„Deutschlands einziger Vornamen-Influencer heißt Knud Bielefeld. Indem er die Benennungspraxis in Statistiken der beliebtesten Vornamen ummünzt, sorgt er dafür, dass die beliebtesten Vornamen noch beliebter werden.“ (Süddeutsche Zeitung)
Knud Bielefeld ist Gründer und Herausgeber von beliebte-Vornamen.de
Auf dem Papier ist Schleswig-Holstein ein multilinguales Land, denn es gibt mit Hochdeutsch, Niederdeutsch, Nordfriesisch, Dänisch und Romanes fünf rechtlich anerkannte Sprachen. Tatsächlich ist Hochdeutsch auch in Schleswig-Holstein die übliche Verkehrssprache und ich gehe davon aus, dass in Schleswig-Holstein mehr Englisch gesprochen wird als Niederdeutsch, Nordfriesisch, Dänisch und Romanes zusammen. Niederdeutsch wird relativ häufig verstanden, Friesisch und Romanes aber nur von kleinen Minderheiten. Nicht unterschätzen darf man den Einfluss des Dänischen, schon allein durch die mehr als 40 dänischen Schulen im Landesteil Schleswig (das ist der nördliche Teil des Bundeslandes zwischen Dänemark und dem Fluss Eider). So sind dann auch viele der Vornamen, die in Schleswig-Holstein wesentlich häufiger vorkommen als in anderen Bundesländern, dänischer Herkunft. Das liegt aber nicht nur an der Sprache und den Schulen – nicht vergessen darf man, dass die Geburtskliniken der Stadt Flensburg auch bei Eltern aus dem südlichen Dänemark beliebt sind.
Dafür, dass Nordrhein-Westfalen das mit Abstand geburtenreichste Bundesland ist, gibt es erstaunlich wenige Vornamen, die überwiegend dort vorkommen. Aus der Reihe meist exotischer Vornamen, die noch nicht einmal besonders häufig sind, sticht nur ein einziger Vorname heraus – ein Jungenname mit dem Anfangsbuchstaben L; die Auflösung folgt gleich. Mehr als die Hälfte der Kinder, die in den letzten zehn Jahren einen der folgenden Vornamen bekommen haben, wurde in NRW geboren:
Greta ist nicht der häufigste, aber der interessanteste Vorname des Jahres 2019.
So schnell kann es gehen: Eben war Greta noch ein unauffälliger Retro-Name, schon ist dieser Vorname ein politisches Statement. Seitdem Greta Thunberg so unglaublich erfolgreich darin ist, die Menschheit aufzurütteln, ist ihr Vorname zum Symbol geworden. Ich verstehe noch nicht, woher die Überzeugungskraft der schwedischen Klimaaktivistin kommt, wie sie die Aura einer Lichtgestalt bekommen hat und warum sie von so vielen Menschen quasi religiös als Klimagöttin verehrt wird. Das macht aber nichts, dass ich das nicht verstehe – entscheidend ist, dass Greta Thunberg einen großen Ruck in der Gesellschaft ausgelöst hat und sehr viele Leute dazu inspiriert hat, über das Thema Klimawandel nachzudenken und darüber zu diskutieren. Und das ist gut so!