Bunt sind alle meinen Namen. Heute: Grün, Braun, Orange und Grau

Zugegeben, dieses Mal war es nicht so leicht Farb-Namen zu finden, dabei habe ich eifrig gesucht. Ehrlicherweise habe mich auch etwas vor Orange gedrückt, eine Farbe, die ich absolut nicht leiden kann. Zu grell, zu 70er-mäßig, zu sehr mit dem peinlichen Ex-Präsidenten der USA verbunden. Abgesehen davon steht mir Orange nicht und das sollte natürlich bei der Namensvergabe für Ihr Kind eine entscheidende Rolle spielen 😉.
Bringen wir diese Farbe daher ganz schnell hinter uns.

Bitteres Orange

Tatsächlich habe ich nur einen Namen gefunden, der aus dem fernen Hawaii stammt, den Unisexnamen Alani. Dieser bedeutet „Orange“ oder „Orangenbaum“. Streng genommen bezeichnet der Name also die orangefarbene Frucht, von der die Farbe ihren Namen hat. „Orange“ stammt von der alten französischen Bezeichnung für die Frucht „pomme d’orange“ ab. Das Wort geht über das altprovenzialische auranja, auf das italienische arancia zurück.
Die süßen Orangen werden übrigens im 16. Jahrhundert aus Hinterindien nach Europa gebracht, vorher gab es nur bittere. Bitterorangen, wie furchtbar!

orange

Romantisches Grün

„Es grünt so grün …“ haben einige jetzt vermutlich im Ohr. Andere denken an Gras, Avocado oder Klee. Ich persönlich denke an die hübschen grünen Blusen, die ich besitze, relevanter für die Namenswahl Ihres Kindes wird wohl aber eher die Bedeutung der Farbe sein. Grün steht für die Hoffnung, das Leben und die Liebe. Die Liebe? Und was ist mit Rot? Auch, doch in alten Volksliedern ist die Liebe grün, nicht verwunderlich, dass dies dann auch für die Romantik gilt. Wenn Grün Ihre Lieblingsfarbe ist und Sie Edelsteine mögen, hätte ich den perfekten Namen für Sie: Smaragda. Wen der Name zu sehr an Drachen, Feen und Zauberei erinnert, wie wäre es mit der spanischen Variante Esmeralda?

Sollte Ihnen der Namen zu sehr mit „Der Glöckner von Notre Dame“ verbunden sein, hätte ich einen anderen Edelsteinnamen anzubieten: Jade. Der Name Jade wurde in Deutschland von 2006 bis 2018 ungefähr 430 Mal als erster Vorname vergeben. Die Variante Yade war tatsächlich häufiger (620 Mal).

Wer lieber ein weiches A als Endung hätte, da gäbe es noch Jada. Jada gibt es zwar auch als Jungenamen, in der Bibel sind Sammai und Jada die Söhne von Onam, doch die meisten Leute werden vermutlich eher an Jada Pinkett Smith denken, die Ehefrau des Schauspielers Will Smith. Für grünverliebte Italienfans hätte ich die italienische Variante von Jade anzubieten: Giada. Dieser Name wurde in Deutschland zwischen 2006 und 2018 immerhin 640 Mal als erster Vorname vergeben.

Tolkin-Freunde kommen heute auch auf ihre Kosten – mit Legolas, einer Figur aus „Herr der Ringe“. Legolas bedeutet in der Elbensprache Sinadrin nämlich „Laubgrün“. Zugegeben, es ist eine erfundene Sprache, doch alle Sprachen sind irgendwann einmal entstanden und längere Jungenamen auf L sind ja immer mal wieder zu lesen. Neben Leopold, Lysander und Leander reiht sich Legolas doch gut ein, wenn mich der Name nur nicht an diese eine Klemmbausteinmarke erinnern würde …

Lebendiges Braun

Mit Braun verbinde ich Vollmilchschokolade und Nüsse (Nussschokolade, lecker!). Außerdem habe ich dunkelbraune Haare, wobei die meisten behaupten, sie seinen schwarz (die gleichen Leute sind übrigens auch der festen Überzeugung, ich hieße Vivien, ob es da einen Zusammenhang gibt?).
Braun ist das Symbol der Vitalität und Naturverbundenheit (Erde und so), leider ist Braun aber auch die Farbe des Nationalsozialismus. Für anti-nazionalsozialistische Naturliebhaber hätte ich dennoch einen Namen anzubieten: Bruno. Es wird kein Zufall gewesen sein, dass der Hund Bruno in Disneys „Cinderella“ braunes Fell hat. Dann wäre da noch der „Problembär“ Bruno, der im Sommer 2006 in Bayern für Aufsehen sorgte und erschossen wurden. Kinder werden diese Geschichte vermutlich nicht mehr kennen, anders als Bruno den Hund. Dann gibt es noch den Sänger Bruno Mars, der eigentlich Peter Gene Hernandez heißt. Den Spitznamen Bruno gab ihm sein Vater, in Anlehnung an den Wrestlingstar Bruno Sammartino, da Mars ein moppeliges Baby war.

Die weibliche Variante des Namens ist Bruna. Einer kleinen Bruna bin ich in meinem allerersten Schulpraktikum begegnet (so klein dürfte Bruna daher nicht mehr sein). Bruna ist gleichzeitig eine Kurzform von Brunhilde (von den althochdeutschen Wörtern brunni „Brustpanzer“ und hiltja „Kampf“). Bruna hat als Mädchenamen einen selten vergebenen Anfangsbuchstaben. 2019 lag das B bei 0,5% (und damit hinter Y und Z). Für Irlandfans hätte ich noch den Jungennamen Donncha anzubieten, der Name bedeutet übersetzt „braunhaariger Krieger“.

Melancholisches Grau

Grau ist die Farbe des Schwindens, des Unheimlichen, der Melancholie, des Alters und der Weisheit. Ich möchte noch die Farbe der Unscheinbarkeit hinzufügen, man denken an den Ausdruck: „Graue Maus“. Konzentrieren wir uns aber mal auf die Symbolik der Weisheit. Weisheit ist doch was Positives.

Sie sind ein Fan der Farbe Grau und Wales? Was halten Sie dann von Lloyd? Der Vorname Lloyd wurde zwischen 2006 und 2018 nur 100 Mal als erster Vorname vergeben. Der Name stammt von dem Walisischen „llwyd“, bedeutet „der Graue“ und war ursprünglich ein Nachname. Die meisten werden bei dem Namen an Andrew Lloyd Webber denken. Wer ein Fan von vokallosen Namen ist, dem kann ich die Variante Llwyd empfehlen, eine andere Variante ist Floyd, die der Originalaussprache von Llyod recht nah kommt (die war ursprünglich eben nicht „Loid“). Die meisten werden bei letzterem Namen an die Rockband Pink Floyd denken. Syd Barett benannte die „The Pink Floyd Sound“ in Anlehnung an seinen Lieblings-Bluesmusiker Pink Anderson (der eigentlich Pinkney hieß) und Floyd Council – später wurde der Namen dann in „Pink Floyd“ gekürzt. Für Fans von Unisexnamen hätte ich noch Gray anzubieten, auch die Schreibweise Grey ist möglich, da werden viele wohl zuerst an den Roman „Shades of Grey“ denken oder an die Krankenhausserie „Grey’s Anatomy“ (lustigerweise ist der Serientitel eine Anspielung auf das Lehrwerk „Gray’s Anatomy“ und so schließt sich dann der Kreis).

Alle Farben des Regenbogens

Wenn Sie wollen, können Sie nun Ihre Kinder nach allen Farben des Regenbogens nennen, genug Namen haben Sie nach der Lektüre aller Artikel jetzt auf alle Fälle zur Auswahl. Für Zwillinge empfehle ich natürlich Schneewittchen und Rosenrot, weniger augenzwinkernd wären Ruby und Gwen. Für Drillinge fallen mir drei tolle Kombis ein:

Für alle anderen, nach welchen Farbnamen würden Sie Ihren Sohn und Ihre Tochter benennen?
Bei mir würden Scarlett und Grey das Rennen machen (bevor Sie fragen, ja, ich habe die Bücher gelesen und nein, deswegen habe ich mich nicht für Grey entschieden, mir gefällt einfach der Klang und ich finde die Farbe eigentlich ganz hübsch, für mich ist Grau die ungepuderte Schwester von Silber).

Die weiteren Beiträge aus dieser Serie:

Das Buch zum Blog

9 Gedanken zu „Bunt sind alle meinen Namen. Heute: Grün, Braun, Orange und Grau“

  1. Oh, da hab ich noch was für Grau: Griseldis und Griselda oder die Kurzform Zelda. Da steckt die Farbe im Namen mit drin. Und ja, ich mag diese Namen sogar 🙂

    Von den anderen Namen heute mag ich Bruna am liebsten. Bruno ist auch nett, der Name ist allerdings auch bei Hundehalter*innen sehr beliebt.

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    • Zelda erinnert mich immer an Tante Zelda aus „Sabrina“, die, glaube ich, auch Griselda heißt. Den Namen hatten ich bis eben gar nicht auf dem Schirm.
      Ach, die Tochter von Robin Willams heißt auch Zelda, nach dem Videospiel benannt.

  2. zum Thema Orange: Arancia (wäre doch eigentlich auch ein hübscher Vorname!)
    erinnert mich an die spanisch-katalanische Tennisspielerin Arantxa Sanchez, leider weiß ich natürlich nicht, ob Arantxa und Arancia denselben Ursprung haben?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Arantxa_Sánchez_Vicario

    zu grau fällt mir sofort Dorian Gray ein

    hier ist ein Tippfehler: Für Edelsteinfans: Ruby, Saphira und Smargada
    Dazu fällt mir noch Amber ein, englisch für Bernstein

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    • An Arantxa habe ich auch gedacht, das hat aber nichts mit der Orange oder der Farbe zu tun. Es kommt von Arantzazu, Ort eines Marienheilgtums, worin das baskische Wort für „Dornenstrauch“ steckt.

  3. Zu Bernsteinbraun fällt mir noch die äußerst elegante Ambra ein. Und wenn wir schon mal in Italien sind: Siena (so heißt ein ockerbraun, benannt nach der gleichfarbigen Erde aus Siena).

    Und statt Ruby finde ich Rubina hierzulande schöner.

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    • Hazel mag ich gerne, ich liebe „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, auch wenn ich keine traurigen Enden mag. Doch Hazel ist ja der Haselstrauch, also ein Pflanzenname, wobei die Nähe zur Farbe naheliegt
      Tatsächlich denke ich bei Hazel nicht nur an die Nüsse, sondern auch an das hübsche grüne Laub 🙂

    • Seufz, da sollte Vivi stehen und nicht Miez, vielleicht gehe ich ganz zu Vivi über.

      Aber noch einmal zu Farb-Assoziationen, das gibt es bei einigen Namen, auch wenn diese keine Farbbedeutung haben.
      Marina wird meistens mit Blau assoziiert, in dem Artikel zu blau hatten wir darüber gesprochen. Gut, das Meer ist ja blau ;-).
      Sonea erinnert mich an Sonne und ist für mich mit Gelb verbunden.
      Eine Estella hat für mich schwarze Locken, woher das wohl kommt?

    • Dass Hazel sowohl grün, als auch braun bedeutet, finde ich sehr naheliegend.
      Auf englisch werden nämlich grün-braune Augen als „hazel eyes“ bezeichnet.
      wobei sich diese besondere augenfarbe zum zeitpunkt der benennung des kindes meistens noch nicht verfestigt hat.

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