Gassenhauer-Gaby

Gaby

Ich hätte ja vermutet, dass sie es mal bis an die Spitze der deutschen Namens-Charts geschafft hätte. Aber: Fehlanzeige. In den 50ern und 60ern war Gabriele zwar äußerst beliebt, konnte Namen wie Angelika oder Sabine jedoch nie das Wasser reichen. Trotzdem zählen Gabriele und die seltenere Gabriela, kurz: die Gabys (oder Gabis), zu jenen Namen, die fest mit einer bestimmten Altersgruppe verbunden sind. Ob sich das demnächst ändert? Heimlich, still und leise hat sich Gabriela 2017 in die Charts geschlichen: Platz 499! Auch in unseren „Babynamen der Woche“ sind immer mal wieder Zweit-, Erst- und Einzelnamen-Gabrieles, –Gabrielas sowie –Gabriellas dabei. Wer sich durchklickt, sieht, welche Namenskombinationen die „neuen“ Gaby-Eltern wählen – von Amber Diamond Gabriele bis Viktoria Gabriela – und wie das bei unseren kommentierfreudigen Lesern abschneidet.

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Bindestrich-Inferno

Bis vor kurzem dachte ich wirklich, dass bei der Vornamensvergabe in Deutschland höchstens ein Bindestrich zulässig sei. Beim Stöbern in amtlichen Vornamenverzeichnissen sind mir aber einige Dreierkombinationen aufgefallen, also drei Namen mit zwei Bindestrichen. Ich habe nachgefragt und herausgefunden, dass es entgegen der Gerüchte keine Vorschrift gibt, die mehrere Bindestriche verbietet. Theoretisch darf man seinem Kind Vornamen mit beliebig vielen Bindestrichen geben. Meiner Meinung nach sollte man überhaupt keine Bindestrichnamen vergeben, aber es gibt durchaus auch Argumente, die für Bindestriche sprechen.

Bindestrich-Vornamen sind relativ selten, aber trotzdem konnte ich eine kleine Hitliste erstellen. Auswertungsgrundlage sind die vollständigen Namenslisten der Geburtsmeldungen des Jahres 2017 einiger Standesämter. Hier die beliebtesten Mädchen-Bindestrich-Vornamen:

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Gute Frage 13: Ist Oskar für die Tonne?

Die „Sesamstraße“ war in den 70er und 80er Jahren ein echter Straßenfeger für Vor- und Grundschulkinder. Jedenfalls für alle, die nicht im Sendegebiet des Bayerischen Rundfunks lebten; dieser boykottierte die Sendung, auch noch nach Einführung der deutschen Rahmenhandlung. Grund für die Eindeutschung waren unter anderem Proteste von Eltern, die sich an Oscar stießen, einem in einer Mülltonne lebenden muffeligen Wuschel mit Monobraue. Muss man das verstehen?! Ich fand Oscar toll und habe mich wie er eigentlich nie pauschal vor (Sperr-)Müll und Gebrauchtem geekelt. Im Grunde war der grüne Griesgram doch Verfechter des Recyclinggedankens.

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Gute Frage 12: Heißen alle Lavinias Wollny?

Lavinia

„Wie findet Ihr den Namen Lavinia?“ Auf ihre arglose Frage wird der werdenden Mutter vor allem eines um die Ohren geballert: der Nachname Wollny. „Finde ich furchtbar“, lautet etwa ein Kommentar, Lavinia sei „durch die Wollnys einfach vorbelastet“. Gemeint ist jene vielköpfige Familie aus Neuss, der RTL II seit 2011 eine Pseudo-Doku widmet und deren Mitglieder zuletzt wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt kamen. Um die Wollnys zu kennen, reicht es bereits, „TV Total“ geguckt zu haben: Stefan Raab spielte gern Mutter Silvia ein, wie sie ihre bunt benamste Sippe zum Essen ruft („Sylvana, Sarafina, Jeremy-Pascal, Sarah-Jane, Lavinia, Calantha, Estefania, Loredana!“).

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Nee zu Marlené

Marlene

Dieser Text beginnt mit langen Beinen und langen blonden Haaren … einer Erinnerung an meine Jugend in den 70ern zuliebe. Damals kannte jedes Kind die Entertainerin Marlène Charell. Aus Winsen an der Luhe stammend, hätte „Miss Longlegs“ die Welt mit ihrem Geburtsnamen Angela Miebs wohl kaum beeindruckt. So entschied sie sich bei ihrem Karrierestart in Paris in Anlehnung an, na klar, Marlene Dietrich für ihr Pseudonym.

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Die neuen Indianernamen

Die neuen Indianernamen

Die Bedeutung von Namen – „die Weisheit“, „der Ruhebringer“ und so weiter – ist für die meisten Eltern heute höchstens drittrangig, so jedenfalls mein Eindruck (dazu gibt es auch Studien). Eine Ausnahme, nach der in Foren mit schöner Regelmäßigkeit gesucht wird, bilden nur jene Namen, die „Geschenk“ bedeuten wie Theodor, sowie solche, die in Richtung „Kämpfer“/“Kämpferin“, „Kraft“ oder „Leben“ gehen (Mathilda, Ava, Zoe). Mitunter erfährt man auch das Motiv der Eltern: eine lange Kinderwunschzeit, eine komplizierte Schwangerschaft oder Frühgeburt. Dieser Erfahrung soll offenbar ein Denkmal gesetzt oder das Kind mit einer Art von positivem Aberglauben gestärkt werden.

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Wie Hund und Katze

„Das ist doch ein Tiername!“ Mit dieser Bemerkung kann man Namenssucher, die ihren Favoriten preisgeben, so richtig schön ärgern. Dabei sind Halter von Hund, Katze und Co. ja komplett frei, ihre Tiere zu benennen. Klassiker wie Bello, Waldi, Rex oder Mieze haben in der Mehrzahl längst ausgedient („Muschi“ hieß zuletzt nur eine Politikergattin). Das belegt auch die Hitliste des Tierschutzvereins Tasso, die auf Grundlage der 2017 neu registrierten Tiere erstellt wurde.

Namen, auf die der destruktive Kommentar häufiger zutrifft als auf andere, gibt es aber schon, und überhaupt recht viele Menschennamen an Tieren – in den Top Ten der weiblichen Hunde sind es gar 100 Prozent. Ich habe die Tasso-Listen mit unseren abgeglichen und hinter den für Kinder gängigen Namen den Rang bei beliebte-vornamen.de ergänzt:

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