Nicht wie Jackie

Eben habe ich in der Stadt für meine Tochter zwei Shirts erstanden. Bei dem großen Kinderausstatter, bei dem ich seit sechs Jahren regelmäßig Geld lasse und dessen Name mit Ja- beginnt und mit -ko-o aufhört. Ich weiß ja nicht, wie das anderen geht – aber ich komme ziemlich ins Schwimmen, wenn ich nicht weiß, wie ein Name richtig gesprochen wird. Auch bei Markennamen, obwohl es die Marke ja nicht schert, wenn ich sie falsch betone. So habe ich heute an der Kasse endlich mal gefragt, wie es richtig heißt.

And the winner is … „Ja-“ wie in Jakob und nicht etwa „Dschako-o“, wie ich auch manchmal gesagt habe. Wobei das vermutlich sowieso inkonsequent gewesen wäre; wenn überhaupt, hätte es wohl „Dschä-“ wie bei Jackie Kennedy heißen müssen. Oder nicht? Jedenfalls gut, das jetzt zu wissen.

Die junge Dame an der Kasse erzählte freimütig, dass sie selbst erst im Vorstellungsgespräch gelernt habe, wie man Jako-o ausspricht. Mein letzter Blick fiel auf ihr Namensschild: Sie hieß Janine.

Zehn Jahre beliebte-Vornamen.de

Eines Tages im vorigen Jahrtausend kam ich auf die Idee, mich mit Vornamen zu beschäftigen. Ich hatte angefangen Namen zu sammeln und daraus ermittelt, welche Vornamen in welchem Jahr häufig vergeben worden sind. Anfang 2001 hatte ich diese Hitlisten auf meiner privaten Internetseite veröffentlicht. Ursprünglich hatte ich diese Seite für Reiseberichte erstellt und fand es sehr spannend, die Serverstatistiken auszuwerten und so zu sehen, über welche Suchbegriffe Leute auf meine Reiseberichte gestoßen waren. Schon bald konnte ich aber vor lauter Vornamen in den Suchprotokollen nichts mehr zu meinen Reiseberichten finden und habe mich darüber geärgert.

Beim zweiten Nachdenken ist mir doch noch aufgefallen, dass es gar nicht ärgerlich ist, wenn sich viele Menschen für meine Vornamenhitlisten interessieren. Ich habe mich dann darangesetzt, noch mehr Vornamen zu sammeln, um die Statistik aussagekräftiger zu machen. Im ersten Entwurf war die Datenbasis noch verhältnismäßig klein und hatte einen norddeutschen Schwerpunkt, die zweite Veröffentlichung geriet viel fundierter und regional ausgewogen. Es leuchtete mir auch ein, dass meine private Internetseite keinen würdigen Rahmen für diese Auswertungen bot: Im Februar 2003 habe ich darum beliebte-Vornamen.de gestartet – vor 10 Jahren!

Weiterlesen

Vornamen in Städtenamen und mehr

  • Die ZEIT hat eine Deutschlandkarte mit Vornamen in Städtenamen erstellt. Die Analyse der Städtenamen zeigt eine deutliche Unterrepräsentation des Weiblichen. So richtig erst nehmen kann ich den Beitrag aber nicht, in dem Thema wäre mehr drin gewesen.
  • Englische Vornamen aus einem historischen Dokument von König Henry III aus dem 13. Jahrhundert gibt es bei Nancy’s Baby Names.
  • Charlie Sheen wird in seiner neuen Sitcom wieder Charlie heißen. Und Fran Drescher heißt sowieso immer und überall Fran. Warum werden in Sitcoms die Figuren so oft nach ihren Darstellern benannt? Die Serienjunkies kennen die Antwort. (Update: Der Artikel ist nicht mehr verfügbar)

Seltene Vornamen endlich mal neu

So sah der allererste Seitentitel von beliebte-Vornamen.de aus:

Damals (2003) gab es hier aber noch nicht so viel zu lesen; zunächst nichts weiter als die Hitlisten der Vornamen seit 1890 und die Tipps zur Namensfindung. Dann aber  kamen die zahlreichen Anfragen, ob ich nicht auch mal seltene Vornamen veröffentlichen könne. Dabei hatte ich die Website doch extra „beliebte Vornamen“ genannt! Ich habe mich aber schnell überzeugen lassen und Listen mit seltenen Vornamen zusammengestellt.

Neulich fragte eine Leserin, ob ich diese Listen nicht mal aktualisieren könne. Auf die Idee bin ich seltsamerweise nie gekommen. Jetzt gibt es aber nach Jahren endlich mal neue seltene Namen: Jungen / Mädchen.

Ich habe dabei Namen ausgesucht, die in den letzten Jahren nur ab und zu vergeben worden sind. Wohlgemerkt sind es keine exotischen, einmaligen Vornamen, sondern gebräuchliche Namen, die sich nicht in den (deutschen) Hitlisten wiederfinden.

Der mit den Namen spielt (taz) – Gegendarstellung

Das weiß man doch. Was in der Klatschpresse steht, oder in der BILD-„Zeitung“, das muss nicht immer stimmen. Aber dass auch die taz in dieser Liga spielt, war mir neu. Zum Artikel „Der mit den Namen spielt“ von Emilia Smechowski aus der taz vom 9. Juli 2011 ist jedenfalls einiges richtigzustellen:

So heißt es über die von mir ermittelte Vornamenhitliste:

Nur die Mohammeds und Alis, die Hassans und Achmeds tauchen in seiner Statistik nicht auf. Dabei steht Mohammed in England auf Platz 1 der beliebtesten Vornamen. Doch Bielefelds Statistiken bleiben deutsch, mit Ausnahme von ein paar Amelies und Louis.

Warum ausgerechnet Amelie und Louis als angebliche Ausnahmebeispiele für ausländische Vornamen herausgepickt wurden ist rätselhaft – die Behauptung, die Namen Mohammed und Ali würden fehlen, entbehrt jeder Grundlage:  Mohammed befindet sich auf Rang 116, Ali auf Rang 131 (siehe Top 500 des Jahres 2010).

An anderer Stelle werden einige meiner bisherigen Wohnorte aufgezählt:

Geboren ist Bielefeld in Rendsburg, in Flensburg hat er Wirtschaftsinformatik studiert und ist dann nach Ahrensburg gezogen. Er hat Schleswig-Holstein nur im Urlaub verlassen.

Aber eben nur einige meiner Wohnorte, die Aufzählung ist nicht vollständig, ich habe auch mal außerhalb Schleswig-Holsteins gewohnt! Der größte Klopfer kommt aber noch:

…an den Füßen baumeln Birkenstocks.

Ich habe noch niemals Schuhe der Marke Birkenstock getragen und habe auch nicht vor, das mal zu tun. Dass der Markenname hier trotzdem genannt wird, wirkt schon sehr dubios. Bekommt die taz Geld oder Anzeigenaufträge, wenn die Marke Birkenstock im redaktionellen Teil auftaucht? Ausgerechtet in dem Blatt, das erst im April Schleichwerbung bei anderen Zeitungen aufdeckte, kann ich mir so etwas allerdings kaum vorstellen.