Die Dritten sind etwas Besonderes

Die beliebtesten dritten Vornamen
Mohammed steht bei den häufigsten dritten Vornamen auf Platz 17 – bei den Mädchennamen! Auch sonst bin ich überrascht, wie besonders die Hitliste der beliebtesten Drittnamen im Vergleich mit der Erst- und Zweitnamenliste ist. Maria auf Platz 22 bei den Jungennamen ist ja nicht so ungewöhnlich, schließlich ist das der einzige weibliche Vorname, der Jungen als zusätzlicher Vorname gegeben werden darf. Bemerkenswerter finde ich Platz 39: Junior. Anh ist bei Jungen und Mädchen ein häufiger dritter Vorname; da wird es sich wohl um Familien mit vietnamesischer Herkunft handeln.

Was auffällt: Es gibt fast keine Namen mit dem Anfangsbuchstaben L, der bei den Erstnamen einer der häufigsten Anfangsbuchstaben ist.

Was es auf sich hat mit den Mädchen, die Mohammed heißen? Ich weiß es (noch) nicht. Tippfehler schließe ich aus, weil die Daten direkt aus der Standesamtssoftware exportiert wurden.

Hier die Liste der im Geburtsjahrgang 2017 in Deutschland am häufigsten vergebenen dritten Vornamen. Ausgewertet habe ich die vollständigen Vornamendateien einiger (nicht repräsentativ ausgewählter) Städte, die in den Open Data-Portalen veröffentlicht worden sind.

Mädchen Jungen
  1. Marie
  2. Maria
  3. Sophie / Sofie
  4. Elisabeth
  5. Luise / Louise
  6. Charlotte
  7. Katharina
  8. Margarete / Margarethe
  9. Martha / Marta
  10. Anna
  11. Victoria / Viktoria
  12. Johanna
  13. Josephine / Josefine
  14. Sophia / Sofia
  15. Anh
  16. Rose
  17. Mohammed / Muhammad
  18. Clara / Klara
  19. Helene
  20. Rosa
  21. Christine / Kristine
  22. Luisa / Louisa
  23. Ruth
  24. Erika / Erica
  25. Renate
  26. An
  27. Erna
  28. Pauline
  29. Alexandra
  30. Annemarie
  31. Barbara
  32. Carla / Karla
  33. Christa / Krista
  34. Christina / Kristina
  35. Edith
  36. Emily / Emilie
  37. Gabriele
  38. Gisela
  39. Inge
  40. Isabell
  1. Michael
  2. Josef / Joseph
  3. Alexander
  4. Paul
  5. Peter
  6. Wilhelm
  7. Martin
  8. Friedrich
  9. Heinrich
  10. Jacob / Jakob
  11. Maximilian
  12. Mohammed / Muhammad
  13. Carl / Karl
  14. Anh
  15. Johannes
  16. Walter / Walther
  17. Anton
  18. Henri / Henry
  19. Johann
  20. Theodor
  21. Andreas
  22. Maria
  23. Christian
  24. Constantin / Konstantin
  25. Frederic / Frederik
  26. Otto
  27. Wolfgang
  28. David
  29. Gabriel
  30. Günther
  31. Julius
  32. Klaus
  33. Stefan
  34. Albert
  35. Ali
  36. Emil
  37. Frank
  38. Georg
  39. Junior
  40. Jürgen

Und außerdem …

4 Gedanken zu “Die Dritten sind etwas Besonderes”

  1. Wow, da ist ja auch mein Name endlich mal relativ weit vorn mit dabei! Ich würde bei Namen wie …

    Christine, Ruth, Erika, Renate, Erna, Annemarie, Barbara, Christa, Edith, Gabriele, Gisela, Inge,

    Peter, Wilhelm, Martin, Heinrich, Walter, Andreas, Christian, Otto, Wolfgang, Günther, Klaus, Stefan, Frank, Jürgen,

    … die sonst noch sehr unpopulär sind, von Nachbenennungen ausgehen – einer Hommage an (Ur-)Oma/(Ur-)Opa 🙂

    Eventuell könntest Du ja mal schauen, bei welchen Dritt- oder auch Zweitnamen die Platzierung am stärksten von denen der Erstnamen abweicht, d.h. welche eigentlich gar nicht (als Rufname) angesagten Namen sich so – aus dem einen oder anderen Grund – in die Geburtsurkunden mogeln?

  2. habe nicht gewusst dass man Junior als Namen eintragen lassen kann.
    irgendwie gerät dann aber die Reihenfolge durcheinander.
    Herbert Fischer Junior.
    Herbert Junior Fischer.
    Junior kommt doch nach dem Nachnamen?

    das ist eine schöne Liste, so viel Abwechslung. alte und neue Namen.

  3. Vielleicht steht Mohammad bei den Mädchennamen, weil es in manchen Kulturen Tradition ist, dass Mädchen auch den Vornamen ihres Vaters bekommen.Ein mir entfernt bekanntes aus Äthiopien adoptiertes Mädchen heißt Anna (von den österreichischen Eltern ausgesucht) Agnes (Name vom Kinderheim in Äthiopien gegeben) Markus (nach der Tradition nach dem österreichischen Vater benannt) + Nachname

    • Das dürfte die Erklärung sein! Im äthiopischen Kulturraum gibt es gar keine Familiennamen, sondern nur Patronyme, und zwar nach diesem Schema: Persönlicher Name + Name des Vaters. Das gilt auch für Mädchen. (Habe ich mal wieder aus der Lektüre von Asfa-Wossen gelernt, und zwar aus seiner Haile-Selassie-Biographie.)

      Ich glaube kaum, daß das im religiös stark moslemisch und sprachlich auch arabisch geprägten Eritrea anders sein wird, obwohl ich es nicht genau weiß. Und aus Eritrea kommen in den letzten Jahren bekanntlich jede Menge Asylanten.

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