Wie Hund und Katze

„Das ist doch ein Tiername!“ Mit dieser Bemerkung kann man Namenssucher, die ihren Favoriten preisgeben, so richtig schön ärgern. Dabei sind Halter von Hund, Katze und Co. ja komplett frei, ihre Tiere zu benennen. Klassiker wie Bello, Waldi, Rex oder Mieze haben in der Mehrzahl längst ausgedient („Muschi“ hieß zuletzt nur eine Politikergattin). Das belegt auch die Hitliste des Tierschutzvereins Tasso, die auf Grundlage der 2017 neu registrierten Tiere erstellt wurde.

Namen, auf die der destruktive Kommentar häufiger zutrifft als auf andere, gibt es aber schon, und überhaupt recht viele Menschennamen an Tieren – in den Top Ten der weiblichen Hunde sind es gar 100 Prozent. Ich habe die Tasso-Listen mit unseren abgeglichen und hinter den für Kinder gängigen Namen den Rang bei beliebte-vornamen.de ergänzt:

Top Ten 2017 Hunde

  1. Balu/Balou
  2. Sam/Sammy (111/-)
  3. Buddy
  4. Ben/Benny (1/450)
  5. Charly/Charlie (139)
  6. Lucky
  7. Rocky
  8. Bruno (103)
  9. Max (17)
  10. Mailo/Milo (189/78)
  1. Luna (51)
  2. Bella (184)
  3. Emma (1)
  4. Maja (26)
  5. Amy (76)
  6. Lucy (72)
  7. Lilly (24)
  8. Kira (122)
  9. Nala (255)
  10. Paula (35)

Hundenamen 2017

Top Ten 2017 Katzen

  1. Sam/Sammy (111/-)
  2. Leo (24)
  3. Simba
  4. Felix (9)
  5. Charly (139)
  6. Balu/Balou
  7. Findus
  8. Tom/Tommy (34/358)
  9. Tiger
  10. Max (17)
  1. Lilli/Lilly (24)
  2. Luna (51)
  3. Lucy (72)
  4. Mia (3)
  5. Nala (255)
  6. Maja/Maya (26)
  7. Mimi
  8. Bella (184)
  9. Minka
  10. Kitty

Quelle: Tasso e.V.

Wer einen der Namen mit Klammer dahinter an sein Kind vergeben hat oder dies plant, kann nach meinem Empfinden aber aufatmen – immerhin haben diese es bei beliebte-vornamen.de mindestens in die Top 300 geschafft oder sind gängige Koseform eines dieser Namen (Tommy, Benny). Je beliebter ein Name für Kinder, desto geringer das Risiko, als „Tiername“ in Verruf zu kommen: Die Eltern eines Bens, einer Emma, Mia oder eines Max werden vermutlich nur ganz selten Berichte darüber hören, dass so ja schon der Schoßhund/der Stubentiger der Tante/des Nachbarn/des Kollegen hieße. Höchstens ewiggestrige Zeitgenossen, die wenig mit Kindern zu tun haben, könnten damit um die Ecke kommen.

Selbst Luna, zu der ich den Tiernamen-Vorwurf schon öfter gehört habe und die tatsächlich zu den Topnamen für Hunde und Katzen zählt, fällt noch in die Top 60 und damit in jene Auswahl, in der sich heute jeder zweite (!) in Deutschland vergebene Erstname findet. Warnen würde ich allerdings vor Findus, nicht zuletzt weil der niedliche Bilderbuch-Kater Findus selbst seinen Namen von einer Erbsenmarke hat.

Was fällt noch auf? Die beliebtesten Hunde- und Katzennamen sind kurz und überwiegend zweisilbig – lässt sich ja auch besser rufen als etwa Frau von Schmidt (so heißt die Katze in der Buchserie „Liliane Susewind“). Englisch-Cooles wird gern genommen, gerade bei Rüden (Buddy, Lucky, Rocky). Im Zuge dessen gehen die Macher der Hitliste davon aus, dass Milo wie Mailo gesprochen wird.

Ob Hund oder Katze, lässt sich am Namen oft nicht erkennen: Balu, Sam, Charly und Max sowie Luna, Bella, Maja, Lucy, Lilly und Nala sind durchweg beliebt. Dass Nala durch den „König der Löwen“ bekannt wurde, disqualifiziert diesen Namen offensichtlich nicht für Hunde. Dem gegenüber stehen den Hunden zugeordnet Ben/Benny, Bruno und Mailo, Emma, Kira und Paula und Kätzisches wie Leo, Simba, Felix, Findus und Tiger, Mimi, Minka und Kitty.

Tasso erfasst die beliebtesten Tiernamen seit 2008, die Bewegungen in den Toplisten sind wie bei uns eher gering. „Die Deutschen sind beständig bei der Namenswahl für ihre Vierbeiner“, heißt es in der Pressemitteilung. Trotzdem: Mancher Trend hinterlässt Spuren. So begann Bellas Siegeszug 2009, dem Jahr, in dem der erste „Twilight-Film“ mit Hauptfigur Bella Swan herauskam.

Einen Namen gibt es, der trotz vieler so benannter Hunde und Katzen gegen den Vierbeiner-Vorwurf immun sein dürfte: Maja. Dabei denken sowieso immer alle gleich an „diese Biene, die ich meine“.

Und außerdem …

14 Gedanken zu “Wie Hund und Katze

  1. joa, ich kann da mit vielen “Beweisen” dienen – als Hundebesitzerin lernt man ja doch ne Menge anderer Vierbeiner kennen:

    -Balu, ein Schäfermix-Rüde
    -Sam, ein Labradorrüde
    -Buddy, ein Australian Shepard
    -Ben, ein schokobrauner Labrador
    -Charly, noch ein Schäfermix
    -Lucky, ein älterer ital. Straßenmix
    -Rocky, ein schwarzer Minipudel
    -Bruno, der Therapiehund in der Kita
    -Felix, eine ganz wilde Mischung
    -Tommy, ein Meerschweinchen bzw. ein Westie
    -Max, noch ein schokobrauner Labbi
    -Bella, eine Jagdhündin
    -Emma, eine Jack-Russel-Hündin
    -Nala, eine Bordercollie-Dame
    -Paula: dreifach vorhanden! ein Meerschweinchen, eine Perserkatze und ein Golden Retriever
    -Kitty: nein, KEINE Katze, eine kleine wuslige Hündin

    Und so weiter und so weiter 😀 Aber was ist auch dabei? ich würde keinem Kind einen offensichtlichen “Tiernamen” geben wie Rex, Minka, Bella usw., denn man muss die Kinder ja nicht zum Gespött machen, indem sie heißen wie ein Hund.
    Aber umgekehrt muss ich sagen, da bin ich selbst eifrig dabei: mein Kater heißt Jakob, und in meinem Meeri-Rudel findet man z.B. Sina, Luana, Nicolas, Jonathan, Cecilia, Justus und andere schöne Namen. Warum denn auch nicht 🙂

  2. Je beliebter ein Name für Kinder, desto geringer das Risiko, als „Tiername“ in Verruf zu kommen.

    Es fällt mir gerade auf: Axel war zumindest früher ein ganz typischer Name für Wach- und Schutzhunde (Schäferhunde, Dobermänner etc.). Cäsar hingegen hat durch die Hundefuttermarke Cesar zumindest heute einen Konnex zu Nutten-Pfiffis „mit blauem Schleifchen und rosa Arschloch“. (Zitat aus Hannes Waders „Der Tankerkönig“)

    Dennoch würde man bei Axel Cäsar Springer kaum je an die eine oder die andere Erscheinungsform von Hund denken. Ich würde die Gefahr also auch nicht überschätzen…

  3. Danke fürs Teilen dieser Statistik – kannte ich als Vornamensfan und stolzes Frauchen des tollsten Hundes der Welt nicht. Nun gehe ich mit anderen Ohren auf die Gassirunden. Und glatt war doch heute eine Nala (Schäfermix) dabei – tatsächlich für einen Hund gewöhnungsbedürftig.

    Müsste ich mir aus dieser Top 10 die Namen meines Tieres aussuchen, so wären es
    Hund: Rocky ohne Begeisterung, Bella finde ich dagegen richtig toll und werde ich mir merken
    Katze: Findus bzw. Nala

  4. Ein schönes Thema!

    Wir haben auch ein Haustier, einen Kater namens Theo, knapp drei Jahre alt. Den Namen haben wir in der Familie ausdiskutiert. Ich wollte keinen Kindernamen aus unserem Umfeld. Und man sollte den Namen gut rufen können, also einen zweisilbigen Namen. So sind wir auf Theo gekommen. Der Kater hört auf seinen Namen.

    Ich hatte ja auch mal Meerschweinchen. Zu meiner Stamm-Gruppe gehörten Merlin, Coco, Lucy und Enya. Jungtiere und Tiere, die nur vorübergehend bei mir waren, hießen: Freddy, Paul, Emil, Momo, Nino, Greta, Cosima (diese Namen habe ich nicht ausgesucht).

    Ich kenne auch noch ein paar Tiere aus meinem Umfeld:
    Moritz & Alfred – zwei Kater
    Trixi – Katze
    Lucy – Katze
    Momo – große Mischlingshündin
    Otto – ein schwarzer Mops
    Benny – ein Dackel
    Jackie – eine Beagle-Hündin
    Raika – mittelgroße weiße Hündin

    • Ja, ist ein schönes Thema!

      Hö, in meiner Kindheit hießen Katzen wirklich noch Muschi…

      Die auf „scharf, aber diszipliniert“ erzogenen Schäferhunde meines verehrten Großonkels Johann hatten immer den kuriosen Namen Waldmann.

      Kennt jemand den grandiosen Roman „Die Wand“ von Marlen Haushofer, erschienen 1963? Es ist eine alpine Robinsonade, eines der wenigen wirklichen Meisterwerke der Alt-BRD-Literatur.

      – Die Ich-Erzählerin hat keinen Namen.
      – Ihre Kuh heißt Bella.
      – Deren Stierkalb heißt einfach „Stier“.
      – (Den Namen ihrer Katze habe ich vergessen.)
      – Die Tochter der Katze heißt Perle. Sie ist schneeweiß, daher der Name. Die Erzählerin weiß, daß die kleine Katze in der Wildnis daher bald sterben wird, wie es dann auch geschieht.
      – Der geliebte Hund der Erzählerin (ein Bayerischer Schweißhund) heißt Luchs. Diesen für einen Hund kaum passenden Namen haben ihm alpine Landleute gegeben. Es findet sich in dem Roman ein Absatz über die Namensgebung – der Hund Luchs war wohl an der Erlegung eines richtigen Luchses beteiligt. Ein schöner Atavismus: Der Name des Besiegten geht auf den Sieger über.

      Jäp, Balou ist seit mindesten 20 Jahren der Name schlechthin für Hunde von linksliberal-grünen Frauen! 😀 „Claudia hat ’nen Schäferhund, und den hat sie nicht ohne Grund!“. Und das Chinchilla heißt dann Robert und die Katze Sir Henry.

    • Ja, “Die Wand” hat mich ziemlich mitgenommen, sehr gut und sehr gemein.

      Unsere Katzen heißen Fanny und Michel. Michels Schwester hieß Lilo.

      Wenn ich aus den Top 10 wählen müsste, hießen meine Hunde Bruno und Lucy (noch lieber Luzie), meine Katzen Leo und Lucy/Luzie. Oder doch Maja, immerhin kommen wir aus deren Heimatstadt u. mein Vater ist Imker 🙂

    • Ich kenne das Buch “Die Wand” nicht, klingt irgendwie traurig, aber auch spannend.

      Interessant finde ich den Vornamen der Autorin. Ich dachte Marlen wäre der Rufname für eine Maria Magdalena, aber Marlen Haushofer hieß offiziell Marie Helene. Das ist schon ungewöhnlicher als Marlen/Marlene = Maria Magdalena, das kommt hier in der älteren Generation häufiger vor.

  5. Unser Golden Retriever hieß Jack , seine Geschwister Janina und Jules (w) Wir haben ihn nicht so genannt, so nannte ihn die Züchterin.
    Ich hätte aber meinen Hund auch Jack genannt, irgendwie finde ich ihn passend für einen Retriever oder Labrador.

    Mit Nala kann ich auch dienen, so heissen die Labradorhündin einer guten Bekannten und die Dalmatinerhündin meiner Schwägerin.
    Mailo heisst die Französische Bulldogge meines Arbeitskollegen, ihr Kumpel, ein Mops-Jack Russell Mischling heisst Dandy.

    Buddies gibts in meiner Umgebung auch einige, vom Rottweiler bis zum Schnautzer, mind. 4 Hunde heissen so.

    Katzen kenne ich tatsächlich 2 Minkas, alle anderen Kater von Freunden haben eher ungewöhnliche Namen, wie Herr Schlönzke, Batzen, Rabe, Casimir, Harvey und Alfie.

    • Ist es nicht so, dass Züchter nach System benennen? Im ersten Wurf alle Geschwister mit A, im zweiten mit B usw.?

      Bei Katzen ist man wahrscheinlich etwas grosszügiger mit ausgefallenen Namen, weil sie im Zweifelsfall sowieso nicht drauf hören.

    • Das ist wohl so (z.B. bei Jack, Janina und Jules gut vorstellbar). Trotzdem sieht die Top-Liste für mich nicht nach Züchternamen aus. Das Gros der Tiere kommt wohl nicht aus einer Rassezucht bzw. viele benennen die Tiere dann noch um.

      Gerade bei Hunden ordne ich einige der genannten Namen übrigens bestimmten Rassen zu. Ein Bruno ist für mich z.B. ein schokobrauner Labrador, Otto passt perfekt für einen Mops, Jack fällt mir (etwas phantasielos) zum Jack-Russell-Terrier ein 🙂 Ein Kater namens Tiger ist bestimmt auch getigert.

    • Es kommen ja auch nicht alle Hunde vom Züchter, und bei Katzen ist der Tierheim-Anteil sicher noch grösser.

      Vielleicht verbindet man einen Namen auch mit der ersten Rasse, in deren Verbindung man ihn kennengelernt hat? Für mich z.B. bleibt Otto immer ein Foxterrier.

      ” Ein Kater namens Tiger ist bestimmt auch getigert.”
      – Deshalb hiess meiner ja auch Panther .

  6. “ Ein Kater namens Tiger ist bestimmt auch getigert.“

    Hm – der Vater meines Katzen hiess Schneemann und war ein pechschwarzer Kater… 😀

Schreibe einen Kommentar