Vornamenstatistik 2017

Vornamen 2017 große Infografik

Die beliebtesten Vornamen je Bundesland

Und außerdem …

32 Gedanken zu “Vornamenstatistik 2017

  1. Wie jedes Jahr vielen Dank Knud für Deine Mühe!

    Der Name meiner Kleinen hat es also in die Top 20 geschafft und mein Name ist immer noch in den Top 40. Da lagen sowohl ich als auch meine Eltern wohl nicht so falsch… 😉

    • Njörd ist etwa 100x älter als die Bezeichnung Nerd. 🙂 Es ist der alte wanische Meergott der germanischen Mythologie, so wie sie uns die Isländer überliefert haben.

      In/aus Deutschland gibt es keinerlei Quellen zur germanischen Religion – man kann aber wohl aus dem Wiederaufleben der Hexenprozesse im 16. Jahrhundert, also in einer Schwächephase der Kirche, darauf schließen, daß der Glaube an Schadenszauber durch Frauen darin eine große Rolle gespielt hat. (In Spanien, durch die Westgoten ja auch germanisch mitgeprägt, ist dieser Aberglaube durch die Heilige Spanische Inquisition im 16. Jahrhundert konsequent ausgemerzt worden.)

    • Das mag durchaus ja so sein. Nur die wenigsten Menschen haben aber dieses Hintergrundwissen und urteilen auf Grund dessen was sie hören und als Erstes wahrnehmen. Daher finde ich den Namen problematisch.

  2. Die Zweitnamen sind insbesondere bei den Mädchen wirklich sehr langweilig:
    1 Sophie / Sofie
    2 Marie
    3 Maria
    4 Sophia / Sofia
    –> gibt es nicht noch mehr Namen am deutschen Horizont? Ich frage es mich tatsächlich. Ich kenne eine Familie, da hieß Tochter Nr. 1 mit ZN Sophie, Nr. 2 Marie und bei Nr. 3 wurde es sehr schwer. Sie entschieden sich für Charlotte.

  3. Danke, Knud, für diese Listen und die damit verbundene Arbeit!

    Interessant finde ich die Aufsteiger und Einsteiger.
    Catalin hätte ich bei den Mädchen einsortiert. Ich kenne eine Kathalin und ich finde der Name klingt weiblich, ähnlich wie Carolin.
    Manfredi – so etwas wird zugelassen? Der Arme!

    • Catalin ist je nach Herkunftsland weiblich oder männlich, daher wohl nicht die beste Wahl für meine Auswahl an interessanten Neueinsteigern.

  4. Hab mich mal durchgewühlt und frage mich, ob man Aria (291) und Arya (313) nicht auch zusammenlegen könnte? Die Aussprache ändert sich ja nicht, und bei Leila/Leyla, Naila/Nayla etc. hast du das auch gemacht. Das würde “Game of Thrones” noch mehr Gewicht verleihen 🙂

    • Ich kenne eine kleine Arya (“Arja”), die nicht Ar-i-a genannt werden soll. Ich würde es dementsprechend nicht zusammenfassen.

    • Die meisten kennen den Namen ja vermutlich aus der Fernsehserie, nicht aus den Büchern, daher wissen sie vielleicht gar nicht, wie der Name ihrer Lieblingsfigur geschrieben wird? Ich weiß zum Beispiel auch von Eltern, die ihren Sohn nach “Herr der Ringe” Aragon ohne das kaum hörbare zweite r nannten, so was kommt sicher oft vor.

      War der Name Aria mit i denn vor der Serie auch schon beliebt?

    • @Marthe: Na ja, ganz sicher weiß man das natürlich nie. Mädchen namens Leyla werden doch auch mal Läjla und mal Leila gesprochen, trotzdem werden sie gemeinsam ausgewertet. Aussprachevarianten gibt es unabhängig von der Schreibweise ja bei vielen Namen …

    • Das stimmt natürlich, nur das Leyla, Laila und Layla jeweils „Leila“ oder „Läila“ gesprochen werden könnten. Bei Aria und Arya habe ich eher nur “Ari-a” und eben “Arja” gehört. Kann aber auch an meinem Umfeld liegen.

    • Ich schätze mal, dass der Unterschied im Alltag ziemlich verwischt – sieht man ja auch an einem so normalen Namen wie Julia. Viele sagen Julja, andere Juli-a.

    • Bin auch pro Zusammenfassen. Für mich der gleiche Name in unterschiedlicher Schreibweise.

  5. Ich würde generell eher nicht zusammenfassten.
    Für mich sind z.B. auch Sofia und Sophia unterschiedliche Namen, auch wenn ich die gleich aussprechen würde.

    Sofie und Sophie würde ich zumindest unterschiedlich betonent.

    Als störend empfinde ich die Zusammenfassung bei Namen, die ich definitiv unterschiedlich aussprechen würde und die nach meiner Wahrnehmung auch von den meisten anderen so ausgesprochen werden wie ich als “richtige” Aussprache empfinde.

    z.B.:
    Isabel / Isabelle
    Carolin / Karoline
    Emilie / Emily
    Luc / Luke

    Auf der anderen Seite wundere ich mich, dass manche Namen nicht zusammengefasst sind, die ich gleich ausgesprochen kenne bzw. gleich aussprechen würde (manche aufgeführte Namen habe ich ausgesprochen noch nie gehört).

    z.B.:
    Joleen – Joline – Jolene
    Ich kenne 1 Joline, die “Dscholien” (2.Silbe betont) ausgesprochen wird. Joleen und Jolene würde ich genauso aussprechen.
    Wo ist also der Unterschied.

    Zoe – Zoey

    Sara/h) – Zara

    Lia, Liah, Lya – zusammengefasst, Liya extra aufgeführt
    Wo ist der Unterschied?

    Elia – Elijah

    Ich kann die Begründung für das Zusammenfassen von unterschiedlich geschriebenen, aber gleich gesprochenen Namen schon nachvollziehen, verstehe aber teilweise nicht, nach welchen Kriterien zuammen gefasst oder extra aufgeführt wird.

    Aber auf jeden Fall: Vielen Dank für die interessante Statistik, die Kommentare und die Mühe, die dahintersteckt.

    Die Anmerkungen zum Zusammenfassung bitte nur als “kleine Anmerkung”, nicht als “große Kritik” verstehen! 😉

    Viele Grüße

    • Ich sehe das ähnlich.

      Isabel & Isabelle (und Isabell) würde ich zusammenfassen, das spreche ich gleich aus.

      Carolin & Caroline – die meisten sprechen Caroline mit stummen e. Das würde ich auch zusammenfassen.
      Karolin könnte man auch noch dazu zählen.
      Aber Karoline spreche ich immer mit e, dass könnte man einzeln zählen. Karoline ist wohl zu selten, es lohnt sich nicht Karoline einzeln zu erfassen.

      Emily und Emilie würde ich auch unterschiedlich aussprechen. Aber wenigstens wird Emely/Emelie nicht auch noch dazu gezählt. Bei vielen gibt es sprachlich keinen Unterschied zwischen den vier Varianten.

      Es gibt aus dem Jahr 2012 eine Liste mit einzeln erfassten Namen, die ich interessant finde, weil ich sehen kann, welche Schreibweise am häufigsten ist. Ich kann sehen, dass Lukas häufiger ist als Lucas.

  6. Meine persönlichen Top-Namen:

    Bei den Jungen gefallen mir

    Felix und Lukas,

    bei den Mädchen

    Sophia.

    OK finde ich:

    Jonas, Paul, Elias

    Hannah, Marie, Anna, Emilia, Lea

    Geht:

    Finn, Ben

    Mia, Mila

    Gar nicht nachvollziehen kann ich die Begeisterung für

    Louis

    Emma, Lina

    (Leon läuft bei mir außer Konkurrenz)

  7. Wir schreiben hier so oft über das Thema “Retro-Namen”. Aber wir sollten auch in Betracht ziehen, das manche Eltern bestimmte Namen gar nicht als “Retro” empfinden.
    Als Beispiel nenne ich mal Clara und Max(imilian). Diese Namen waren jahrzehntelang beinahe verschwunden und zählen seit Mitte/Ende der 80er wieder zu den beliebtesten Vornamen. Ich bin Jahrgang 91 und für mich sind das keine Retro-Namen da so meine Freunde aus Kindergarten, Schule und Studium hießen und ich diese Namen deshalb mit Menschen in meinem Alter in Verbindung bringe.
    Genauso wird es irgendwann den jetzigen Kindergarten- oder Grundschulkindern gehen, wenn sie selbst Kinder bekommen und an die Namen Emma oder Oskar denken.

    • Maximilian ist ein Sonderfall, weil der Name nur in Bayern Tradition hat. Anderswo war das in der Vergangenheit ein ungewöhnlicher Name, erst heutzutage hat er ganz Deutschland erobert, darum würde ich Maximilian nicht als Retro-Namen bezeichnen.

      Clara kam vor über 100 Jahren sehr häufig vor, war vor 50 Jahren sehr selten und ist jetzt wieder sehr häufig und das mit einem Aufwärtstrend. Genau das ist meine Definition eines Retro-Namens.
      Deine andere Sicht auf diesen Namen kann ich nachvollziehen. 1991 war Clara gerade in die Top 100 eingestiegen und war in Deiner Altersgruppe demnach nicht mehr ungewöhnlich. Allerdings sind die meisten Eltern älter als Du; das Durchschnittalter der deutschen Schwangeren liegt bei 31 Jahren. Für die meisten Eltern ist Clara also heute noch Retro. Wenn meine Interpretation stimmt wird sich der Aufwärtstrend bei Clara in ca. 4 Jahren umkehren. Meine Prognose für 2027 muss ich wohl nochmal überarbeiten …

    • Na, das Problem ist doch ein in soziologischer Hinsicht Vielschichtiges. Ad hoc und vielleicht grob formuliert: Wer im Alltag die ersten drei Charlottes in Strech-Jeans und Ugg-Boots, mit Tattoos und Piercings und Hör-Knopf im Ohr und mit zu krassem Parfum kennengelernt hat, wird den Namen kaum noch als „klassisch“ oder „nobel“ empfinden – obwohl das eben durchaus mal der Ausgangspunkt der Namens-Wiederbelebung war.

      Retro-Namen werden Modenname – und verlieren damit ihren sozialen Zweck, nämlich die Abgrenzung nach unten bzw. den Versuch des Anschlusses noch oben.

      Das bedeutet aber gerade nicht, daß es diesen Zweck nicht gab – und daß die Namen eben wirklich „retro“ sind bzw. waren.

  8. Ich habe mal ein bisschen in den TOP-500 gestöbert und mir ist aufgefallen, dass Fritzi und Hans große Sprünge nach oben gemacht haben. Wäre Hans auch ein Retro-Name?

    • Hans – passt in das Schema der alten Namen. Fritz hat es schon unter die ersten Hundert geschafft, Otto ist auch wieder im Kommen. Da ist es kein Wunder, das auch Hans wieder vergeben wird.

      Hans war früher oft der Rufname für einen Johannes. Wieviele Hans mit eingetragenem Namen hießen, kann ich nicht sagen.

      Fritzi – ist das genaue Gegenteil der männlichen Kurzformen Fritz oder Hans, die halte ich nämlich für ernstzunehmende Rufnamen. Dagegen soll Fritzi frech und lustig wirken. Außerdem ist Fritzi kein alter Name, wie Fritz. Ich kann mich an keine einzige alte Fritzi erinnern.

    • Einen Aufwärtstrend sehe ich da nicht, Hans war 2017 auf dem Niveau von 2011. Im Gegenteil, 2015 und 2016 war Hans das erste Mal seit 1890 nicht in den Top 300. Mal sehen, was dieses Jahr bringt.

    • @Mareike:

      Ich vermute, dass das Verhältnis der Namen Hans und Johannes zueinander sicher ähnlich ist wie das von Jan und Johannes – in der jeweiligen Modezeit waren sie jeweils frischer und dann auch noch gut für einen Doppelnamen geeignet. Johannes ist da zeitloser, dafür aber auch nicht ganz vorne. Man denke nur an die vielen Doppelnamen mit Hans – Hans-Jürgen, Hans-Joachim, Hans-Dietrich etc.

      Hans-Ole wäre doch mal eine generationsverbindende Kombination 😉 – Knud, gibt es die in deiner Liste?

  9. Beim Durchlesen der Liste aus Baden-Württemberg fällt mir auf, dass bei den Jungennamen viele biblische Namen weiter vorne stehen als bundesweit:
    Samuel auf Platz 11 (Deutschland: 32), Rafael 22 (49), Jona 27 (42), David 13 (25), etwas weiter vorne liegen auch Noah auf Platz 3 (6) und Lukas auf Platz 6 (10).

    Gibt es vielleicht weitere, seltenere biblische Namen, die in Baden-Württemberg häufiger vergeben werden als bundesweit, die es nicht in die Liste geschafft haben?

    Vielleicht als kleine Anregung für weitere Landkarten zur Regionalverteilung… 😉
    (Diese finde ich sowieso sehr spannend)

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