Langzeitstudie: Das Image von Namen

Jeder Name löst Empfindungen aus, weckt Erwartungen und Bilder. Der Leipziger Namenkundler Thomas Liebecke startet heute im Rahmen einer Langzeitstudie in Zusammenarbeit mit dem Namenkundlichen Zentrum der Universität Leipzig eine Online-Befragung. Das Ziel der Studie ist, Erkenntnisse über die Wahrnehmung von über 2.300 Vornamen zu gewinnen.

Bereits die Vorgängerstudie hat gezeigt, was wir mit bestimmten Namen verbinden: Alessandro wirkte attraktiv, Arnulf nicht. Lilly hielt man für lustig, Gotthard eher für ernst. “Wir verbinden einen Namen beim ersten Hören mit Vorwissen. Unbewusst suchen wir nach Anknüpfungspunkten zu bekannten Namenträgern, ähnlichen Namen oder versuchen, ihn anderweitig zu kategorisieren”, erläutert Liebecke. In Wirkungsprofilen, sogenannten Onogrammen,  werden diese Kategorien grafisch dargestellt, so dass z. B. werdende Eltern schnell erkennen, ob ihrem Wunschnamen möglicherweise unliebsamen Eigenschaften nachgesagt werden.

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Die Menschen in Deutschland mögen ihren Vornamen

Knapp drei Viertel der Menschen in Deutschland ist mit dem eigenen Vornamen uneingeschränkt zufrieden. Das ergab eine Umfrage der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) mit 133 Personen im Alter zwischen 15 und 70 Jahren.

Vor allem die 25- bis 29- und die 50- bis 59-Jährigen haben keine Einwände gegen ihren eigenen Namen. Die Menschen sind mit ihrem Vornamen zufrieden, weil der Name

  • gut klingt (weich, harmonisch, melodisch, passend zum Nachnamen etc.)
  • relativ selten ist
  • international verständlich und gebräuchlich ist

Auch die Bedeutung, die Länge bzw. Kürze und die Zeitlosigkeit bzw. Traditionalität spielten für die Befragten eine Rolle, um den eigenen Namen als „einfach schön“ zu bewerten. Außerdem werden auch zeitgemäße, also für die eigene Generation typische Vornamen von den Namensträgern gemocht. Ein weiteres wesentliches Kriterium war, dass der Name zur eigenen Person passe und somit Teil der eigenen Identität sei. Doch auch persönliche Hintergründe wurden als Begründung angegeben:

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Umfrage zur Wahrnehmung von Vornamen

Mit der Studie „Ein Vorname sagt mehr als 1000 Worte – Zur sozialen Wahrnehmung von Vornamen“ haben Prof. Dr. Udo Rudolph von der TU Chemnitz und Dr. Robert Böhm von der Uni Erfurt schon 2007 für Aufsehen gesorgt.

Jetzt beschäftigen sich die Wissenschaftler in einer neuen Studie wieder mit der Wahrnehmung von Vornamen und bitten alle „beliebte-Vornamen“-Leser darum, 30 verschiedene Vornamen zu bewerten und deren typische Namensträger/innen einzuschätzen. Alle Teilnehmer erhalten, sofern gewünscht, eine kurze Zusammenfassung der Fragestellungen und Ergebnisse.