Interview mit dem Autor Malte Welding

Der Berliner Autor Malte Welding hat ein neues Wort erfunden: Sekundenschaf. Damit hat er der Augenblicksdummheit einen Namen gegeben, den flüchtigen Gedanken, die so doof sind, dass man es im nächsten Moment selbst merkt. Nach dem erfolgreichen Buch „Sekundenschaf – dumm für einen Augenblick“ hat Malte Welding jetzt weitere lustige Gedankenaussetzer herausgebracht: „Hat deine Mutter Kinder? Neue Sekundenschafe“. Zwar hatte ich einige der Geschichten schon vor Jahren als Blondinenwitz erzählt bekommen, der überwiegende Teil des Buches ist aber wirklich originell und lustig. Ein Sekundenschaf handelt sogar von Vornamen!

Malte Welding. Foto: privat

Malte Welding. Foto: privat

Interview

Der Autor hat mir einige Fragen zu seinem Vornamen beantwortet:

Wie lautet Ihr vollständiger Vorname?

Niels Malte Welding

Wie werden Sie genannt?

Malte

Mögen Sie Ihren Vornamen? Wie würden Sie lieber heißen?

Als Kind habe ich meinen Eltern einen Vorwurf daraus gemacht, mich nicht Peter genannt zu haben. Denn kein Kind weit und breit hieß Malte – und ich wollte lieber nicht mit einem auffälligen Namen durch die Gegend laufen. Heute bin ich mit Malte völlig einverstanden.

Wissen Sie, warum Ihre Eltern Sie so genannt haben?

Niels heißt mein Vater. Malte heiße ich nicht wegen Rilkes Malte Laurids Brigge, sondern weil meine Eltern im Abspann eines Fernsehfilms den Namen des Schauspielers Malte Jaeger gesehen haben.

Wie sind Sie auf die Namen Ihrer Kinder gekommen?

Der Älteste (3) heißt nach meinem Großvater väterlicherseits, der Name des Jüngsten (10 Monate) ist das Ergebnis einer etwa 9monatigen Recherche durch 3 Namenslexika und auch diese Seite.

Wann haben Sie sich für die Namen entschieden?

Bei beiden erst nach der Geburt. Wir wollten sehen, ob die Namen zu den kleinen Nasen passen.

Hat deine Mutter Kinder?

Hat deine Mutter Kinder? Neue Sekundenschafe
Autor: Malte Welding
Verlag: rororo
256 Seiten
ISBN: 978-3-499-63197-9

Thema: Interview

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

37 Kommentare zu "Interview mit dem Autor Malte Welding"

  1. mgl sagt:

    zu den Nasen?…

    darf ich nun auch Wörter erfinden? bitte sag ja. vielleicht kann man damit Geld verdienen.

    …Versuch wäre es denke ich wert.

    um zurück zum eigentlichen Thema zu kommen: Hulmphrp.
    das ist wie bekannt der Name der mir Rätsel aufgibt und Namen sind teilweise eben auch erfundene Wörter. Wie eigentlich jedes Wort irgendwann einmal erfunden wurde.
    bisher: Humphrp (ohne das l) scheint als Familienname frühermal vorgekommen zu sein. als Vorname habe ich ihn nicht gesehen.

    • Knud sagt:

      Natürlich darfst du Wörter erfinden. Die Herausforderung besteht darin, die erfundenen Wörter zu etablieren. Und ein Geschäftsmodell zu finden, wenn du damit Geld verdienen willst.

    • Jan sagt:

      Junge heißt Knollo (alter friesischer Name 😉 ), Mädchen heißt Zinka. 😀

    • Maria Th. sagt:

      …oder Nasrin oder Nazan 😀


      zu der Sache mit Hulmphrp: wir hatten ja neulich mal bei den Babynamen der Woche 46/2016 „Toffifee“, wo ich die These aufgestellt habe, dass es sich evtl. um einen Code-Namen handeln könnte. An Hulmphrp hatte ich gar nicht mehr gedacht, aber das könnte natürlich ebenfalls ein Familiencode sein, damit Freunde und Verwandte das Baby im Internet betrachten können, aber nicht gleich jeder den Namen kennt. Finde ich eigentlich sehr naheliegend.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Seltsamerweise habe ich mal gelesen, dass die meisten Menschen im offiziellen Gebrauch häufiger den Artikel nutzen als im Alltag. Ich hätte das eher andersherum eingeschätzt, und würde sagen, dass ich das auch das eben anders als erwähnt mache, auch wenn ich normalerweise natürlich nicht darauf achte.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Jetzt ist der Kommentar im falschen Thread gelandet, der gehört eins darunter.

    • Jan sagt:

      Seltsamerweise habe ich mal gelesen, dass die meisten Menschen im offiziellen Gebrauch häufiger den Artikel nutzen als im Alltag.

      @ R.S.

      Es gibt ja auch noch den ganz bürokratischen Sprachgebrauch des Nachnamens mit Artikel: „Nach Angaben des Bähre war er nicht am Tatort zugegen, hingegen weisen DNA-Spuren…“

    • mgl sagt:

      Sendung mit der Maus: Das ist der Christoph.
      (also es ist DER Christoph. andere Christophe sind keine Christophe.)
      dabei wird(fürs Kind vereinfacht) Christoph als Variablenbezeichnung genutzt.
      anstatt das ist der „komische Mann der den Versuch durchführen muss“

    • mgl sagt:

      halt! zweiter Teil abgestürzt.
      das Beispiel „der Christoph“ kommt nur am Anfang in dieser Formulierung vor. Wenn Christoph vorgestellt wird als Versuchskaninchen oder was weiß ich.
      Danach nur noch „Christoph macht dieses jenes,…“

    • Jan sagt:

      @ mgl

      „Der Christoph“ wird für mich bis ans Ende meines armen irdischen Daseins der Rettungshubschrauber „Christoph 4“ bleiben, stationiert bei der hiesigen Medizinischen Hochschule Hannover. #johanniter #zivis #sanis „Fahrt ma nebenbei zum Christoph rüber und holt die leeren Sauerstofflaschen ab…“ Oder sowas…

      Noch heute, wenn ich den Christoph in der Luft sehe (mittlerweile eine andere, neuere Maschine als damals die olle Bell UH1), freue ich mich, daß es so etwas in Deutschland gibt – und frage mich doch, wo er wohl gerade wieder hinfliegt. :-/

    • mgl sagt:

      ja. kenn ich auch. nicht persönlich. aber weißt schon.

      die Alternative wäre natürlich: einfach etwas zu sagen, was schon vorgefertigt ausformuliert ist. das mag dann zwar nicht der eigene Gedanke sein, aber man steht gut da. (gut bedeutet hier: Qualität = mittelmäßiger Klaus, aber fällt nicht auf)
      kann man das vertreten? ich denke das geht nur bei sinnlosen Meinungsumfragen oder dreist-neugieriger Mitmenschen und vergleichbaren Situationen.
      Mein Gott! ich mein erst lernt man was und dann soll man es aber nicht etwa anwenden umsetzen sondern direkt wieder inkrementieren und verleugnen.

      wenn ich aufpasse im Alltag, so gut ich halt kann, nutzt das doch der Gesellschaft mehr oder genauso viel wie eine weitere Puppe. tschüss.

    • Maria Th. sagt:

      Kann man nicht einfach beide Formen, also Vorname mit oder ohne Artikel, gleichwertig nebeneinander benutzen, ohne dass jemand aus dem Norden Brechreiz bekommt (damit meine ich nicht nur Jan, sondern auch die Leute aus dem anderen Artikel, den ich unten schon erwähnt habe)?
      Wenn man so will, müssen wir Süddeutschen ja auch „aushalten“, wenn wir ohne Artikel mit Vornamen angesprochen werden. Das sind einfach Sprachtraditionen, da braucht sich doch keiner verbiegen, das tut niemand weh, also leben und leben lassen, Leute!

    • Jan sagt:

      Wenn man so will, müssen wir Süddeutschen ja auch „aushalten“, wenn wir ohne Artikel mit Vornamen angesprochen werden. Das sind einfach Sprachtraditionen, da braucht sich doch keiner verbiegen, das tut niemand weh, also leben und leben lassen, Leute!

      Maria Th., völlig d’accord! 🙂

      Es regt sich doch auch im Norden niemand auf, wenn Ihr im Süden das (oder irgendwas anderes) so oder so sagt! 🙂 Und umgekehrt natürlich auch.

      Aber hier im Norden (also „intern“) wird dieses „der Jonas“ gewissermaßen vom Dialekt zum Soziolekt – es klingt in vielen (auch nicht in allen) Sprechsituationen nach Lehrer-, Psycho- und Sozialarbeiter-Jargon. Ob es nun ursprünglich aus Bayern oder von sonstwo kommt und da „normal“ ist, ist in diesem Zusammenhang unerheblich. Hier ist es das oft nicht.

      Also: Dialekt und Regionalismus ist immer in Ordnung. Aber Soziolekt führt eben auch immer zu Reibereien und Naserümpfen.

    • Jan sagt:

      Nachtrag: Und natürlich ist es auch völlig in Ordnung und keineswegs befremdlich, wenn jemand aus Bayern in Hannover oder in Bremen „der Immo“ und „die Antje“ sagt – das gehört eben zu seinem Akzent, den er natürlich fast immer genauso hat, wie man auch mit lupenreinem Hochdeutsch (und nicht nur mit einem norddeutschen Missingsch) in Bayern sozusagen einen Akzent hat. In der Tat, gegenseitige Duldsamkeit und Langmut sind angezeigt. 🙂

      Nur wie gesagt: wenn dieses dialektale Element aus dem Süddeutsche dann in Norddeutschland aus irgendwelchen Gründen zum Element eines Soziolekts wird, hat das die erwartbaren Folgen: Leute, die die jeweiligen Schichten nicht mögen, mögen auch deren Spracheigenheiten nicht.

    • Maria Th. sagt:

      Da sind wir uns schon einig, Jan. Nur bei uns fällt das nicht als Soziolekt von Lehrern, Sozpäds u.ä. auf, weil eben alle so reden. 😉
      Sprachliches Sozpäd-Indiz bei uns wäre „’n Stück weit“ (möglichst norddeutsch ausgesprochen) 😀

    • Maria Th. sagt:

      Und mit Brechreiz habe ich vor allem auch die Leute im anderen Artikel gemeint, die bei einem Vornamen mit Artikel eben diesem Brechreiz unterliegen.
      http://blog.beliebte-vornamen.de/2009/05/gehort-vor-einen-vornamen-ein-artikel-oder-nicht/#comment-6233

    • Jan sagt:

      Sprachliches Sozpäd-Indiz bei uns wäre „’n Stück weit“ (möglichst norddeutsch ausgesprochen)

      😀

      Auf Parteitagen der Grünen ist das „’ne“ ein absolutes Muß und ein Sozialmarker. Es darf auf keinen Fall „einen Antrag einbringen“ oder „eine Petition schreiben“ heißen – es muß „’nen Antrag“ und „’ne Petition“ heißen. Das ist so wichtig wie die Kutten beim Hells Angels-Treffen und erfüllt auch die gleiche Funktion.

    • Jan sagt:

      Und noch etwas: Das mit dem „Brechreiz“ (unter dem Link von Dir…) finde ich auch unmöglich. Es schickt sich nicht, über die Sitten und Gebräuche seine Wahlheimat (und das war es in dem Fall ja wohl) öffentlich schlecht zu sprechen, jedenfalls nicht so schlecht. :-/ Sie wird ja nun kaum mit vorgehaltener Maschinenpistole gezwungen worden sein, sich in Rheinland-Pfalz anzusiedeln.

      (Und überhaupt ist Spalterei unter den deutschen Stämmen von Übel. Aber das ist im Grunde ein politisches Statement, daher in Klammern und als eigener Absatz.)

  2. Clemens sagt:

    Der Autor, des Autors, dem Autor, den Autor. Einen „Autoren“ gibt’s nicht! 😉

    • Jan sagt:

      Mir wäre das niemals als Fehler aufgefallen, und ich bezweifle sehr, daß es einer ist. Und wenn doch, ist er Banane.

    • Jan sagt:

      Ach, lehrerhafte Korinthenkackerei. 🙄 Ich hätte so etwa niemals weglektoriert, auch wenn es mir aufgefallen wäre. Gott schütze uns für solchen Lektoren – okay, möglicherweise ein Fall für den Korrektor, aber diesen Berufsstand gibt es ja in der BRD nicht mehr. Die deutsche Sprache hat wirklich grö0ere Probleme, es lohnt sich nicht, wegen so einem Pillepalle auch nur für einen Blog-Kommentar in die Tasten zu hauen.

    • Maria Th. sagt:

      Wo er recht hat, hat er recht, der Clemens.

      Das ist, wie mir gerade auffällt, ein Fall, bei dem der Artikel vor dem Vornamen unerläßlich ist. Ohne den Artikel funktioniert der Satz nicht bzw. bekäme eine andere Bedeutung (nämlich dass dann Clemens direkt angesprochen würde und nicht nur genannt wird. Kann man ausprobieren:
      Wo er recht hat, hat er recht, der Clemens -> Clemens hat recht.
      Wo er recht hat, hat er recht, Clemens -> Clemens wird mitgeteilt, dass eine andere Person („er“) recht hat.

      Das Thema hatten wir erst vor einigen Tagen in Gehört vor einen Vornamen ein Artikel oder nicht?

    • mgl sagt:

      ja, weil Clemens in dem Fall dann „der Beruf“ von Clemens ist.

      also so ähnlich, Maria Theresia, wie du von der Bäuerin (als Titel) erzählt hast.

      angenommen der Name ist Clemens Schneider, könnte man sagen:
      Da hat er recht, der Schneider.

      und Namen sind oftmals aus Berufen entstanden. so.
      heute gibts weniger Handwerker und viel mehr Leute sprechen sich mit Vornamen an.

    • mgl sagt:

      Interview mit einem Bären: dann wäre aber alles ok.

      Frag den Hasen und höre vom Affen.
      tschaui!

    • Jan sagt:

      Aber wo ist das Problem?

      Standarddeutsch wäre:

      „Wo Clemens recht hat, hat er recht.“ Oder einfach: „[Ich stimme Clemens zu.] Wo er recht hat, hat er recht.“

      Das Problem entsteht überhaupt durch diese kumpelhalfte südddeutsche Masche, unbedingt den Vornamen hinterherklappen lassen zu müssen. „Der guade, oide Franz“

    • Maria Th. sagt:

      Ich hab ja kein Problem damit 🙂
      und das ist auch keine Masche, sondern so reden wir, das ist nicht aufgesetzt.

    • Jan sagt:

      @ mgl

      Interview mit einem Bären: dann wäre aber alles ok.

      Ich finde auch, daß sich der Nachname mit Artikel in bestimmten Sprechsituationen weniger süddeutsch anhört als der Vorname mit Artikel: „Da steckt doch wieder mal die Behrens dahinter!“ „Der Behrmann ist schon ganz in Ordnung.“

    • Maria Th. sagt:

      Interview mit einem Bären: dann wäre aber alles ok.

      Ich glaube, mgl bezieht sich hier nicht auf die Frage „Vorname mit Artikel oder nicht“, sondern auf die korrekte Deklination und spielt auf „den Autoren“ an. Stimmt’s, mgl?

    • mgl sagt:

      ja. man kann auch sagen das ist die Akte Clemens.

    • Jan sagt:

      und das ist auch keine Masche, sondern so reden wir, das ist nicht aufgesetzt.

      Gut, dann ist es eben keine Masche, sondern eine Mentalitätsfrage, einfach eine Eigenheit oder sonstwas. Und es stimmt wohl auch, daß sich das auch nördlich des Limes verbreitet. (Elbowin hatte das hier mal notiert.)

      Aber es wirkt hier einfach erbärmlich, süßlich und gefühlig: „Hallo, ich bin der Martin…“ Oder eine Lehrerin: „Habt Ihr gehört, was die Lisa gerade gesagt hat?“ *kotz*

      Es kommt wirklich auf die Sprechsituation an.

    • Maria Th. sagt:

      Genau! 🙂

    • Maria Th. sagt:

      Zur ergänzung, bin grade zufällig drauf gestoßen:
      http://blog.beliebte-vornamen.de/2013/05/interview-thomas-scholtyssek/
      hier richtig: Interview mit dem Autor 😀

    • Jan sagt:

      Demnächst in diesem Blogge:

      Interview mit dem vom Autoren Goethe her bekannten jungen Werthern, der sich gemeinsam mit dem pensionierten Tatorts-Kommissaren Kainen über das Fehlen eines Vornamens beklagt.

      Und jetzt im Ernst und nochmals: Ich halte es angesichts der Probleme, die die deutsche Sprache heute hat (nämlich zum Beispiel das Eindringen von offenen und versteckten Anglizismen oder der fortschreitende Analphabetismus selbst der akademischen Jugend) für kleinkarierten Quatsch, mit hämischem Schullehrer-Zeigefinger auf derart läßliche Lapsus wie die Verwechslung von starker und schwacher Deklination zu zeigen. Und wie seit Jahrzehnten schon im Internet wird dann jede Borniertheit noch mit diesem bescheuerten Zwinker-Smilie garniert. Meine Fresse, wie ich Lehrer-Visagen hasse.

  3. Clemens sagt:

    Eine so heftige Reaktion auf so eine Kleinigkeit lässt auf tiefer liegende Probleme schließen.

Kommentieren