Gib mir Tiernamen!

Lese ich auf einem Türschild etwas wie „Hier leben Annette, Sven und Tobias“, klingt das für mich erstmal nach einer Dreier-WG. Obwohl es natürlich genauso sein kann, dass Mama Annette und Papa Sven bei Namen, die schon in ihrer Generation angesagt waren, keine Berührungsängste haben. Doch da kann man sagen was man will: Ein eindeutig heutiger Kindername, zum Beispiel Finn, ermöglicht eine schnellere Orientierung.

Höre ich dagegen etwa in einer Grünanlage jemanden „Emma!“ oder „Pa-aul!“ rufen, ist es wieder nicht ganz so eindeutig: Vielleicht hört ein junger Mensch in Gummistiefeln und mit Buddelschäufelchen auf den Ruf, vielleicht aber auch ein Vierbeiner mit Stöckchen im Maul. Ich denke sogar, dass es so angefangen haben könnte mit der Rückkehr der alten Namen: Zuerst hießen Hunde Lilly und Kater Karl-Otto („Witzig – genau wie Oma/Opa!“), dann die Kinder. Tiernamen als Vorreiter – weil es weniger Mut braucht, seinem Tier einen „verrückten“ Namen zu geben?

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Cressida, Crispin und Basil: Irgendwie schmackhaft

Immer wenn ich – wie heute morgen – von Prinz Harrys aktueller Braut in spe lese, denke ich: So könnten doch eigentlich auch hier Mädchen heißen. Die 24-jährige Blondine aus superreichem Hause hört auf den Namen Cressida. Für mich geht das in Richtung Isabella (Platz 47), Larissa (Platz 113) oder Clarissa (Platz 434), bloß eben etwas frischer, da so ungebräuchlich. Sogar die allseits beliebte Ida (Platz 35) steckt drin. Cressida ist übrigens eine Figur von Shakespeare, eine kokett-leichtfertige Trojanerin, doch das scheint die Briten ja auch nicht zu stören. Weit mehr ins Gewicht fallen dürfte im deutschen Sprachraum der Anklang an Kresse, zumal das Fräulein auch noch Cressy gerufen wird.

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Namens-Sauerei

Ich hatte mich schon frühzeitig gegen eine Karriere als Fußballprofi entschieden. Mit meinem Namen „Bielefeld“ auf dem Trikot hätte ich es als Spieler von (zum Beispiel) Borussia Dortmund wohl auch nicht immer leicht gehabt bei den Fans. (Wenn wir eine Tochter bekommen hätten, hätten wir sie übrigens Arminia genannt, aber das ist eine andere Geschichte.)

Der rumänische Stürmer Ciprian Marica hatte keine Probleme mit seinem Namen, das änderte sich erst bei seinem Wechsel von Schalke 04 zum spanischen Verein FC Getafe: Sein Nachname ist in Spanien ein Schimpfwort (frei übersetzt „Schwuchtel“).

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Treffen mit Bert Stern

Er begegnet mir jeden Morgen in unserem Bad. Jeden Abend auch. Da ist es nur logisch, dass ich endlich über ihn schreibe. Bert Stern war ein amerikanischer Mode- und Werbefotograf und verstarb – im Alter von 83 – vor drei Monaten. Bevor es allzu spooky wird: In unserem Bad hängt eines seiner berühmtesten Fotos von der sogenannten „Letzten Sitzung“ mit Marilyn Monroe, mit dem großgedruckten Namen Sterns darunter.

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Erika und die Familie der Riken

„Mein Name kommt bestimmt nie wieder“, so meine Tante Erika im Brustton der Überzeugung. Wie kommt sie bloß darauf? Ich jedenfalls zweifle diese Aussage an. Schon deshalb, weil mir – allerdings erst nach der Namensvergabe – eine Parallele zwischen dem Namen meiner Tante und dem meiner Tochter aufgefallen ist.

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