Erklärung zur Reihenfolge der Vornamen

Ab dem 1. November 2018 ist es in Deutschland erlaubt, die Reihenfolge der Vornamen zu ändern, wenn man zwei oder mehrere Vornamen hat. Der Bundestag hat die Erweiterung des Personenstandsgesetzes um den Paragraphen 45a „Erklärung zur Reihenfolge der Vornamen“ beschlossen:

(1) Unterliegt der Name einer Person deutschem Recht und hat sie mehrere Vornamen, so kann deren Reihenfolge durch Erklärung des Namenträgers gegenüber dem Standesamt neu bestimmt werden (Vornamensortierung). Eine Änderung der Schreibweise der Vornamen sowie das Hinzufügen von neuen Vornamen oder das Weglassen von Vornamen ist dabei nicht zulässig […].

(2) Ein in der Geschäftsfähigkeit beschränktes Kind, das das 14. Lebensjahr vollendet hat, kann die Erklärung nach Absatz 1 nur selbst abgeben; das Kind bedarf hierzu der Zustimmung seines gesetzlichen Vertreters.

(3) Zur Entgegennahme der Erklärung ist das Standesamt zuständig, das das Geburtenregister für die Person führt, deren Vornamen neu sortiert werden sollen. […]

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Zur Zeit ist es problematisch, den im Alltag gebräuchlichen Vornamen (also den Rufnamen) in Reisedokumente und behördliche Unterlagen zu übernehmen, wenn dieser Name nicht der erste Vorname ist. Wer möchte, kann künftig den Rufnamen als Erstnamen eintragen lassen und so dafür sorgen, dass auch Banken, Versicherungen, Fluggesellschaften und Behörden den im täglichen Leben gebräuchlichen Vornamen verwenden.

Für Träger von mit Bindestrich verbundenen Namen ändert sich nichts, denn diese gelten als ein einziger Vorname, der nicht neu sortiert werden darf.

Babynamen der Woche 29/2017

Maximilian Manfred Michael * Jasha Elias Nick * Annagreta * Till Mika * Ava Viva * Noemi Martina * Ronya Elora * Mariastella * Emma Lila * Ben Nouriel * Sophia Ilona * Elias-August * Meru Lisa * Peer Bjarne * Fabienne Loraine * Batu Jonathan * Johanna Soléne * Adam Gabriel * Paulina Isabel * Léan Louis * Joela Theresia Soraya * Enio Helmut * Ayda (f) * Nele Estelle * Meryem Zara * Liam-Hunter * Amadou Maurice * Juna Elea * Piet Etienne * Xenia Jeanine * Anna-Luna * Kornelia Helena * Maxima Charlotte * Felix Konstantin

Zwillinge:

  • William & Florentine
  • Grete Philippa & Lene Pauline
  • Bengt Oke & Tjark Lorenz
  • Caspar Fritz & Greta Emma
  • Williem & Paul
  • Sam & Maya
  • Adem & Hawwa
  • Fabio & Matteo
  • Sofia & Liyana
  • Claas & Anna
  • Julius & Fritz
  • Rinad & Ritol

Mädchennamen mit 4 Buchstaben, die nicht auf S enden

Patrick sucht einen Mädchennamen mit vier Buchstaben, der nicht auf S endet und bat mich um eine entsprechende Liste. Wenn ich mir schon die Mühe mache, dann sollen doch alle etwas davon haben! Hier die gewünschte Auswahl – für alle, die es interessiert:

Abby * Adea * Adia * Adna * Afra * Aida * Aila * Aimy * Aina * Aise * Ajla * Ajna * Alaa * Alba * Alea * Alex * Alia * Alin * Alix * Ally * Alma * Alva * Alya * Amal * Amar * Amia * Amie * Amke * Amna * Amra * Anea * Ania * Anik * Anja * Anke * Anna * Anne * Anni * Anny * Anya * Aria * Arin * Arya * Arzu * Asel * Asia * Asli * Asma * Asra * Asya * Aura * Avin * Ayah * Ayca * Ayda * Ayla * Aysa * Ayse * Aysu * Azra * Beke * Bela * Bele * Bora * Cady * Caja * Cara * Caro * Caya * Cira * Clea * Cleo * Coco * Cora * Cyra * Daja * Dana * Dara * Daya * Dila * Dima * Dina * Diya * Doga * Dora * Doro * Duru * Ebba * Ebby * Ebru * Ecem * Edda * Eden * Edna * Efsa * Ehmi * Eike * Eila * Ekin * Elda * Elea * Elen * Elfi * Elia * Elif * Elin * Eliz * Ella * Elli * Elly * Elma * Elsa * Elva * Elya * Elza * Emel * Emia * Emma * Emmi * Emmy * Emre * Enea * Enia * Enid * Enie * Enja * Enna * Enni * Enny * Enya * Eren * Erin * Erna * Erva * Erza * Esin * Eske * Esma * Esra * Evie * Evin * Evke * Evla * Ezda * Ezgi * Faye * Feli * Femi * Fibi * Fiby * Fina * Fine * Gaia * Gesa * Gina * Gwen * Hala * Hale * Hana * Hava * Hawa * Haya * Heda * Hedi * Hedy * Heja * Hena * Hevi * Hiba * Hila * Hira * Hope * Huda * Ikra * Ilay * Ilea * Ilia * Ilja * Ilka * Ilma * Ilsa * Ilva * Ilvi * Ilvy * Iman * Imke * Inci * Inga * Inja * Inka * Inna * Insa * Ipek * Irem * Irma * Isha * Isil * Isla * Isra * Issa * Ivie * Izel * Jada * Jade * Jael * Jale * Jamy * Jana * Jane * Jara * Jean * Jela * Jill * Joan * Jocy * Jodi * Jody * Joel * Joke * Jola * Jona * Jora * Josi * Josy * Joya * Judi * Judy * Jula * Jule * Juli * July * Juna * June * Juni * Juno * Kacy * Kaia * Kaja * Kara * Kari * Kate * Kati * Katy * Kaya * Kiki * Kimi * Kira * Klea * Kora * Kyra * Laia * Lale * Lana * Lani * Lara * Lava * Laya * Leah * Lean * Leen * Leia * Leja * Lela * Lele * Lena * Lene * Leni * Leny * Lera * Lexa * Lexi * Lexy * Leya * Liah * Lian * Lida * Liel * Lien * Lija * Lika * Lila * Lili * Lilo * Lilu * Lily * Lina * Line * Linh * Linn * Lira * Lisa * Lise * Liva * Liya * Liza * Loki * Lola * Lona * Lone * Loni * Lora * Lore * Lori * Lova * Luca * Luci * Lucy * Luka * Luna * Luzi * Lyah * Lyla * Lyna * Lynn * Lyra * Maha * Maia * Maja * Maje * Mala * Mali * Malu * Mara * Mari * Mary * Masa * Mavi * Maxi * Maya * Meja * Mena * Meta * Mete * Meva * Mija * Mika * Mila * Mimi * Mina * Mine * Minh * Minu * Mira * Miri * Miya * Momo * Mona * Muna * Musa * Myla * Myra * Nada * Naja * Nala * Nami * Nana * Nane * Nara * Naya * Neah * Neda * Nela * Nele * Neli * Nell * Nena * Neva * Newa * Ngoc * Nica * Nida * Nika * Nike * Niki * Nila * Nina * Nira * Nisa * Nola * Nomi * Nona * Noor * Nora * Nour * Nova * Nura * Nuri * Nyah * Nyla * Olga * Oona * Peri * Pham * Pina * Pola * Pria * Raja * Rana * Rani * Raya * Reem * Reka * Rena * Reni * Resi * Rhea * Rica * Rika * Rike * Rima * Rina * Rita * Riya * Romi * Romy * Rona * Rosa * Rose * Rosi * Roxy * Roya * Roza * Rubi * Ruby * Runa * Ruth * Safa * Saja * Sama * Sana * Sara * Sare * Sari * Saya * Seda * Sema * Sena * Sham * Sila * Sima * Sina * Sira * Siri * Siva * Skye * Soey * Sofi * Sola * Sona * Sora * Sude * Suki * Suna * Sura * Suri * Susi * Suvi * Svea * Swea * Taha * Taja * Tala * Tale * Tami * Tamy * Tara * Taya * Thea * Thia * Thuy * Tina * Tine * Toni * Tony * Tora * Tori * Tran * Tuba * Tuna * Tyra * Ulla * Vada * Vera * Vida * Vika * Vita * Weda * Xena * Yade * Yael * Yana * Yara * Ylva * Ylvi * Yoko * Yuki * Yuma * Yumi * Yuna * Zana * Zara * Zena * Zina * Zita * Ziva * Zoey * Zola * Zora * Zuri

Ich habe nur Vornamen aufgeführt, die mindestens zehn Mal in meiner Sammlung vorkommen.

Thema: Namenslisten

Ist das überhaupt ein Name?!

Man muss nicht besonders tief graben, um auf einen Namen zu stoßen, über den manche Leute sich so richtig, richtig echauffieren können: Auf Platz 109 der beliebtesten Jungennamen wird man fündig – bei Fritz. Über Fritzchen-Hasser habe ich hier früher schon mal geschrieben.

Doch es geht noch ärger, nämlich wenn ein zwar weder ausgedachter noch kevinistischer, dafür aber sehr alter und seltener Name ins Rennen geworfen wird. Ein Name wie Habakuk oder Prosper. In beiden Fällen konnte ich beobachten, wie in Namens-Foren die Wellen hoch schlugen, weitaus höher vermutlich, als die nach Meinungen fragenden Eltern gedacht hatten: „Furchtbar, einfach furchtbar … damit tust du deinem Kind nix Gutes … Kinder mit solchen Namen haben ab dem Kindergarten nur Probleme, von Bewerbungen will ich gar nicht erst reden … ich glaub, das Kind würde später gehänselt werden, auch wenn es nur der Zweitname ist.“ Gerade bei Prosper lief die Assoziationsmaschinerie förmlich über, vom Medikament (Prospan) über „Kloreiniger“/Meister Propper bis zum Vulkanischen Gruß (Star Trek, „Live long and prosper“) war alles dabei. Dazu wurde der Schwangeren, die nach Kombinationsideen gefragt hatte, der konstruktive Vorschlag „Adolf Prosper“ gemacht. Eine andere Schreiberin schlug immerhin wohlmeinend vor, an erster Stelle „was Süßes wie Elias, David oder Matteo“ zu nehmen (zwischen den Zeilen: als Ausgleich für die Katastrophe von einem Zweitnamen).

Aufregung © pathdoc - fotolia.com

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Immerhin: Schweizer sollten vom Namen Habakuk wirklich Abstand nehmen. Sie würden aber auch gar nicht auf die Idee kommen, wenn am Einwand, Eidgenossen sagten „So ein Habakuk“, wenn sie „So ein Blödsinn“ meinen, etwas dran ist. Ansonsten amüsiert mich der Wirbel eher. Eine eher mutige Wahl sind beide Namen bestimmt, aber schlimm …? Prosper scheint im französischsprachigen Raum bekannter zu sein. Bei der Suche nach Namensträgern in einem Businessnetzwerk werden vor allem dunkelhäutige Herren angezeigt. Beide Namen haben eine positive Bedeutung: Habakuk, der aus dem Hebräischen stammt, soll für „Umarmung“ stehen, der aus dem Lateinischen abgeleitete Name Prosper für „glücklich, günstig“. Vielleicht ist es wirklich das Problem der beiden, dass sie nicht so recht „nach Name klingen“ – auch wenn Prosper immerhin vier Buchstaben mit Jasper, Jesper und Kasper teilt.

Geschichts- oder Lateinlehrer, Bibel- oder Rollenspiel-Freaks – bei Eltern, die auf „solche Namen“ stehen, kann man natürlich wild spekulieren. Vielleicht ist aber auch alles ganz anders, und sie haben sich einfach in den Klang verliebt oder sind bei der Lektüre von Kinderbüchern auf den Geschmack gekommen: Habakuk Tibatong ist eine Figur aus „Urmel aus dem Eis“, Prosper einer der jungen Helden aus dem „Herrn der Diebe“ von Cornelia Funke.

Mein Tipp für Unschlüssige: den gewagten Namen mit einem Erst- oder Zweitnamen paaren (ohne Bindestrich natürlich), der bekannter ist und nicht aneckt, und dann den Dingen ihren Lauf lassen. Welcher Name sich langfristig als Rufname durchsetzt, wird man dann sehen. Oft ist es ja so, dass anfangs „seltsame“ Namen einem immer normaler und auch schöner vorkommen, je länger man jemanden kennt, der so heißt. Ach ja: Alliterationen (Piet Prosper Pöhls, Habakuk Hamann) würde ich hier im Zweifel eher meiden.

Thema: Namensgebung

Jescika – mal was anderes

Wirklich, ich kann es verstehen, wenn man sich einen seltenen Namen für sein Kind wünscht. Allerdings sollte das, je „besonderer“ der Wunschname ist, gut überlegt sein. Da ist zum Beispiel das beliebte Konzept „Man nehme einen gängigen Namen und motze die Schreibweise tüchtig auf“. Was ist damit gewonnen? Ich finde jedenfalls, dass etwa die Eltern des kleinen Luckas (wie Luckas der Lockomotivführer oder wie?!) arg übers Ziel hinausgeschossen sind. Als in einer Online-Diskussion der Name Sophiya ehrlichen Beifall fand („So wird nicht jeder geschrieben, das finde ich gut“), konnte ich auch nur noch Bauklötze staunen.

Als meine heutige Interviewpartnerin geboren wurde, machten Eltern ihre Wahl noch mit sich allein und vielleicht dem engsten Umfeld aus. So ist nicht überliefert, wie ein französisches Paar 1975 in der Bretagne darauf verfiel, sein Töchterchen J-e-s-c-i-k-a zu nennen, mit der üblichen Aussprache „Dschessica“. „Sie wollten eine besondere Schreibweise“, mehr weiß Jescika nicht. Weder in Frankreich noch in Deutschland ist ihr der Name in der Form jemals wieder begegnet. Google kennt allerdings schon ein paar Jescikas, vor allem aus dem englischsprachigen Raum. Ob die Eltern ähnlich motiviert waren, den von Shakespeare in „Der Kaufmann von Venedig“ geprägten Namen abzuwandeln? Ursprünglich geht der bei uns in den 80er und frühen 90er Jahren sehr beliebte Name Jessica auf das hebräische Jiska zurück („Gott sieht“).

Jescika

Auch Jescikas Schwester trägt einen ungewöhnlichen Namen: Magniolya. Dagegen wirkt der Name des Bruders, Roderick, fast ein bisschen langweilig. Immerhin dürfte er weniger Schwierigkeiten haben als Jescika: „Es nervt, dass viele meinen Namen auch nach Jahren nicht richtig schreiben können. Meist bleibt zwar hängen, dass ich ungewöhnlich geschrieben werde, aber wie genau – das können viele sich nicht merken. Ja, und wenn Leute meinen Namen das erste Mal lesen, wollen sie ihn oft verbessern, weil es sich ja nur um einen Schreibfehler handeln kann.“ Wenn Jescika sich irgendwo vorstellt, buchstabiert sie ihren Namen deshalb komplett von J bis A. „Die meisten hören aber nicht richtig zu und schreiben erst mal Jessica.“

All das hat Jescika, die von Freunden Jesci („Dschessi“) genannt wird, aber nicht daran gehindert, sich mit ihrem Namen anzufreunden: „Ich mag ihn wie er ist. Ist doch mal was anderes“, sagt sie. Bei der Namenswahl für ihre Kinder hat sie sich auch eine kleine Buchstabenspielerei erlaubt: Die beiden haben die Initialen J. L., Jannis Lucas, und L. J., Louanne Julie – J. für Jescika und L. für Jescikas Mann Lars. Die Namen selbst wirken in beiden Sprachen ganz normal, wenn man mal davon absieht, dass Jannis in Frankreich mit Y geschrieben werden würde und man in Deutschland zwar Lou, Anne und Julie kennt, Louanne allerdings nicht. Anders als seine Mutter wird Jannis mit deutschem J gesprochen. Louanne stand 2010 auf Platz 20 der beliebtesten Mädchennamen Frankreichs. Yanis (ein n) kam dort im selben Jahr bei den Jungen auf Platz 13.

Babynamen der Woche 28/2017

Theophilus * Fiolina * Thule-Rochus * Christa Valentina Elisabetta * Theo Hinrich * Michel Emil * Deana * Lays * Emma Annelies * Carl Benno * Zaklina * Aminata * John David Heiko * Tereza * Natalie Joleen * Tilda Luise * Samu Dino * Lieselotte Karla * Tjare * Yuna Majlena * Travis Lyan * Dana * Eric Guido * Luisa Mila * Kalle Hermann * Emma Elisabeth * Kyan Joshua * Hanna Rosalie * Philipp Felix * Minou * Tianyuan Alexander

Schöne, furchtbare, normale, exotische, verrückte, lächerliche, populäre und ungewöhnliche Vornamen von Neugeborenen der letzten Tage

Ein neuer Name ist wie ein neues Leben

Namen sind wie Kleidungsstücke mit Elasthan: ziemlich elastisch. Man wächst rein, liebt sie vielleicht nicht, aber nimmt sie an. One size fits all?! Dass so selten was kneift oder schlackert, liegt natürlich auch daran, dass die Mehrzahl der Eltern nicht allzu risikofreudig ist: Noch heute bekommt jedes zweite in Deutschland geborene Kind einen Namen aus den Top-60. Erweitert man auf die Top-500, sind über 80 Prozent aller Kinder abgedeckt. Trotzdem gibt es Fälle, wo es gehörig in den Nähten kracht. Bei meiner heutigen Interviewpartnerin war das so. In ihrem Geburtsjahr 1975 endete der Vietnamkrieg, Freddy Mercury schrieb „Bohemian Rhapsody“ und das erste Yps-Heft lag an den Kiosken. Ihre Eltern suchten für sie damals einen ganz besonderen Namen aus: Zuleyka. Wenn das kein Hingucker ist!

Ich denke bei dieser Variante der arabischen Suleika („Verführerin“) an Räucherstäbchen und das wallende Indienkleid mit Glöckchen, das ich von einer Cousine geerbt habe. An 1001 Nacht und die schöne Scheherazade. Allerdings auch an lebenslanges Buchstabieren. Ob Suleika zu simpel war oder es ein Name mit dem seltenen Anfangsbuchstaben Z sein sollte? Vielleicht hängt die Schreibweise auch mit der Herkunft der Eltern – sie sind Engländer – zusammen. Jedenfalls gibt es noch andere Zuleykas. Google wirft als erstes die Miss Universe von 2006 aus, eine Puerto Ricanerin.

Räucherstäbchen © pepscostudio - fotolia.com

Räucherstäbchen © pepscostudio – fotolia.com

Zuleyka wuchs in Bremen auf, ihre Schwester erhielt den überraschend normalen Namen Janine. Anders als die meisten Menschen mit seltenen Namen, die ich befragen konnte, kam Zuleyka als Kind gut zurecht. Sie nannte sich selbst zuerst Zuly („Suli“). „Ich mochte die mit einem ungewöhnlichen Namen verbundene Aufmerksamkeit.“ Außerdem lebte die Familie in einem Multikulti-Viertel, in dem der Name gar nicht mal so auffällig war. Je älter sie wurde, desto mehr störte Zuleyka ihr Name: „Ich mag den Klang nicht. Zum Nachnamen passte er auch nicht. Dazu erwartet man bei dem Namen einen anderen Typ – ich bin blond und habe Sommersprossen – und einen anderen kulturellen Hintergrund. Den Namen Sally zum Beispiel fände ich auch doof, aber er ließe sich wegen der Herkunft meiner Eltern wenigstens erklären.“

Ja, und ihr Name wurde ständig falsch geschrieben oder falsch gesprochen, klar. Zuleyka verleugnete ihn deshalb manchmal und stellte sich anders vor, „bei flüchtigen Bekanntschaften, in der Disco und so“. Im Studium blieb der Spitzname Zu („Tsu“) an ihr hängen, der ihr nicht gefiel. Irgendwann war sie sich sicher: Ich brauche einen neuen Namen. Sie weihte nur wenige Menschen in ihre Überlegungen ein, „den engsten Kreis – aber auch meine Frisörin“. 2008, nach ihrer Hochzeit, die ihr einen eindeutig deutschen Nachnamen bescherte, war es so weit: Sie suchte sich einen neuen Rufnamen aus und degradierte Zuleyka zum stummen Zweitnamen. Die Wahl fiel auf Sonja.

Ein solider 70er-Jahre-Name, würde ich mal sagen. Allein in meiner Kindergartengruppe fallen mir Sonja G., Sonja H. und Sonja P. ein. 1975 stand Sonja auf Platz 15 der deutschen Charts. Für mich hat der Name (zuletzt immerhin noch auf Platz 304) etwas Sonniges und Lebensbejahendes, ich würde ihn gerne Eltern ans Herz legen, die sich für Sunny (331) oder Summer (411) entscheiden – tja … Dass Sonja russisch ist, wusste ich vor meiner Recherche, nicht aber, dass sich um eine Koseform der heute so beliebten Sophia („Weisheit“) handelt.

Sich einen neuen Namen zuzulegen ist nach Sonjas Bericht verblüffend unkompliziert. Etwa 250 Euro kostete das Ganze, plus Gebühren für neue Papiere. Dazu musste sie schriftlich nachvollziehbare Gründe darlegen, die gegen den alten Namen sprachen und die nicht auf den neuen zutreffen durften: „Fatma oder Charlene wären nicht gegangen.“ Im beruflichen Umfeld und bei Behörden klappte die Umstellung reibungslos. Privat gab und gibt es Menschen, die noch den alten Namen nutzen, weil sie es viele Jahre so gewohnt waren. Wer Sonja heute kennenlernt, erfährt meist gar nichts von ihrer Namensgeschichte: „Ich erkläre mich nicht gerne.“ Hat sie den Wechsel je bereut? „Eigentlich nur, wenn Menschen aufeinandertreffen, die mich unterschiedlich ansprechen. Das sorgt jedes Mal für Verwirrung.“

Rebellisch oder angepasst, verspielt oder pragmatisch, verführerisch oder weise: eine Sonja kann alles sein. Durch die Namensänderung ist Sonja bei sich angekommen. „Die Menschen gehen anders auf mich zu als früher. Man kann schon sagen, dass ich mit dem neuen Namen auch ein anderer Mensch geworden bin.“ Sonja hat zwei Söhne, die – das dürfte niemanden mehr wundern – rundum normal und schön Moritz und Luis heißen.

Babynamen der Woche 27/2017

Harry * Levi Wotan * Mares Mathias * Edda Victoria * Simeon Jonathan * Luis Mariano * Lynn Ava Marie * Selma Charlotte * Livio Marino * Jannes Laszlo * Greta Jara Emilia * Tobias Miguel * Leopold Colja * Romeo-Santino * Paula Tjada * Alina Marion * Tuana Melek * Klara Rosalie * Emily Malou * Clara Antonella * Frieda Gesine * Annabelle Caroline * Tristan Lennox * Arianna Graziella * Till Vincent * Lilia Felice * Aurora Lillian * Gesa Anni * Jayda Lynn * Agatha * Phillipp Collin * Alma-Luise * Fabian Alexander Magnus * Hermine Chloe Elena * Luca Pascal * Mathilda Valentina * Jakob Immanuel * Maya Felicitas

Oberbayerische Geschwisterpaare:

  • Ruben Bartholo & Vinzenz Augustin
  • Anna Sophia & Felix Korbinian
  • Emilia & Julia
  • Quirin & Xaver
  • Elias & Sarah
  • Charlotte & Johanna
  • Greta & Luisa
  • Elias, Apollonia, Philomena & Felizia (Bei den letzten beiden handelt es sich um Zwillinge)