Neue und alte Tipps zur Namensfindung

Listen, Listen, Listen. Am Anfang gab es auf beliebte-Vornamen.de nur Listen: Hitlisten der häufigsten Vornamen und seltene Vornamen.

Mit der Zeit steckte ich immer tiefer im Vornamenthema drin und kannte mich schon ein bisschen aus und traute mich, mal einen richtigen Text zu veröffentlichen mit Tipps zur Namensfindung. Vor zehn Jahren, im Juni 2003, ist die erste Fassung des noch immer viel gelesenen Beitrags erschienen. Die meisten dieser Tipps sind als Anregung zu verstehen und keineswegs verbindliche Anweisungen – ob Namen sich reimen sollten oder nicht, ob ein kurzer Vorname schöner ist oder ein langer: es kommt immer auf den Einzelfall an, welcher Vorname am besten zum jeweiligen Kind passt.

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Nachdrücklich empfehlen möchte ich aber, bei der Namenswahl folgendes zu beachten: Wenn Sie Ihren Lieblingsnamen nicht am PC schreiben können, weil Sie das benötigte Sonderzeichen nicht auf der Tastatur finden, geben Sie Ihrem Kind einen anderen Namen! Auch wenn Pünktchen auf dem e bei Zoe und Noel gerade in sein sollten, der Mensch, dessen Namen niemand schreiben kann, ist damit fürs Leben gestraft. Und weil Ihr Kind wahrscheinlich auch Bekanntschaften aus anderen Ländern machen wird, verzichten Sie am besten auch auf deutsche Umlaute, denn ä, ü und ö fehlen auf den meisten internationalen Tastaturen!

Thema: Namensgebung

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

10 Kommentare zu "Neue und alte Tipps zur Namensfindung"

  1. amk sagt:

    Dann müssten sich die Türken aber auch viele Gedanken machen, denn Namen wie etwa Güngör, Gökhan, Büsra oder alle Namen die mit Gül- beginnen, wären ja dann international ebenfalls probmelatisch ;o)

  2. Knud sagt:

    Richtig, der Tipp gilt nicht nur für Deutsche.

  3. Yahya sagt:

    Das ist ja genau das Problem vieler türkischer Eltern. Sie sind so komplett in ihre türkische Welt integriert, dass ihnen so etwas wie der Tipp mit den Umlauten gar nicht klar ist. Da quasi 99 Prozent der Türken keinen christlichen Hintergrund haben, scheiden viele „internationale“ Namen aus.

    Folgende Namen können z.B. für eine spätere internationale Karriere leicht verändert und dann benutzt werden ohne, dass der Träger/ die Trägerin die Identität verliert:

    Adem, Cebrail, Davut, Ibrahim, Ilyas, Ishak, Iskender, Ismail, Mikail, Musa, Yahya, Yakup, Yunus, Yusuf und Zekeriya

    Bei der Damenwelt fallen mir spontan Meryem und Havva ein.

    • amk sagt:

      Eigentlich schade, dass man heutzutage noch auf so etwas achten „muss“ (???).

      Schließlich sollte man meinen, dass im Zuge der Globalisierung auch Namen, die nicht englischen -oder „neutralen“- Ursprungs sind, mittlerweile zum Alltag gehören…
      An ostasiatische oder indische Namen (gerade was den Bereich (Computer-)Technologie angeht) hat man sich ja auch schon gewöhnt.

  4. Jia sagt:

    Ich denke, auch jemand mit einem Umlaut-Namen, sei er Deutsch, Türkisch oder „woher auch immer“, wird in anderen Ländern klar kommen.
    Vielleicht wird er mal falsch gesprochen oder geschrieben, aber das kann immer und überall passieren.
    Ich würde mich nicht in der Namenswahl beeinflussen lassen, indem ich überlege, ob mein Kind in einem anderen Land mit einer gewissen Schreibweise klar kommt.
    Natürlich kann man das bedenken, aber wenn mir nunmal ein Umlaut-Name am besten gefällt, dann ist das so und ich werde in wählen!
    Ich kenne eine Målin, die hier in Deutschland gut lebt, obwohl wir dieses å hier nicht haben.
    Sie wird häufiger mit „normalem“ a geschrieben, aber das stört sie selbst nicht.
    Auch im Türkischen gibt es ja häufiger das „ş“.
    Kenne ich auch jemanden, der das im Namen hat und auch da gibt es keine Probleme, bis auf dass es eben meistens als normales s geschrieben wird.
    Man kann es sich auch unnötig schwer machen.
    Ich sage dazu: Nicht wegen solcher Kleinigkeiten bei der Namenswahl beeinflussen lassen, sondern den Namen wählen, der einem am besten gefällt!

    • Jia sagt:

      Ich muss allerdings sagen, dass ich auch finde, dass man keine Zeichen nutzen sollte, die man selbst nicht mal auf der Tastatur findet!
      Eine Bekannte von mir sagte mal: Meine Tochter wird Zoe, mit Pünktchen überm e, heißen.
      Sie wusste nicht mal, wie diese „Pünktchen“ heißen.
      Ich hab ihr gut zugeredet und letztendlich hat sie sich für Zoé entschieden. So hat sies auch ganz allein auf der Tastatur hinbekommen 😉

  5. Adelle sagt:

    Was sagt Ihr zum Mädchenvornamen “ Adelle“

    • elbowin sagt:

      Sieht aus wie eine Delle (a Delle … gibt es deutsche Dialekte, wo das so vorkommt?). Nimm ein „l“ weg und Adele ist ein brauchbarer Name, mit französischem Akzent geht auch Adèle — was auch die Aussprache festlegt und ein schwäbisches Ade-le vermeidet.

  6. Esmée sagt:

    In die Niederlande wo ich herkomme gibt es auch kein ö ä und ü auf dem Tastatur, trotzdem hebe ich es einfach hin gekriegt. Aber meine Name mit ein é kriegt kaum ein Deutsche Behörde richtig hin. Und deshalb würde ich meine Kinder kein Name mit Sonderzeichen. Für mich ist zum Beispiel Jörg nicht das selbe als Joerg und kann man erst recht nicht Güngör auf deutsch schreiben Guengoer??!
    Warum gerade in Deutschland Sonderzeichen ein Problem sind…

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