Die in Deutschland beliebtesten arabischen und türkischen Vornamen

Wie die Babys mit Migrationshintergrund heißen, das werde ich tatsächlich häufig gefragt. Ich habe zwar inzwischen mehr als eine Million Datensätze in meiner Babynamen-Datenbank, diese Frage kann ich leider trotzdem nicht beantworten. Ich weiß gar nichts über die Eltern, die die Vornamen vergeben haben und kenne somit auch nicht deren Herkunft.

Türkische Flagge © Cristal Oscuro - Fotolia

Foto © Cristal Oscuro – fotolia.com

Wie groß der Anteil fremder Vornamen in Deutschland ist, auch das werde ich häufig gefragt. Vergeblich, denn um das ausrechnen zu können, müsste ich meine Vornamensammlung zunächst systematisch nach der Herkunft klassifizieren. Bei mehr als 60.000 verschiedenen Vornamen ist das eine recht umfangreiche Arbeit, der ich bisher erfolgreich aus dem Weg gegangen bin.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat sich dem Thema angenähert und etwas Licht ins Dunkel gebracht, wenn auch nur für einen Teilaspekt. Die Sprachforscher haben aus ihrer Zusammenstellung von Deutschlands beliebtesten Vornamen die häufigsten herausgesucht, die arabischer oder türkischer Herkunft sind:

Mädchen Jungen
  1. Elif
  2. Layla / Leyla
  3. Nur / Nour
  4. Amina
  5. Amira
  6. Aliyah
  7. Zeynep
  8. Samira
  9. Meryem
  10. Medina
  1. Muhammed
  2. Ali
  3. Malik
  4. Yusuf
  5. Can
  6. Ilyas
  7. Emir
  8. Ahmet
  9. Hamza
  10. Amir

Bei der Gelegenheit möchte ich darauf hinweisen, dass ich meine Auswertung über den Vornamen Mohammed in Deutschland aktualisiert habe. Leider habe ich keine aktuelle und verlässliche Angabe dazu gefunden, wie viele der in Deutschland geborenen Kinder muslimische Eltern haben. Kann mir jemand helfen?

Thema: Statistik

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

15 Kommentare zu "Die in Deutschland beliebtesten arabischen und türkischen Vornamen"

  1. Mark sagt:

    Finde das Thema der islamischen Namen sehr interessant. Da mir selbst als Christ die religiöse Tradition eines Namens sehr wichtig ist, kann ich es gut nachempfinden, wie muslimische Familien mit geistlicher Bewusstheit aus ihrem islamischen Namensschatz schöpfen. Klanglich finde ich diese Namen auch eigentlich alle, oder fast alle, sehr schön, besonders Ahmet (wenn Achmet gesprochen).

    Nur stehe ich als Christ dem Islam natürlich geistlich sehr fern; deshalb kann ich mich da nur sehr bedingt identifizieren. Trotzdem interessiere ich mich auch für islamische Namen.

    Also, danke für das Mitteilen dieser Statistik, die erste ihrer Art, die mir bisher untergekommen ist….

    • lenchen sagt:

      bei Ahmet hätt ich mal wieder einen bösen Witz auf Lager:

      „Ahmet lach ned i hab meine tach ned“

      ok ok, bin schon still.

      (und Entschuldigung, wenn sich jemand beleidigt fühlt – keine Absicht)

    • Jan sagt:

      Es gab, habe ich mir sagen lassen, mal vor Jahren oder auch heute noch in BaWü so einen sehr populären Radio-Klamaukvogel, der live auf Sendung und als Stimmenparodist bei irgendwelchen Institutionen (Polizei, irgendwelche Service-Hotlines…) angerufen hat und da auf Trottel-Ausländer gemacht hat: „Is meine Name Ahmad und habe isch Problem…“ In Norddeutschland kannte man das kaum bis gar nicht, war aber wirklich witzig… Hat man mir damals Folgen zugeschickt und hab isch gelacht.

  2. Jan sagt:

    Ich hatte drauf gelauert, ob und was Mark zu diesem Artikel zu sagen hätte. 😀 Er hat natürlich wie immer angemessene Worte gefunden. 🙂

    Mir sind irgendwie merklich religiös inspirierte Namen freilich grundsätzlich unsympathisch. 🙁

    Was mir bei der Liste sofort aufgefallen war: Es sind, wenn ich mich nicht irre, eigentlich nur wenige Namen sofort einwandfrei als türkisch zu identifizieren: Can und Ahmet. Und Ahmet auch nur wegen der türkeitürkischen Schreibung mit –t.

  3. lenchen sagt:

    Zitat:
    Wie groß der Anteil fremder Vornamen in Deutschland ist, auch das werde ich häufig gefragt. Vergeblich, denn um das ausrechnen zu können, müsste ich meine Vornamensammlung zunächst systematisch nach der Herkunft klassifizieren. Bei mehr als 60.000 verschiedenen Vornamen ist das eine recht umfangreiche Arbeit, der ich bisher erfolgreich aus dem Weg gegangen bin.

    Ist es nicht schon schwierig, überhaupt bei einigen Vornamen genau ermitteln zu können, woher der Name stammt?
    Es gibt ja so viele Wortherkünfte und Meinungen, wo welcher Name das erste Mal vorkam bzw gibt es viele Namen, die in mehreren Ländern vorkommen, nur halt anders gesprochen/geschrieben.
    Als Beispiel kann ich meinen eigenen Vornamen hernehmen,
    Helene, Hélène, Eleni, Halina, Helen …. da kann man doch schwer sagen, in welcher Sprache der als erstes aufgetaucht ist.
    Bei Burschen fällt mir hier Michael ein, der doch sehr international ist.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Ich stimme dir vollkommen zu. Und gerade Kurzfomen haben ja häufig verschiedene Wurzeln, je nachdem von welchem Namen man sie ableitet.
      Interessanterweise gubr es sogar teilweise Namen, die in einer anderen Schreibweise bei gleichem Klang eine völlig andere Herkunft und Bedeutung haben.

    • lenchen sagt:

      Kannst du da ein Beispiel nennen?

    • Rebecca Sophie sagt:

      Bezüglich auf was?
      Was Namen mit gleichem Klang und verschiedener Schreibweise angeht fällt mir Fara(h) ein. Das kann sowohl ein arabischer oder persischer Mädchenname sein, der „die Glückliche“ oder „Glück“ bedeutet (mit h). Als auch ein altdeutscher Name mit der Bedeutung „die Fahrende/ Reisende“ (ohne h)
      Und bei Abkürzungen gäbe es zum Beispiel Ben, von Benedikt oder Benjamin?

    • Mara sagt:

      Ein weiteres Beispiel für einen kurzen Namen, der bei gleicher Schreibweise verschiedenes bedeuten kann, ist Esra. Einerseits kann es ein (alttestamentlicher) Männername sein und so viel wie „Gott hat geholfen“ bedeuten, andererseits kann es ein türkischer Mädchenname mit Bedeutung „die Schnellste“ sein.

      (Vgl. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Esra_(Name))

  4. Mark sagt:

    Interessant finde ich, dass arabische Namen sich in der westlichen Welt, auch in Deutschland, unter Nicht-Muslimen ausbreiten. Ein gutes Beispiel hierfür ist Layla. Der Name taucht in Deutschland gelegentlich auf, unter Nichtmuslimen, und ist in den USA unter den Top 30 der weiblichen Babynamen. Das hängt mit dem romantischen Epos Majnun Layla zusammen, mit Layla als Inbegriff der arabischen Idealfrau mit nachtschwarzem Haar; dieses Epos inspirierte die Band Derek and the Dominos ihren 1970er Hit „Layla“ zu nennen, und seitdem ist der Name in den USA bekannt und wurde mit der Zeit immer beliebter.

    Bei uns sind Namen wie Samira und Aaliyah unter Nichtmuslimen inzwischen auch angekommen, und der persische Name Jasmin sowieso.

    Bei mir gibt es da schon eine Barriere; bestehe sehr stark auf meiner christlichen Herkunft und würde keinen in der islamischen Welt verwurzelten Namen selbst vergeben.

    Was nicht heißen soll, dass diese Namen nicht schön sind, denn das sind sie–eigentlich sogar wunderschön.

    • lenchen sagt:

      Ich verstehe sehr gut, was du meinst. Das ist so, wie ich nie einen Nachnamen vergeben würde, der nicht zum Nachnamen thematisch passen würde. Beispiel: Pierre Müller. Das klingt einfach nur komisch. Und dazu zählt meines Erachtens auch solche Vornamen, die unverkennbar zu einem anderen Kulturkreis gehören.

    • Jan sagt:

      Und solange diese Namen vor allem durch orientalistische Romane und irgendwelche levantinischen Popstars einsickern, scheint mir das Abendland durch sie kaum bedrohter als durch andere Kevinismen…

    • mgl sagt:

      ab wann ist eine Namensströmung ein Kevinismus?

      hast u jetzt nachgelesen ob ein Sänger aus dme Libanon kam oder wolltest du nur zeigen dass du das adjektiv dazu kennst?
      Levantiner Haselnuss, sehr bekannt.
      was denkt ihr über sofia? warum darf sie ins Königshaus und jetzt ist der Sohn da.

    • Jan sagt:

      hast u jetzt nachgelesen ob ein Sänger aus dme Libanon kam oder wolltest du nur zeigen dass du das adjektiv dazu kennst?

      Das Adjektiv zu Libanon wäre schon libanesisch… Das Wort Levante ist nun wirklich erheblich älter als die heutige Republik Libanon (freilich nicht als das Wort Libanon) und bezeichnet den östlichen Mittelmeerraum – in der Tat mit dem Kerngebiet Libanon, aber auch zumindest Teile des heutigen Syriens, Jordaniens und des heutigen Israels/Palästinas umfassend… Ähnlich wie noch früher der Begriff Syrien auch eine viel weitere Bedeutung hatte als das Gebiet der heutigen Republik Syrien…

      Und ein Levantiner kann durchaus auch in Kolumbien oder Argentinien geboren sein, wenn seine Eltern aus dem Libanon stammen. Die Phönizier waren halt schon immer ein Seefahrer-Volk. 😉

    • mgl sagt:

      da freue ich mich sogar immer wieder hier belehrt zu werden. danke für Gedanken die mir selbst nicht eingefallen sind und die ich selbst noch nicht kannte.
      nochmal zurück zur Frage wann ist eine Strömung ein Kevinismus?
      also: wann wird ein häufig vergebener Name als Klischee angesehen?
      Vermutung: irgend ein Stand up comedy Heini erzählt etwas, das als lustig empfunden wird und im Gedächtnis bleibt. Genauso wie viele sinnlose Werbungen im Gehirn einfach hängen bleiben. Wie ein Ohrwurm.
      leider das falsche Thema aber ich kann nicht weiterhelfen.

Kommentieren