Anna, die dumme Königin von Arendelle

Staudamm
Staudamm. Bild von Thomas Ehrhardt auf Pixabay

Annemarie hatte es ja schon im letzten Jahresrückblick gespoilert: Die Mutter von Anna und Elsa heißt Iduna. Jetzt habe auch ich endlich den Film Die Eiskönigin II gesehen, aber leider keine neuen vielversprechenden Vornamen gefunden. Was den Einfluss der Namen der neuen und altbekannten Frozen-Protagonist:innen auf unsere Vornamenstatistik angeht, kann ich berichten, das es den nicht gibt: Weder Elsa, Anna, Sven, Olaf, Kristoff noch Iduna wurden seit dem Filmstart signifikant häufiger vergeben.

[Es folgt ein weiterer Spoiler!] Das ist nicht weiter schlimm, aber eine andere Sache bedrückt mich sehr: Anna löste am Ende des Films ihre Schwester Elsa als Königin von Arendelle ab. Ich hoffe, dass sie gut beraten wird, denn sie hat bewiesen, dass sie nicht die hellste Kerze auf der Torte ist. Wenn sie so regiert, wie sie in Die Eiskönigin II gehandelt hat, sehe ich eine düstere Zukunft für Arendelle. Dann wird Die Eiskönigin III eine Tragödie!

Welche Dummheit hat Anna begangen? Damit alles gut wird, musste ein riesiger Staudamm zerstört werden. Anna veranlasste das im Bewusstsein, dass die resultierende Flutwelle ihre Heimatstadt Arendelle dem Erdboden gleichmachen würde. Dass es anders kam konnte sie wirklich nicht ahnen. Dabei wäre dieses Risiko leicht vermeidbar gewesen: Ein kluger Kopf hätte den Stausee zunächst kontrolliert entleert und so die Flutwelle bei der Zerstörung des Staudamms verhindert. Das hätte zwar ein paar Tage gedauert, aber es wäre kein Problem gewesen, denn es gab keinen Termindruck.

Im Interesse der Bürger:innen von Arendelle: Setzt Königin Anna ab!

11 Gedanken zu „Anna, die dumme Königin von Arendelle“

  1. Ach Knud, warum so negativ 😉 ?

    Anna hatte weder die Zeit noch die Mittel für eine kontrollierte Leerung des Damms, da die Naturgeister sich ja wegen des begangen Unrechts rächen wollten. Elsa hat die Stadt ja dann doch noch gerettet (abgesehen davon ist das ein Film, in welchem Film werden keine dämlichem Entscheidungen getroffen 😉 )

    Gut, ich bin ein bisschen voreingenommen. Die Eiskönigin ist mein Disney- Lieblingsfilm und auch die Fortsetzung ist sehr gelungen. Meiner Schwester gefällt er sogar besser als der erste Film 🙂

    Was die Namen angeht:

    Anna & Christoph sind „Geht-immer“-Name, die auch vor dem Film immer mal wieder vergeben wurde.

    Für Sven und Olaf ist die Zeit noch nicht gekommen (Gott sein Dank)

    Elsa- ich liebe den Namen Elisabeth, auch die Kurzformen Elisa und noch lieber Elise, die ja jetzt auch häufiger vergeben werden. Ich nehme an, da es diese Alternativen gibt und Elise sich eleganter anhört als Elsa, ist man noch nicht so auf den Geschmack gekommen. Elsa mit weichem s ist für mich eine Kuh. Elsa als „Elza“ wie sie im Film gesprochen wird, finde ich gar nicht so schlecht, da es frischer klingt (aber Elise gefällt mir um Längen besser). Eine schöne Alternative wäre noch Ilsa.

    Iduna finde ich klanglich hübsch. Die Endung „una“ ist durch „Luna“ vertraut und dennoch bietet der Name genug Individualität (wobei ich hier einen klassischen Zweitname vergeben würde, meine Zweitnamen-Favorit passt hier gut
    Iduna Luise oder Iduna Lenore, Iduna Malin etc.).
    Iduna ist übrigens die latinisierte Form der nordischen Göttin der Jugend (Idun). War vermutlich das Namensvorbild für Anna und Elsas Mutter.

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    • Ilsa erinnert mich an eine ganz furchtbare Deutsch-Lehrerin. Als im Unterricht Goethes Faust behandelt wurde, wo in einer Szene Hexen über einen “Ilsenstein” fliegen, und ein paar Mitschüler lachten, musste die halbe Klasse nachsitzen. Da bestätigte sich mal wieder: “nomen est omen” 😀

  2. Das Problem mit Iduna ist, dass eine Versicherung so heißt. Die Schauspielerin, die Elsa spielt, heißt übrigens Idina, eine interssante Alternative.

    Um die Aussprache von Elsa festzulegen, geht vielleicht Elßa mit scharfem s? Historisch ist diese Schreibweise bestimmt nachweisbar (hier sind einge Beinahe-Treffer zu finden: https://www.beliebte-vornamen.de/1701-1495-w.htm ), aber wer tut seinem Kind heute einen Namen mit ẞ an?

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    • Oh, das eine Versicherung so heißt, wusste ich nicht. Ist aber natürlich ein Gegenargument, schade, der Name hat Potential.

      ß wäre schon hart, fast noch schlimmer als ein Umlaut wie bei Änne oder Märtha, da der Buchstabe ß in einem Vornamen irgendwie nicht richtig aussieht, vielleicht, weil er nicht mehr benutzt wird.

      Wie wäre es deshalb mit Elza?
      Ich meine die Schreibweise mal gelesen zu haben. Y (Emylia, Yan) waren gestern, jetzt kommt das z!

    • Da schrillen jetzt die Alarmglocken bei der Signal Iduna-Versicherungsgruppe. Offenbar gibt es am Bekanntheitsgrad noch was zu verbessern.
      Bei mir ist Iduna als Name der Versicherung sehr präsent. Vielleicht auch, weil das Unternehmen mal ein potentieller Arbeitgeber war.
      Ein ß im Vornamen? Bloß nicht! Dann lieber Elssa oder Elsza, wenn die scharfe Aussprache signalisiert werden soll.

  3. Hallo,

    “Elza” würde ich erst recht weich aussprechen und davon ausgehen, dass der Sprecher aus einem Land kommt, in dem “s” immer gezischt wird und die weiche Aussprache betonen wollte. Also wie eben “Elsa” im Film. Alternativ würde ich es “Eltza” aussprechen, aber das ist ja auch nicht das Gewünschte.
    “Elssa” gefällt mir nicht so gut, käme der Filmaussprache aber m.E. am nächsten.

    LG

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  4. Zu Iduna, nordische Göttin der Jugend:
    Als Idun ist der Name mir schon begegnet, auf einem Spielplatz in Schweden, als kleine Schwester von Minou oder Minu.
    Minou auf der letzten Silbe, Idun auf der ersten betont. Das fand ich eigentlich ganz pfiffig, etymologisch haben die Namen zwar nix miteinander zu tun, aber die gleichen Vokale in der gleichen Reihenfolge, ohne auch insgesamt zu ähnlich zu sein. Ich weiß nicht, wie häufig der Name Idun in Schweden ist, aber in der Stadt gab es immerhin auch den Straßennamen Idungatan.

    Zu Königin Anna:
    Dass sich Filmfiguren teilweise unlogisch verhalten, damit die Story funktioniert, stört auch schon meine achtjährige Tochter. Es wäre vielleicht eine Herausforderung, einen (Kinder-) Film zu finden, in dem es solche Ungereimtheiten nicht gibt.

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  5. Ich wüsste wirklich gerne, warum man sich bei der deutschen Synchronisation für diese Aussprache von Elsa entschieden hat. War die “normale” Form zu langweilig, zu altmodisch, zu weich, zu Kuh-Elsa-mäßig?

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    • Ich habe „die Eiskönigin“ auch im Orginal gesehen und meine mich zu erinnern, dass Elsa da auch „Elsza“ ausgesprochen wird.
      Anna wird da überingens auch „Aaaaana“ und nicht „Enna“ ausgesprochen.

    • Oh, ich hätte mit “Elsza” und “Enna” gerechnet. Trotzdem bleibt die Frage, warum man wohl für die deutsche Fassung nicht die im Deutschen naheliegende Aussprache gewählt hat.

  6. Anna hatte keine andere Wahl. Elsa ist offensichtlich tot, sie selbst im Wald gesperrt. Jemand, z.B. lieber Hans aus F1 kann Annexion wieder probieren, Volk wird kaum froh.

    In der früheren Version hatte es eigentlich passiert: Arendelle war nach Flutwelle weg, nicht Stadt, aber nur Schloß als Symbol des Betrugs, deswegen ist Anna am Ende im Zelt, Stadt ist OK, Schloss ist noch nicht wieder zurückgebaut, Autoren hatten keine Zeit es ändern. 😀
    Dazu zählte aber auch die klare Entscheidung von Elsa für immer im Wald zu bleiben, es war nicht “wir sehen uns einander in ein paar Wochen” aber “wir treffen uns wahrscheinlich nie wieder”.

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