Schon von Sufjan gehört?

Der Vorname Sufjan ist dem einen oder anderen sicher schon aufgefallen, schließlich war der amerikanische “Singer/Songwriter” Sufjan Stevens kürzlich auf Deutschland-Tour. Sein letztes Album The Age of Adz ist auch vielerorts gelobt worden. Aber was hat es mit diesem Vornamen auf sich?

It’s Armenian. It means “comes with a sword.” It’s one of those charming militaristic Muslim names. I guess my purpose in life is to kill and avenge.

erklärte der Namensträger einem Internetportal.

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Schon von Kate und Willie gehört?

Kate und Willie? Klar doch – so hießen die Tanners! William und Katherine Tanner hatten in den 1980er Jahren die Ehre,  in der US-Serie „Alf“ einen Außerirdischen zu beherbergen. Die Serie war auch in Deutschland ein riesengroßer Erfolg, die Namen Kate (bzw. Katherine) und Willie (bzw. William) hinterließen aber trotzdem kaum Spuren in der deutschen Babynamenstatistik. Auch der Name Brian (so hieß Tanner-Junior) fand keinen großen Anklang; vermutlich haben Monty Python mit ihrem „Das Leben des Brian“ diesen Namen für immer verdorben.

Familie Tanner hatte aber auch noch eine Tochter und die hieß Lynn und dieser Name ist tatsächlich in Deutschland seit Ende der 1980er Jahre weit verbreitet. Es sieht ganz danach aus, als wenn der Name Lynn bei uns durch die Serie „Alf“ bekannt geworden ist.

Aus der Leserpost: Djastin und Manique

Die meisten „Beliebte Vornamen“-Leser schreiben einen Kommentar ins Blog, wenn ihnen ein Vorname auffällt. Einige melden sich deswegen aber auch per E-Mail bei mir. Das liest sich dann z. B. so:

Mein Kollege erläuterte mir eben, dass der Name eines Kunden kein Schreibfehler, sondern tatsächlich so korrekt war: Djastin!!!
Der arme Junge heißt tatsächlich so. In dieser Schreibweise. Ist das nicht traurig? Da fragt man sich doch, was das Kind seinen Eltern getan hat, dass sie sich so rächen …

Eine andere Leserin kennt einen Jungen namens Manique:

Jetzt habe ich mal in einem französischen Wörterbuch nachgesehen: Manique ist tatsächlich ein französisches Wort – es bedeutet allerdings “Topflappen”.

Und dann ist da noch der kleine Maxim Sequoia.

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Manchmal ganz praktisch: zwei Vornamen

Einen Vornamen muss jeder haben – zwei oder mehr davon sind optional. In manchen Familien wird die Tradition der Nachbenennung gepflegt und als zweiter Vorname der Rufname eines Eltern- oder Großelternteils oder Paten zu vergeben.

Während der Präsentation der Vornamenstatistik 2010 nannte Lutz Kuntzsch (Leiter der Sprachberatung der Gesellschaft für deutsche Sprache) einige Konstellationen, in denen er aus praktischen Gründen empfiehlt, einen zweiten Vornamen zu vergeben:

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Tiefpunkt der Bullerbüisierung: Lillebror

Der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren wird ein großer Einfluss auf die deutsche Kindernamensauswahl zugesprochen. Manchmal zu Recht, zum Beispiel beziehen sich viele Ronja-Eltern auf die Romanfigur „Ronja Räubertochter“. Manchmal zu Unrecht, denn in Astrid Lindgrens Originalmanuskripten kommen die Figuren Madita und Michel gar nicht vor – diese Namen stehen in der deutschen Übersetzung für die schwedischen Madicken und Emil. Seltsam ist die Erfolgsgeschichte des Namens Tjorven in Deutschland: In Astrid Lindgrens „Ferien auf Saltrokran“ wird ein Mädchen Tjorven genannt, weil es wie ein kleines dickes Würstchen aussieht.

In den letzten Babynamen der Woche bin ich über einen Namen gestolpert, den ich als Tiefpunkt der Bullerbüisierung der deutschen Vornamenlandschaft bezeichnen möchte: Lillebror.

Genau wie Tjorven kommt auch Lillebror in Astrid Lindgrens Werk nur als Spitzname vor. Lillebror in „Karlsson vom Dach“ heißt eigentlich Svante und ist der kleine Bruder von Bosse und Bettan (Birger und Betty in der deutschen Übersetzung). Und nichts Anderes als „kleiner Bruder“ bedeutet das schwedische Wort „lillebror“. Als Vorname kommt Lillebror in Schweden darum auch nur sehr selten vor.

Nachtrag: Der Baby Name Wizard hat sich gerade mit der Übersetzung der Astrid Lindgren-Namen beschäftigt:

Die fiese Leona

Im Schatten der Nummer Eins-Vornamen Leon und Leonie dümpelt die Variante Leona im Mittelfeld der Vornamenhitparade herum – mehr als Rang 98 war bisher nicht drin. Und dabei ist die britische Casting-Show-Gewinnerin Leona Lewis (1985 geboren) doch auch in Deutschland wohlbekannt. Spätestens seit ihrem Nummer Eins-Hit „Bleeding Love“ Ende 2007 ist nicht nur die Sängerin, sondern auch ihr Vorname ein Begriff.

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Ein normaler Name ist inzwischen die Ausnahme

Die meisten Kinder bekommen heutzutage einen ungewöhnlichen Vornamen. So haben nur 16 Prozent der 2009 geborenen Babys einen Rufnamen aus den Top 10.

Werdenden Eltern, die auf der Suche nach einem Kindernamen sind, rät Gabriele Rodriguez von der Namensberatung der Universität Leipzig:

Wer seinem Kind einen besonderen Namen geben möchte, sollte ihm als Zweitnamen einen geläufigen geben. So kann der Heranwachsende später selbst entscheiden, welchen er wählt. Dies ist ohne Probleme möglich, da es keinen Rufnamen mehr gibt.
(Quelle: Freie Presse Chemnitz, 24.1.2011)

Dieser Ansicht schließe ich mich voll und ganz an!

Ein ausführliches Interview mit Gabriele Rodriguez ist übrigens in der aktuellen Ausgabe (02/2011) der Zeitschrift Nido erschienen.