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Gehört vor einen Vornamen ein Artikel oder nicht?

Bastian Sick klärt in seiner Spiegel Online-Kolumne Zwiebelfisch die Frage, ob “Helmut und Karin” oder “der Helmut und die Karin” richtig ist:

Meine Freundin Jana hörte es überhaupt nicht gern, wenn ihr Name in Verbindung mit einem weiblichen Artikel genannt wurde. Denn allzu leicht konnte der falsche Eindruck entstehen, sie heiße Diana. “Es heißt nicht die Jana, sondern einfach nur Jana”, musste sie immer wieder klarstellen. Einige nannten sie deswegen sogar schon Lady Di(e). Ich kann verstehen, dass einem das auf Dauer lästig wird.

Tatsächlich ist die Sprachlandschaft in Deutschland geteilt. Im Süden wird dem Vornamen grundsätzlich ein Artikel vorangestellt, im Norden ist das nicht verbreitet. Der genaue Verlauf dieser Sprachgrenze ist nicht genau bekannt, wohl aber einige Ausnahmen. So werden die weiblichen Vornamen im Rheinland und im Saarland mit dem bestimmten sächlichen Artikel versehen. Statt hochdeutsch “das” heißt es dort mundartlich “dat” (Rheinländisch) bzw. “es” (Saarländisch).

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17 Kommentare zu „Gehört vor einen Vornamen ein Artikel oder nicht?“

  • Jana sagt:

    Ich kenne das Problem das manche Menschen nicht Jana sondern Diana sagen. Ich finde das ziemlich blöd, weil ich nicht Diana sondern Jana heiße.

  • Maren sagt:

    Es geht noch schlimmer. Vorweg muss ich informieren: ich komme aus dem Süden Deutschlands.

    Kürzlich fragte mich jemand beim Blick auf eine Einladungsliste (keine Liste von mir, aber die fragende Person wusste, dass ich die meisten Leute von der Liste kenne):
    “Wer ist denn die Jana?”
    Und ich antwortete: “Keine Ahnung. Ich kenne keine Jana.”
    Ich hab einige Sekunden gebraucht, bis ich das Missverständnis bemerkte: “Ach so, Du meinst die Diana…!”

    Bei uns heißt eine Diana eben gern mal Didiana. ;-)

  • Udo Wollenhaupt sagt:

    Es ist schlicht und einfach eine Höflichkeitsgeeste, vor einem Namen keine Artikel zu setzen. Damit wird verhindert, dass man eine Person mit einem Gegenstand gleichstellt. Ausserdem ist ein Name schon ein Artikel. Warum also doppelt moppeln? Ich jedenfalls möchte nicht mit einem Gegenstand gleichgestellt werden.

    Gruß
    Udo Wollenhaupt

  • Udo Wollenhaupt sagt:

    Liebe Leserein, lieber Leser,

    einen Artikel vor einen Namen zu setzen ist nicht nur nicht nötig, denn ein Name ist bereits ein Artikel, warum also doppelt moppeln, soindern es ist schlicht und einfach unhöflich eine Person mit einem Gegenstand gleichzusetzen. Ich bin nicht der Udo, sondern ich bin Udo.

    Gruß
    Udo Wollenhaupt

  • Heike Werneburg sagt:

    Danke Herr Wollenhaupt. Ich komme aus Thüringen und dort ist es gänzlich unüblich, dass vor den Vornamen noch ein Artikel gestellt wird. Ich bin nun hier in RLP gelandet. Leider ist es hier wohl üblich. Das trifft desöfteren meine Brechreizstelle, zumal ich stets damit zu tun habe, meinem Kind zu erklären, dass es eben so nicht geht.

    Gibt es denn andere Länder wo man einen Artikel vor einen Namen stellt? Mir scheint das bisher gänzlich unbekannt und eine deutsche Unart.

    • Thomas Marcus sagt:

      Hallo ihr armen Leuten, die nicht aus dem Süden kommen. Der Süden ist groß, da leben viele, viele Leute. Und die haben ihre eigene Sprachtradition seit vielen, vielen hundert Jahren. Das muss man eben akzeptieren. Auch, dass die Honig mig GGGG sprechen und nicht mit “ich”. Oder die Sache mit dem “haben” und “bin” gelegen, geschwommen etc.

      Wenn da einer Brechreiz bekommt oder das Sprachverhalten eines großen Teils der Deutschen als unhöflich bezeichnet, zeigt er nur mangelnde Toleranz, Hintergrundwissen und Höflichkeit. So, jetzt habe ich der Heike und dem Udo geantwortet.

    • Evelyne sagt:

      Klar, gibt es das auch in anderen Ländern. Bei uns in der Schweiz ist das normal, das man einen Artikel vor einen Namen stellt. Da heisst es halt dann zum Beispiel d’Sandra isst Pizza oder dä Lukas isst Pizza.Ich würde meinen, in österreich ist das auch oft so. Ich finds nicht schlimm. Es gibt schlimmere Probleme auf der Welt.

    • Rina sagt:

      Ich komme ebenfalls aus Thüringen und war es daher gewohnt, dass vor Namen kein Artikel zu stehen hat. Nun lebe ich aber in Hessen (und zwar weiter nördlich als zuvor!), hier sagt man “die” bzw. “der” vor jedem Vornamen. Für mich war das somit immer eher eine Ost-West- als eine Nord-Süd-Frage.

      Zum sächlichen Artikel bei Frauennamen: Das geht ja mal gar nicht! Ich empfände es als überaus erniedrigend, wenn mich jemand als “das” bezeichnete.

  • Peter Müller sagt:

    Besser “die Jana” als “das Jana”. Frauennamen mit einem sächlichen Artikel zu versehen, finde ich extrem unpassend.

  • Moni sagt:

    Ich auch. Ich habe zwei Jahre in Nordhessen gewohnt und mich sehr daran gestoßen, dort plötzlich sächlich zu sein. Außerdem klingt es auch einfach nicht schön.

    Ich selbst bemühe mich, Namen ohne Artikel zu verwenden. Ich empfinde es einfach als grob unhöflich und irgendwie auch ungebildet. Nachvollziehen kann ich es höchstens bei Namen, bei denen das Geschlecht des Trägers nicht eindeutig ist (Eine Freundin von mir heißt Kai), aber auch da nur Leuten gegenüber, die denjenigen nicht kennen.

  • Alex sagt:

    Das Problem hatten wir auch im Kindergarten. Die Kinder waren es so gewohnt, dass ein Artikel vor dem Namen stand, dass die Erzieherinnen immer wieder wiederholen mussten, dass wir ein Mädchen namens Dilara in der Gruppe hatten und eins mit Namen Lara und nicht “die große Lara” und “die kleine Lara”.

    Und so unhöflich finde ich es auch wieder nicht, wenn jemand einen Artikel vor einen Namen stellt. Damit wird doch verdeutlicht, dass man von einer bestimmten Person spricht und nicht alle anderen auch meint, die zufällig denselben Namen tragen.
    Sich selbst aber, wie im Beispiel von Herrn Wollenhaupt, als “der Udo” vorzustellen (oder gar als “ein Udo”) klingt dagegen irgendwie seltsam…
    Ist wohl Geschmackssache und gehört zu den vielen kleinen Feinheiten, die einen an einem fremden (oder sogar dem eigenen) Dialekt stören können.
    Ob „Vornamenartikel“ in anderen Sprachen auch so “üblich” sind, ist wirklich eine interessante Frage…

  • Baldur sagt:

    Also für mich klingt das Norddeutsche oft sehr affektiert und überheblich; die östlichen Dialekte dagegen eher etwas – pardon – “dumm-derb”. Aber das ist mein Bier und ich käme nie auf die Idee (wie manche Nord- und Ostdeutschen hier), anderen Menschen vorzuschreiben, wie sie zu sprechen haben. Im Süden sagt man “Wie geht’s eigentlich dem Peter?”, im Norden sagt man “Wie geht’s eigentlich Peter?” – basta! Da gibt’s kein “besser” oder “schlechter” und schon gar kein “geht mal gar nicht”. Schade, dass man das erwachsenen Menschen erklären muss! An Heike: Dein Kind tut mir leid!

  • Udo Wollenhaupt sagt:

    An alle die einen Artikel vor meinem Namen wünschen und an alle die mich dutzen. Es ist halt in unserer Sprache so geregelt (Duden/Wikipedia). Ich habe Regeln gerne. Sie erleichtern die Verständigung. Wenn jemand vor meinen Namen einen Artikel setzt, dann weiss ich, er achtet mich nicht. Und Jemand der mich ohne meine ausdrückliche Zusage dutzt, der gehört nicht zu meinem Umfeld. Er gehört der Blöd-Zeitunsfraktion an. Ferner habe ich diese Regel wärend meines Studiums in BW (Süddeutschland) expliziet so von meinen Dozenten nochmals mehrmals gelehrt bekommen vor Namen gehört kein Artikel. Das war unter den Studenten auch damals in den sechziger Jahren schon kein Streitthema.

  • leopoldi sagt:

    Leider sind wir hier im Internet, da wirkt es eher befremdlich wenn man siezt.

  • Magdalena sagt:

    Hier in Wien ist es ebenfalls völlig normal Artikel vor Namen zu stellen. Sowohl vor Vornamen als auch vor Nachnamen inkl. aller Titel. Hierzulande klingt es äußerst eigenartig zu sagen “Das war Peter.”. Ich selbst kann das gar nicht ohne automatisch einen künstlichen deutschen Dialekt anzuschlagen.
    Liebe Grüße aus dem Süden ;)

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