Neues Gesetz: Reihenfolge der Vornamen ändern

Die Bundesregierung möchte es einigen Menschen erlauben, ihren Vornamen zu ändern. Betroffen sind alle, die mehrere Vornamen haben.

Update: Dieses Gesetz wurde mittlerweile beschlossen und gilt ab 1. November 2018.

In Deutschland kann man frei wählen, welcher der Rufname sein soll, wenn man mehrere Vornamen hat. Besonders seit der Einführung des maschinenlesbaren Personalausweises gibt es teils erhebliche Probleme, wenn der Rufname nicht der erste von mehreren eingetragenen Vornamen ist. Zum Beispiel Fluggesellschaften verwenden den ersten Vornamen, auch wenn der gar nicht der im Alltag gebräuchliche Vorname ist. Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung personenstandsrechtlicher Vorschriften (Drucksache 18/11612) sieht vor, dass Bürger künftig die Reihenfolge ihrer Vornamen durch eine Erklärung vor dem Standesamt neu bestimmen können.

Personalausweis Erklaerung

Es gibt eine Ausnahme: Vornamen, die mit Bindestrich miteinander verbunden sind, müssen auch nach der Gesetzesänderung in der von den Eltern bestimmten Reihenfolge bleiben. Es wird auch weiterhin nicht erlaubt sein, die Schreibweise der Vorname zu ändern. Ausgeschlossen bleibt außerdem die Möglichkeit, Vornamen hinzuzufügen oder wegzulassen.

Ich finde diesen Gesetzentwurf gut und bin gespannt, ob er umgesetzt wird.

113 Gedanken zu “Neues Gesetz: Reihenfolge der Vornamen ändern

  1. Meiner Meinung nach sollte jeder Erwachsene Mensch das Recht haben seinen Namen zu ändern, wenn dieser einfach nicht passt. Auch ein vorhandener Bindestrich sollte daran nichts ändern dürfen. Es kann schließlich gut vorkommen das die Eltern sich bei der Namensgebung einen Menschen vorgestellt haben, der das Kind dann aber garnicht ist. Ich verstehe einfach nicht wieso es einem so schwer gemacht wird daran etwas zu ändern. Klar macht es viel Arbeit alle Dokumente neu zu beantragen und auch zu bezahlen doch wer dies in Kauf nehmen möchte sollte nicht noch mehr Steine in den Weg gelegt bekommen.

  2. Hallo.
    Sehr interessanter Artikel. Ich werde davon wohl gebrauch machen… Nun stellt sich mir aber die Frage wie ist das wenn man zwei Namen verbunden mit einem Bindestrich hat aber auch noch einen dritten Vornamen hat kann man dann den dritten Namen als 1 setzen? (Jan-Philipp Sascha und Sascha dann als Vornamen)

  3. Genial!
    Werde ich nutzen, habe 3 Vornamen, der 2. ist der Rufname.

    Ich unterschreibe mit Rufnamen und Nachnamen.

    Das kann man im Ausland aber Keinem erklären, dass man im Ausweis “Hubertus Markus Johannes” heißt und als “Markus” unterschreibt.

    Im letzten Ausweis war wenigstens im maschinenlesbaren Bereich auch nur Markus als Rufname aufgeführt, im neuen jedoch steht es mit allen Vornamen, also wieder doof.

    Also wird der 3 Wochen alte neue Ausweis im November neu beantragt.

  4. Ich finde, dass es ein sinnvoller Gesetzesentwurf ist. Manche Namen waren vielleicht in Zeiten der Schwangerschaft und Geburt in Mode, aber irgendwann kommt der Zeitpunkt an dem man sich nicht mehr wirklich mit den Namen wohlfühlt.

    Seit Fack yu Göhte kriege ich den berühmten Chantal-Satz so oft um die Ohren geschleudert, dass es sich zeitweise auf meine Psyche ausgewirkt hat. Ich werde mit Vorurteilen und komischen Blicken gestraft, wenn mein Name zum ersten Mal fällt und die ganzen Klischees machen es einem auch nicht gerade leicht, sich von dem Namen zu distanzieren, den man eigentlich mit Bedacht ausgesucht hatte. Ich bin gespannt, wie viele diesem nachkommen werden. 😀

  5. Hallo ich möcht gerne meinen Nachnamen nach Adoption ändern lassen. Kann ich danach auch noch zusätzlich die Reihenfolge der Vornamen ändern? Oder gibt es da Fristen bzw Grenzen?

  6. Endlich werde ich wieder legal. Schon vor über zwanzig Jahren hat ein mutiger junger Mitarbeiter auf der Ausweisstelle die Reihenfolge meiner Vornamen geändert. Aus Hans, Jürgen (Jürgen unterstrichen) wurde Jürgen, Hans. Ganz unbürokratisch.
    Auslöser war ein Behördenvorgang bei dem ich dem ich mit jedem Schreiben den Vornamen wechselte, von Hans Jürgen über Hans-Jürgen, Hans-J zum Hans.

    Vor einigen Jahren wollte ich auf dem Standesamt die Geburtsurkunde entsprechend anpassen lassen. O Weh ich wurde behandelt wie ein Schwerverbrecher. Gott sei Dank hatte ich noch keinen Namen gesagt und konnte mich schnellsten verabschiedet.
    Nach dem 01. November werde ich es nochmals versuchen, denn mit dem Hans habe ich überhaupt nichts am Hut.

  7. warum muß uch beim Standesamt eine Änderung beantragen? Ich habe 3 Vornamen, wobei der letzte Vorname mein Rufname und imStammbuch unterstrichen ist. Erst im letzten Ausweis, ausgestellt am 01.04.18, wurden alle 3 Vornamen reingeschrieben und der Rufname zuletzt und nicht unterschrichen. Das liegt doch nicht an mir, sondern am Einwohnermeldeamt, die das so übertragen hat. Denn alle vorherigen Ausweise beinhalteten nur den unterstrichenen Rufnamen.

  8. ich war letzte Woche beim Bürgeramt, um einen neuen Ausweis zu beantragen, da mein jetziger bald abläuft. Was mir bei dem Termin nicht so recht aufgefallen ist, mich aber jetzt im Nachhinein etwas stützig macht ist, dass ich von dem Mitarbeiter dort nach meinem Rufnamen gefragt wurde. Ich habe 2 Vornamen ( Ronny Bernd) ohne Bindestrich und beide stehen ganz normal im jetzigen Ausweis und natürlich in der Geburtsurkunden. So recht verstand ich in dem Moment nicht, was es mit “Rufname” auf sich hat. Ich glaube, ich sagte man nennt mich Privat nur “Ronny”. Das hat der Mitarbeiter wohl auch irgendwo im PC notiert. Nun habe ich Bedenken, dass in meinem neuen Ausweis nur noch “Ronny” als Vorname erscheint. Ist dem so, oder was hatte die Frage wegen des Rufnamen auf sich und hat das Konsequenzen für meinen Ausweis?

    • Keine Sorge, die gängige Software der Ämter hat gar keine Funktion, um den Rufnamen zu notieren. Wahrscheinlich steht der Mitarbeiter auf Dich und wollte Dich anbaggern.

  9. Die gängige Software der Meldeämter hat durchaus die Funktion den Rufnamen festzulegen. Dieser wird in Anschreiben vom Amt an den Bürger auch benutzt.

  10. ich habe drei vornamen und meinen rufnamen hasse ich schon lange. es war damals ein modename. so viele frauen heißen wie ich. das neue gesetz kommt mir gerade recht. ich werde es tun und fange schon jetzt an, allen meinen neuen namen zu sagen.

  11. Großartig! Ich kenne das Problem schon lange. Ich hab 3 Vornamen, meine Eltern wählten den ersten als Rufnamen, ich vor einigen Jahren den letzten. Wie schön, dass das mit einer geänderten Reihenfolge der Namen nicht mehr für Verwirrung sorgt!

  12. m. E. gibt es nur Probleme bei Auslandsreisen ?? Oder ??
    Werde schon immer mit zweitem Vornamen genannt.
    Neuerdings werden ich aber oft mit allen dreien angeschrieben. Was ich nicht verstehe. War früher nicht so.
    Ist bei vielen so, dass der erste nicht der Rufname ist.

  13. In meiner Geburtsurkunde steht Walter Albert . Albert unterstrichen gilt als Vorname . Jetzt gilt erster Vorname ist der Rufname . Meine ersten sechzig Jahre mit Albert. Ich denke die Wiederherstellung geht auf meine Kosten .
    ( Führerschein , Pass , Personalausweis usw.)
    Walter Albert

    • Ich weiß nicht, ob die Gebühr einheitlich ist. Ich habe bei einigen Ämtern die Auskunft bekommen, dass die Änderung 30 Euro kostet zuzüglich der Gebühren für neue Dokumente (z. B. Personalausweis).

  14. Bei mir hat es 21€ gekostet. Zuständig ist das Standesamt, welches das Geburtsregister führt (am Geburtsort). Die Erklärung nimmt aber jedes andere Standesamt auch an (Abteilung: Geburt); Es dauert dann eben halt ein paar Tage länger, bis die Erklärung wirksam ist. Immerhin muss die Urkunde (wie in meinem Fall) zum Standesamt in mein Geburtsort geschickt werden, dort in den Computer eingetragen werden und anschließend eine elektronische Mitteilung ans Standesamt geschickt werden wo das Eheregister geführt wird bzw auch zum Einwohnermeldeamt am Wohnort. Der Beamte meinte heute, das es bis zu 2 Wochen dauern könnte und ich die Zeit nutzen könnte um schon einmal einen Termin beim Einwohnermeldeamt vereinbaren solle. Schließlich brauche ich einen neuen Ausweis (Kosten 28,80€ / der Vorläufige +10€). Sobald die Erklärung zum Namenstausch an den zuständigen Ämtern eingegangen und bearbeitet wurde, wird auch der aktuelle Perso ungültig und man muss einen neuen beantragen – mit dem neuen Namen. P.S.: Nicht vergessen zu dem Termin am Standesamt die Geburtsurkunde mitzunehmen (sehr Wichtig!!!) und später beim Einwohnermeldeamt die Kopie der Namensänderungserklärung.

  15. In Berlin ist das etwas komplizierter: Man muss online einen Termin beantragen. Bis März 2019 sind alle Termine vergeben. Eine E-Mail-Anfrage hat nichts anderes ergeben, keine Terminvergabe möglich. Falls ein Termin abgesagt wird, wird das online eingegeben kurz nach Sprechstundenbeginn. Auch ist online der Passus Rufnamenumstellung noch nicht eingegeben. Die Umschreibung kostet hier 10€, die Ausstellung einer Kopie 10€. Die Sprechstunde n sind auch dürftig. An 3 Tagen je
    4 Stunden, 1x Rufbereitschaft 2 Stunden…. So versucht man wohl, mehr Personal zu bekommen.

  16. Ich finde es gut dass einigen Menschen diese Möglichkeit jetzt gegeben wird. Über eine Namensänderung bei Vornamen mit Bindestrich sollte die Regierung aber rurch noch mal drüber nachdenken. Da gibt es durchaus auch einige grausame “Exemplare”. Auch sollte es Menschen mit einem Vornamen die Möglichkeit gegeben werden diesen ein wenig abändern zu können, wenn sich Menschen damit absolut nicht identifizieren können. Doch sollte dieses Gesetz nicht mehr allzu weit ausgedehnt werden, wie es sich hier einige Kommentatoren wünschen. Allen Menschen zu gewähren ihren Vornamen umbenennen zu dürfen halte ich nicht für notwendig und schon gar nicht nur weil einige Menschen meinen ihr Vorname wäre aus der Mode gekommen. Es sollte immer von psychologischer Seite betrachtet werden, ob eine Namensänderung wirklich notwendig ist.

    • Ich halte auch diese Äußerungen für sehr klug. Eine Namensänderung sollte möglich sein, aber eben auch nicht zu einfach. Die Vornamensvergabe ist das Vorrecht der Eltern.

      Jedem steht es frei, sich einen informellen Vornamen zuzulegen: einen Internet-Nick wie früher allgemein üblich. Einen Spitznamen im weitesten Sinne. Einen Kampfnamen. Das wird dann eben Teil der Identität. Eine alte Netz-Mitstreiterin von mir war weit und breit unter ihrem Nick Amazone bekannt. (Das war vor globalen Dominanz des Handelshauses Amazon.) Und ich halt als Harki. Eine wunderschöne Ex-Kollegin von mir (libanesisch-italienisch-norwegisches Mischgezücht) hat Wert darauf gelegt, nur mit einem bestimmten preußisch-russischen Aristokratennamen angesprochen zu werden – und das wurde auch immer sofort akzeptiert. Von allen. (Sie hatte in den Papieren einen levantinisch-arabischen Vornamen, der in Deutschland von kaum jemandem als Mädchenname erkannt wird.) Lenin für Wladimir Iljitsch Uljanow, Stalin (zuerst: Koba) für Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwili.

      Es muß doch nicht immer alles sofort in den Papieren auftauchen! Und schonmal gar nicht, damit irgendwelche Trottel US-amerikanischer Fluggesellschaften sich nicht möglicherweise überfordert fühlen könnte. Papiere sind was zum Arsch-Abwischen.

      Im Deutschen gibt es die schöne Redewendung „sich einen Namen machen“.

      Wer unter seinem wirklichen Vornamen wirklich leidet, soll ihn ändern können. Aber das sollte nicht zu einfach sein.

    • Nein, es geht mir nicht um die Mitarbeiter der Fluggesellschaften. Amerikaner sind anständige Leute.

      Es geht mir 1. um den US-amerikanischen Bürokratismus (gegen den der russische geradezu harmlos ist) und 2. und vor allem um das präventive Kuschen der Deutschen vor diesem Bürokratismus.

      „Hach, als ich neulich mal wieder in den Staaten war… Da hatte ich sooo große Schwierigkeiten, weil ich im Paß Annalena Luise Hildegard heiße, aber Luise der Rufname ist!“ *kotz*

  17. Ich würde gerne meinen Bindestrich zwischen meinen beiden Vornamen streichen lassen. Leider ist dies immer noch nicht möglich. Gibt es vielleicht doch noch eine Möglichkeit? Darüber würde ich gerne mehr erfahren!

  18. Hallo,

    Ich habe hier einige Beiträge von Euch gelesen. Es geht bei der Namensänderung ( Vornamen ), nicht um die Namen mit Bindestrich, die rein rechtlich nicht abzuändern sind,soviel ich weiß. Es geht ihr um den Vornamen, der an 2. Stelle als Rufname steht. Früher hat man mehrere Namen vergeben und der Rufname wurde dann unterstrichen. Es wurde nie bedacht, dass man den Rufnamen an 1. Stelle setzten muss. Das Problem ist, wenn man Verträge abschließen will,dann steht immer nur der 1. Name auf den Verträgen, weil der Händler davon ausgeht, dass der Name an der 1. Stelle der Rufname ist und nicht der Rufname der unterstrichen ist. Bei einer Verträgsänderung fängt der Ärger dann erst an. Daher ist es gut,dass man nun den Rufnamen an 1. Stelle setzten kann.

    • Ahoi,

      na, was sind das den für Verträge, bei denen man seinen Personalausweis vorlegen muß?!

      Und auf die Gefahr hin, hier noch mehr zu langweilen als ohnehin schon: Es gibt damit keine Schwierigkeiten! Ich habe seit sage und schreibe 50 Jahren drei Vornamen, von denen der zweite der Rufname ist. Nie ein einziges Problem damit gehabt. Meines Erachtens alles typische Internet-Panikmache.

      Ab und an kriege ich einen Brief von deutschen Behörden, der an „Jan Klaas Wilhelm B.“ adressiert ist. Angekommen sind die Briefe immer. Wenn man das ändern will, reicht eine kurze, freundliche Bemerkung: „Mein Rufname ist aber Klaas…“ Mein verehrter Lehrer hat mich eine Weile als „Herrn Jan Klaas B.“ angeschrieben, weil ihm das hübscher erschien als nur Klaas. (Er hat selbst einen Bindestrich-Namen.) Bitte sehr.

      Keine Ahnung, wie das mit Fluggesellschaften aus Kansas oder türkischen Handy-Dealern aussieht. Ich selbst hatte jedenfalls nie Probleme.

      Habe aber den Verdacht, daß da vor allem um mittelalterliche Mädels geht, die ihren heute tantenhaften Erstnamen loswerden und gegen eine heute wieder modern gewordene Nachbenennung nach der Oma ersetzen wollen.

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