Von Puppen, Namen und Kuscheltieren

Namen haben ich schon immer geliebt. Seit ich ein kleines Mädchen war, schwelge ich in ihnen wie andere in einem Musikstück oder gutem Parfüm. Als ich dieses Blog vor Jahren entdeckte und erkannte, dass ich mit meiner Namens-Verliebtheit nicht alleine bin, ach … was war das für ein tolles Gefühl. Endlich konnte ich mich mit Leuten austauschen, die eine nicht schief angucken, wenn man gerne über Vornamen redet. Ich hatte schon einmal in einem Kommentar von den Reaktionen der meisten Leute geschrieben, wenn ich von meinem Hobby erzähle:

Die meisten Leute: „Wie Vornamen? Einfach so? Ohne Baby oder Haustieranschaffung?“-
Ich: „Ja, einfach so wie sich Millionen Menschen ansehen wie zweiundzwanzig Mann einem Ball hinterherjagen.“

Die Puppe braucht einen Namen

Was für die einen ein Tor ist, ist für mich, meine Lieblingsnamen irgendwo zu lesen. Noch lieber vergebe ich natürlich selbst Namen. Dass ich in näherer Zeit weder ein Baby noch ein Haustier haben werde, hält mich nicht davon ab. Bei meinem ersten Namen war ich vier Jahre alt. Zu Weihnachten hatte ich eine Babypuppe bekommen und als gute Puppenmama brauchte meine Puppe natürlich einen Namen: Elisabeth. Meine Mutter, die damals Mitte Zwanzig war, war sichtlich irritiert. So ein altmodischer Name. Noch mehr hätte ich sie vermutlich nur dann schockieren können, wenn ich darauf bestanden hätte, die Puppe Erkenhilde-Hortenisa zu nennen.

Puppe Elisabeth

Ich weiß gar nicht, wie ich auf den Namen gekommen bin. Mir gefiel der Klang, so feminin und elegant. Außerdem liebte ich die Geschichte der Heiligen Elisabeth, die einen Korb Brot zu den Armen bringen wollte. Als ihr geiziger Mann fragte, was sie denn darin habe, erwiderte sie: „Rosen.“ Und tatsächlich, als er nachsah, war der Korb voller Rosen. Ich war ein wenig enttäuscht, als ich die Legende vor ein paar Jahren nachlas und feststellen musste, dass es sich hierbei wohl um einen Wanderlegende handelte, die sich wohl auf Nikolaus von Tolentino und Elisabeth von Portugal (juhu, doch eine Elisabeth!) bezieht. Elisabeth stammt übrigens aus dem Hebräischen und bedeutet „die Gott verehrt“.

Ab ist der Kopf

Zwischenzeitlich hieß Elisabeth dann Sophie „die Weise“, dann entschied ich mich schließlich für Elisabeth Sophie. Ja ich weiß, der Zweitname schlechthin, aber zu meiner Verteidigung, ich war sechs Jahre alt und da gab es dieses Blog noch nicht (und selbst wenn, hätte ich die Einträge nicht lesen können). Die Puppe besitze ich übrigens immer noch. Ich bringe es nicht übers Herz, sie fortzugegeben. Sie ist sorgsam verpackt und wartet zusammen mit meinem Felix-Hasen (der aus den Büchern) und meiner Lieblingsbarbie Annie (nach der Tochter aus „Vater der Braut“ mit Steve Martin) auf die Zeit, in denen sie wieder von kleinen Händchen gehalten werden. Gerne hätte ich meinen Ken, den ich nach Arielles Mann Prinz Erik benannt hatte, dazugelegt. Doch der fiel tragischerweise vor ein paar Jahren meinem Bruder zum Opfer, der meiner kleinen Schwester beweisen wollte, dass man den Kopf ab- und aufstecken kann (konnte man nicht). Die Tatsache, dass er zu diesem Zeitpunkt schon volljährig war, macht die ganze Sache nur noch schlimmer.

Das Häschen heißt Hippie

Die Namensvergabe hörte aber natürlich nicht bei den Barbies auf. Jedes Kuscheltier bekam einen Namen, da wären Nina der Panda und Ella die Ente. Eines meiner ältesten Kuscheltiere, ein bunter Hase mit Schlappohren, bekam einen Namen und ein Geburtsdatum von den Herstellern. Das Häschen heißt daher Hippie und wurde am 4.Mai 1998 geboren (das habe ich mir nicht gemerkt, sondern extra für Sie recherchiert). Anders als bei dem Panda, der von der gleichen Marke abstammt, habe ich den Namen nicht geändert. Er gefällt mir nicht mal sonderlich gut, aber so wurde sie genannt und mein vierjähriges Ich stellte das nicht in Frage (außerdem erinnert mich der Name an Happy, die süße Häsin im rosa Latzrock aus Tabaluga). Als Harry-Potter-Fan wacht eine Hedwig-Eule über meine Bücher. Da ich vorhabe, sie nach dem Studium als Handpuppe für meine Lateinschüler zu benutzen, heißt sie aber nicht Hedwig, sondern Livia. Mein Navi und mein Auto haben natürlich auch Namen: Cathy und Emmy. Emmy heißt übrigens auch die Puppe meiner Schwester, von der sie sich auch nicht trennen möchte. Raten Sie mal, wer den Namen ausgesucht hat (eigentlich war ich für den Namen Emmy Alice, französisch ausgesprochen, aber meine Mutter meinte damals, dass das doch etwas schwer für eine Einjährige sei).

Schwesterchen ist sauer

Besonders stolz bin ich auf den Namen, den das niedliche Häschen mit Ohrenschützen trägt, das mein Bruder und ich meiner Schwester vor ein paar Jahren zu Weihnachten geschenkt haben. Als „Tante“ und „Onkel“ des Häschens bestanden wir steif und fest darauf, dass sie Kunigunde heißen sollte. Der Blick meiner Schwester war fast noch besser, als der meiner Mutter wegen Elisabeth. „Nein!“, rief meine Schwester. „Sie heißt Mia!“ „Super!“, riefen wir, „Mia-Kunigunde“ (Schwesterchen ist übrigens heute noch sauer, wenn wir Mias vollen Namen erwähnen).

Elisabeth gehört immer noch zu meinen Lieblingsnamen, den ich mir gut als möglichen Zweitnamen vorstellen könnte. Auch die Kurzformen haben es mir angetan: Ella, Lisbeth, Elise und Lilibet. Der Name begleitet mich schon so lange, dass ich mir nicht vorstellen kann, ihn irgendwann mal nicht mehr zu mögen. Wieso auch, ich verbinde unzählige schöne Kindheitserinnerungen damit.

Und nun zu Ihnen, wie hieß Ihre Puppe oder liebstes Kuscheltier?

Das Buch zum Blog

49 Gedanken zu „Von Puppen, Namen und Kuscheltieren“

  1. Mama Bär ist das liebste Plüschtier unseres Ältesten. Wauf das unseres Mittleren.

    Ah, ihr wart im Build-a-Bear-workshop. Den habe ich das erste Mal in Edinburgh entdeckt und konnte da auch nicht dran vorbeigehen ^^
    Meiner ist ein dunkelbrauner und heißt Maggie, benannt nach dem ebenfalls in Edinburgh ansässigen Maggie Dickson Pub.

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    • Ja genau, als ich den Laden entdeckt habe, war ich fasziniert davon, ich wusste nicht, dass es so etwas gab. Da es den Laden nicht bei uns gab, wurde ein Tagesausflug daraus und wir fuhren mit dem Zug, was meiner Schwester damals sehr gefiel. Ein richtiges, kleines Abenteurer 🙂
      Ich wünschte, ich hätte mir auch ein Kuscheltier gestopft, alle Läden in der Umgebung haben leider zu gemacht.

      Ist Maggie jetzt ein Bär oder ein Hase?

  2. Meine Mutter erzählt gerne, wie mein Bruder als 2- oder 3-Jähriger eine Stoffpuppe bekam. Sie zählte ihm alle Mädchennamen auf, die sie kannte, aber nichts gefiel ihm. Als sie schließlich genervt fragte, wie sie denn nun heißen soll kam als Antwort
    „Aftamilda!“
    Das ist einer der merkwürdigsten Puppenwagen, die ich kenne.

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  3. Meine Schwester und ich sind zwar schon längst erwachsen, aber irgendwie nie aus dem „Kuscheltieralter“ rausgekommen…
    Entsprechend gab es im Laufe der Jahrzehnte dutzende von mehr oder weniger kreativen Namen für unsere Puppen und Plüschis. Mal gucken, was ich noch so zusammenbekomme:

    Die Ausgefallensten:
    – Fasten-Seat (war ein Hund, benannt nach dem „Fasten seat-belt“-Schild in Muttis Auto [=“Fasten-Seat bellt.“] :P)
    – Puit! (nach einem Ausruf von Pinky [Pinky & Brain])
    – Kaneix (Zusammenziehung von Katja-Nena-Ixi. Ja, wir sind SEHR eindeutig schon älter… 😛 )

    Nach Prominenten benannt:
    – Joey (Kelly)
    – Emilio (Estevez)
    – Dee-Jot (Hausmarke [Fanta 4])
    – Sally (Subway To Sally)
    – Roger Teller (nach dem Drummer von Queen)

    Nach Charakteren aus Filmen, Musik & Literatur:
    – Booker (Serienheld der 80er)
    – Aramis
    – Puck(i), Oberon, Titania, Lysander, Pyramus, Thisbe
    – Pedrillo & Plondchen (weil der Pedrillo in „unserer“ Serail-Aufführung nicht „Blondchen“, sondern „Plondchen“ rief)
    – Loki, Odin
    – Aurora (ein Luchs, gekauft im Wildpark des „Dornröschenschlosses“ Sababurg)
    – Doktor Faustus & Gretchen
    – Popsi (nach einer Comicfigur)
    – Maah (Schaf, benannt nach dem Mutterschaf aus „Babe“)

    Nach optischen Eigenheiten benannt:
    – Röschen (Teddy mit Rosenmuster-Details, voller Name „Röschen von Shell zu Bielefeld“)
    – Kügelchen (ein „Popple“, den man zum Ball rollen konnte)
    – Coully (gesprochen „Kalli“ [abgeleitet von „Colour“], ein bunt gestreifter Teddy)
    – Knautschi (Hund aus knittriger Ballonseide)
    – Knullibulli (sehr kugeliges Nilpferd, benannt nach ebenso kugeligen Werbefiguren)

    Regional beeinflusst:
    – Bavaria (Teddy aus Bayern)
    – Friederike (Puppe aus Brandenburg)
    – Helge & Olav (Elche aus Norwegen)
    – Connor & Bonnie (Highland Cow und Schaf aus Schottland)
    – Irene (englisch gesprochen, Schaf aus Irland)

    Mit Vor- und Nachnamen:
    – Ingobär Wischiwaschi (Waschbär aus Ingolstadt)
    – Esther Elisabeth von Hankensbüttel (Elster aus dem Otterzentrum)
    – Amadeus Kochel (am Kochelsee gekauft)
    – Urs Pelüsch („Ours en péluche“ = Plüschbär)
    – Lucy Lustig
    – Linda Lavender (Körnerkissenschaf mit Lavendelduft)

    Sonst gab/gibt es da noch Jessi(ca), Nicki, Knuddel, Kuschel, Stupsi (die „offiziell“ Tina-Stefanie hieß), Andrea, Coco, Theodor, Björni, Jelly, Jolly, Rocky, Ebärhard, Skoddy (Werbeteddy von Skoda), Bärnina, Norbärt, Keegan, Milly, Jesse, Struppele, Christophorus, Nante, Tián Mei, Xiong Lin, Digitalis und Belladonna.
    Und ich habe bestimmt noch ganz viele vergessen…

    Wenn Ihr übrigens richtig offiziell ein süßes Plüschtier adoptieren und ihm einen Namen geben möchtet (und nebenbei noch was für einen guten Zweck tun wollt), dann guckt doch mal auf zwergschlammelfen.de .
    Von denen haben wir schon ganz viele. Und die Initiatoren führen definitiv Buch über die Namen ihrer adoptierten Schützlinge. 😉

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    • Da sind ja viele Namen!
      Der Bär, den ich meiner Schwester aus Irland mitgebracht habe, heißt auch Connor.

      Esther Elisabeth finde ich, sogar als Mädchenname sehr hübsch, obwohl ich Alliteration eigentlich nicht mag.
      Die Website schaue ich mir mal an.

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