Plädoyer für englische Namen

Diesen Text schreibe ich aus einem Gefühl heraus, das wohl in etwa dem entspricht, was unser Stammkommentator Jan W.  gerade mit „Bockigkeit“ umschrieben hat: „Alle finden das schlecht, also muss ich es – zumindest versuchsweise – mal gut finden.“ Es geht mal wieder um englische oder amerikanische Namen, zu denen man auch hier öfter Anmerkungen liest wie „Mit entsprechendem Hintergrund okay“, „Hoffentlich passt der Nachname“ – oder, wenn es dicker kommt, auch „O Graus – Hartz IV!“.

Eigentlich mag ich Namen, die nach englischem Reglement gesprochen werden, zu deutschen Nachnamen nicht so gern, eben wegen des Bruchs in der Aussprache: Jamie Jensen, Haylie Schröder und so weiter. Das ermüdende Herumreiten auf Studien einerseits, wie schlecht es Kevins und Chantals doch hätten, und die unbeeindruckt davon geliebten Favoriten etlicher Eltern andererseits bringen mich aber zum Nachdenken.

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Der Paul unter den Fiffis

Nein, um Hundenamen geht es heute nicht. Eher um Hunderassen. Diese Dackeldame da drüben … schon ganz drollig. Und der Riesenschnauzerrüde – ein charmantes Raubein. Ich hätte trotzdem keinen von beiden gewählt. Auch der Chihuahua kann mich nicht becircen. Seit Elly bei uns lebt, geht es mir wie wohl vielen (Hunde-)Eltern: Ich sehe zwar wohlwollend auf mögliche Spielgefährten für meinen Wauwau, beglückwünsche mich aber insgeheim. Das eigene Kind … äh, der eigene Hund ist einfach der tollste!

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Team Wikinger oder Team Weichbrötchen?

Ragnar

Ich habe mal wieder in Online-Namensforen gespickt und bin auf Ragnar gestoßen, einen erstklassigen Zankapfel: Die einen sind „auf Anhieb verliebt“, die anderen finden diesen Namen „einfach nur schrecklich“. Die Anti-Ragnar-Fraktion schreibt sich im virtuellen Disput regelrecht in Rage: „Ruf den mal ganz laut und überlege, was du deinem Kind damit antust“ heißt es da und von einer anderen Schreiberin: „Stellt euch vor, ihr seid verliebt und fragt nach dem Namen und euer Gegenüber sagt ‘Ragnar’ …“ Und weiter: „Selbst für einen Erwachsenen finde ich den Namen schlimm. Ob euer Sohn damit glücklich sein wird?!“

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Wenn drei einen Hundenamen suchen

Hundemädchen Elly
Hundemädchen Elly (Foto: Annemarie Lüning)

Wenn einer einen kleinen Hund bekommt, dann kann er was erleben. Das geht bei der Namenssuche los – gerade als Vornamensbloggerin! Mir schwebte als Name für unseren Welpen eigentlich Margo vor, nach der niedlichen Brillenträgerin aus „Ich – Einfach unverbesserlich“. Immerhin mögen wir, Vater, Mutter, Kind, diese Filme alle gern. Es kam aber anders.

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Bingo und der Junge Leni

Bingo © Sherry - fotolia.com
Bingo © Sherry – fotolia.com

Ein paar Jahre sind es mittlerweile schon, die ich Namensdiskussionen im Netz teilnehmend beobachte. Mit der Zeit habe ich angefangen, Bingo zu spielen. Auf Normalo-Plattformen (die von Nischen-Foren mit eingeschworenen Onomastikern zu unterscheiden sind) dauert es nämlich bei lebhaftem Austausch nie besonders lange, bis man Häkchen hinter mehrere der folgenden Wendungen machen kann:

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Gassenhauer-Gaby

Gaby

Ich hätte ja vermutet, dass sie es mal bis an die Spitze der deutschen Namens-Charts geschafft hätte. Aber: Fehlanzeige. In den 50ern und 60ern war Gabriele zwar äußerst beliebt, konnte Namen wie Angelika oder Sabine jedoch nie das Wasser reichen. Trotzdem zählen Gabriele und die seltenere Gabriela, kurz: die Gabys (oder Gabis), zu jenen Namen, die fest mit einer bestimmten Altersgruppe verbunden sind. Ob sich das demnächst ändert? Heimlich, still und leise hat sich Gabriela 2017 in die Charts geschlichen: Platz 499! Auch in unseren „Babynamen der Woche“ sind immer mal wieder Zweit-, Erst- und Einzelnamen-Gabrieles, –Gabrielas sowie –Gabriellas dabei. Wer sich durchklickt, sieht, welche Namenskombinationen die „neuen“ Gaby-Eltern wählen – von Amber Diamond Gabriele bis Viktoria Gabriela – und wie das bei unseren kommentierfreudigen Lesern abschneidet.

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Bindestrich-Inferno

Bis vor kurzem dachte ich wirklich, dass bei der Vornamensvergabe in Deutschland höchstens ein Bindestrich zulässig sei. Beim Stöbern in amtlichen Vornamenverzeichnissen sind mir aber einige Dreierkombinationen aufgefallen, also drei Namen mit zwei Bindestrichen. Ich habe nachgefragt und herausgefunden, dass es entgegen der Gerüchte keine Vorschrift gibt, die mehrere Bindestriche verbietet. Theoretisch darf man seinem Kind Vornamen mit beliebig vielen Bindestrichen geben. Meiner Meinung nach sollte man überhaupt keine Bindestrichnamen vergeben, aber es gibt durchaus auch Argumente, die für Bindestriche sprechen.

Bindestrich-Vornamen sind relativ selten, aber trotzdem konnte ich eine kleine Hitliste erstellen. Auswertungsgrundlage sind die vollständigen Namenslisten der Geburtsmeldungen des Jahres 2017 einiger Standesämter. Hier die beliebtesten Mädchen-Bindestrich-Vornamen:

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