Vornamenlisten der Schweiz 2016

Das Bundesamt für Statistik (BFS) der Schweiz hatte jahrelang ein Web-Tool zur Suche in den Vornamenstatistiken zur Verfügung gestellt. Aus Sparsamkeitsgründen wird das Tool nicht mehr angeboten. Die Firma snowflake productions gmbh hat das interaktive Tool auf Basis der frei zugänglichen Daten neu programmiert und stellt es unter der Adresse vornamen.opendata.ch kostenlos zur Verfügung.

Das Tool wurde zwar gestrichen, eine detaillierte Vornamenstatistik gibt es aber von der BFS weiterhin. Dabei wurden unterschiedliche Schreibweisen (zum Beispiel Sofie und Sophie) als separate Vornamen gezählt.

Hier die Liste für die gesamte Schweiz für den Geburtsjahrgang 2016:

Mädchen Jungen
  1. Mia
  2. Emma
  3. Elena
  4. Sofia
  5. Lena
  6. Emilia
  7. Lara
  8. Anna
  9. Laura
  10. Mila
  11. Lina
  12. Giulia
  13. Julia
  14. Sara
  15. Nora
  16. Sophia
  17. Leonie
  18. Lea
  19. Alina
  20. Nina
  1. Noah
  2. Liam
  3. Gabriel
  4. Luca
  5. Leon
  6. Elias
  7. David
  8. Samuel
  9. Louis
  10. Julian
  11. Matteo
  12. Ben
  13. Leandro
  14. Jonas
  15. Levin
  16. Nico
  17. Leo
  18. Diego
  19. Tim
  20. Alessio
Matterhorn © huci – fotolia.com

Matterhorn © huci – fotolia.com

Das BFS hat außerdem noch separate Vornamenranglisten für die verschiedenen Sprachregionen erstellt:

Mädchennamen

Deutsch Französisch Italienisch
  1. Mia
  2. Emma
  3. Emilia
  4. Leonie
  5. Elena
  6. Lena
  7. Anna
  8. Alina
  9. Sophia
  10. Laura
  11. Julia
  12. Lina
  13. Lea
  14. Mila
  15. Lara
  16. Elin
  17. Sara
  18. Sofia
  19. Nora
  20. Lia
  1. Emma
  2. Alice
  3. Eva
  4. Mia
  5. Chloé
  6. Sofia
  7. Léa
  8. Zoé
  9. Mila
  10. Charlotte
  11. Lara
  12. Louise
  13. Anaïs
  14. Alicia
  15. Giulia
  16. Olivia
  17. Camille
  18. Nora
  19. Elena
  20. Jade
  1. Sofia
  2. Giulia
  3. Mia
  4. Sophie
  5. Emily
  6. Nora
  7. Alice
  8. Aurora
  9. Emma
  10. Nicole
  11. Noemi
  12. Gaia
  13. Sara
  14. Martina
  15. Melissa
  16. Elisa
  17. Arianna
  18. Giada
  19. Giorgia
  20. Amélie

Jungennamen

Deutsch Französisch Italienisch
  1. Noah
  2. Leon
  3. Luca
  4. Elias
  5. Liam
  6. Ben
  7. Julian
  8. David
  9. Levin
  10. Nico
  11. Samuel
  12. Nino
  13. Jonas
  14. Tim
  15. Leandro
  16. Matteo
  17. Dario
  18. Gian
  19. Jan
  20. Louis
  1. Gabriel
  2. Liam
  3. Louis
  4. Nathan
  5. Lucas
  6. Arthur
  7. Nolan
  8. Noah
  9. Enzo
  10. Léo
  11. Thomas
  12. Samuel
  13. Jules
  14. Théo
  15. Matteo
  16. Luca
  17. Ethan
  18. Maxime
  19. Adam
  20. David
  1. Leonardo
  2. Liam
  3. Enea
  4. Noah
  5. Edoardo
  6. Alessandro
  7. Elia
  8. Gabriel
  9. Mattia
  10. Gioele
  11. Nathan
  12. Samuele
  13. Gabriele
  14. Lorenzo
  15. Matteo
  16. Tommaso
  17. Andrea
  18. Davide
  19. Diego
  20. Giacomo

Quelle: Bundesamt für Statistik, Sektion Demografie und Migration, Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

31 Kommentare zu "Vornamenlisten der Schweiz 2016"

  1. Jan sagt:

    Aus Sparsamkeitsgründen […]

    Die Schweizer gelten ja als geschäftstüchtiges und sparsames Völkchen. Offensichtlich gilt das auch für Buchstaben. Wenn schon Charlotte und Alessandro in den Listen lang wirken, na…

    Oder muß man da für Vornamens-Buchstaben – anders als für Schwarzgeld aus dem Ausland oder Briefkastenfirmen – Steuern zahlen?

  2. Mark sagt:

    Bei bairischen und österreichischen Namenslisten spürt man so ein bisschen, dass da noch ein gewisser Kulturkonservatismus herrscht, mit Namen wie Anna, Maximilian, Lukas, und Co. hoch in der Beliebtheitsskala. In den Schweizer Namensstatistiken spürt man das nicht–da scheint alles nur neue Mode und eher international zu sein. Ein Mentalitätsunterschied? Eigentlich stelle ich mir meistens die Schweiz auch als eher kulturkonservativ vor. Aber zum Teil sind die Schweizer ja Calvinisten, und da kann man nicht so viel kulturelle Tiefenverwurzelung erwarten wie in katholischen Gegenden.

    Am besten finde ich eigentlich die italienischsprachige Jungennamenliste: Namen wie Lorenzo, Tomnmaso, Mattia, Edoardo, Giacomo und Leonardo finde ich in einem italienischsprachigen Kontext sehr schön. Dass der Mädchenname Mia in der italienischsprachigen Schweiz gut ankommt, finde ich überraschend. Auch Sophie und Emily passen nicht ins sprachliche Bild.

    Namen wie Elin, Jan, Tim, Ben und Liam passen für mich überhaupt nicht zur Schweiz.

    • Jan sagt:

      Ein Mentalitätsunterschied? Eigentlich stelle ich mir meistens die Schweiz auch als eher kulturkonservativ vor. Aber zum Teil sind die Schweizer ja Calvinisten, und da kann man nicht so viel kulturelle Tiefenverwurzelung erwarten wie in katholischen Gegenden.

      Für uns monokulturelle deutsche Provinzler sind die Schweizer (noch vor den Österreichern!) vielleicht das rätselhafteste und geheimnisvollste aller europäischen Völker!

      Die absolute Beliebigkeit der deutsch-schweizerischen Ersten-Liste war mir ja auch gleich aufgefallen. Sogar Emma wirkt da optisch schon lang!

      Es mag vielleicht Unterschiede zwischen der katholischen Innerschweiz (die Urkantone um den Vierwaldstädter See) und der protestantischen und wirtschaftlich mächtigen Nordwestschweiz (Zürich und Bern – die sich wiederum gegenseitig verabscheuen) gegeben. Stichwort Sonderbundskrieg…

  3. Tai sagt:

    (Wir) schweizer Eltern vermeiden zu lange Namen aus naheliegenden Gründen. Die meisten Namen werden zu stark verkürzten Spitznamen, die zum Teil sehr hässlich klingen. Beispiel: Daniel, je nach Kanton Dani oder Dänu.
    Joel= Schöggu
    Tanja=Tane
    Walter = Wäutu, Wauz, Wäde

    Die meisten Namen auf der Liste kann man schlecht verunstalten.

    • Maria Th. sagt:

      Ok, das ist ein stichhaltiges Argument, wenn man sich die Abkürzungsbeispiele anschaut. 😀

    • Jan sagt:

      Na gut, gegen die Scheußlichkeiten der „schwyzerdüütschen“ Dialekte hilft keine Theriak – sondern vermutlich wirklich nur noch Schnaps oder Opium.

      Aber auch der von uns Deutschen als typisch schweizerisch empfundene Urs wird ja zu dem unappetitlichen „Üli“ (zumindest in der Gegend um Winterthur), und kürzer als Urs geht es eigentlich kaum.

      Ich meine, die Schweizer wären in dieser Hinsicht besser damit beraten, sich an den Gepflogenheiten der deutschen Hochsprache zu orientieren.

    • Tai sagt:

      Ueli ist keine Abkürzung von Urs, sondern ein eigenständiger Name. Bei Urs wäre es Ürsu.

      Wäre ja langweilig, wenn alle Hochdeutsch sprächen.

      Wieso scheusslich? Weil Sie es nicht verstehen? Ziemlich ignorant…

    • Jan sagt:

      Na, Ürsu ist natürlich viel hübscher als Üli. 😉

      Tut mir also leid. Ich hatte es aber ja auch vorsichtig und eingrenzend formuliert… Eine olle Freundin vor mir, gebürtig in Böhmen, sozialisiert in Österreich, hat sich vor Jahren in die Schweiz verheiratet, und zwar an einen Urs aus der Gegend von Winterthur. Sie hat dann mir gegenüber schon über den Namen Urs gelästert und erst recht über die Kurzform Üli, die man da auf Schwiizerdüütsch beim sommerlichen „Grillieren“ verwendet haben soll. Sie hat sich seither auch immer geweigert, Schwyytzerdütsch zu lernen, weil es halt so bescheuert klingt.

      Wieso scheusslich? Weil Sie es nicht verstehen? Ziemlich ignorant…

      Weißt Du, ich wäre oft genug schon froh, wenn ich Hochdeutsch nicht verstände.

      Tut mir leid, Schietzerdütsch oder Deutsch mit schweizer Akzent klingt in deutschen Ohren nun einmal lächerlich. Wollte ich es ändern, ich könnte es nicht.

    • Maria Th. sagt:

      „Ueli ist keine Abkürzung von Urs, sondern ein eigenständiger Name“
      Das wusste ich gar nicht. Ich dachte immer, das wäre die Schweizer Form von Uli/Ulrich.

    • Maria Th. sagt:

      In der Diskussion zwischen euch beiden, Tai und Jan, fällt mir auf, dass Tai im ersten Beitrag selbst von „Spitznamen, die zum Teil sehr hässlich klingen“ spricht, andererseits aber antwortet „wieso scheusslich? Weil Sie es nicht verstehen? Ziemlich ignorant“.
      @ Tai: Kannst du das näher erläutern, warum?

    • Jan sagt:

      Maria Th., Du bist eine Deeskalations-Weltmeisterin! 🙂

      Schaut: Deutschland in Gestalt der heutigen BRD hat 9 Nachbarstaaten – auf Erden hat nur Rußland mehr, nämlich derer 12. Von diesen 9 Nachbarn sind 8 in irgendeiner Weise kleiner als D. Nur F kann halbwegs mithalten. (Daß Österreich nicht zu D gehört, ist erst seit 1945 halbwegs klar.) Wo wären große Nachbarn, die über ihre kleineren Nachbarn natürlich doofe Witze machen, je beliebt? Es brechen da halt sofort Reflexe durch. Und das kreuzt sich dann mit dem Paradoxon, daß die Deutschen auch noch immer bei allen besonders beliebt sein wollen – eine deutsche Nationalkrankheit. Manchmal wünschte ich mir, ich wäre ein Serbe.

    • Mark sagt:

      Ich finde Hochdeutsch steril, Schwäbisch viel schöner, und Schwyzerdütsch noch viel schöner…. Schöner geht’s im Rahmen des Deutschen nur, wenn man total dialektal und ohne Verwässerung Bajuwarisch-Österreichisch spricht–dann ist die ästhetische Spitze des Deutschen erreicht.

      Sonst finde ich noch das Sächsische und Oberhessische besonders schön.

    • Jan sagt:

      Sächsisch mag ich auch… Schon aus Trotz gegen die ganzen doofen Witze darüber.

      Gut, jeder in D mag Bairisch und Österreichisch…

      Mein deutscher Lieblings-Akzent (neben dem Rest-Plattdeutsch in meiner Heimat) bleibt aber der Brandenburger Tonfall. Es ist einfach so herrlich schnodderig-rotzig-kotzig und unbeeindruckbar. „Wees ick doch nich!“ „Könn wa jetze ma zur Sache kommen?!“ „Klaas, mach et jut!“ „Dit is ne jroße Sache, wa?“ Hannovers Haßliebe zu den Preußen, vielleicht…

    • Knud sagt:

      Mir wollte mal eine Frau was Lustiges erzählen von ihrem Bayernurlaub. Das ging wohl darum, dass ein Einheimischer einen so starken Dialekt sprach, dass sie ihn überhaupt nicht verstand. Lustigerweise musste die Tocher der Frau mir das erklären weil die Frau einen so starken Thüringer Dialekt sprach, dass ich sie überhaupt nicht verstand.

      Ich habe grad überlegt, welche Dialekte ich am liebsten mag aber irgendwie mag ich überhaupt keine Dialekte.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Ich schließe mich hier einigen Vorrednern an, ich finde die Südostdeutschen Dialekte schön (inkl. Österreich, es geht um den deutschen Sprachaum). Bei der Karnevalsmusik ist Kölsch auch gabz schön, sonst mag ich rheinische Dialekte aber eher weniger.

    • Jan sagt:

      Knud, aber Du hast doch selbst einen norddeutschen Akzent. (Bei Promis bekommt man derlei eben mit. 😉 )

      Gut, man kann sich fragen, wo genau die Grenze zwischen Dialekt, Akzent und Tonfall etc. liegt.

      Rebecca Sophie, mit Kölsch ist das so eine Sache. Man hört es eigentlich nur noch im Karneval – eben in der Musik, den Slogans und den Büttenreden. De facto gesprochen wird es eigentlich nicht mehr – obwohl viele Kölner das mit stolzgeschwellter Brust behaupten. Und dann sind natürlich auch gleich die Schulmeister und die Rechthaber da: Sogar der erfolgreichsten Kölschen Karnevalsband, den „Höhnern“, ist schon vorgeworfen worden, „falsches Kölsch“ zu sprechen/singen. Die Lage des Kölschen ist ganz ähnlich wie die des Plattdeutschen in meiner alten Heimat: Es wird nur noch aus Lokalpatriotismus zu folkloristischen Zwecken als lebender Leichnam konserviert; im Alltag spricht man Hochdeutsch mit Akzent, garniert mit ein paar Floskeln.

      Ich höre ab und zu übrigens auch gerne Karnevals-Musik. Aber Vorsicht: FSK ab 1,2 Promille. 😀

      https://www.youtube.com/watch?v=TQpHUWnct4Y

    • Maria Th. sagt:

      Das ist dann wohl der Unterschied zum Bairischen: das wird noch aktiv gesprochen. In der Großstadt zwar rückläufig, aber auf jeden Fall noch vorhanden. In kleineren Städten und auf dem Land flächendeckend, wenn auch nicht zu 100 % natürlich. Und die meisten Bayern können sogar schriftdeutsch sprechen, wenn sie wollen. 🙂

    • Maria Th. sagt:

      Nachdem es gerade im ZDF anläuft: das Bairisch der Rosenheim Cops entspricht dem ganz normalen Umgangston. Gottseidank gabat’s ned alle Tag a Leich im richtigen Leben, sonst wäre Rosenheim schon längst ausgestorben. 😀

    • Jan sagt:

      Na, ich bezweifle aber schon, daß man heute in Ismaning, Rosenheim oder Passau, sagen wir mal, einen Leasing-Vertrag im jeweils lokalen Bairisch aushandeln würde.

      😀

    • Maria Th. sagt:

      Des kimmt ganz drauf o, konn durchaus sei‘, muaß aba ned.
      [Das kommt darauf an, es kann durchaus sein, muss aber nicht.]
      😀

    • Jan sagt:

      Tja, als Ex-Plattdeutscher habe ich den Vorteil, daß es seit hundert Jahren eine vollausgebildete Hochsprache gibt, die dem Niederdeutschen sehr ähnlich ist. Und damit kann man auch Leasing-Verträge mit der Firma Ismair aushandeln oder wissenschaftliche Abhandlungen verfassen, ohne daß es beknackt oder „schwitzerdüütsch“ wirken würde…

      Man versteht auf Anhieb wenig, hört sich aber sehr schnell ein und kann auch schnell mitlabern, zumal die Grammatik extrem simpel ist. Die jüngste und einfachste aller germanischen Sprachen…

      Kaiser Wilhelm und Ohm Krüger konnten sich ohne größere Probleme verständigen, indem Wilhelm eben von Hochdeutsch auf Pommersch-Platt umgeschaltet hat.

  4. Barbara sagt:

    Westfälisches Platt klingt in meinen Ohren eher wie eine Halskrankheit, zu niedersächsischem fehlt mir ein Klangbild, aber das schleswig-holsteinische liebe ich; es klingt nach einer eigenen Sprache und man hört es auch noch oft. (Also nicht nur bairisch…)
    Ein leichtes Sächseln mag ja noch in Ordnung sein, aber ausgeprägter Dialekt? Nein, danke! Und ganz unten auf meiner Beliebtheitsskala: das was der Berliner für Dialekt hält. Unhöflich, laut, vulgär.
    Dagegen klingt schwyzerdütsch noch zucker.

    • Jan sagt:

      Und jetzt warte ich nur noch darauf, daß sich hier ein Schweizerischer Schulmeister meldet, der darauf insistiert, daß es „Schwiitzerdüütsch“ heißen müsse, keineswegs hingegen „Schwyzerdüütsch“ – weil Schwyz ja nur ein Kanton der Schweiz sei. Alles schon erlebt.

      aber das schleswig-holsteinische liebe ich; es klingt nach einer eigenen Sprache und man hört es auch noch oft

      Natürlich. An Fischbrötchen-Butzen auf Sylt oder in Husum. Touristen-Beschallung, halt. Gesprochen wird das da auch nicht mehr.

    • Barbara sagt:

      Ich habe keine Ahnung, wie es an Fischbrötchen-Butzen auf Sylt oder Husum zugeht.
      Und für so merkwürdig habe ich die Läden, Märkte oder Veranstaltungen auch nicht gehalten, wo Menschen -oft mitten im Gespräch- ins Plattdeutsche wechseln…

    • Jan sagt:

      Na, wo ist denn nun der strukturelle Unterschied zwischen den von Dir erwähnten „Läden, Märkten und Veranstaltungen“ und den von mir erwähnten Fischbrötchen-Butzen? Richtig, es gibt keinen. Sag ich doch. Es geht in jedem Fall um die Bespaßung und Beschallung von reichen, grünen Lehrertypen aus der Mittelschicht, seien es nun Touristen oder dauerhaft Zugezogene.

      Plattdeutsch als wirklich lebende Sprache, die in den Familien gesprochen würde – das gibt es nicht mehr. Nicht mehr seit etwa den 50er-60er Jahren. Die Sprache ist tot, wie eben Kölsch auch.

      Schau: Meine Großeltern-Generation hat untereinander noch Platt gesprochen. Meine Mutter (Jg. 44) hat Hochdeutsch erst in der Schule gelernt. Ich meine schon einigermaßen zu wissen, wovon ich hier rede. Und auf mich wirkt dieses Touristen-, „Veranstaltungs-“ und Fischbuden-Platt einfach sowas von arschverkniffen gequält, peinlich und lehrerhaft…

  5. Jan sagt:

    @ Tai

    Zur Begütigung und weil mir meine Disse gegen die Schweizer selbst leid tun 🙁 :

    https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/karlderkuehne106.html

    15 grandiose Audiominuten… Ich habe mir das selbst x-fach angehört.

  6. Barbara sagt:

    Bäcker? Wochenmarkt?
    War der Fisch in der Fischbutze vielleicht nicht mehr so ganz in Ordnung?

    • Jan sagt:

      War der Fisch in der Fischbutze vielleicht nicht mehr so ganz in Ordnung?

      Aber nein, die Kunden an diesen Fischbuden sind doch reiche, grüne Grauköpfe aus Hessen oder Schwaben, die sofort ihren Anwalt einzuschalten wüßten, wenn da was nicht stimmte. 😉 Aber sie bezahlen halt gerne mal 2 Euro mehr, wenn es besonders urtümlich, „autochthon“, also in diesem Fall „plattdeutsch“, zugeht. Toskana-Fraktion Light, sozusagen.

      Reiche Mittelschicht-Typen, die sich nichts Scheußlicheres vorstellen können als „Lachsersatz“ oder „Zuchtslachs“ – und denen dann eben ihr Brötchen für zehn Euro erst mit einem plattdeutschen Schnack vom „einheimischen“ Fischhändler so richtig lecker gemacht wird. (Obwohl der Fisch natürlich auch im wesentlichen aus dem Nordpazifik kommt und per Kühl-Container um die halbe Welt geschippert wurde.)

  7. Barbara sagt:

    Tja, wie gesagt, mit Fischbutzen kenne ich mich leider nicht so aus…

    • Jan sagt:

      Wohl hingegen schon mit „Läden, Märkte[n] oder Veranstaltungen“, nicht wahr?

      Also, an den Fischbutzen ist es eigentlich das gleiche Publikum: 60-70 Jahre alt, graue Haaren, Wampe, haben viel Geld und wählen grün. Flüchtlingshelfer-Visagen, halt. Die kennst Du aber schon, gib’s zu, von den „Wochenmärkten“ und den „Veranstaltungen“. Vielleicht etwas legerer als auf den „Wochenmärkten“, auf denen Trüffelöl, „Craft Beer“ und Olivenholz-Schnitzereien verkauft werden.

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