2017er Babynamen aus Norwegen

Geirangerfjord in Norwegen © MyWorld - Fotolia.com
Geirangerfjord in Norwegen © MyWorld – Fotolia.com

Das norwegische Statistikamt war dieses Mal sehr geizig und hat nur die Top 10 der beliebtesten Babynamen des Jahrgangs 2017 herausgegeben. 2012 gab es noch die Top 40 der in Norwegen am häufigsten vergebenen Jungen- und Mädchennamen. Damals standen Nora und Lukas an der Spitze, die 2017 von Sofie und Jakob auf die zweiten Plätze verdrängt wurden.

Mädchen Jungen
  1. Sofie/Sophie
  2. Nora/Norah
  3. Emma
  4. Sara/Sahra/Sarah/Zara
  5. Ella
  6. Olivia
  7. Maja/Maia/Maya
  8. Emilie
  9. Sofia/Sophia
  10. Ingrid/Ingerid/Ingri
  1. Jakob/Jacob
  2. Lucas/Lukas
  3. Emil
  4. Oskar/Oscar
  5. Oliver
  6. William
  7. Filip/Fillip/Philip/Phillip
  8. Noah/Noa
  9. Elias
  10. Isak/Isaac/Isac

Und außerdem …

10 Gedanken zu “2017er Babynamen aus Norwegen”

  1. Finde es interessant, dass Nora so beliebt ist–muss sofort an Ibsens Figur der Nora denken in “A Doll’s House” (weiß nicht wie genau der Titel auf Deutsch lautet). Vielleicht ist Nora ja ein norwegischer Traditionsname. Finde ihn hübsch.

    Sofie/Sophie–na gut, ist natürlich ein schöner Name. Hat meiner Meinung nach aber nicht die Spitzenposition verdient.

    Emma, Sarah, Sofia, Olivia, Maja–internationale Schlager. Haben so gar nichts eigentümlich Norwegisches an sich. Sind aber natürlich alle fünf schöne Namen. Besonders Emma, Sarah und Maja aber gönne ich bleibenden Klassikerstatus.

    Ella–ist mir zu sehr angelsächsischer Import.

    Emilie–diese Namensform, statt dem angelsächsischen Import Emily und statt dem international zur Zeit beliebten Emilia, finde ich gut. Wird sie in Norwegen Emil-je oder eher französische gesprochen? Sollte letzteres der Fall sein, dann finde ich den Namen doch zu frankophon für Norwegen.

    Der weitaus schönste Mädchenname der Top Ten: Ingrid. Das ist auch der norwegischste und eigentümlichste der hier aufgelisteten weiblichen Namen. Meine Eltern hatten in ihrem Garten einen Ingrid Marie-Apfelbaum. Dachte immer, Ingrid Marie wäre ein sehr schöner Name für eine Tochter.

    Männliche Namen: Jakob, Lukas, Emil, Oskar, Filip, Noah, Elias, das sind alles eher internationale Modenamen, die gleichzeitig aber auch irgendwie Klassiker oder zumindest biblische Namen sind. Finde sie gut, fände aber spezifisch norwegische Traditionsnamen (Olof, Ole, Haakon, etc.) noch besser.

    Isak finde ich besonders, da der Name in Deutschland, Frankreich, England, etc. nicht populär ist. In den USA kannte ich ein paar Isaacs, aber der Name ist auch dort nicht superhäufig. Diese hohe Rangposition ist schon ungewöhnlich.

    William–dass die Skandinavier so auf diese englische Namensform abfahren…. Vilhelm wäre so viel schöner für Skandinavien.

    Oliver–international beliebter Name, der in Deutschland seine Modezeit hinter sich hat, aber in England z.B. gerade wieder recht beliebt ist. Und die Skandinavier scheinen ja durchaus von England beeinflusst zu sein. Ist ein schöner Name, aber eben auch kein wirklich in Norwegen tief verwurzelter Name.

    Allgemein schöne Namen, aber zu sehr internationale Mode, zu wenig eigene Tradition.

    • Ella empfinde ich nun gerade nicht als angelsächsischen Import; jedenfalls nicht in Deutschland, für Norwegen mag es anders aussehen. In meiner Kindheit in Plattdeutschland war Ella ein recht typischer Name für „een oude Möjmke“ (für ein altes Mütterchen).

      Isak heißt die Hauptfigur in Hamsuns „Segen der Erde“, der Name ist also in Norwegen nicht ganz fremd oder neu…

    • Ja, alles ist sehr international, viel stärker als in Dänemark.
      Auch ich empfinde Ella nicht als englischen Import.
      Emilie wird in Norwegen (normalerweise) Emil-je gesprochen. Ich bin sehr sicher, dass da (erstmal) keine Emily draus wird. Marie und Sophie werden ebenfalls Mari-je und Sophi-je ausgesprochen.
      Ich habe ja mal in Norwegen gelebt. Auf dem Land sieht die Namenslandschaft der Kinder sehr viel anders aus, als in diesen Hitlisten. Viel traditioneller, Mark. Namen, die du wahrscheinlich noch nie gehört hast 🙂

      Wenke

    • erzähle doch mal ein paar Namen, Wenke.
      und wie es so war in Norwegen. stelle mir vor dass es dort sehr windig ist. waren die Leute freundlich? wie waren die Häuser?

    • Ella
      Ich finde auch, dass Ella auch wegen der Beliebtheit in englischsprachigen Ländern bei uns so beliebt wurde. Das gleiche gilt für Emma und Mia. Und natürlich wurden diese Namen beliebt, weil sie kurz und überall aussprechbar sind.

      Ja, das waren früher auch mal häufige Namen in Deutschland. Und bestimmt haben einige hier Großtanten oder Omas/Uromas mit diesen Namen. (Meine Oma hieß Maria und wurde Mia genannt.)

    • Mareike,

      Finde es total interessant, dass Du eine Großmutter hast, die tatsächlich Mia gerufen wurde. Habe mich immer gewundert, ob es wirklich früher Mia als Rufname für Marias gab, in Deutschland.

      Jan: Ella als alter deutscher Name–das überrascht mich. Else, Elsa, Elli, ja–aber Ella? In der englischsprachigen Welt ist das ein vom Wort “elfin” (Elfe) abgeleiteter Name. Sozusagen die englische Form von Elfriede. Bei den alten norddeutschen Frauen dann doch wohl eher eine Rufform von Elisabeth, oder? Die heutige Ella-Mode in Deutschland und Norwegen ist aber bestimmt von der englischsprachigen Welt inspiriert.

      Wenke: Das ländliche Norwegen würde ich auch gerne kennen lernen. Überhaupt finde ich in den meisten Ländern das Land noch interessanter als die Städte. Den Namen Wenke fände ich in der norwegischen Hitliste wirklich gut. Der Name ist ja auch in Norwegen traditionell.

    • Mark

      In der Generation meiner Oma (1920) gab es in Ostwestfalen ganz viele Marias, die meisten wurden Mia gerufen.
      Es kam oft vor, dass man einen offiziellen (langen) Namen hatte und eine Abkürzung dieses Namens als Rufnamen. Zum Beispiel: Theresia = Thea, Anna = Änne oder Anni

      Ella kam in meiner Region allerdings nicht vor. Eine Elisabeth wurde mit Else, Lisbeth oder Elli abgekürzt. Aber da wird es regionale Unterschiede geben. Das von Jan beschriebene alte Mütterchen war hier “dat Lisbeth”.

    • Mia als Kurzform von Maria kenne ich auch (2 Grosstanten), und deshalb sträuben sich mir natürlich die Nackenhaare, wenn Eltern ihr Kind Mia Maria nennen. Sascha Alexander in den 70ern war auch so ein Fall.
      Ella dagegen gab’s nicht. Die kam erst mit Ella Fitzgerald. Elisabeths wurden zu Else, Lieschen und “dat Lisbeth” (genau!), Ellis waren eher Elfriedes, aber immer Elli, nie Ella.
      Theresia kenne ich als Thesa und dachte als Kind immer ans Klebeband.

  2. Mareike, Mark,

    ich kann es nicht beweisen, bin mir aber doch fast sicher, daß Ella bei der großen Mehrzahl der Mütterchen-Ellas in meiner Gegend eben kein individueller Rufname gewesen ist – sondern maximal eine (hier oft und zu Recht als gegenwartstypisch geschmähte) „Koseform als Vollname“. Ich wäre überhaupt nicht auf den Gedanken gekommen, daß eine Oma Ella in den Papieren Elisabeth oder Eleonore hätte heißen könnte. Und Schutzheilige spielen in evangelischen Umfeldern ja keine Rolle.

    Ja, Mia in vor-postmodernen Zeiten als Rufname für Maria, das ist wirklich interessant.

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