November 2022: Thies, Mingo, Miffy …

Adventstrubel hin oder her, ich habe noch etwas nachzuliefern: Acht Namen sind im November auf meine persönliche Fällt-mir-auf-und-bringt-mich-zum-Nachdenken-Liste gehüpft. Gemeinsam haben sie so gut wie nichts, aber … seht selbst!

Thieß * Mingo * Olcher * Kneginja * Miraphora * Miffy (f) * Juliate * Eik

Annemaries Namen des Monats

Bitte mit Eszett

Thieß (plus ein Nachname) steht bei uns in der Stadt groß an einem Laden, der zu einer Lebensmitteleinzelhandelskette gehört – es ist der Name des Inhabers. Die norddeutsche Matthias-Kurzform Thies kannte (und mag) ich längst, aber die Schreibweise mit ß finde ich sehr ungewöhnlich. Spontan will mir kein anderer Vorname mit Eszett einfallen. Im Vergleich zum Träger eines Namens mit Umlaut hat ein Thieß noch ein Problemchen mehr: Nicht nur, dass er international und etwa bei der E-Mail-Adresse auf Thiess ausweichen muss, auch wenn sein Namen in Versalien geschrieben wird, ist das nötig. Ob er sich mit THIESS wohl genauso identifiziert? Wenn jemand solche Überlegungen versteht, dann wohl die Leserschaft dieses Blogs …

Abspann-Funde

Mingo und Miffy sind mir in Filmabspännen über den Weg gelaufen. Wäre auch was für mutige Eltern mit einem Zwillingspärchen. Alle anderen nennen lieber bloß ihre Zwergkaninchen so. Mingo hat mich an den in meiner Jugend gar nicht so seltenen Ingo erinnert. (Gerade neulich erst habe ich online 80er-Jahre-Playmobil an einen Ingo verkauft und tippe auf einen vor 1970 geborenen Sammler.) Mingo wird aber, wie ich nun weiß, ganz anders hergeleitet, nämlich über Domingo von Dominik. Außerdem bin ich durch meine Suchanfrage auf einen Filmproduzenten gestoßen, Kurt Werner Krusche, der, weshalb auch immer, auch unter dem Namen Mingo Krusche gearbeitet hat.

Miffy ist zum einen der deutsche Name eines niederländischen Bilderbuch-Häschens, 1955 von Dick Bruna erfunden. Wobei Häschen eigentlich falsch ist: Es muss sich bei der sehr reduzierten Figur um einen Kaninchen handeln. Der Originalname Nijntje leitet sich von konijntje, Kaninchen, ab. Andere Figuren in „Miffys“ Welt heißen im Original Dan, Nina, Aagje und Willemijn. Aber es war überhaupt kein Trickfilm, in dem mir der Name begegnet ist, sondern der Weihnachtsfilm „Liebe braucht keine Ferien“. Eine sehr junge Darstellerin, die die Tochter von Jude Law verkörpert, wird im Abspann als Miffy aufgeführt, Miffy Englefield. Es handelt sich aber um einen Künstlernamen, getauft wurde die heute 23-Jährige Rebecca. Das Hä… nein, Kaninchen stand bei der Wahl sicher Pate, die Bilderbuchfigur heißt nämlich auch im englischsprachigen Raum Miffy. Ob der Name wohl auch „in echt“ durchginge?

Der Rest

Der seltsame männliche Vorname Olcher – über den sich in dem niedersächsischen Dorf, aus dem meine Schwiegermutter stammt, niemand wundert – erinnert mich an die unsäglichen „Olchis aus Schmuddelfing“. Olchers Glück, dass es die vor 70 Jahren noch nicht gab! Kneginja (plus deutscher Nachname) heißt eine Fachärztin aus Nürnberg. Im Kroatischen steht Kneginja für „Fürstin“ oder „Prinzessin“. Im Deutschen klingt der Name etwas sperrig, nicht nur wegen des sonst nur von Knut/Knud bekannten Kn-. Vielleicht würde daraus der Kosename Ginny.

Miraphora Mina nennt sich eine Grafikerin, die an den Harry-Potter-Filmen mitgearbeitet hat und von der es eine eigene Edition der Potter-Bücher gibt („MinaLima“). Unter welchem Namen diese Dame (wohl im Jahr 1965) tatsächlich geboren wurde, habe ich noch nicht herausbekommen. Juliate ist nur einen Buchstaben von Juliane und zwei von Julia entfernt und doch so viel exotischer, Juliate Malakar ist Direktorin einer Partnerorganisation von „Brot für die Welt“ in Bangladesch. Ein bisschen Julia, eine Prise Beate … und auch „Jubilate“, lateinisch für „Jubelt!“ – im Christentum der Name des dritten Sonntags nach Ostern – liegt hier in der Luft.

Und dann ist da noch Eik, ein Fund aus einem Tagesschau-Schnipsel zum aktuellen Fußball-Event. Eik Galley, Jahrgang 1967, ist Sportreporter und -kommentator des MDR und der ARD-Sportschau. Was wie ein eingedeutschter Ike wirkt, ist bloß eine reduzierte Variante des friesischen Eike.


57 Gedanken zu „November 2022: Thies, Mingo, Miffy …“

  1. Vornamen, die mir im November aufgefallen sind:

    Turid (f)
    Olumi (f)
    Istvana
    Encho (m)
    Schwerthelm
    Dorena
    Nigella (f)
    Ludgera
    Hiltrud (80)
    Gerta
    Dietlinde
    Silene
    Mashaal (f)
    Dorine
    Ilga
    Ladi (m)
    Ivany (f)
    Marelisa
    Tita (f)
    Friedbert
    Saidi (m)

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  2. Thieß * Ich spendiere ein großes scharfes S aus meiner Tastatur: ẞ (zum Ausschneiden und Wiederverwenden)
    Olcher * Wau, das ist auch ein ziemlich einmaliger Name, auch wenn er an die Nordseeküste ganz gut passt. Klingt ein bisschen nach Holger ohne H am Anfang (bei extrem-norddeutscher Aussprache)

    Die anderen Namen sind auch großartige Fundstücke.

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  3. Meine Namensfunstücke des letzten Monats:

    Yela (f) * Risabelle * Sigita * Tiphaine * Képler Laveran

    Außer Konkurrenz laufen

    Ronna * Quetta * Ronto * Quecto

    Yela hat einen sehr deutschen Nachnamen.

    Risabelle war zuerst ein Druckfehler in der Zeitung, aber eine Internetrecherche hat dann tatsächlich Namensträgerinnen gefunden. Ich würde den Namen als Verkürzung von Marie-Isabelle deuten.

    Sigita ist aus Litauen, und dort gar nicht so selten.

    Tiphaine ist eine französische Tiffanie (auf Deutsch: Theophanu 🙂 )

    Képler Laveran sind die Vornamen des Fussballspielers, der unter dem Namen Pepe für Portugal spielt (nicht in Knuds Liste der WM-Teilnehmer, dort ist nur José zu finden). Képler und Laveran sind zwei bedeutende Wissenschaftler – eher ungewöhnliche Namenspaten für einen Fußballer.

    Nun zu den Lautgebilden außer Konkurrenz: Es gibt neue metrische Präfixe, Ronna und Quetta verländern die „großen“ Präfixe Mega, Giga, Tera, … und ronto und quecto die „kleinen“ milli, mikro, nano, …

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    • Theophanu wäre ein toller Name! Der dürfte sich, wenn’s nach mir geht, gerne in Deutschland durchsetzen. So hieß doch eine byzantinische Prinzessin, die einen deutschen König geheiratet hat, oder?

      Im Rumänischen ist Teofania ein gängiger Name. Gefällt mir auch.

    • @Mark Ja, und diese Theophanu war eine sehr bemerkenswerte Frau im Hochmittelalter, und sie hat 5 Jahre lang Deutschland regiert. Die Geschichte um sie herum ist auch super-spannend, Otto der Große hat für seinen Sohn nicht ganz das bekommen, was er wollte: Sie war „nur“ eine Nichte und keine Tochter der byzantinischen Kaisers und nicht „in Purpur geboren“. Es gab eine heftige Diskussion, die Frau nach Byzanz zurückzuschicken, aber sie wurde dann doch behalten, was wohl ein historischer Glücksfall war.

      Bei der Recherche hierfür ist mir noch ein schöner Name untergekommen: Zoë Porphyrogenita (Zoë, die in Purpus geborene, byzantinische Kaiserin).

  4. Der Name Thieß – und zwar genau in dieser Schreibweise – ist mir schon begegnet: Thieß Neubert im Zusammenhang mit dem Satiremagazin Der Postillon bzw. Postillon24 Nachrichten.

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  5. Meine Namen des Monats

    Katriye

    Katjana
    Volkan
    Otheinrich (Vater Otto)
    Douwe
    Sigune
    Magarito
    Ennio
    Knuth
    Paata (m, georgisch)
    Lasha (m)
    Natia
    Temo
    Normen
    Gerwig

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  6. Schöne Fundstücke, @Miez.

    Katriye * türkisch, auch wenn man hier vielleicht an Katrin denkt kommt es wohl aus dem Arabischen
    Otheinrich (Vater Otto) * Denk ich an Ottheinrich von der Pfalz, der die Reformation in den von ihm regierten Ländern einführte
    Douwe * … Egberts ist mein Kurzschluss dazu
    Magarito * o, ein männliches Gegenstück zu Margarita, das ist ungewöhnlich
    Ennio * … Morricone, Filmmusikkomponist
    Knuth * Denk ich an Donald Knuth, der das freie Textsatzsystem TeX programmiert hat
    Lasha (m) * Natia * Temo * Ein Georgier kommt selten allein …
    Gerwig * Mit sind schon Germar und Herwig begegnet, aber ein Gerwig noch nicht

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    • Ennio ist dieser Filmkomponist, wenn ich mich nicht irre. Ich habe „Fressen für die Geier“ gesehen, Margarito kam da auch vor.

      Natia und Co habe ich in einer Dokumentation über Georgien gehört.

  7. Siljan
    Nazareno, genannt Neno
    Helmtrud, genannt Helmi

    Und beim Stöbern in der Wikipedia bin ich auf eine hawaiianische Prinzessin gestoßen, die unter anderem den Namen Lunalilo trug.
    Dieser Namensbestandteil, erklärt die Wikipedia, bedeute „zu hoch, um sie zu erreichen“, ich fand vor allem interessant, dass Luna und Lilo hierzulande auch ganz bekannte Vornamen sind.

    Ennio ist bei uns, wo viele aus Italien kommen, recht normal, ich fände ihn ganz passend als Bruder von Matteo.
    Nigella sativa ist Schwarzkümmel, wenn ich mich nicht irre.

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  8. Nun zu Annemaries Namen:

    Thieß- klingt wie ein Nachname

    Mingo- ich denke an Mungo-Bohnen und Twingo, Bingo etc.

    Miffy- nach dem Häschen habe ich das Schnuffelhäschen-Tuch meiner Schwester benannt. Als sie sprechen lernte, nannte sie es Mini und dabei blieb es bis heute, denn das Tuch besitzt sie immer noch (bzw Version 2-5, da erste verlor sie mit etwa zwei Jahren, die Nacht war so furchtbar, dass mein Vater das vergriffene Tuch auf eBay ersteigerte)

    Juliate * Eik

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  9. Bei Olcher habe ich sofort einen norddeutschen Namen vermutet–den finde ich richtig cool…hört sich urig an. Und so eine Kombination an Klängen ist ja echt total ungewöhnlich.

    Thieß–tatsächlich in digitalen, globalisierten Zeiten etwas unpraktisch, aber an und für sich finde ich das Schriftbild mit Eszett ganz ansprechend. Würde trotzdem einfach Thies vergeben–den Namen mag ich auch sehr, in einem niederdeutschen Kontext. Apropos Eszett–meine Schüler kennen diese Bezeichnung nicht mehr. Sie verstehen nur noch „scharfes S.“ Irgendwie finde ich das ein bisschen billig, dass man ihnen die historische Bezeichnung nicht mehr beibringt, als ob das zu viel für sie wäre. Inzwischen habe ich es mir abgewöhnt Eszett zu sagen, denn die Schüler denken dann tatsächlich, ich meine SZ.

    Kneginja–
    Der Name hat Charakter, ist aber, wie von Annemarie erwähnt, tatsächlich etwas sperrig im Deutschen. Ginja fände ich eine sehr hübsche Abkürzung.

    Juliate–
    Jubilate fände ich tatsächlich einen hübschen weiblichen Namen!

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    • Danke, Elbowin, interessant, das heißt, in Baden-Württemberg haben sie nie Eszett gesagt. Dreierles-S habe ich noch nie gehört, ich habe den Eindruck, dass der in der Schule verwendete Begriff „scharfes S“ ist.

    • In den Schulen in Nordrhein-Westfalen wird der Begriff Eszett auch nicht mehr verwendet, nur noch „scharfes s“. Aber ich benutze den Begriff Eszett noch – das ist einfach so bei mir drin. Deshalb wissen unsere Kinder was ich damit meine.

    • Ich bin mit dem Dreierles-S aufgewachsen (relativ mittig in BaWü). Eszett ist mir auch geläufig, bei scharfem S muss ich einen mini Tick länger überlegen.

      Da fällt mir gerade ein Brief ein, der mir vor Jahren (oder Jahrzehnten) mal zufällig in der Firma in die Hände gefallen ist. Er stammte aus den Anfangszeiten der EDV, als entweder der Buchstabe ß noch nicht überall abgebildet werden konnte (oder unsere Firma damals die Praxis hatte, die Nachnamen komplett in Großbuchstaben zu schreiben – ich weiß es nicht mehr genau). Jedenfalls beschwerte sich ein Kunde, in dessen Nachname ein ß vorkam (nennen wir ihn einfach mal Groß), bitterböse, dass es ein Unding sei, seinen Namen mit ss (also Gross) zu schreiben. Wenn schon kein ß abgebildet werden könne, so solle gefälligst die Buchstabenkombination sz verwendet werden (also im Beispiel: Grosz).

    • Bei uns wurde damals in der Grundschule die Bezeichnung „Buckel-S“ verwendet. Ich kenne Leute, die das bis heute noch sagen.

  10. Mein Name des Monats: Maresa

    Durch den Tod von Christiane Hörbiger habe ich erfahren, dass eine Schwester von ihr Maresa heißt. Ich fand den Namen sofort schön – habe danach gegoogelt und herausgefunden, dass sie offiziell Maria Theresia heißt. Maresa würde ich auch als richtigen Namen gut finden.

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    • Maresa finde ich auch wunderschön.

      Eine mir bekannte Novelle von Alexander Lernet-Holenia heißt „Maresi.“ Darin geht es um ein nach der Kaiserin Maria Theresia benanntes Pferd, welches das alte kaiserliche Österreich symbolisiert und dementsprechend am Ende der Novelle kollabiert.

      Maresa ist als offizieller Name schöner als Maresi, wobei ich Maresi als Koseform ganz hübsch finde.

    • Denke bei dem Namen zuerst an Maria Theresia, die hier mitschreibt. Sie hat uns erklärt dass auch Frauen „Servus!“ sagen dürfen. Daran habe ich mich neulich erinnert. Servus!

    • Habe das, glaube ich, irgendwann schon einmal erwähnt: Ich kenne eine Maresa, die tatsächlich so eingetragen wurde. Geboren vor mittlerweile zehn Jahren in Franken. Vorher hatte ich den Namen noch nie gehört und fand ihn anfangs etwas merkwürdig (musste an eine Markise oder Makrele denken), inzwischen habe ich mich längst daran gewöhnt.

    • Bei der Frage Maresa oder Maresi gefällt mir die Form mit i besser: die Endung sa klingt nach societe anonyme, das ist Aktiengesellschaft auf französisch und kommt in vielen Markennamen vor

    • Hab ich gelesen und auch den Film gesehen, aber außer an Lyra erinnere ich mich da an keinen Namen mehr … Marisa mochte ich aber vorher schon.

    • Jopari ist zb ein interessanter Name. Er hieß eigentlich John Parry, Vater von Will Parry, aber als er weggegangen ist und Schamane geworden ist hat er seinen Namen abgewandelt.

    • Den Namen Marisa habe ich als Kind mal in einem Artikel über einen alten italienischen Film gelesen. In Italien habe ich dann eine Marisa getroffen, die aus… Frankreich kam. Vielleicht hatte sie italienische Wurzeln. Ansonsten ist mir im realen Leben nie eine Marisa begegnet und in fiktiven Werken auch nur Lyras fiese Mutter. (Tolle Reihe übrigens – ich hoffe, irgendwann kommt noch der dritte Teil der zweiten Trilogie.)
      Der französische Teil meines Gehirns hätte nie eine Verbindung zwischen einem Vornamen auf -sa und einer SA hergestellt. Wenn ich jetzt „SA“ schreibe, kommt mir eine unschöne deutsche Assoziation in den Sinn, aber auch erst jetzt, beim Klang der Namen Maresa und Marisa hätte ich daran nie gedacht.

    • kenne die Bücher und den Soundtrack der Serie. Die Serie selbst habe ich nicht gesehen. Ein Musikstück davon heißt Tales of Lee Scoresby und das passt zum Thema Namen, weil die Melodie bzw der Rhythmus „Mr Scoresby“ singen. Der Name ist in den Rhythmus integriert, bzw der Rhythmus dem Namen nachempfunden.

    • Es gibt eine zweite Trilogie zum Goldenen Kompass? Das Ende der ersten fand ich so schrecklich traurig. Dass Lyras Mutter Marisa heißt, habe ich vergessen, sie wird ja immer Mrs Coulter (?) genannt.

    • @mgl

      Habe es gerade gegoolet

      Des Prequel heißt Über den wilden Fluss, der zweite Teil der neuen Reihe heißt Ans andere Ende der Welt.

      Kommen auf meine Leseliste.
      Der Name von Lyras Vater Lord Asril hat es mir ja schon als Kind angetan und Lyra fand ich auch immer toll.

  11. Thieß, Olcher und Eik gefallen mir. Da kommt auch nach fast 15 Jahren im Exil die gebürtige Niedersächsin durch.

    Juliate klingt spannend. Würde ich eventuell sogar vergeben.

    Mein Vorname des Monats ist Ravna. In einem Jugendbuch hieß die weibliche Hauptperson so.

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  12. Meine Namen habe ich aus der Besetzung einer Serie herausgesucht, die ich auch empfehlen würde (hat nur 8+ Episoden): „ich dich auch!“

    Die ersten Namen sind von den Schauspielern, dann noch zwei Charaktere:

    Rojan (unisex) * hier männlich. Überzeugt mich aber für alle Geschlechter.

    Meriel (f) * eine Fusion aus Merle und Ariel?

    Nagmeh (f) * persisch

    Liliom (m) * auch der Charakter dieses Schauspielers trägt einen besonderen Namen:

    Kewani (m) * der Name ist hier Selbstgewählt aufgrund erleuchtenden Erfahrungen im Ausland, wenn ich mich recht erinnere.

    Tüwald (m) – der Name eines Charakters, genannt „Tüffi“. Umlaut und mit Wald sehr wortig. Gibt’s den wirklich?

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    • Eine Nebendarstellerin vergessen:

      Mitsou (f) * mit deutschem Nachnamen. Künstlername?

      Zu Rojan: das J spreche ich wie im Wort „Journalist“ französisch aus.

      Die Serie ist nebenbei eine deutsche Produktion im ZDFneo mit überwiegend sehr jungen Schauspielern, die eventuell auch Künstlernamen tragen.

    • Wahnsinn, wie viele interessante Namen sich in dieser Serie verbergen, frei nach dem Motto „Ein seltener Name kommt selten allein“.

      Tüwald klingt in der Tat, als ob es ihn geben oder gegeben haben könnte. Aber eine tiefe Suche auch in Büchern hat praktisch nichts ergeben, nur ein Nachname aus dem Burgenland in einer Einwohnerliste. Aber so ein Nachname kann aus einem Vornamen entstanden sein, als Ausgangsformen kämen Dietwald oder Teuerwald in Frage. Bei der Kombination Tüwald/Tüffi denke ich and Ferfried/Foffi: War der Preußenprinz iwie Vorbild für die Serienfigur?

      Mitsou ist ein echter japanischer Vorname, aber ich konnte nicht herausfinden, ob die Schauspielerin einen japanischen HIntergrund hat.

      Liliom ist tatsächlich ein männlicher ungarischer Vorname mit langer Tradition. Es gab auch ein mehrfach verfilmtes Theaterstück von Molnár mit diesem Titel. Auch das Musical Carousel beruht auf diesem Stück.

      Lewald (der Nachname des Schauspielers) ist auch iwie vornamig, wenn Ewald wiederbelebt wird, hat auch der weiche Lewald eine Chance …

      Rojan (mit französischem j) ist ein kurdischer Jungenname, der klanglich gut in die Namenslandschaft passt (Rohan und Rowan mit ganz anderen Herkünften laufen ja auch ganz gut).

    • Cool, danke für deine Recherche, elbowin!

      Zu Tüwald: meine mini-Recherche ist nur mit Tiwald als Nachname in die Nähe des Namens gekommen. Der Bezug zum Prinzen Ferfried ist womöglich insofern vorhanden, da in dessen Trivia auf Wiki erwähnt wird, dass im Film nicht zum ersten Mal ein derartiges Wortspiel mit seinem Namen gemacht wurde.
      Ich könnte mir vorstellen, dass man die Aussprache Tüffi erzwingen wollte, damit die Zuschauer „TÜVi“ verstehen und irgendeinen Schrauber-Hintergrund vermuten soll. Die Serie spielt ausschliesslich in einer Wohnung eines schlichten, alten Mietshauses und Tüffi ist der Nachbar von oben. Erstmals als ein Paket für ihn abgegeben werden sollte, hört man seinen vollen Namen mit Adelstitel und die Empfängern, die mit Tüffi befreundet ist, meint zum Paketboten „den kenn ich nicht!“

      Zu Mitsou: die Schauspielerin taucht nur einmal in der allerletzten Szene auf. Ich mag mich irren, aber rein optisch vermute ich keinen ethnisch-japanischen Hintergrund. Aber man kann ja durchaus auch auf anderen Wegen zu einem Kulturkreis dazugehören.

      Zu Liliom: der würde in die aktuelle Mode passen. Die Endung Liom klingt für mich sehr ungewohnt. Da gewöhnt man sich sicher dran.

      Zu Rojan: mein Name des Jahres 2022! Find ich mega schön.

  13. In diesem Monat habe ich auch mal Namen gesammelt, allesamt aus dem Kirchenblättchen oder den Geburtstag- und Todesanzeigen.

    Hiltrud (es trauerten Gudrun und Ortrun)

    Luzetta

    Geboren:
    Henno Dietrich

    Rudolfine (der Erstname war vor einigen Jahren noch in der Top-100, stürzte dann aber steil ab, Knud verfasste dazu einige Artikel)

    Und zum Schluss die Kinder von Bekannten: Chai.mae und Taou.fiq – gebürtig aus Marokko, gesprochen in etwa Scheimee und Toofik

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    • Rudolfine gehörte noch nie zu den Top 100 und ich habe ganz bestimmt keine Artikel darüber geschrieben. Ich bitte darum, solche Unterstellungen zu unterlassen.

    • Habe mal eine Hiltrud getroffen, sie wurde von allen Hillu genannt. Könnte wieder modern werden eigentlich, mit Hillu als Rufname und Hiltrud auf dem Papier.
      Ortrun klingt beeindruckend cool, für den Alltag vermutlich zu sperrig bzw zu einzigartig.

    • @Knud
      Rudolfines Erstname war wohl mal in den Top 100.
      Also die Kleine heißt vielleicht Linda Rudolfine (ohne das Linda jetzt in den Top 100 war, wenn ich mich nicht irre) 🙂

    • Ach es geht um Greta!
      Ob Greta für sie wie Voldemort ist, weiß ich nicht (ich mag Greta Thunberg und gewöhne mich langsam an den Namen). Ich habe jetzt mal unschuldig gedacht, dass sie entweder das Kind nicht suchbar machen möchte oder nicht zeigen möchte, wo sie herkommt, was man durch das Kind wüsste . Du hast mich da aber auf eine Idee für einen Artikel gebracht 🙂

  14. Thieß * Namen mit Umlaut oder Eszett sind für mich wahre Schätze. Eher historische Überbleibsel oder sind jemandem schon mal erzwungene Exemplare begegnet?

    Mingo * Domingo gefällt mir gut. Mingo fänd ich als Vollform im deutschen Raum seltsam, weil die Herleitung fehlt und ich dem Kürzel allein nicht viel abgewinnen kann.

    Olcher * die spekulative Verbindung zu Holger kann ich gut nachvollziehen. Das CH ist ein ähnlich spannender Fund wie Thieß. Besonderer deutscher Laut, aber mit Buchstaben des internationalen Standard-Ensembles.

    Kneginja * Er lässt auch gut sprechen und wirkt sogar recht weich, bis auf den Anlaut. Die Lautfolgen sind aber so speziell, dass er etwas ungetüm erscheint. Ohne K ist er immer noch exotisch, aber nicht mehr sperrig. Neginja

    Miraphora * klingt irgendwie wie zwei aufgezählte Zweisilber und holpert etwas in sich. Das liegt wohl daran, dass 2. und 4. Silbe gleich sind. Miaphora, Minaphora, Milaphora wirken alle ganz anders.

    Miffy (f) * könnte ich mich als Vollform nicht mit anfreunden.

    Juliate * hat was

    Eik * gefällt mir. Funktioniert die Auslassung auch mit anderen Namen? Hauk, Okk, Renk, Sönk, Wilk …hm, ne

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  15. Woher kommt eigentlich das ß in Thieß? Und in Vornamen generell? Das fände ich mal einen interessanten Blogartikel 😀
    Ich frage mich, ob das wirklich so traditionell ist?
    Gibt es überhaupt weitere Vornamen mit ß?

    Ich habe gerade noch mal nachgeschaut und das ß als Buchstabe wurde erst 1976 beschlossen, davor war es bloß eine schriftgestalterische Variante von ss (so wie viele Schriften heute noch bestimmte Ligaturen haben. Bei der vom Blog finde ich kein Beispiel, aber schaut euch mal fi oder ff in vielen Schriften an, die sind da quasi verbunden für ein schöneres Gesamtbild)

    Bei Thieß frage ich mich auch konkret nach dem Mehrwehrt der Schreibweise. Bei dem Wort Spaß gibt mir das ß zu verstehen, dass ich das a lang, und das s scharf(zischend) ausspreche. Spass geschrieben würde man das a kurz sprechen. Bei Thiess ist durch das ie doch aber völlig klar, dass das i lang gesprochen wird.

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    • Nun habe ich auch den entsprechenden Wikipedia-Artikel gelesen und eine Reise zum frühen Buchdruck gemacht. Sehr spannend. Jetzt weiss ich, was eine Ligatur ist.
      Zum Thema Tradition: selbst wenn es sich lediglich um eine Schreibvariante handelt, so geht diese doch ein paar Jahrhunderte zurück.

      Im Raum Oldenburg habe ich übrigens auch die Bezeichnung Eszett gelernt. Andere Kinder nach mir aber „Scharf-S“. In der Schweiz taucht der Buchstabe höchstens in ausländischen Schriften auf und wird diesseits stets durch ss ersetzt. So wie ich das inzwischen auch handhabe. (Ich weiss nicht, ob ich mich später einmal daran zurückgewöhnen kann.) Den Buchstaben gibt’s auch nicht auf der Tastatur. Überhaupt sieht die Schweizer Tastatur ganz anders aus als die deutsche, weil es diverse Tasten für die französischen Extras gibt und wieder andere Zeichen befinden sich auf anderen Positionen.

    • Tameri,

      dass die Schweizer das ß nicht benutzen, führt manchmal zu lustigen Doppelbedeutungen, wie in der Redewendung „Alles ist gut in Massen.“

    • In Karambolage auf arte gab’s neulich einen netten Beitrag zum Thema Tastatur. Nicht nur die der Schreibmaschine, für Computer wurde sie ja übernommen, heisst jetzt aber „keyboard“.
      Im Deutschen arbeitet man mit QWERTZ, im Französischen mit AZERTY. Ursache ist die unterschiedliche Häufigkeit von Buchstaben in verschiedenen Sprachen. Im Englischen z.B. schreibt man mit QUERTY.
      Bei der Entwicklung legte man grossen Wert darauf, dass häufig genutzte Buchstaben weit auseinander lagen, damit sich bei schnellem Anschlag die Typen nicht ins Gehege kamen. Was bei keyboards natürlich keine Rolle mehr spielte, aber da hatte man sich an die Anordnungen der Buchstaben gewöhnt.
      Infolge der Rechtscheibreform und ihrer merkwürdigen Regeln betreffs des SZ bzw. scharfen S habe ich das „ß“ für mich gänzlich abgeschafft. Ich verwende es nur noch in Namen/Ortsnamen.
      Aus meiner Schulzeit kenne ich beide Bezeichnungen für das ß, und da man uns auch noch die deutsche Schrift beibrachte, wurde bei der Gelegenheit auch erklärt, warum ein doppeltes S als SZ bezeichnet wird.

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