Jahresrückblick 2018: Und es war Summer

Welche Namen aus Film, Fernsehen oder Zeitgeschehen könnten 2018 bei Eltern in spe bleibenden Eindruck hinterlassen haben? Welche gehören (für mich!) einfach dazu? Ein Marsch durch das scheidende Jahr, in dem es endlich Sommer wurde, etwas Orakelei inklusive.

Jahresrückblick 2018

Januar

Ach, du „Schmerzensreiche“: Cranberries-Sängerin Dolores O’Riordan wird in einem Londoner Hotelzimmer tot aufgefunden. Bruno Mars, eigentlich Peter Gene Hernandez, räumt bei den Grammy Awards sechs Trophäen ab, und Viorica Dăncilă wird als erste Frau zur Ministerpräsidentin von Rumänien gewählt. (Wer hier regelmäßig liest, weiß, weshalb mir ihr Name besonders aufgefallen ist.)

Februar

Jenny „Tschenni“ Frankhauser erobert die Krone im RTL-Dschungelcamp. Beim „Bachelor“ macht Yeliz Koc von sich reden, als sie sich vom Bachelor, einem gewissen Daniel, mit einer Ohrfeige verabschiedet. Der Name der in den Medien sehr präsenten Kuppel-Kandidatin, in etwa „Jehlis“ gesprochen, könnte auch nichttürkischen Eltern gefallen.

März

Stephen Hawking stirbt. Mir kommen da gleich die Gastauftritte des Nobelpreisträgers in „The Big Bang Theory“ in den Sinn, der Erfolgsserie um Sonderling Sheldon Cooper, die mein Mann und ich (erst) in diesem Jahr rauf- und runtergesehen haben und deren Ende für 2019 angekündigt ist.

April

Auch Winnie Mandela zählt zu den prominenten Toten des Jahres. Geboren wurde sie als Nomzamo Winifred Zanyiwe Madikizela. Bei „The Voice Kids“ siegt die klitzekleine, erst zehnjährige Anisa Celik aus Unterfranken.

Mai

Beim Eurovision Song Contest setzt sich Israel mit Netta an die Spitze. Und dann gibt’s endlich wieder eine Traumhochzeit: Harry & Meghan. Mir gefällt besonders der Name der Brautmutter: Doria. Außerdem beginnt der außerordentliche Sommer 2018 gefühlt bereits Mitte Mai – ob in diesem Jahr wohl besonders viele Mädchen namens Summer geboren wurden? Weitere (in meinen Augen schönere) Sommernamen könnten sein: EilaHelia, Marisol, Soléa, Solvie, Sontje, Sunna, Sunniva, Helio(s) oder Kiran. Wer kennt weitere?

Juni

Fans des vor allem an zweiter Stelle populären Namens Alexander können sich freuen: Mit ihrem Liebling wird aktuell Astronaut Alexander Gerst verbunden, der ab Juni fast 200 Tage auf der Raumstation ISS verbringt.

Juli

Der Blutmond, die längste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts, zieht die Menschen in ihren Bann. Auch ich wandele mit Mann, Kind und unserem neuen Familienmitglied Elly durchs nächtliche Ahrensburg, sehe aber leider kaum etwas. War Luna in diesem Monat der Name der Stunde? Ein extrem beliebter Hundename ist es allemal.

August

TV-Sternchen Chethrin Schulze ist bei „Promi Big Brother“ dabei. Von allein wäre ich nie darauf gekommen, diese Buchstabenansammlung „Kässrin“, also ähnlich wie die englische Catherine, auszusprechen (und ich weiß das natürlich nur durch nachträgliche Recherche!). Die treuen Bloglesern bekannte Elffach-Mama Silvia Wollny sticht Schulze und alle weiteren Kandidaten in der Sendung jedoch aus.

September

HansGeorg Maaßen,  Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, sorgt mit Äußerungen zu den Ausschreitungen in Chemnitz für reichlich politischen Wirbel. Und der Sänger und frühere TV-Star Daniel Küblböck geht bei einer Kreuzfahrt vor Neufundland über Bord und wird seither vermisst.

Oktober

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht an die Kulturwissenschaftler Jan und Aleida Assmann. Das wäre auch mal eine Kandidatin für unsere Reihe „Mein seltener Name und ich“!

November

Horst Seehofer verkündet den Rücktritt von seinem Amt als CSU-Chef. Knud kürt seinen Namen später zum „Vornamen des Jahres 2018“, allerdings eher nicht wegen dessen Potenzials bei jungen Eltern.

Dezember

AKK, Annegret Kramp-Karrenbauer, wird Bundesvorsitzende der CDU und ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich Initialen à la JFK auch hierzulande zum Markenzeichen stilisieren lassen. Bei „The Voice of Germany” gewinnt Samuel Rösch. Namensmäßig auffälliger waren andere Teilnehmer: Jélila, Kinga und Damiano, vor allem aber ein 18-jähriger Flensburger namens Eros Atomus Isler. Und der Knaller zum Schluss: „Florilene“ ist perdu – Helene Fischer und Florian Silbereisen sind kein Paar mehr.

Nun noch die Kinder, die Freunde, Kollegen und Bekannte von mir 2018 bekommen haben (nur die Rufnamen): JunaLevkeLinusNelaOlePaulTimo und Tino (keine Zwillinge!). Wie heißen Ihre Babys des Jahres?

Und außerdem …

34 Gedanken zu “Jahresrückblick 2018: Und es war Summer”

  1. In meinem Umfeld wurden dieses Jahr geboren:

    Linus Benjamin
    Oscar
    Laura
    Hektor
    Esther Marie
    Frederic Christian
    Nick
    Theresa Viktoria
    Max(imilian)
    Mia
    Leander
    Valentin
    Keyla Jeanny
    Leia Lotta
    Anna Katharina

  2. Sauschöner Artikel, Annemarie, 🙂

    so unangenehm ich hier oft auffallen mag: freue mich hier immer wieder über die Verbindung von Hochkultur und Populärkultur in diesem Blog! Wo gibt es das schon?

    Luna finde ich wirklich schön, wiewohl nicht traditionell. Blutmond: Tja, das ist das Problem mit der Astronomie in wolkenreichen Gegenden wie Norddeutschland. Man sieht halt sehr oft gar nichts. 😀

    Bin weiterhin sehr stolz auf Alexander Gerst: der erste Deutsche, der die ISS kommandiert hat! Habe mich vorgestern sehr gefreut, daß er sicher und glücklich zur Erde zurückgekehrt ist! Alexander als Vorname geht wirklich immer. Man denke auch an Alexander den Großen oder an Papst Alexander VI. (Rodrigo Borgia) mit seiner schönen und klugen Lieblingstochter Lukrecia (muß eine grandiose Frau gewesen sein!) und seinem gerissenen Sohn Cesare, seinerseits der Held von Macchiavellis „Der Fürst“.

    Man hört von Leuten, die weder über den Tod von Nelson Mandela, noch über den von Winnie Mandela eine Träne vergossen habe. (Ich bin einer dieser Leute.)

    Horst und Annegret – mein Vater und meine Mutter. 🙂 Meine Mutter freut sich, daß ihr Vorname (den sie nie gemocht hat) durch Kramp-Karrenbauer ein bißchen zu Ehren kommt. Ich freilich kriege schon Würgeanfälle, wenn ich AKK nur sehe. 😀

    Hans-Georg hieß (ich sagte es bereits) ein lieber und sehr kluger Professor von mir, Spezialist für die Geschichte des Papsttums, der Zentrumspartei, des norddeutschen Katholizismus und der Welfen – für mich klingt der Name sehr hannöversch. Maaßen kommt freilich vom Niederrhein…

    Daß Helene Fischer und Florian Silbereisen sich getrennt haben, war mir entgangen, danke für den Hinweis. Ist hier eigentlich schonmal der Vorname Hefi aufgetaucht? 😀

    • “Sauschöner Artikel, Annemarie,

      so unangenehm ich hier oft auffallen mag: freue mich hier immer wieder über die Verbindung von Hochkultur und Populärkultur in diesem Blog! Wo gibt es das schon?”

      Dem kann ich mich nur voll umfänglich anschließen. Wirklich klasse, Annemarie. Und da ich das private Fernsehen meide wie der Teufel das Weihwasser, weiß ich dann dank des Jahresrückblicks zumindest am Ende des Jahres, dass es alle Sendungen im Trash-TV noch gibt und wie die Leute heißen, die dort mitgemacht haben.

    • Vielen Dank für Eure netten Rückmeldungen, freut mich sehr! Es hat mir wieder viel Spaß gemacht, meine Querbeet-Auswahl zusammenzutragen. Tatsächlich konsumiert habe ich von den erwähnten Trash-TV-Formaten ja nur eines … und damit ist nicht “Big Bang Theory” gemeint 😉

    • Noch etwas zu Alexander, bitte. Da hätte wir natürlich die drei russischen Zaren dieses Namen. Also Aleksandr, und nicht in der „altrussischen“ Variante Aleksej (vom mittelgriechischen Alexios).

      – Der messianische Alexander I., Mit-Sieger über Napoleon. Nach seinem Tod 1825 ist (in Rußland wohl unvermeidlich) eine „Rural Legend“ entstanden. Alexander sei gar nicht gestorben, sondern habe sich als Mönch nach Sibirien zurückgezogen.

      – Alexander II., der „Befreier-Zar“, der in Rußland die Leibeigenschaft (zumindest formell) abgeschafft hat.

      – Alexander III., Vater des letzten Zaren Nikolaus II. Ein grober, eher primitiver, aber nicht ganz unsympathischer Kerl. Sein Kardinalfehler war m.E., das Bündnis mit den Deutschbalten aufzukündigen und in den Ostseegouvernements auf eine dumpfe Russifizierungspolitik zu setzen. Die Deutschbalten waren die besten Diener des Zaren. Die besten Generale und Seefahrer und Minister die Rußland je hatte, waren Baltendeutsche. (Ein ehemaliger Chef von mir war auch Deutschbalte. Mein Lieblingsautor Werner Bergengruen ebenso.) Alexander III. und sein noch tumberer und auch noch frömmelnder Sohn haben sie sich vergrault. „Wir rrreiten des morrrgens über die Latifundien und schießen uns ein paar Letten.“

      Mein Lieblingszar bleibt Nikolaus I. Pawlowitsch.

      Aber halt! Notbremse! (Ist wohl klar, daß mir noch mehr zu dem Thema einfiele. Ich befürchte aber, mich unbeliebt zu machen. 😀 )

      Pour Dieu et pour Elle

      Kolja

  3. Bei uns im engeren Umfeld gab es dieses Jahr keine Babys. Dafür aber reichlich Geschwister bei den Spielplatzfreunden meiner Tochter:

    Luke, Nouri,Ben-Elias, Wilhelm
    Lena, Hannah, Lale, Joyce, Isabella

    • Ja, Joyce wirklich für ein Mädchen?! Für mich klebt das komplett an James Joyce…

      Und Lale natürlich, nein, nicht an Lallnamen, sondern an Lale Andersen (ein Künstlername). Wenn ich Lale höre, habe ich sofort die Fanfare von „Lili Marleen“ im Ohr. Ein Jahrhundert-Schlager! Irgendwo gibt es hier einen Artikel zu einem Bremerhavener Eisbären-Baby namens Lili, das nach dem Schlager benannt wurde.

      Übrigens ist heute der 100. Geburtstag von Helmut Schmidt. Helmut wäre als Vorname auch mal ein Revival-Kandidat. Womit wir wieder bei der Wehrmacht wären. 😀 Als Schmidt in seiner arroganten Art mal eine Rede im Bundestag gehalten hat, kam ein höhnischer Zwischenruf von einem CDUler: „Jawoll, Herr Leutnant!“ Schmidt dazu trocken und ohne das Gesicht zu verziehen vom Rednerpult: „Herr Oberleutnant, bitte.“

      Und danke, Susanne, für die Zustimmung – wird mir hier eher selten zuteil. 😀 Hat mich sehr gefreut. Ich meine halt, daß sich Populärkultur und Hochkultur ergänzen, sich gegenseitig befruchten und inspirieren. Helene Fischer und Bruce Springsteen haben Anhänger in den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten – und können damit bei ihren Konzerten Stadien füllen.

      Eine etwas bollerige Exkollegin von mir und ich, wir mochten uns nicht und waren gelegentlich heftig aneinander geraten. Sie war mir zu lautstark, ich ihr zu arrogant. Wir haben aber sofort Frieden geschlossen, als sie 2014 erzählt hatte, daß sie sie im Konzert vom „Boss“ (also von Springsteen) in Hannover gewesen war. Ich war sofort begeistert: „Waas, Sie waren da?! Erzählen Sie doch mal!“ Hat sie dann auch gerne gemacht. Hinterher waren wir treue Verbündete. 🙂

      Fand es auch gut, daß Bob Dylan den Literaturnobelpreis bekommen hat – und habe mich aber maßlos über seine schändliche Reaktion darauf (nämlich gar keine Reaktion) aufgeregt.

      Und ein Wilhelm bin ich nun selbst.

      Ein ONS von mir hieß Isabelle, genannt Isa.

      Und unsere Hannoveranerin Lena Meyer-Landrut, natürlich! 😀 „Lovely Lena“.

      Alter Finne!

      Jan

    • “Ja, Joyce wirklich für ein Mädchen?!”
      Die Eltern kommen ursprünglich aus Eritrea. Da ist das gar nicht so ungewöhnlich.

      “Und Lale natürlich, nein, nicht an Lallnamen, sondern an Lale Andersen…”
      Ist hier die türkische Lale, wie bspw Lale Akgün.

    • Ach ja, Lale Akgün, daran hatte ich gar nicht gedacht… Ich entnehme diesem Blog, daß der Vorname „Tulpe“ bedeuten soll:

      https://www.beliebte-vornamen.de/31952-lale.htm

      Hübsche Bedeutung! Ich hätte instinktiv gedacht, daß das mit dem arabischen (und auch hebräischen) Wort Laila (=Nacht) zusammenhängt. Aber stimmt, die türkische Version ist Leyla und eben nicht Lale.

      Und jetzt fällt es mir wieder ein: Die schweigsame und muffelige türkischstämmige Kommilitonen, die wir als „Marmelada“ veralbert haben,…

      https://blog.beliebte-vornamen.de/2016/07/zweitname-als-rufname/#comment-70118

      …hieß mit Klarnamen Leyla. Könnte es eine schönere Bedeutung für einen Frauennamen geben als „die Nacht“? 🙂

      Ja, echt? Joyce gibt es als Vornamen in Eritrea? Wundert mich etwas, insofern Eritrea ja historisch zu Äthiopien gehört und daher (abgesehen von der kurzen Italiener-Zeit) auch nie kolonisiert war, jedenfalls nicht von Engländern. Und Eritrea ist mehrheitlich moslemisch… Aber wo gäbe es heute keine englischen Vornamen?

      Bei aller Bewunderung für die Schönheit der englischen Sprache: Wir müssen uns gegen ihre globale Dominanz wehren. :-/

      Im Iran wird übrigens die Yalda-Nacht gefeiert, die längste Nacht des Jahres. So wie im Iran halt das Frühlings-Äquinoktium als Jahresanfang (Newroz) gefeiert wird. Zarathustra ist einfach nicht ganz tot zu kriegen.

      Die Yalda-Nacht war gerade vorgestern:

      http://blodskam.tumblr.com/post/181323474929/mideastnrthafricacntrlasia-shab-e-yala

      Mögen die Nächte bald wieder kürzer werden, und mögen wir bald alle wieder Tulpen sehen.

      Jan

  4. Uah! Ich hatte noch nichts zu dem Titel dieses Eintrags gesagt!

    Ich hatte als Student mal einen Hilfsarbeiter-Job. Ein schätzenswerter Kollege – damals so um die fünfundvierzig und übrigens ein Schwuler – hat gelegentlich das Maffay-Lied „Und es war Sommer“ parodiert:

    „Und sie war 16 – und ich war 35!“ 😀

    Peter Maffey ist eine sehr interessante Gestalt der BRD-Popkultur. Kluger Kopf, sympathischer Mann. Lächelt selten, auf seinen Plattencovern und Pressefotos grundsätzlich nicht. Mag den sehr – nicht als Musiker, aber als Persönlichkeit.

    Auch schöne Frauen grinsen oder lächeln nicht blöd in der Öffentlichkeit. Ein weiterer Vorzug der islamischen Kleidungsvorschriften: Wenn den Mädels da mal ein Fehler unterläuft (und Frauen sollen ja Fehler unterlaufen, wo kämen wir sonst hin?), sieht man es nicht.

    Damen und Herren haben stolz, schön, hochmütig, ernst, grummelig und abweisend zu sein. Jedenfalls nicht dauerlächelnd.

    Wenn ich dieser Grinse-Bewerbungsfotos mit glattpolierten Zähnen und Ami-Lächeln sehe, ist mein erster Wunsch, den Trullas und Schwulis einen Gewehrkolben oder meine Stiefel in die Fresse fliegen zu lassen.

  5. Übrigens habe ich finnische Freundinnen Eila ( im Mai) und Armi (so heißt die Gründerin von Marimekko mit Vornamen). Finde beide Namen schön vom Klang.

  6. Neugeborene aus dem erweiterten Umfeld sind:
    Pepe und Amy Rose

    Diese Kinder (2001 – 2014) gehören zu meiner Verwandtschaft:

    Justus, Martin, Lioba, Elias, Lukas, Eva, Fenna, Jannes, Simon, Vera und natürlich Nicolas und Helena 😉

    Ich wünsche euch allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.

    • Ich bin mir gewiß, Abi, daß das Dein Job wäre. 😉

      Der Begriff ist aber wirklich nicht glücklich:

      1. Es besteht Verwechslungsgefahr mit den „antiken Hochkulturen“ in Mesopotamien oder auch im heutigen Lateinamerika.

      2. Es gibt eben eine breite Übergangszone zwischen „Populärkultur“ und „Hochkultur“ – das war ja gerade meine Argumentation.

      Klar, Helene Fischer, Lena Meyer-Landrut, Telenovelas, Casting-Shows oder die Beatles sind Popkultur – Ezra Pound, Yukio Mishima*, Peter Hacks und Goethe sind Hochkultur.

      Aber schon bei Schiller, Rilke oder Stefan George wird es zumindest etwas weniger eindeutig.

      Springsteen und Dylan hatte ich schon erwähnt. Leonard Cohen oder Franz Josef Degenhardt.

      Gustav Mahler, der komischerweise bei kultivierteren, linksliberalen Schwulen in hoher Schätzung steht. Natürlich die beiden Johann Strauße, Vater und Sohn. Verdi. Im Grunde die ganze Opernkultur des 19. Jahrhunderts! Gerade in traditionsreichen Opernhäusern (Mailand, Wien) gibt es bis heute Stehplätze.

      Auf dem Gebiet der Malerei etwa die englischen Präraffaeliten, deren Gemälde heute noch wie wild durchs Internet schießen.

      Und viele, viele andere und vieles andere mehr. Die Beispiele ließen sich ins Endlose vermehren.

      Oder eben auch die Ikonisierung von ausgesprochener Popkultur. Musterbeispiel: Marilyn Monroe und ihre von Andy Warhol verfertigten Portraits. Roy Lichtenstein mit seiner „Comic-Malerei“.

      Wenn jemand ein besseres Wort als „Hochkultur“ zur Hand hat, mag er es mich wissen lassen, ich wäre ihm dankbar.

      *) Auf japanisch übrigens umgekehrt, also Mishima Yukio. In Japan steht der Familienname vor dem persönlichen Name. Wie im Bairischen. 😉

      Auch im Russischen wird bei formellen Anlässen gelegentlich zuerst der Familienname genannt, und dann der der Person und der Vatersnamen abgekürzt.

      Als Präsident Putin mal den Copiloten auf einer TU-160 (einem wunderbaren Langstreckenbomber, Nato-Codename „Blackjack“) gegeben hat, stand auf dem Namensschild auf seinem Overall:

      „Oberkommandierender der Streitkräfte der Russischen Föderation
      Putin W. W.“ Absolut grandios! 🙂

      Übrigens, für die Namensinteressierten unter uns:

      https://de.wikipedia.org/wiki/NATO-Codename

    • @ framboise

      Mag ja nun, wie oft dargelegt, alttestamentarische Namen nicht so gerne (hier also Ruth) – man merkt aber doch immer wieder sofort, in welchen Klans die Kultura sitzt. 🙂 Ein Satz oder zwei Vornamen reichen da.

      Viktoria ist schwierig. Einerseits ist der Name noch heute (gerade im Volksbewußtsein) eindeutig von der englischen Königin besetzt. Das war aber immerhin die letzte Welfin auf dem englischen Thron. Und andererseits hieß so eben auch ihre Tochter („Vicky“), die Frau des unglücklichen deutschen 99-Tage-Kaisers und Königs von Preußen, Friedrichs III. Von Bismarck wurde die eher liberale Vicky für eine englische Spionin gehalten. Sehr unfair. Nach dem Tod Friedrichs hat sie sich „Kaiserin Friedrich“ nennen lassen.

      Das alte Spiel: Im 19. Jahrhundert gehört der Vorname einer Frau nicht unbedingt in die Öffentlichkeit. Es heißt nach außen hin „Fräulein Stuhlfuß“ und nach der Heirat „Frau Adolf Tischbein“.

      „Vicky“ war die Ururgroßmutter unseres heutigen Landesherren Ernst Augusts V.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Victoria_von_Gro%C3%9Fbritannien_und_Irland_(1840%E2%80%931901)

      Nach „Vicky“ wurde auch die Großmutter unseres Landesherren als Viktoria Luise (die war in Hannover enorm populär) nachbenannt.

      Und hatte ich ja gerade erzählt: Die Tochter eines lieben, proletarischen englischen Freundes von mir, seinerseits Veteran der Rheinarmee, hieß auch Victoria. (Ob man das nun mit c oder mit k schreibt, ist ja eigentlich scheißegal.)

      Martha Rosalie finde ich wunderbar! Die rechte Mischung aus Ernst und Blumigkeit für ein Mädchen.

      Weihnachtliche Grüße, vermutlich in die olle Mark Brandenburg. Und mag Dein Handy Dich nicht ganz im Stich lassen! 😀

      Janek

    • Ganz recht, ich bin zuhause in der Mark.
      Ruth Viktoria hat den Zweitnamen einer Uroma zu verdanken, wie man mir erzählte. Ich finde die Kombination ganz schön, der zweite Name nimmt dem ersten ein wenig die Strenge.

    • Uah! Weiß nicht, wie nahe Du, cassis, den Elten des Lütten stehst, wünsche ihm aber alles Gute! Freue mich immer sehr, wenn ich heute wieder den Säuglingsnamen Otto höre.

      Otto ist vor allem Kaiser Otto der Große. „Otto Dei gratia imperator romanorum ac francorum“ („Otto, durch Gottes Gnade Kaiser der Römer und der Franken“). Einer der größten Niedersachsen. Otto der Große, Domestizierer der Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg im Jahre 955. Mehrer des Reiches. Stärker der Gewalt des Kaisers. Otto, „der Herr der Welt“.

      Meine erste Reise in den Wilden Osten war 1990 die nach Magdeburg, um das Grab Ottos des Großen im dortigen Dom zu besuchen. Ein paar Wochen später dann nach Quedlinburg zum Grab seines Vaters Heinrichs I.

      Sparge rosis lapidem – Streue Rosen auf den Stein.

      Gut, zu Bismarck hat man als Niedersachse ein (vorsichtig ausgedrückt) eher ambivalentes Verhältnis.

      Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit Otto von Habsburg-Lothringen.

      Otto von Guericke und Otto Hahn! Otto Lilienthal. Lichter der deutschen Wissenschaft und Ingenieurskunst.

      Otto Suhr, Otto Strasser und Otto Wels. Otto Grotewohl.

      Otl Aicher, einer der ganz großen Designer, Graphiker und Typographen des 20. Jahrhunderts.

      Als fiktive Figur der aggressive Kommunist Otto Ludwig Piffl im grandiosen Film „Eins, zwei, drei“ von Billy Wilder aus dem Jahre 1961, gespielt von Horst Buchholz. Otto schimpft immer auf die „Yankees“. Die Tochter des Coca-Cola Stadthaltes in Berlin, natürlich aus Atlanta, Georgia, stammend, verknallt sich in „Oddo“. Ihr Vater (James Cagney) macht ihr Vorhaltungen: „Hast Du nicht gehört, was er über die Yankees sagt?!“ Sie: „Aber Papa, wir sind doch keine Yankees!“ 😀

      Ein Namens-Revival, über das ich mich wirklich freue.

      Und wer jetzt mit Otto Waalkes kommt, wird mit Brüllaffenscheiße beworfen. 😀

  7. Ups, was macht mein Kommentar ganz oben?!

    Hier gab es dieses Jahr
    Maja Anne
    Elina Mathea (worterkennung schlägt “Mathearbeit” vor)
    Salome
    Emily
    Marieke Rachel
    Nava Elisa Noe

    Aber mein Baby des Jahres 2018 heißt Amos! 🙂

    • Es ist eine alte Frage unter Bloggern, wie herum man die Kommentare sortieren solle: 1. neuste zuerst oder 2. älteste zuerst.

      Ich finde das System 2 etwas besser – vor allem, weil es dialogischer ist: Rede und Gegenrede in chronologischer Reihenfolge. Und die Kommentare der zweiten Ebene, also Kommentare zu Kommentaren, werden ja auch immer so herum sortiert.

      System 1 sieht man aber seit Jahren immer häufiger, gerade auf Zeitungs-Websites.

      Knud hat nun von 2 auf 1 umgeschaltet. Und es ist sein Blog. Wenn er es sich anders überlegen sollte: Rückgängig machen läßt sich das ja unter WordPress mit wenigen Mausklicks. Als ich noch ein eigenes WP-Blog hatte, habe ich auch immer gerne ein bißchen herumexperimentiert.

      Salome. Das ist schon wieder so eine verdammt hohe Anforderung an ein Mädchen… Salome sollte eine luzide, etwas bösartige Brünette sein, die ihren unerfüllten Liebschaften den Kopf zwischen die Füße legen läßt. Was aber, wenn es ein naives, dickliches, straßenköterblondes Pummelchen wird? Das klingt dann wirklich kurios.

      Mit den besten Empfehlungen und nochmals allen guten Wünschen zum Weihnachtsfest

      Johannes der Nicht-Täufer

      P.S.: Üüübrigens! Der Johannistag ist nun der 24. Juni, sozusagen ein „Gegenweihnachten“. Dadurch sollte, historisch-kritisch betrachtet, Johannes der Täufer als bloßer Vorläufer Jesu präsentiert werden. Tatsächlich aber haben sich die Anhänger Jesu und die des Johannes noch Jahrzehnte nach Jesu Tod befehdet. Dennoch: Johannes der Täufer ist so etwas wie ein Schutzheiliger für mich, und ich begehe seinen Tag stets als so eine Art Quasi-Namenstag… Wegen meines Nicks und weil ich als Zivi bei den Johannitern war. Freilich: Ich hätte Salome nicht verschmäht! 😀 Und weise König Salomon hätte das auch nicht.

      P.P.S.: Mir wurde mal ein großes, großes Kompliment gemacht, und zwar von einer Mit-Hannoveranerin. Es gebe im rechten Internet nur drei Leute, die sofort an ihrem Stil zu erkennen seien, gleichgültig unter welchem Nick sie gerade schrieben: Ellen Kositza, Martin Lichtmesz und mich. 🙂 Die Frau, die mir das gesagt hat, hat sich im Internet „Mia“ genannt. Dadurch ist mir dieser heutige Modename zuerst untergekommen, und daher mag ich ihn bis heute.

    • Die andere Sortierung hat sich wohl beim letzten Software-Update eingeschlichen, das war keine Absicht. Ich habe jetzt wieder die bewährte Reihenfolge eingestellt.

    • Also, wie gesagt, ich finde auch die Variante „älteste Kommentare zuerst“ etwas besser. Sie wirkt zumindest minimal der Herumschrei-Kultur des modernen Social-Media-Internet entgegen. („Ich hab von nichts ’ne Ahnung, aber zu allem ’ne Meinung! Am liebsten die der Mehrheit, weil mir das Likes und Follower bringt!“)

      Mittlerweile krieg ich die Krätze, wenn ich die Wörter „Meinungsfreiheit“ und „Pressefreiheit“ nur höre. Aber das ist eigentlich ein anderes Thema.

      Vermisse jedenfalls die angelsächsisch inspirierte Diskussionskultur des „alten Internet“. 🙁 In Deinem Blog, Knud, gibt es sie zumindest teilweise noch. Sei mal stolz drauf… Man ist sich nicht einig, kloppt sich rhetorisch untereinander und ist sich dann irgendwann einig, sich nicht einig zu sein. Das klappt nie ganz optimal, ist aber zumindest das Optimum. Man achtet einander.

      Es ist schade, daß der Begriff „Respekt“ heute so hoffnungslos verbrannt wird. Die Tugend ist sehr schön, aber das Wort wird zu oft von den falschen Leuten benutzt.

  8. Ein schöner Jahresrückblick! In meinem Umkreis gab es dieses Jahr diese Babynamen.

    Viktoria
    Emilia
    Alisa
    Nils Kurt
    Max(imilian)
    Neele
    Antonia

  9. Der Name Levke erinnert mich stets mehr an die Blumenart Levkojen als an das niederdeutsche Wort für „Liebchen“. (Zumal das auf platt eben Leefste ist.) Das ist aber ja auch beides weiß Gott keine Schande. Eigentlich ein hüscher, wenn auch ganz traditionsloser Reetdach-Gesamtschullehrer-Ausknobel-Name.

    Levke und Laila (also semitisch für „Nacht“), das wären mal echte Granaten-Vornamen für weibliche Zwillinge! 😀

    „Dat Du min Leefste büst,
    Dat Du’t wohl weest,
    Kumm bi de Nacht, kumm bi de Nacht,
    Sech, wo Du heeßt!“

    https://www.youtube.com/watch?v=5EhdGVokcSE

    Bei der Frage nach den Namen der Kindern von Freuden muß ich so sehr passen wie bei facebooks Aufforderungen, mich “mit meinen Freunden zu verbinden“. Ich habe keine Freunde. 😀

    Und ein Mann gibt sich halt auch nicht mit schwangeren Weibern ab. Ich kannte hier vor zwei Jahren mal eine hübsche Supermarkt-Kassiererin, mit der ich immer gerne ein bißchen geflirtet habe. Schlichte, liebenswerte und niedliche Deern mit natur-hennafarbenen Haaren! Mitte zwanzig. Als sie sich beim Friseur blonde Strähnchen hatte machen lassen, hat sie mich an der Kasse flüsternd um ein ästhetisches Kurzgutachten gebeten: „Gucken Sie mal, ich war beim Friseur! Wie sieht das aus?!“ Ich hatte ihr freundlichst und ehrlichst geantwortet, daß es sehr gut aussehe, daß ihre Haare aber auch ohne Koloration sehr schön seien.

    Als die dann von ihrem langjährigen Freund schwanger wurde und sich auch noch diese schauderhafte Ultra-Eng-Schwangeren-Mode angezogen hat (damit es auch bloß jeder gleich sieht), hat sich das dann irgendwie verflüchtigt. 😀 Keine Ahnung, wie das Kleine dann genannt wurde. Wenn ich sie nochmal treffe, frage ich sie.

    Diese Blasebalgmode für Schwangere, die den Bauch auch noch betonen soll, ist sowas von schauderhaft! 😀 Neulich im Summer ’18 gesehen: Eine Schwangere steht (in einem anderen Supermarkt) in der Schlange vor mir. In so einem Blasebalg-Bauch-beton-Kleidchen. Und streichelt sich den Bauch. Ich hätte auf’s Fließband kotzen mögen.

    Schon erstaunlich, was man so im Supermarkt erleben kann.

    Ihm, der Einer ist (und nicht drei 😉 ), sei gedankt – zumindest Heiligabend ist überlebt.

    Weiterhin frohe Weihnachten!

    Dieter Süverkrüp hat damals (in den frühen 70ern) gesungen, zur Melodie von „Stille Nacht“ (das Lied ist übrigens gerade 200 alt geworden):

    „Und ein liebliches Liedlein gesingt,
    Und ein Eierlikörchen getrinkt.
    Und die Kinder geprügelt,
    Bis sie hübsch andächtig sind.“

  10. So, und einen allerletzten Weihnachts-Kommentar, bitte. Ich hoffe von Herzen, daß der Heilige Abend bei den Leuten hier, die Kinder haben (und das sind ja nicht wenige), katastrophenfrei über die Bühne gegangen ist!

    Kenne ich schon aus meiner Kindheit in den 70ern: Die über Wochen aufgebaute Vorfreude, die Materialschlachten, das Lauern auf die Geschenke – und die dann fast zwangsläufige Enttäuschung am Abend des 24. Dezembers. Hinzu kam, daß ein kleiner Junge dann am späteren Abend regelmäßig müde und daher aggressiv wurde. So schön der Weihnachtsbaum war… Damals natürlich immer nur ein Natur-Weihnachtsbaum mit echten Kerzen, bei uns mit weiß-goldenen Kugeln, goldenem Lametta und gelben Wachskerzen. Im Grund habe ich an die Ostertage schönere Kindheits-Erinnerungen. Man sucht halt vormittags im Garten nach ein paar versteckten Süßigkeiten und freut sich. 🙂 Ich denke, das müßte im Sinne Jesu gewesen sein.

    Gibt unzählige Parodien auf die Kollapse des Familienfriedens an Heiligabend. Ja auch schon von Loriot.

    Und an die Leute, bei denen es geknallt hat: „You are not alone!“ Mag bald der Nach-Weihnachts-Frieden einkehren! Ich selbst hatte heuer Glück: Hab mich mit meiner Mutter nicht über das Judentum und den Islam oder über die Golan-Höhen gestritten… (Bin nun 51, werde aber ewig ein großes Kind bleiben. Will mir jedenfalls Mühe dazu geben.)

    In der angelsächsischen Welt gibt es die Geschenke ja auch erst am 25. Dezember tagsüber – scheint mir vernünftiger, einfach, weil dann alle weniger genervt sind.

    Und in der britischen Welt im engeren Sinne ist der 26. Dezember der „Boxing Day“, der Tag, an dem früher die Dienstboten ihre Geschenke bekommen haben. Eine gute kanadische Internet-Bekannte* hat mir mal erzählt: Ihr US-amerikanischer Exfreund kannte nicht einmal den Begriff „Boxing Day“. Das sei wohl eher etwas „for us, her majesty’s most loyal subjects“. 😉

    Noch was, liebe Knud-Blog-Leser: Die meisten weihnachtlichen Wohnungsbrände entstehen nicht etwa in der Heiligen Nacht durch den Tannenbaum, sondern anfang Januar, wenn die völlig ausgetrockneten Adventskränze nochmal angezündet werden. Die brennend wie Zunder, wenn man nicht aufpaßt. Seid also mal schön vorsichtig…

    So und nun beginnen die Rauhnächte!

    Zickezacke, Hühnerkacke!

    JKWB

    *) Sie ist aus dem englischen Ottawa, nicht aus dem französischen Quebec, ist genauso alt wie ich und eine kluge, schöne und charmante Frau. Arbeitet als Lektorin in einem Verlag für softpornographische Bücher, die auf eine weibliche Leserschaft abzielen.

    Wir haben uns leider 2017 überworfen, weil sie mit Verve gegen Trump war (die kanadische Selbstgerechtigkeit gegenüber den USA kann manchmal ganz schön nerven…), und ich war halt für Trump.

    Warum haben eigentlich sooo viele kluge, schöne und sensible Frauen keine Kinder? Obwohl es die optimalen Zuchtstuten wären. Die übergewichtigen Assi-Weiber hingegen haben fast immer Kinder. Im Westen stimmt was nicht.

    Eine furiose Exfreundin von mir hat für das ganze Elend „die 68er“ verantwortlich gemacht. Aber so einfach ist es auch nicht.

  11. In unserem Umfeld sind in diesem Jahr nicht viele Babys geboren.

    Ich kann vermelden einen

    Anton

    und die Drillinge

    Ida, Lotta und Emil.

    Viele Grüße und einen guten Jahresabschluss.

    P. S.: Annemaries speziellen Jahresrückblick lese ich auch immer wieder wieder gerne

  12. Nicht alles muss kommentiert werden, aber Frauen, die studiert haben, werden später Mutter oder garnicht, ab 30Jahren sinkt die Möglichkeit Mutter zu werden bereits um 50% und sie sinkt mit jedem Jahr weiter.
    Zu Viktoria, da denke ich an die schwedische Kronprinzessin, die vermutlich für junge Eltern durchaus stilbildend sein kann. Mir persönlich ist zuviel Gloria dabei, aber ein international bekannter Namen.
    Zu Viorica, kenne ich von einer rumänischen Freundin.

    • Nicht alles muss kommentiert werden, aber Frauen, die studiert haben, werden später Mutter oder garnicht

      Aber das ist doch eines der Kernprobleme unseres Vaterlandes heute! Es wird die „Vereinbarkeit von Karriere und Familie“ für Frauen gefordert – aber das geht eben bei der großen Mehrheit der Bevölkerung (die nicht Geld ohne Ende haben wie UvdL) nicht.

      Das ist einer der Gründe, warum ich die DDR und das alte Israel so bewundere: Der Staat bzw. die Gemeinschaft übernimmt die Versorgung und Erziehung der Kinder schon im Säuglingsalter, damit die Frauen möglichst schnell wieder arbeiten, studieren und kämpfen können.

      Mit „altes Israel“ meine ich hier natürlich nicht das alttestamentarische Israel, sondern das Palästina/Israel der Kibbuzim und der spartanisch-sozialistischen Pioniere ab etwa 1900 bis etwa 1975. Oberst Gaddafi in Libyen hat versucht, dieses Bild der kriegerische Frau zu kopieren, indem er sich eine weibliche Leibgarde zugelegt hat.

      Ich persönlich hätte an meinem Studium weniger Spaß gehabt, wenn es in meinem Studiengang nicht so ungefähr Geschlechter-Parität gegeben hätte. Frauen und Männer sollen zusammen lernen, arbeiten, kämpfen, leben, sterben. Komme persönlich mit Frauen besser klar als mit Männern.

      Bin vielleicht gegen das Frauenwahlrecht (bin ja auch gegen das Männerwahlrecht 😀 ), befürworte aber sehr die Wehrpflicht für Frauen und für Männer. In den USA hat die „National Rifle Association“ (mit der ich sympathisiere) jede Menge weiblicher Mitglieder. Frauen und Männer sollten reiten und schießen können. (Ich kann beides nicht.) Im antiken Sparta, diesem furchterregenden Militärstaat, hatte Frauen mehr Freiheiten als irgendwo sonst im alten Griechenland.

      Nur eben: Das Kinderkriegen darf nicht darunter leiden. Frauen haben nun einmal eine kürzere Fruchtbarkeitsspanne als Männer. Ist ungerecht, aber da müßt Ihr, Mädels, Euch bei Ihm, der Einer ist, beschweren.

      Hurra, hurra, Weihnachten ist nicht mehr da!

      Jan

  13. Gespannt habe ich auch in diesem Jahr meine Rückblicks-Namen mit der brandneuen Hitliste abgeglichen und kann vermelden:

    1. Die sommerliche Summer steht nicht in den Top 500. Mir soll’s recht sein 🙂

    2. Musikalischer Erfolg und, im zweiten Fall, Niedlichkeit, kann Namen pushen: Der Name Bruno (wie B. Mars) kletterte von 103 auf 91 (lag aber sicher ohnehin im Alte-Namen-Trend), und der Name Anisa kam von 384 auf 363.

    3. Ansonsten einen gewissen Einfluss auf die Namenslandschaft scheinen einige Kandidatinnen von “Germanys next Topmodel” gehabt zu haben, die ich in diesem Rückblick gar nicht erwähnt habe: Abigail (verbesserte sich von 464 auf 369), Gerda (Neueinstieg auf 408) sowie der Name Toni für Mädchen (von 491 auf 418).

    4. Der Rest hat sich kaum bewegt (wie etwa der Name vom Astro-Alex, Samuel oder Luna), ist einfach out (Jenny) oder für Deutschlands Eltern (noch?) zu exotisch.

    • Bruno ist für mich immer noch zuerst der hl. Bruno von Köln im 11. Jahrhundert. Begründer des ehrwürdigen Kartäuserordens, des strengsten Ordens der katholischen Kirche. („Die Kartause wurde nie reformiert, weil sie nie deformiert wurde.“)

      Wer Bruno Mars ist, weiß ich mal wieder nicht. 😉 Aber kurioserweise hatte ich auf der Lutherschule einen Schulkameraden, der allgemein Bruno genannt wurde, obwohl er eigentlich einen ausgesprochenen Standardnamen meiner Generation hatte – kein Mensch konnte sagen, warum. Die Entstehung von Spitznamen entzieht sich wirklich jeder Steuerung, erst recht der durch die Eltern. Sind sind eben einfach irgendwann da.

      Abigail und Samuel klingen mir zu alttestamentarisch. (Obwohl ich wie gesagt die islamische Form von Samuel – Schamil – toll finde. Halt wegen Imam Schamil und Schamil Bassejew, zwei gewaltigen und frommen kaukasischen Kriegern.)

      In den traditionslosen Namen Luna habe ich mich irgendwie verguckt… Clair de lune. Luna-Park. Lunatisch. Mond. Nacht. Das paßt zu einer interessanten und schönen Frau.

      Jenny klingt wirklich komischerweise schon altbacken… Das ist halt das Problem mit Modenamen: Namen die es seit tausend Jahren gibt, werden nicht altmodisch, Modenamen schon.

Schreibe einen Kommentar