Babynamen der Woche 17/2016

Emma Gabriela * Otto * Melissa * Jamie Alexander * Cecilia * Leopold Maximilian * Nayla * Paul Julian * Marcelina * Charlotte Elisabeth * Aaron Johann Martin * Sophia Pauline * Max Gabriel Johann * Samuel Etienne * Eva Veronica * Ronja Margarete * Adrian Noah * Royal * Noélie Antoinette * Baldur * Jack Vincent * Sevelina * Jella Noemi * Charlyn * Renée Marie

Schwedens neuer Prinz: Alexander Erik Hubertus Bertil

Zwillinge

  • Emma & Juna
  • Simon & Hannes
  • Karl & Luise
  • Asmin & Berat
  • Luise & Henri
  • Tobias & Johannes
  • Julio & Jolene
  • Lea Marie & Selina

 

62 Kommentare zu "Babynamen der Woche 17/2016"

  1. Maria Th. sagt:

    Aaah, heute wieder eher was zum Entspannen, keine großen Aufreger. Nur wenige Anmerkungen:

    Royal – ist natürlich schon hoch gegriffen! Aber man soll sich ja Ziele setzen im Leben… 😉
    Baldur – na ja, ist mir ein bißchen zu…

    und Sevelina klingt zwar nicht schlecht, aber viel zu niedlich! Da stellt man sich ein süßes kleines Mädchen vor mit 4, 5, 6 Jahren. Das Kind ist aber irgendwann 45, vielleicht 90 kg schwer und dann ist der Name einfach unpassend.

    Emma und Juna ist hübsch, Asmin und Berat ebenfalls, auch die anderen Zwillingsnamen passen ganz gut.
    Bei Julio und Jolene ist allerdings fraglich, wie die Aussprache gedacht ist:
    spanisch „Chulio“? Dann passt die englische „Dscholien“ nicht so gut. Aber beide Male mit J ausgesprochen klingt auch komisch. Diese Kombi halte ich für nicht so geglückt.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Und wenn Julio auch englisch gesprochen wird? So ähnlich wie der italienische Julius Giulio?

    • Maria Th. sagt:

      Möglich ist alles – allerdings ist Julio schon ein spanischer Name, bei dem man nicht unbedingt von einer englischen Aussprache ausgehen kann. Englisch wäre es ja eigentlich Dschulian, der zu Dscholien passen würde. Wie gesagt, für mich keine geglückte Kombi.

  2. cassis sagt:

    Ooooh, Veronica, einer meiner Lieblingsnamen! Ich würde ihn auch mit einem kürzeren Namen davor vergeben. Eva mag ich im Prinzip von den kurzen Mädchennamen gern, aber Ve- auf -va (auch wenn man den Buchstaben v unterschiedlich ausspricht) finde ich nicht so ideal.

    • Maria Th. sagt:

      Betreff Buchstabenfolge – richtig, ganz meine Meinung. Veronica kann aber auch gut „für sich“, also ohne Erstnamen stehen, ich kenne etliche Veronikas (meist mit K geschrieben).

    • cassis sagt:

      Du bist aber auch aus dem Süden, oder? In meiner Gegend (Berlin/Potsdam) ist der Name ungewöhnlich, außerdem ist er lang, daher würde ich immer noch eine kürzere und gängigere Alternative mitgeben.
      Die einzige Veronika, die ich persönlich kenne, ist in den 40ern und kommt aus Hamburg, soweit ich weiß.

    • Maria Th. sagt:

      Ich bin aus dem Süden, ja, und Veronika ist ein ganz üblicher, klassischer Name hier, sowohl in meinem „fortgeschrittenen“ Alter 😉 als auch bei den jüngeren. Traditionell wird der Name oft mit Vroni abgekürzt, das gefällt mir aber nicht so.
      Comedian Harmonists: Veronika, der Lenz ist da! (ca. 1930)

    • Jan sagt:

      Traditionell wird der Name oft mit Vroni abgekürzt, das gefällt mir aber nicht so.

      Kleine Anekdote zum lieben Wochenende: Meinen Mutter (Jg. 44) hat als Kind auf dem plattdeutschen Dorpe oft Bücher aus der Dorfbücherei gelesen. Darunter natürlich auch jede Menge Krams aus der Zwischenkriegszeit, der noch in Fraktur gesetzt war. Und da gab es dann mal in so einem Alpenroman eine sympathische Mädchen-Heldin, die Muddern als „Broni“ identifiziert hat. Erst später oder jedenfalls gegen Ende der Lektüre ist ihr klargeworden, daß das eigentlich „Vroni“ heißen sollte, aber B und V sehen sich halt in der Schwabacher Fraktur verdammt ähnlich. 😉 Und „Vroni“ kannte man hier eben nicht. Seit ich das erzählt bekommen habe, mag ich „Vroni“ sehr. 🙂

    • Maria Th. sagt:

      Nota bene:
      In Bayern werden Veronika, Valentin etc. nicht mit W-Anlaut, sondern wie „Vogel“ ausgesprochen. Also auch „Froni“.

      Und übrigens noch:
      Vroniplag wurde nach der Stoiber-Tochter Veronika genannt, deren Dissertation nach der großen Guttenberg-Plagiatsaffäre untersucht wurde.

  3. Ann sagt:

    Bis auf den „Königlichen“ normale Namen – zugunsten der Kinder!

    Trotz der Häufigkeit schön:
    Sophia Pauline
    Paul Julian
    Karl u. Luise
    Simon und Hannes

    Bei franz. Hintergrund: Noelie Antoinette – sehr schön.
    Sevelina: besser wäre Evelina oder Ivelina.
    Adrian Noah: spricht sich nicht gut mit den 2 N
    Max u. Jack gefallen mir nicht so.

    • connywuuh sagt:

      Ich habe schon eine junge Frau mit Vonamen Avelina kennengelernt.

    • Maria Th. sagt:

      Statt Sevelina könnte ich mir auch Severina noch vorstellen, von Severin abgeleitet und durch das r nicht ganz so niedlich-süß.

  4. connywuuh sagt:

    Heute sind sehr viele (Einzel)Namen dabei, die mir wirklich sehr gut gefallen. Zum Beispiel:
    Alexander: klassisch schön
    Leopold: viel besser als das „verweichlichte“ Leonard
    Maximilian: klassisch schön
    Elisabeth: klassisch schön
    Aaron: in deutscher Aussprache schön
    Johann: ein alter Name, der mir gut gefällt
    Pauline: klassischer als Paulina
    Gabriel: schön und nicht so häufig
    Veronica: gefällt mir mit k am Ende besser
    Ronja: irgendwie süß, aber auch für eine erwachsene Frau passend
    Davon die beste Kombi: Leopold Maximilian

    Bei den Zwillingen gefallen mir:
    Simon & Hannes: Simon ist einer meiner Lieblingsnamen, fast schon zeitlos, Hannes ist auch schön
    Karl & Luise: Karl ist schön und wieder modern, Luise gefällt mir gut, besser als das boomende Louisa
    Tobias & Johannes: zwei schöne klassische Namen

    • Maria Th. sagt:

      Die eigentliche deutsche Form, nämlich Leonhard, klingt auch nicht so verweichlicht, wird aber wohl nicht sehr häufig vergeben.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Ich kenne auch einen Leonard aus dem (von einer Person) immer ein Leonhardt gemacht wurde.
      Aber Leon(h)ard und Leopold sind ja eigentlich garnicht verwant, klingen aber natürlich trotzdem a
      ähnlich (das Thema hatten wir doch letztens schon) und auch ich mag Leopold wesentlich lieber.

  5. Jan sagt:

    Ja, nach dem Psychopharmaka-Cocktail letzte Woche heuer Baldriantee. 😀

    Besonders gut gefallen mir übrigens Otto und Charlotte Elisabeth.

    Baldur, na ja… Ob die Eltern da ganz genau gewußt haben, was sie tun?

    Ein kleiner Hingucker: Antoinette. Da wir hier ja vor ein paar Tagen über Heine gelabert haben:

    Die Dubarry lebte lustig und flott,
    Solange Ludwig regierte,
    Der Fünfzehnte nämlich, sie war schon alt,
    Als man sie guillotinierte.

    Der König Ludwig der Fünfzehnte starb
    Ganz ruhig in seinem Bette,
    Der Sechzehnte aber ward guillotiniert
    Mit der Königin Antoinette.

    Keine Ahnung, wie andere das empfinden, aber m.E. klebt Antoinette eben immer noch an Marie Antoinette…

    • Maria Th. sagt:

      Hihi!
      Antoinette müsste wirklich eine französischen Hintergrund, d.h. auch Nachnamen haben, sonst wirkt es vielleicht ein bißchen arg aufgesetzt (spinnert), da würde ich lieber Antonia vergeben im Zweifelsfall. Und ja, Marie Antoinette schwingt da immer mit, mir fällt jetzt grade aus dem Stand auch keine andere so bekannte historische oder literarische A. ein.

      Eben, Baldur! Sollte man sehr zurückhaltend sein mit diesem Namen. Oder es ist ein Statement, man weiß es ja nicht.

    • Jan sagt:

      Ich vermute eher, daß der Name gerade in Frankreich nicht vergeben werden würde, auch nicht im „weißen“ (also rest-royalistischen) Milieu um Versailles herum. Einfach, weil in F nun wirklich jedes Kind weiß, wer M.A. war. Und Noélie müßte man auf französisch doch eigentlich auch Noëlie schreiben, oder? Das wird schon ’ne kleine Deutsche sein…

      Und nebenbei, außerhalb des Threads: Jäp, Severina statt Sevelina – klingt sofort seriös.

    • Maria Th. sagt:

      Danke (zu Severina).
      Keine Ahnung, wie (un)beliebt der Name Antoinette in Frankreich ist, das müsste man mal eruieren.
      Zu Noélie: Mir ist tatsächlich schon mal eine „untergekommen“, sogar mit Bindestrich:
      Noélie-Inès
      Das Kind hatte aber trotz deutschem Nachnamen eine französische Mutter. (Trotzdem Geschmackssache, diese Kombi).
      Ob nun die andere Schreibweise mit Trema auch möglich wäre, bin ich mir nicht ganz sicher, es sieht für mich ein bißchen komisch aus. Ich kann zwar ganz gut Französisch, aber bei Eigennamen bin ich manchmal unsicher. „Noelle“ kann man aufgrund des Doppel-L auch ohne Trema schreiben, soviel ich weiß.
      Vielleicht ist da jemand, der das sicher sagen kann?!

    • Annemarie sagt:

      Was stimmt denn nicht mit Baldur? Meint Ihr wegen Baldur von Schirach? Mir gefällt der Name ansonsten gut, wie bekannt von Schirach noch ist, kann ich schlecht einschätzen (so bekannt wie z.B. Amon Göth? Um den ging es hier schon mal: http://blog.beliebte-vornamen.de/2014/01/amon-und-ariel/).

      Wiki sagt „Namensvariante von Balder, der bei den Asen der Gott der Sonne, des reinen Lichtes, des Frühlings, des Guten und der Gerechtigkeit war“ – klingt doch positiv? Oder ist diese Art von Götternamen generell rechts besetzt?

      Google spuckt übrigens zuerst einen Garten-Onlineshop aus 🙂

    • Maria Th. sagt:

      Ich denke schon, dass der Name eher „rechts besetzt“ ist, auch wenn die ursprüngliche Bedeutung als Frühlings- und Lichtgott ja ganz schön ist. Abgesehen davon gefiele mir der Name als solches vom Klang her auch nicht, genauso wie Balduin.

    • Jan sagt:

      In Eile:

      Oder ist diese Art von Götternamen generell rechts besetzt?

      Ich würde sagen: Ja, ist sie… Nicht wegen von Schirach, sondern eben generell. So unfair und verkniffen das auch sein mag: Die Assoziation steht immer im Raum. Also, auch zum Beispiel bei dem Schauspieler Wotan Wilke Möring denkt man sich sofort: „Naaa, was haben sich die Eltern dabei gedacht? (Falls sie sich etwas dabei gedacht haben.)“

      Nicht hingegen freilich etwa bei Freya…

    • Annemarie sagt:

      Das ist interessant: Warum denn bei Freya nicht (abgesehen davon, dass ich Freja lieber mag, da weiter weg vom „Freier“ ;-)???

    • Mark sagt:

      Tatsächlich kann ich mir kaum vorstellen, bei Antoinette nicht sofort auch an eine Guillotine zu denken…

      Ursprünglich hieß Marie Antoinette ja Maria Antonia Josepha Johanna von Habsburg. Antonia ist zum Glück nicht in die Geschichte als Synonym für diese Frau eingegangen, denn den Namen finde ich wirklich sehr schön. Allerdings würde ich die Kombi Maria Antonia auch nicht vergeben, da in dieser Zusammenstellung wieder die Verbindung mit Marie Antoinette aufdringlich sichtbar wird–und schon schweben einem erneut Guillotinen vor Augen…

    • mgl sagt:

      gelabert? oh. also

    • elbowin sagt:

      Zu Baldur fällt mir noch der rechte Ökobauer Baldur Springmann aus der Frühzeit der Grünen (später ÖDP, noch etwas später UÖD) ein. Neee, der Name ist toxisch.

    • Leon sagt:

      Vielleicht habe ich zu viel mit Islandpferden zu tun, um für die nordischen Götternamen irgendeine „rechtsgestrickt“-Assoziation auszugraben. Die sind in der Szene nämlich nachvollziehbarerweise ziemlich verbreitet. (Wo wir schon dabei sind, auf der isländischen Namensrangliste von 2013 (auf dieser Seite zu finden) steht Baldur auf Rang 14 und Odinn auf Rang 53.)
      Sind deshalb alle Isländer (und Islandpferdereiter) Rechte?
      Oder gilt das nur für Deutsche, die ihren Kindern solche Namen geben?
      Gehört Thore eigentlich in dieselbe Ecke?
      Und warum Freya nicht?

    • elbowin sagt:

      Leon fragt:

      Und warum Freya nicht?

      Wegen Freya von Moltke, Mitglied im Kreisauer Kreis, der das Attentat gegen Hitler vom 20. Juli 1944 geplant hatte.

    • Maria Th. sagt:

      @ Leon
      Es ist ja auch ein Unterschied, ob ein Pferd so heißt oder ein Mensch, Pferdenamen sind ja von Haus aus ein bißchen anders, haben wir ja am 1. April erst durchgenommen 😉
      Und wenn Isländer (also die Menschen) dort so heißen, muss das aus meiner Sicht nicht unbedingt einen rechten Hintergrund haben. Wobei ich die isländischen Namensgepflogenheiten nicht kenne, da müsste man sich erst mal näher damit befassen. Insofrn kann ich es nicht beurteilen.

    • Jan sagt:

      @elbowin

      Zustimmung.

      Und man könnte vielleicht auch noch an die DDR-Bürgerin Freya Klier denken.

      Wichtiger scheint mir aber fast, daß die Zuordnung zu einem Fascho-Kontext bei einer lasziven Liebesgöttin weniger leicht gelingen will als bei dem grimmen Kriegsgott Wotan/Odin oder dem bäuerlichen Schlagetot Thor. Aus diesem Grunde ist Baldur (eine Lichtgestalt) vielleicht (!) auch etwas weniger toxisch als etwa Wotan.

      Ich habe zu dem Möhring noch mal bei Wiki nachgeschaut: Der ist 1967 in der BRD geboren, Vater war Berufsoffizier. Damals war die BW noch ein stramm rechter Haufen, und der Vater muß als Offizier mindestens Abitur gehabt haben. Und damit ist die Sache eigentlich klar. Wohlgemerkt: Es ist fast sicher klar, wie seine Eltern getickt haben, nicht wie er tickt. Wir wissen ja alle, daß Vornamen was über die Eltern sagen und nicht über die Kinder.

      @ Leon

      Diese Namen haben sowohl in der isländischen als auch in der deutschen Geschichte jeweils ihre eigene Bedeutung. In Island stehen sie für die stolze Blüte der altnordischen Literatur im Mittelalter, in der unter anderem mal so nebenbei die Kunst des Romane-Schreiben erfunden wurde und in der die noch heute auf Island gesprochene und gepflegte Sprache verschriftlicht wurde. In Deutschland stehen sie für den Nazifaschismus und seine Vorläufer. That’s what makes the difference.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Du sprichst ja Thor an, aber Thorben ist doch ganz unverfänglich, oder nicht?
      Obwohl ich jetzt keinem dieser Namen unbedingt einen rechten Hintergrund zugeordnet hätte. Liegt aber vielleicht an unserem persönölichen Hintergrund.

    • Annemarie sagt:

      Wie Leon schon fragte: Wie steht es mit Thore? Macht das e den Namen weniger „toxisch“?

    • Jan sagt:

      Also, bei Thore bin ich mir schlicht nicht sicher, daher hatte ich bequemerweise nichts gesagt. Thorben klingt sich nicht nach Fascho, eher schon nach Skandinavien-Fan, also eine viel läßlichere deutsche Unsitte.

      Und natürlich hat nicht jedes Wort, daß von Thor/Donar oder Odin/Wotan oder Tyr/Zyu kommt, diese Konnotation – sonst müßten wir auch bei Dienstag und Donnerstag (oder beim englischen wednesday) zusammenzucken.

      Aber der Name Baldur hat diese Konnotation, und offensichtlich bin ich nicht der einzige, der das so emfindet.

    • sledzik sagt:

      Ich kenne einen Baldur im Grundschulalter. Er wohnt bei meinen Schwiegereltern im Haus. Der Name ist mir daher schon seit Jahren geläufig, und ich hatte da nie irgendwelche negativen Assoziationen. (Liegen in dem konkreten Fall auch überhaupt nicht nahe.)

  6. Mark sagt:

    Wie schon von Euch bemerkt, finde auch ich die Namen heute zum großen Teil ganz okay und bodenständig.

    Emma Gabriela finde ich sehr schön kombiniert, da das konsonantenreichere Gabriela einen angenehmen Kontrast zum rein-weichen Emma darstellt, gleichzeitig aber Vokalmotive von Emma übernimmt (das E und das A, also beide Vokale des Namens Emma).

    Eva Veronica–

    Beide Einzelnamen finde ich sehr schön. Mich stört nur, dass das V in den zwei Namen verschieden ausgesprochen wird–das wirkt dann irgendwie „uneinheitlich.“ Allerdings ist nur das Schriftbild des Namens von dieser Uneinheitlichkeit betroffen–vom Lautbild her ist ein W-Laut gefolgt von einem F-Laut ja kein Problem. Die Gleichschreibung der Laute macht’s…

    Der schwedische Prinz Alexander Erik Hubertus Bertil:

    Erik Hubertus Bertil finde ich toll. Das sind alles drei germanische, und, im Falle von Erik und Bertil, urschwedische Namen, die auch traditionell mit dem schwedischen Königshaus in Verbindung stehen. Alexander ist natürlich sehr klassisch und allgemein ein guter Prinzenname, gerade da man den Namen auch mit einem Herrscher der Antike assoziiert. Allerdings finde ich es schade, dass die urschwedischen Namen abgedrängt werden und der total internationale Name der Rufname ist. Hätte z.B. einen Prinz Erik viel besser gefunden, für Schweden.

    Man erkennt am Namen ganz deutlich, dass sich die schwedischen Thronfolgeregeln geändert haben. Carl Philip wurde ja damals noch als Thronfolger geboren und erhielt einen für Schweden typischen Thronfolgernamen: Carl + Zweitname. Die schwedischen Könige heißen ja fast alle Carl Gustav, Carl Adolf, Carl Johan, usw. Hätten sich die Thronfolgeregeln nicht geändert, dann wäre der jetzige Prinz der zukünftige König von Schweden. Und somit wäre er wahrscheinlich auch Carl + Zweitname benannt worden.

    Wir hatten ja mal diskutiert, dass die Namensabfolge von Kronprinzessin Victorias Sohn Oscar Carl Olof nicht so glücklich ist, wegen der Silbenfolge -car-Carl. Jetzt ist mir der Grund hierfür aber klar geworden. Der älteste Sohn der Kronprinzessin wird zwar wahrscheinlich nicht König, da er eine ältere Schwester hat, aber, er hat doch als der Thronfolge am nächsten stehender männlicher Prinz den typischen schwedischen Königsnamen Carl + Zweitname bekommen. Viele schwedische Könige, die als Carl Irgendwas bekannt wurden, hatten eigentlich noch andere Namen, die vorgestellt waren; als Könige verwendeten sie aber die Carl + Folgename-Kombi. Deshalb sollte auch Victorias und Daniels Sohn nicht Oscar Olof Carl heißen–denn Carl brauchte einen Zweitnamen. Allerdings hätten sie ihm einfach mehr Namen verpassen können: Oscar Anton Carl Olof, oder so.

    Finde die Namenstraditionen von Adelshäusern immer total interessant. Übrigens–habe entdeckt, dass die Mutter des schwedischen Königs als Herzogin von Sachsen-Coburg und Gotha auf Schloss Friedenstein in Gotha (Thüringen) geboren wurde. Das faszinierte mich, denn ich war vor ein paar Wochen auf Schloss Friedenstein. Jetzt ist es einfach ein Museum, ein Touristenort–aber die jetzigen schwedischen Königskinder hatten eine Großmutter, die dort noch als Herzogin geboren wurde.

    Jack Vincent–

    Ein deutscher Dschäck–das finde ich, muss ich ehrlich sagen, nicht schön. Im englischen fände ich die Kombi gut. Auf Deutsch übersetzt hieße diese Kombi Johannes Vinzenz–das wäre toll, finde ich.

    Charlyn–

    Im Englischen klänge dieser Name total anders als das gängige Charlene. Ob im Deutschen aber doch noch die Aussprache Tscharliehn beabsichtigt ist? Im Englischen wäre es dann eher Tscharlinn.

    Royal–Im Englischen gibt es diesen Vornamen tatsächlich auch traditionellerweise, aber auch da empfinde ich ihn als etwas albern. Im Deutschen wirkt er dann noch seltsamer.

    Ansonsten finde ich schön: Otto, Aaron Johann Martin, Leopold Maximilian, Charlotte Elisabeth und Sophia Pauline.

    • Maria Th. sagt:

      Kommt dann die Kurzform Roy (z.B. Roy Lichtenstein) dann von Royal? Das wusste ich auch noch nicht. Ich dachte immer, das ist für sich schon ein „ganzer“ Name. Gibt es zufällig eine bekannte Persönlichkeit mit diesem Royal-Vornamen?

    • Jan sagt:

      Interessante Überlegungen zu den schwedischen Königsnamen. Schön ehrwürdig finde ich übrigens, daß bei den ganzen Carl Etceteras dann nur der Carl für die Zählung relevant ist, aktuell also Carl XVI. Gustav.

      Ich hatte hier schonmal spekuliert, daß sich auch Prinz Charles als König nicht Charles II. nennen würde, sondern vermutlich Georg VII. – eben nach seinem Großvater und nicht nach dem, dem Cromwell den Kopf zwischen die Füße gelegt hat.

      Eva Veronica: In der Praxis dürfte sich die Aussprache von Eva dann recht bald zu „Ewa“ verschleifen…

      So nebenbei:

      Ich wundere mich immer, daß der Vorname des Merkel-Wesens heute meist als /Angela/ ausgesprochen wird und nicht /angEHla/ wie eigentlich Usus. (Wenn es nicht gleich nur noch unterwürfig „die Kanzlerin“ genannt wird.) Offenbar soll das dadurch noch deutlicher an Angelus anklingen. 😉

    • Maria Th. sagt:

      Bin mit zwei Angelas in die Schule gegangen, eine sprach man ANGela, die andere AnGEHla, da gibts wohl einfach zwei verschiedene Sprechweisen, war im übrigen ganz praktisch in der Klasse. Ob das irgendwie regional bedingt ist, weiß ich allerdings nicht.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Ich wusste noch gar nicht, dass man den Namen auf dem e betonen kann. Mein Problem ist eher das g, deutsch oder italienisch?

    • Maria Th. sagt:

      beide Angelas mit deutsch gesprochenem G;
      das italienische G als dsch-Laut kann meiner Meinung nach nur auf der 1. Silbe betont werden: ANdschela

      vielleicht kommt die Variante ANGela von der italienischen Betonung her und AnGEla von der Abkürzung des Namens AnGElika ?!

    • K. sagt:

      angelos (vorne betont) ist ein griechisches Wort (Gesandter)
      im Lateinischen wurde das dann angelus und der Lateiner sprichts dann vermutlich auf dem e betont und heute macht das jeder wie er es aus seiner Familie kennt.

    • Jan sagt:

      Also: Ich kannte den Namen Angela als nicht ungewöhnlichen Namen meiner Generation (X) – und zwar immer aus dem e betont und dieses e lang und geschlossen gesprochen. (Meines Erachtens übrigens ein ziemlich häßlicher Vokal, aber das tut hier nichts zur Sache.)

      Jedenfalls wundere ich mich seit ein paar Jahren, daß der Vorname des Merkel-Wesens in Funk und Fernsehen immer häufiger auf der ersten Silbe betont wird und daß das e dann kurz, oft gar zu einem Schwa wird.

      Warum? Sozusagen ein Anglizismus? Da wird der Name ja auch auf der ersten Silbe betont. (Man denke an die berühmte US-amerikanische Freiheitskämpferin Angela Davis.) Oder weil es das gleiche Betonungs-Schema ist wie „Kanzlerin“? 😉 Oder habe ich in meinem niedersächsischen Provinzlertum ganz einfach übersehen, daß diese Aussprache in anderen Teilen Deutschlands die übliche ist? Oder ist es einfach eine Journalistenmarotte, die halt irgendwie eingerissen ist?

    • Nina sagt:

      Ich kenne 3 Angelas, alle auf dem A betont. Mit langem e hab ich zwar schon gehört, aber mich immer darüber gewundert. Vielleicht tatsächlich regional bedingt?

    • Jan sagt:

      Ja, das vermute ich jetzt fast auch… #regional_bedingt Es sei denn, die drei Angelas haben sich das ihrerseits von der Merkel-Aussprache abgekupfert. 😀

      Und dieses norddeutsche EEH ist auch wirklich nicht schön. :-/ In meinem Nachnamen ist ein langes ä – so wie in „Jäger“. In Hannover wird das notorisch zu eeh (/jEEHger/). Finde ich blöd, aber wenn ich mich jedesmal drüber aufregen wollte, säße ich schon in der Gummizelle. 😀

    • sledzik sagt:

      Soweit ich weiß, ist ANGela (vorne betont, Schwa in der Mitte) die korrekte Aussprache, wenn man das bei Eigennamen überhaupt so sagen kann.
      Ich will ja hier niemandem auf die Füße treten, aber meiner Erfahrung nach ist AngEHla einfach die Ossi-Variante. Ich würde stark vermuten, dass Fr. Merkel tatsächlich als AngEHla aufgewachsen ist.

    • Jan sagt:

      Ich will ja hier niemandem auf die Füße treten, aber meiner Erfahrung nach ist AngEHla einfach die Ossi-Variante. Ich würde stark vermuten, dass Fr. Merkel tatsächlich als AngEHla aufgewachsen ist.

      Ich schwör’s bei ewigen Gotte: In Nordwestdeutschland wird das auch AnGEHla ausgesprochen… Oder wurde es jedenfalls, bevor man andauernd die ANgela-Variante in den Medien zu hören bekommen hat.

      korrekte Aussprache, wenn man das bei Eigennamen überhaupt so sagen kann.

      Eben.

    • Mark sagt:

      @Maria Th.

      Roy ist ein schottischer Name (Urform: Ruadh), die „rot“ bedeutet. Der Name Roy ist viel häufiger als der Name Royal und hat mit diesem nichts zu tun, trotz der Ähnlichkeit.

      Der bekannteste Royal in der amerikanischen Geschichte war der Dramatiker Royall Tyler, der das erste noch erhaltene amerikanische Theaterstück verfasst hat (im 18. Jahrhundert, kurz nach der amerikanischen Revolution).

    • Maria Th. sagt:

      Danke, Mark, für die Erläuterung! 🙂
      Roy erscheint ja sogar in Deutschland fast „normal“ (Roy Black – Gruß aus den 70er Jahren), aber Royal klingt schon sehr „abgefahren“.

  7. Anna sagt:

    Zu den schwedischen Königskindernamen:

    Die ganzen neugeborenen schwedischen Königskinder bzw. -enkelkinder haben ein ähnliches Namensschema. Erstname ist immer ein „Wunschname“ der Eltern (Estelle, Leonore, Nicolas, Oscar, Alexander), dann folgen die Namen der Großeltern (Silvia Ewa, Lilian (eine Tante) Maria, Gustaf Paul, Carl Olof, Erik Hubertus) und schließlich bei Estelle und Alexander noch der Name der Patentante (Mary) bzw. des Patenonkels des Vaters (Bertil).

    Dementsprechend finde ich nicht, dass die schwedischen Namen nach hinten gedrängt wurden, wie du schreibst, Mark. Dass die Neu-Eltern nicht Erik gewählt haben, liegt auf der Hand, da das der Name von Sofias Vater ist. Außerdem finde ich es gut, dass darauf geachtet wurde, dass keins der Kinder einen Namen teilen muss, so hat eben Victorias Sohn den Königsnamen Carl bekommen.

    • Diana sagt:

      @Anna:

      Ich sehe die Sache mit den schwedischen Königskindernamen genau wie du. Den neugeborenen Sohn von Prinz Carl Philip und Prinzessin Sofia mit Erstnamen Erik nach Sofias Vater zu benennen, wäre den jungen Eltern unter Umständen als Affront gegen den anderen Großvater des Kindes, nämlich König Carl Gustaf von Schweden, ausgelegt worden. Eine Namenswahl, die sich so gestaltet, dass der Wunschname der Eltern an erster Stelle steht und danach zwei Namen folgen, die eindeutig den beiden Großvätern zuzuordnen sind, und dass daraufhin noch der Vorname des anscheinend sehr geschätzten Patenonkels von Prinz Carl Philip die Namensreige abschließt, empfinde ich hingegen als wirklich sehr salomonisch.

      Was die anderen Babynamen der Woche 17/2016 betrifft, konnte ich mir im Vergleich zur Vorwoche ein erleichtertes „Gott sei Dank“ ehrlich gesagt nicht verkneifen. Fast ausschließlich schöne Namen, welch ein Segen; vor allem natürlich für die Kinder!

      Am besten gefallen haben mir in dieser Woche:

      Emma Gabriela

      Melissa

      Cecilia

      Leopold Maximilian

      Nayla

      Paul Julian

      Charlotte Elisabeth

      Aaron Johann Martin

      Sophia Pauline

      Max Gabriel Johann

      Samuel Etienne (Samuel allerdings etwas besser als Etienne)

      Eva Veronica

      Ronja Margarete (den Namen Margarete mag ich zwar nicht so besonders, aber in Kombination zu Ronja hört er sich trotzdem recht gut an)

      Adrian Noah

      Jella Noemi

      und

      Renée Marie

      Ich finde die Namenskombination „Renée Marie“ übrigens auch nicht nur bei französischstämmigen Mädchen sehr schön, sondern bei einem deutschen Kind, so lange die Kombination zum Familiennamen passt, ebenfalls. Das dürfte bei „Renée Marie“ jedoch meistens gegeben sein, da diese beiden Namen irgendwie nicht so absolut urfranzösisch klingen.

      Und meine Favoriten bei den Zwillingsnamen sind diese Woche:

      Emma & Juna

      Simon & Hannes

      Luise & Henri

      und

      Tobias & Johannes

      Und wenn es nach mir ginge, dann in den kommenden Wochen bitte weiter so 🙂 …

    • Mark sagt:

      Wusste nicht, dass Erik der Name des Großvaters ist.

      Was ich meinte war eigentlich: ich finde es schade, dass die schwedischen Königsenkel alle keine urschwedischen Namen verpasst bekommen: Estelle, Oscar, Alexander, Liliana, Nicolas…. Alles eher international.

    • Maria Th. sagt:

      Zur Vervollständigung:
      Ich bin eben zufällig auf diesen alten Spiegel-Artikel gestoßen:
      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-21978299.html

      Oskar hieß schon der Bruder Gustavs V., wohl der Großonkel des jetzigen Königs Carl Gustav Folke Hubertus, also kam der Name in der königlichen Verwandtschaft schon mal vor.
      Süßes Kinderfoto von Carl Gustav mit 6 Jahren!
      Außerdem amüsant: die ganzen Thronanwärter-Kolleginnen und -Kollegen, die erwähnt werden, alle im zarten Kindesalter.

    • Mirjam sagt:

      Der Spiegel-Artikel ist toll!

  8. Jan sagt:

    Leopold Maximilian

    Und heute, am Geburtstag Wladimir Iljitsch Lenins, möchte ich noch anmerken, daß ich staatstragende Vornamen sehr mag. 😉

  9. celia sagt:

    mir gefallen:

    Eva Veronica
    Cecilia
    Charlotte Elisabeth
    Emma Gabriela
    Sophia Pauline

    Alexander Erik Hubertus Bertil
    Paul Julian
    Leopold Maximilian
    Aaron Johann Martin
    Samuel Etienne

    Simon & Hannes
    Karl & Luise
    Tobias & Johannes

  10. amk sagt:

    Mal wider ein Otto, wie schön!
    Gibt es jetzt scheinbar wieder häufiger (hier ist er bisher schon drei -mit diesem- mal aufgetaucht). Fände ich gut, denn Otto ist ein Name, der kurz und knackig ist, dabei nicht zu hart klingt, aber auch nicht zu weich.

    Hätte ich mir auch für meinen Sohn durchaus vorstellen können, aber da hat mein Mann nicht mitgespielt 😉

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