Alexa, mach das Licht an!

Besonders häufig war der Vorname Alexa in Deutschland noch nie. Im vorherigen Jahrtausend war der Name kaum gebräuchlich und seit der Jahrtausendwende wurden schätzungsweise 5.000 Mädchen in Deutschland Alexa genannt (das sind nicht besonders viele). Am beliebtesten war Alexa im Geburtsjahrgang 2002, damals reichte es ausnahmsweise für eine Platzierung in den Top 100 der am häufigsten vergebenen Mädchennamen.

Alexa Statistik

Seit 2014 wird dieser Vorname immer seltener vergeben – so selten, dass er 2018 beinahe schon aus den Top 500 gefallen wäre. Immer häufiger wird dagegen der digitale Sprachassistent des amerikanischen Unternehmens Amazon genutzt. Der wurde 2014 präsentiert und heißt auch Alexa. Ich bin sicher, dass der Niedergang des Vornamens Alexa am Erfolg von Amazons Alexa liegt. Der Bekanntheitsgrad des Sprachassistenten in Deutschland ist groß und überstrahlt inzwischen den Vornamen Alexa. Tatsächlich werden inzwischen Alexas wegen ihres Namens geärgert – „Alexa, mach das Licht an!“ gehört noch zu den harmlosen Hänseleien. Alexa ist leider kein ganz normaler Vorname mehr.

Kann man sein Kind überhaupt noch Alexa nennen? Kann man schon, sollte man aber nicht, so meine Meinung. Ich finde, dass der Produktname den Vornamen überholt hat und im Vordergrund steht. Aus demselben Grund rate ich auch von den Mädchennamen Mercedes und Melitta ab. Das waren auch mal Vornamen, die heutzutage eher als Markennamen bekannt sind.

Euch Frauen und Mädchen, die schon Alexa heißen, nützt mein gutgemeinter Rat natürlich nichts. Ich hoffe, dass die Hänseleien nicht überhand nehmen, so dass Ihr weiterhin gut mit Eurem Namen zurecht kommt. Schön, wenn Ihr zwei oder mehr Vornamen habt, denn dann könnt ihr einfach den Rufnamen ändern. Wenn nicht und Ihr sehr darunter leidet, Alexa zu heißen, – so sehr, dass Ihr davon krank geworden seid – dann hilft nur der Gang zum Amt. Mit einem psychatrischen Gutachten, das bestätigt, wie sehr ihr unter dem Vornamen leidet, ist es möglich, einen anderen Vornamen anzunehmen.

14 Gedanken zu “Alexa, mach das Licht an!”

  1. Ich kannte übrigens auch mal ein Mädchen, das Siri hieß. Damals fand ich den Namen ungewöhnlich, aber nicht schlimm, heute tut sie mir leid. (Habe allerdings den Kontakt verloren, daher leider keine Ahnung, wie sie jetzt damit klarkommt…)

  2. Die Tochter von Bekannten heißt Siri, ihre Cousine Alexa. Beide jeweils geboren bevor Apple bzw. Amazon ihre Erfindungen präsentierten.

    Heute sind das natürlich Vornamen, die ihre Prägung haben, vor 8 / 9 Jahren waren es Raritäten, die ihre Eltern aus den Gründen ausgewählt haben.

    Ich wünsche den beiden, dass sie für ihre Namen nicht gehänselt werden, aber verhindern kann man es vermutlich nicht.

  3. Ich finde weder Alexa, noch Siri, Melitta und Mercedes besonders problematisch.
    Schließlich waren diese Namen bereits vor dem Produkt da.
    Umgekehrt fände ich es weitaus alberner, ein Kind Nespresso, Samsung oder Balea zu nennen.

    Ich kenne eine Alexa, eine Siri und eine Mercedes, und im Kontext dieser Personen spielt die Marke für mich gar keine Rolle.

    Klar laden diese Namen zu Witzeleien ein, allerdings gibt es da weitaus problematischere Domainen als Kaffee, Auto und Sprachassistenten. Zumal gerade bei Technik die Halbwertzeit sehr groß ist und ich nicht sehe, dass Alexa sich über mehrere Jahrzehnte als dominante Sprachsteuerung etablieren wird.

    Mir gefällt Alexa weitaus besser als die sperrige Alexandra. Alternativ gibt es natürlich noch Alexia oder Alexis.

  4. Alexa ist tatsächlich eine ganz angenehme Kurzform von Alexandra. Insofern finde ich es um diesen Namen noch mehr schade als um Melitta, Mercedes, oder Siri, die ich jetzt im deutschen Kontext sowieso nicht so toll finde (obwohl Mercedes eigentlich sehr hübsch klingt und angenehmer wäre, als manche anderen Importnamen).

    Musste natürlich auch an den von mir neulich erwähnten Dagobert denken.

    Alexa–ja, das finde ich wirklich hübsch. Man darf sich aber tatsächlich nicht zu idealistisch gegen Assoziationen stemmen. Meistens gibt es ja noch andere Namen, die einem gefallen, und die unproblematisch sind.

    Wie viele wissen, neige ich zu sehr altmodischen Namen. Um ehrlich zu sein, eine Hildegard hat es möglicherweise noch wesentlich schwerer als eine Alexa. Ist es somit heuchlerisch, wenn ich sage, Alexa, nein, aber Hildegard, ja? Es fällt mir bei Namen, die ich ganz besonders liebe und auch als Teil unseres kulturellen Erbes betrachte eben noch wesentlich schwerer, sie aufzugeben, als bei Namen, die hübsch, mir aber nicht so wichtig sind….

  5. ALEXA heißt seit einiger Zeit auch der Sprachassistent von Amazon.

    EMMA ist auch eine Frauenzeitschrift als Wortspiel zu “Ema”nzipation.

    Mit LEON kann man auch fahren.

    FELIX findet man als Katzennahrung im Supermarkt.

    Die Liste lässt sich beliebig erweitern und in die Zukunft kaum prognostizieren. Das Beste wird wohl sein, dem Kind mindestens zehn Vornamen zu geben – oder damit zu leben, dass der Rufname in irgendeiner Weise eine weitere Assoziation hat oder haben kann.

  6. Hier schreibt die Mama einer Alexa, die kurz vor dem “tollen” Amazon-Teil geboren wurde und heute fast 5 Jahre alt ist.

    Auch wenn uns der Name immer schon gefallen hat, hätten wir ihr den Namen 2014 nicht gegeben, wenn wir auch nur ansatzweise gewusst hätten, in welche Richtung sich der Name entwickelt.

    Die mittlerweile inflationäre Verwendung des Namens ist das Eine. Klar, kann der eigene Name auch mal für irgendwelche Marken verwendet werden, worauf man natürlich keinen Einfluss hat. Es gibt bei irgendeiner Modefirma mittlerweile eine Jeans, die Alexa heißt. Das ist mir völlig egal.

    Was mich allerdings nervt und aufregt ist die Tatsache, dass der Name unserer Tochter nur noch im Zusammenhang mit Amazon funktioniert. Und insbesondere der Name in Kombination mit einer Aufforderung irgendetwas zu tun (ohne “bitte” übrigens).

    Unsere Tochter wurde nun schon häufiger konfrontiert mit: wir haben zu Hause auch eine Alexa! Die sagt uns immer, wie das Wetter wird … etc…
    Häufig ist das noch nicht mal böse gemeint, aber es nervt jetzt schon. Wer weiß, wie das mal werden soll… mittlerweile bauen immer mehr Hersteller “Alexa” in ihre Lautsprecher ein und ein Ende ist nicht wirklich absehbar.

    Während ich noch vor einem Jahr gesagt habe, jemanden, der sich freiwillig ein Gerät mit zig Richtmikrofonen zu Hause aufstellt und blöde Sprüche zum Namen macht, nicht ernst nehmen zu können, bin ich mittlerweile der Meinung, dass wir unsere Tochter nicht unbeschadet mit diesem Namen durch die Schulzeit bringen, die ja erst noch bevorsteht. Dafür gibt es einfach zu viele Dummbratzen-Kinder!

    Wir werden wohl ihre Vornamen tauschen, zum Glück haben wir ihr einen zweiten gegeben.
    Mittlerweile sprechen wir sie zusätzlich mit ihrem zweiten Namen an, als hätte sie einen Doppelnamen. Auf ihren zweiten Vornamen reagiert sie mittlerweile auch.
    Wir wissen nur noch nicht, wann der richtige Zeitpunkt ist, das komplett im Freundeskreis/Familie/Kindergarten zu kommunizieren und umzusetzen/ändern.
    Leicht fällt uns diese Entscheidung jedenfalls nicht, aber wir denken nur zum besten unserer Tochter zu handeln.

    Wir kennen übrigens noch eine 3jährige Alexa, die keinen zweiten Namen hat…

    • Es besteht ja noch die Hoffnung, das der Hype um die Sprachassistenten mit der Zeit abebbt und Alexa als Vorname wieder etwas normaler wird. Die Alexa-Witze müssten sich ja auch irgendwann abnutzen. Obwohl: Bei „Bielefeld gibt’s ja gar nicht“ ist noch kein Ende abzusehen …

    • @Martina
      Euer Problem mit dem Namen Alexa kann ich verstehen. Verstehen kann ich aber den Hype wegen der Amazon-Alexa nicht. 9jährige Kinder haben so ein Gerät im Kinderzimmer stehen.

      Die Reihenfolge der Vornamen kann man ja inzwischen ändern. Ihr könnt den zweiten Namen an die erste Stelle setzen. Vielleicht könnt ihr sogar aus Alexa eine Alexia oder Alexandra machen. Ich weiß aber nicht inwieweit solche Änderungen möglich sind.

      Tja, wann wäre der richtige Zeitpunkt für die Änderung des Rufnamens? Zum neuen Kindergartenjahr? Zuhause geht das auch sofort bzw. wenn ihr dazu bereit seid.

  7. Leider befürchte ich, dass der Hype erstmal nicht abnimmt, auch wenn ich es mir wünschen würde. Immer mehr Firmen werben doch mit dem Alexa-Feature.
    Und ich weiß gar nicht, was ich schlimmer fände: Hype oder dass das Teil zur Gewohnheit wird und der Name einfach nur noch mit Erbringung einer Leistung verbunden ist.

    Die Tage konnte ich mich mit einer Schülerin (Abiturientin) unterhalten, die meinte, dass sie so aus dem Schulalltag heraus auch sagen würde, dass der Name mehr als problematisch ist. Jede Aufforderung an Alexa würde ihrer Meinung nach zu Gelächter führen.

    Ihren Namen geringfügig abzuändern hatten wir zeitweise auch überlegt. Ich befürchtete allerdings, dass das dann eine richtige Namensänderung darstellt, die nach meiner Recherche eher schwieriger durchzusetzen wäre. Und ob man dann weit genug von Alexa weg wäre, um die befürchteten Hänseleien abzuwenden, weiß man halt auch nicht.

    Da es wirklich eine große und nicht einfache Entscheidung ist, tun wir uns noch schwer, das 100% durchzuziehen. Allerdings muss man auch sagen, so schlimm das klingt, wir wollen draußen unsere Tochter schon gar nicht mehr Alexa rufen, sondern weichen jetzt schon auf Kosenamen aus…
    … und dabei haben wir ihr den Namen mal mit ganz viel Liebe ausgesucht und gegeben…

    • „Die Tage konnte ich mich mit einer Schülerin (Abiturientin) unterhalten, die meinte, dass sie so aus dem Schulalltag heraus auch sagen würde, dass der Name mehr als problematisch ist. Jede Aufforderung an Alexa würde ihrer Meinung nach zu Gelächter führen.“

      Wenn ich so etwas schon lese, kriege ich einen dicken Hals! Da machen Lehrkräfte und Schulleitung ihre Arbeit überhaupt nicht. Gibt es denn andere Schulen in Eurem Umfeld, die die Kinder noch mit erziehen? Unsere Kinder sind auf solche Schulen gewechselt, wo alles nicht erwünschte Verhalten konsequent besprochen und mit Maßnahmen versehen wird. Da könntet ihr den Namen getrost lassen. Ansonsten wünsche ich Euch, dass Eure Tochter mit ihrem Namen und in allen anderen Belangen möglichst wenig auffällt.

  8. Die Schülerin ist auf einer Walldorfschule.
    Sonstige alternative Schulen gibt es bei uns, glaube ich, eher nicht. Inwiefern die Lehrer da dumme Sprüche / Hänseleien immer abfangen könnten, weiß ich halt auch nicht…

    • Interessanter Artikel, “wir” sind auch betroffen. Von Amazons Alexa erfuhren wir, als unsere Tochter 2 Monate alt war. Ich habe mich sehr darüber geärgert. Auch wir hätten den Namen mit dem Wissen nicht vergeben.

      Mich wundern aber die Jahreszahlen: Nach Deutschland kam Amazons Alexa erst 2016, davor war sie hier so gut wie nicht bekannt. Der ganz starke Abfall bei der Vornamensvergabe kam sogar erst 2018. Vor 2017 halte ich es ehrlich gesagt für eine zufällige Schwankung.

      Traurig um die Schicksale gehänselter Kinder, manche können sehr grausam sein. Wieso sich der Konzern keinen komplett neuen Namen ausdenkt, sondern einen doch recht etablierten nimmt, lässt mich zweifeln. Auch ein künstlich erschaffener Name kann so gestaltet sein, dass er technisch gut erkennbar ist.

  9. Hallo Gast!

    Was ist euer Plan?

    Ich verstehe auch nicht, dass amazon einen Namen benutzt / benutzen darf, der doch zumindest im Stamm Alex- sehr häufig ist.
    Ist es nicht so, dass das Teil auch bei “Alex” aufwacht, dann aber nicht mehr weiter macht, weil es eben doch nicht der ganze Name war?

    Unschöne Geschichte, die wir erst kürzlich erlebt haben: wir waren zu Besuch bei einer älteren Dame (70), der der Sohn so ein Teil installiert hat, damit sie -alleinlebend- Hilfe rufen könnte. Natürlich sprang dieses Ding ständig an, wenn wir mit oder über unsere Tochter gesprochen haben. Da meinte die Dame dann, wir dürften jetzt nun eben den Namen nicht so häufig aussprechen, weil ja sonst das Ding ständig anginge…

    Andere haben immerhin den Anstand, das Ding aus zu machen, wenn wir zu Besuch sind.

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