Sofi-Baby, schau nicht in die Sonne!

Aus aktuellem Anlass fiel mir heute der allererste Text wieder ein, den ich je über Vornamen geschrieben habe. Er entstand schlappe 13 Jahre bevor ich bei beliebte-Vornamen.de meinen Einstand hatte, im August 1999, und trug den Titel „Sofi-Baby“. Ja, Sofie ohne e. Thema war natürlich die „SoFi“ genannte totale Sonnenfinsternis am 11.8.1999, die einen enormen medialen Wirbel auslöste und für die von Nostradamus gar „ein Schreckensfürst“ – der Weltuntergang?! – prophezeit worden war.

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Frech wie Oskar

„Wir hätten gern was Freches“, so oder ähnlich lese ich es immer mal wieder, wenn im Netz nach dem einzig wahren Kindernamen geforscht wird. Finde ich sehr interessant. Ob man wohl feststellen könnte, wann der Wunsch nach frechen Namen – die schon damals so empfunden wurden – aufgekommen ist? In den antiautoritären 70ern vielleicht? Und ebbt der Wunsch womöglich je nach weltpolitischer Lage mal wieder ab? Jedenfalls: Heute behauptet er sich wacker zwischen „Wir suchen was Traditionelles“, „Wir suchen was Individuelles“ und „Hauptsache Englisch!“.

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Darum heiße ich Knud

Gestern war ich zu Gast in der NDR-Fernsehsendung „Mein Nachmittag“ – mein erstes Live-Interview, das war ganz schön aufregend.

NDR Mein Nachmittag

Ich wurde unter anderem gefragt, warum meine Eltern mich Knud genannt haben. Tatsächlich wollten meine Eltern, dass ich nicht so heiße wie alle anderen. Bei uns in der Gegend war damals der Name Torsten groß in Mode – ich war mal in einer Handballmannschaft der einzige auf dem Feld, der nicht Torsten hieß! Mit dem in Norddeutschland schon damals wohlbekannten Vornamen Knud haben meine Eltern ihr Ziel erreicht, der Name ist nicht so häufig. Mit dem Kontakt nach Süddeutschland war es allerdings manchmal schwierig, man hat mich mal als „Herr Knud aus Bielefeld“ angesprochen 🙂

Nachdem der kleine Eisbär Knut im Berliner Zoo berühmt geworden war, musste ich meinen Vornamen aber auch in Süddeutschland nicht mehr erklären.

Schreib wie du sprichst?

Als Mutter einer Erstklässlerin horche ich auf, wenn über Methoden des Schreibenlernens diskutiert wird. Immer vorn dabei: „Schreib wie du sprichst“. Über das Für und Wider will ich mich hier nicht auslassen, aber: Ich entdecke Parallelen in der Welt der Vornamen. Siehe zum Beispiel Schaklin. Entspricht es einem gesamt-(?) gesellschaftlichen Bedürfnis, Fehlern vorzubeugen oder diese regelrecht salonfähig zu machen? Das Kind schreibt „füa“ statt „für“ und tituliert den österlichen Eierboten mit „Ostahase“, und die Eltern dürfen daran – über Jahre – ebenso wenig Kritik üben wie am Namen des Nachbarjungen, der Jeyden heißt.

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Generation Denglish

Gerade gelesen in einer Vornamensdiskussion im Netz:

„Ist XY nicht ein türkischer Name? Das geht gar nicht, würde ja auch nicht zum Nachnamen passen.“

Okay. Wenn ich auch finde, dass es durchaus türkische Namen gibt, die zu deutschen Nachnamen passen, – aber so was ist natürlich nicht jedermanns Sache. Was ich an obiger Aussage so frappierend finde: Sie stammt von einer deutschen Mama, die gezielt nach amerikanischen Namen sucht. Passt Brian besser zu MüllerMaierSchulze als Cem?

Namensfrage © Piotr Marcinski - Fotolia
Foto © Piotr Marcinski – Fotolia

 

Natürlich haben Amis hierzulande ein anderes Image als Türken, ihre Namen sind auch durch Filme und Serien vertrauter fürs Ohr. Mehr und mehr habe ich aber das Gefühl, dass Ami-Namen wie Jayden oder Maddox mittlerweile komplett assimiliert sind (Achtung, Fremdwort, hat nichts mit „assi“ zu tun!). Wenn im eigenen Umfeld englisch auszusprechende Kindernamen sehr verbreitet sind, wirken sie auf den einen oder die andere vielleicht ebenso „deutsch“ wie Andreas oder Sabine. Nur modischer eben.

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