. Als Milena häufiger wurde, wich man auf Milana oder Malina aus. Und wenn auch diese Namen populär werden, entstehen neue Varianten wie Miluna oder Maluna.
So entsteht eine Art Namensspirale: Der Wunsch nach Einzigartigkeit führt immer wieder zu neuen Varianten, die sich oft nur in einem einzigen Laut unterscheiden.
Tradition und Neubildung
Einige Namen dieser Liste haben eine längere Tradition. Milena beispielsweise ist ein etablierter slawischer Name. Malene ist vor allem in Skandinavien bekannt. Melina hat französische oder griechische Wurzeln.
Andere Varianten sind dagegen moderne Neubildungen. Namen wie Miluna, Maluna, Milona oder Malani werden vor allem deshalb vergeben, weil sie angenehm klingen und in das aktuelle Namensmuster passen.
Vorsicht Verwechslungsgefahr
Wer eine Tochter namens Milena hat, kennt das vielleicht: Sie wird regelmäßig Melina genannt. Aus Malina wird Milana, aus Malena wird Malina.
Je größer eine Namensfamilie wird, desto häufiger kommt es zu solchen Verwechslungen. Das ist der Preis für die Zugehörigkeit zu einem sehr beliebten Klangmuster.
Ich bin gespannt, welche weiteren Verwandten dieser Familie wir in den Geburtsstatistiken der nächsten Jahre entdecken. Die Bausteine dafür liegen ja schon bereit.
Wenn man das n weglässt, hat man wieder ganz viel Spielraum:
Melia
Milea
Malia
Mila
Malea
Milia
Melea
Malie
Malua
Milua
Molia
Miloa
Und dann hätte ich noch
Malou
Milou
Manu
Minou
im Angebot
Oh ja, die Möglichkeiten grenzen ans Unendliche, wenn man sich aus dem Baukasten bedienen möchte und nicht auf Mxlxnx besteht.
Das hätte den Rahmen dieses Beitrags gesprengt, aber einen kleinen Nachschlag habe ich schon geplant.