Melina, Milena, Malina & Co.: Die modernsten Modenamen

Die modernsten Modenamen

Wer sich mit Vornamen beschäftigt, kennt das Phänomen: Ein Name taucht auf, wird beliebt und kurz darauf folgen zahlreiche Varianten, die erstaunlich ähnlich klingen. Bei Mädchennamen lässt sich das derzeit besonders gut an einer ganzen Familie von Namen beobachten (sortiert nach Häufigkeit):

  1. Melina
  2. Milena
  3. Malina
  4. Milana
  5. Malena
  6. Milina
  7. Malene
  8. Melena
  9. Melani
  10. Milane
  11. Maline
  12. Meline
  13. Milene
  14. Maluna
  15. Melona
  16. Melana
  17. Milani
  18. Miluna
  19. Malini
  20. Molina
  21. Malani
  22. Milona

Man könnte fast meinen, Eltern hätten einen Baukasten entdeckt, aus dem sich beliebig neue Namen zusammensetzen lassen: Ein „M“ am Anfang, dazu ein „l“, ein „n“ und dazwischen „a“, „e“, „i“ , „o“ oder „u“ in beliebiger Reihenfolge – fertig ist der moderne Mädchenname.

Besonders gefragt

Viele dieser Namen vereinen Eigenschaften, die derzeit besonders gefragt sind:

  • Sie klingen weich und melodisch.
  • Sie sind international verständlich.
  • Sie wirken modern, ohne völlig ungewöhnlich zu sein, denn sie erinnern an bekannte Namen wie Lena, Mila oder Mia.

Gerade diese Mischung macht ihren Erfolg aus. Viele Eltern suchen einen Namen, der zwar vertraut klingt, aber nicht allzu häufig vorkommt. Varianten wie Malina oder Milana erfüllen diesen Wunsch perfekt.

Namensspirale

Womöglich waren viele dieser Namen ursprünglich als besondere Alternative zu einem gewöhnlichen Namen gedacht. Wer seiner Tochter nicht den etablierten Namen Mila geben wollte, entschied sich vielleicht für Milena. Als Milena häufiger wurde, wich man auf Milana oder Malina aus. Und wenn auch diese Namen populär werden, entstehen neue Varianten wie Miluna oder Maluna.

So entsteht eine Art Namensspirale: Der Wunsch nach Einzigartigkeit führt immer wieder zu neuen Varianten, die sich oft nur in einem einzigen Laut unterscheiden.

Tradition und Neubildung

Einige Namen dieser Liste haben eine längere Tradition. Milena beispielsweise ist ein etablierter slawischer Name. Malene ist vor allem in Skandinavien bekannt. Melina hat französische oder griechische Wurzeln.

Andere Varianten sind dagegen moderne Neubildungen. Namen wie Miluna, Maluna, Milona oder Malani werden vor allem deshalb vergeben, weil sie angenehm klingen und in das aktuelle Namensmuster passen.

Vorsicht Verwechslungsgefahr

Wer eine Tochter namens Milena hat, kennt das vielleicht: Sie wird regelmäßig Melina genannt. Aus Malina wird Milana, aus Malena wird Malina.

Je größer eine Namensfamilie wird, desto häufiger kommt es zu solchen Verwechslungen. Das ist der Preis für die Zugehörigkeit zu einem sehr beliebten Klangmuster.

Ich bin gespannt, welche weiteren Verwandten dieser Familie wir in den Geburtsstatistiken der nächsten Jahre entdecken. Die Bausteine dafür liegen ja schon bereit.

12 Kommentare zu „Melina, Milena, Malina & Co.: Die modernsten Modenamen“

  1. Wenn man das n weglässt, hat man wieder ganz viel Spielraum:

    Melia
    Milea
    Malia
    Mila
    Malea
    Milia
    Melea

    Malie
    Malua
    Milua
    Molia
    Miloa

    Und dann hätte ich noch
    Malou
    Milou
    Manu
    Minou
    im Angebot

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    • Oh ja, die Möglichkeiten grenzen ans Unendliche, wenn man sich aus dem Baukasten bedienen möchte und nicht auf Mxlxnx besteht.

      Das hätte den Rahmen dieses Beitrags gesprengt, aber einen kleinen Nachschlag habe ich schon geplant.

  2. Mein Sohn heißt ja auch Milan, aber ich möchte mich insofern nicht als Opfer des Trends bekennen, weil der Name (wie Milena) immerhin Tradition und vor allem eine Bedeutung hat, genau genommen sogar mehrere. Malani, Milene oder Melona (was für mich übrigens eher nach Melone klingt) klingen halt nett, mehr nicht. Solche Namen würde ich persönlich nicht vergeben. Wenn ein Name, der mir gefällt, für meinen Geschmack zu häufig vorkommt (für mich wären das z. B. Noah, Elias oder Sophie), dann wähle ich einen anderen, anstatt mir einfach einen neuen, möglichst ähnlichen auszudenken.

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    • Milene kenne ich aus der Kurzgeschichte „Ein netter Kerl“, die stammt aus den 70ern, ich hatte immer angenommenen, dass es eine Variante von Milena sei.

  3. Übrigens wird mein Sohn jetzt immer öfter für eine Mila gehalten. Ich rufe Milan über den Spielplatz und gelaufen kommt ein Kind mit Zöpfchen und Haarspangen in den halblangen Haaren, mit rosa Sandalen und einem Pullover mit Traktor drauf. Manchmal sieht man den Leuten die Verwirrung direkt an („Ist das jetzt ein Junge mit Haarspangen-Fimmel oder ein Mädchen mit Auto-Fimmel? Ich frage besser nicht, manche Mütter nehmen das übel“). Bisweilen werde ich dann beim Smalltalk gefragt, wie alt die kleine Mila ist. Ich finde das lustig, vor allem wenn die Leute dann ihren Fehler bemerken und sich wortreich entschuldigen. Dann kann ich sagen, kein Problem, er mag halt einfach Haarspangen. Und mit fast drei Jahren versteht er eh noch nicht, warum Mila rosa tragen darf und Milan nicht. Selbst ich mit fast 40 verstehe das nicht.

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    • Bei Namen, die nur einen Buchstaben entfernt liegen, verhöre ich mich aber auch oft (Mila/Milan, Lia/Lian, Jula/Julia)
      zumal wir in Deutschland ja eh dazu neigen, Endsilben zu verschlucken. Teilweise höre ich dann auch eher den mir vertrauten Namen (ich dachte bist zu den Herbstferien der Sohn einer Kollegin hieße Levi, als ich dann man nachfragte, wie Levi denn die Schule gefällt, stellte sich heraus, dass er Li.ven heißt. )

      Was die Farbe Rosa betrifft- die ist doch für alle Menschen da (und trugen bis vor dem zweiten Weltkrieg tatsächlich eher Jungen, da Rosa das kleine Rot war, das für Männlichkeit stand).
      Blau hingehen war die Farbe der Mutter Gottes und eher den Mädchen vorbehalten.
      Ich habe letztes Jahr an einer Grundschule unterrichtet, in meiner Klasse hatten einige Jungs als Liebslingsfarben rosa und lila (was mich sehr gefreut hat, denn es sind auch meiner Lieblingsfarben neben blau). Niemand fand das komisch oder lustig, so wie es überall sein sollte.

  4. Ich kenne als Milena Formen noch eine Milenka und eine Milena, die aber mit kurzem n gesprochen wird, also quasi Milenna.
    Mit der Aussprache ist dann natürlich noch mehr Freiraum gemacht. Zum Beispiel Miluna neigt dazu, eher wie Luna mit langem u gesprochen zu werden, klingt aber- zumindest in meinen Ohren- auch auf der ersten Silbe betont schön.

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    • @Tiffy

      Ja, Melona ist etwas schräg, ich denke auch an die Früchte oder den Hut. Es gibt auch eine römische Göttin namens Mellona (mit zwei l), zuständig für Bienen und Honig.

  5. Melina war schon vor über 20 Jahren einer meiner Lieblingsnamen. Hätte ich eine Tochter so genannt, hätte ich meine Wahl dann wegen der Mode später bereut? Wer weiß.
    Meine Cousine ist kürzlich Mutter einer kleinen Malia geworden. Empfinde ich eher als nichtssagend.

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