Von 4. Februar 2016 7 Kommentare Weiterlesen →

Namensfundstücke mit Q

Ich nehme die Serie der Namensfundstücke mal wieder auf mit dem ungewöhnlichen Buchstaben Q.

Die ersten zwei Fundstücke stammen aus Portugal: Quévin ist die portugiesische Form von Kevin und Quiara ist eine portugiesische Chiara (oder Kiara).

Aus Südamerika stammt das Fundstück Quilina: Eine Anpassung des Namens Chilina (oder Kilina) an portugiesische und spanische Schreibgewohnheiten.

In einer spanischen Heiligenliste habe ich Quetilo gefunden. Aus den zusätzlichen Informationen ist klar, dass dies die spanische Form des dänischen Namens Kjeld ist. Zugrunde liegt das germanische Wort für „Kessel“. Was hat die Germanen bewogen, ihre Söhne Kessel zu nennen?

Zum Abschluss noch ein Fundstück aus Südfrankreich: Südlich von Toulouse gibt einen Ort Saint Quirc, worin sich ein Kyriakus verbirgt. Quirky, isn’t it?

Thema: Namenslisten

Woran man Unterschichtennamen erkennt

Es machen Berichte die Runde, dass es Vorurteile gegenüber bestimmten Vornamen gibt und dass die Namensträger deshalb in der Schule und im Beruf benachteiligt werden. Vornamen werden in Schubladen gesteckt und die sogenannten Unterschichtennamen haben den schlechtesten Ruf. Viele werdende Eltern sorgen sich, dass sie ihrem Kind ausgerechnet so einen Namen geben. Das muss nicht sein, denn es wurde wissenschaftlich bewiesen, woran man Unterschichtennamen erkennt:

  • Unterschichtennamen enthalten verhältnismäßig viele Vokale.
  • Der Anteil heller Vokale (e, i, y) ist in Unterschichtennamen besonders groß.
  • Mädchennamen mit einem geschlossenen Auslaut (enden auf einen Konsonanten) und Jungennamen mit einem offenen Auslaut (enden auf einen Vokal) werden in der Unterschicht relativ häufig vergeben.
  • Mehrere Vornamen werden in der Unterschicht seltener vergeben als in höheren Schichten. Vornamen mit Bindestrich kommen dagegen in der Unterschicht häufiger vor.
Thema: Kevinismus

Gute Frage 2: Ist Boris eigentlich gläubig?

Wie hält es ein Boris Becker mit der Religion? Weshalb ich diese Gretchenfrage stelle? Na, weil Herr Becker seinen älteren Söhnen damals in den 90ern unverkennbar biblische Namen gegeben hat: Noah Gabriel und Elias Balthasar. Und weil ich umgekehrt öfter von Namenssuchern lese, die bestimmte Namen von vornherein ausschließen, weil sie mit Kirche und Glauben nichts am Hut haben. Dabei geht es entweder generell um Namen aus der Bibel oder um solche, bei denen Gott in der Bedeutung steckt, wie bei Theodor („Gottesgeschenk“).

Nun sind einige dieser Namen mittlerweile so etabliert, dass sie in meinen Augen nicht mehr als religiöses Bekenntnis gelten und auch nicht nach „Meine Mama unterrichtet Religion“ klingen. Noah und Elias, Lea   und Sarah und viele mehr. Dagegen setzen ausgefallenere Bibel-Fundstücke, womöglich geballt an mehrere Geschwister vergeben, schon ein anderes Zeichen. Ich persönlich finde auch Namen mit der Anfangssilbe Christ- und besonders Kristin/Christin (!), derzeit als Zweitname recht beliebt (Platz 31 gegenüber Platz 401 bei den Erstnamen), für eine nicht-christliche Familie wenig passend. Oder wie sehen Sie das?

Zur Eingangsfrage habe ich dann übrigens „Boris Becker“ und „Christ“ gegoogelt. Erster Treffer ist ein Zitat des Ex-Tennis-Profis von 2010: „Bin fast ein Christ.“ Aha. Bliebe nur die Frage, ob der kanadische Schmusesänger Michael Bublé ebenfalls ein bisschen, ein bisschen mehr oder doch gar kein Christ ist. Bublés jüngst geborener Spross heißt jedenfalls Elias. Und der große Bruder? Noah natürlich!

Thema: Namensgebung
Von 29. Januar 2016 47 Kommentare Weiterlesen →

Babynamen der Woche 05/2016

Aurora * Ingmar * Avelina Ilse * Milenia * Levi Caspar * Nikolas Gregory * Arthur * Justus Paul Edward * Daphne Fauna * Teo Luka * Janne Rita Susila * Finjes Beon * Casimir * Catya Mercé * Serina * Santino Oliver * Felicitas Helene * Nathaniel * Jakob Titus * Kieran Jaz * Ewin * Kija * Atreju David * Naisha * Darina * Jucelmo * Elisa Flavia * Nella Viktoria * Sissy Luise

Babynamen der Woche

Gute Frage 1: Heißen Arzttöchter Amelie?

Natürlich weiß ich, dass in der Welt der Namen der Geschmack regiert und es somit keine vernünftige Erklärung dafür geben kann, weshalb – zum Beispiel – Geschwister Paul und Pauline oder Anton und Antonia heißen (am Wochenende in Familienanzeigen gelesen). Auch dass man darauf wetten könnte, dass die Schwester eines Mädchens, das mit Zweitnamen Marie heißt, ihrerseits eine Sophie angehängt bekommt (eben erst wieder gehört), wundert mich nicht mehr. Andere Dinge frage ich mich da schon eher. Etwa die Sache mit Amelie: Sobald im Netz jemand erwägt, seine Tochter so zu nennen, kommt früher oder später der Hinweis, Amelie sei kein Name, sondern eine Krankheit.

Tatsächlich ist Amelie auch die medizinische Bezeichnung dafür, wenn einem Kind bei der Geburt Gliedmaßen fehlen. Aber sollte dieser zufällige Teekesselchen-Charakter jene anfechten, die den Namen – der sich übrigens von einem ostgotischen Adelsgeschlecht ableitet – schön finden? Zumal der ärztliche Terminus im Alltag nie vorkommt. Gerne wüsste ich, wie medizinisch beschlagene Menschen zu dieser Frage stehen. Gibt es Arzttöchter namens Amelie? Bitte melden!

Thema: Namensgebung

Man kann nie sagen, dass ein Vorname für immer ausgestorben ist

Experten von Ancestry.de, einer Plattform zur Familienforschung, haben die Vornamen aus historischen Geburtsurkunden der Jahre 1880 bis 1910 analysiert und mit meinen aktuellen Namensranglisten verglichen.

Männer 2015 Frauen 2015
1. Johann (Johannes) Platz 54 (50) Anna Platz 5
2. Karl / Carl Platz 42 Marie (Maria) Platz 8 (67)
3. Wilhelm (Willi) Platz 323 (173) Margareta / Margarete nicht in den Top 500
4. Friedrich Platz 148 Frieda Platz 26
5. Georg / George Platz 188 Elisabeth Platz 86
6. Paulus / Paul Platz 7 Martha / Marta Platz 77
7. Otto Platz 255 Emma Platz 2
8. Hermann / Hermannus nicht in den Top 500 Katharina / Catherina Platz 60
9. Ernst nicht in den Top 500 Gertrud / Gertrude nicht in den Top 500
10. Heinrich Platz 472 Elsa / Ilse / Else Platz 110
11. Hans Platz 333 Barbara nicht in den Top 500
12. Franz Platz 120 Helene / Helena Platz 102
13. Josef / Joseph Platz 153 Johanna / Johanne Platz 16
14. Max / Maximilian Platz 14 (12) Luise (Luisa) Platz 61 (17)
15. Fritz Platz 121 Erna Platz 437

Erläuterungen von Ancestry.de

Einer der angesagtesten deutschen Männernamen gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der Vorname Wilhelm: lange Zeit war er in den Top 10 zu finden – heute würde man sagen, es handelte sich um einen Trendnamen. Auch Hans oder Ernst waren zur damaligen Zeit besonders beliebt. Betrachtet man aber heute die Namensrangliste von 2015, so finden sich Wilhelm und Hans nur noch auf Platz 323 und 333. Ernst ist nicht einmal mehr in den Top 500 vertreten. Ähnliches gilt für Walter, Erich, Rudolf, Eugen, Bernhard oder Herbert. Alle waren um 1900 zumindest unter den Top 50 und sind heute mehr oder weniger vom Aussterben bedroht. Bei den Frauennamen sind es Hertha, Erna, Margarete, Barbara, Wilhelmine, Gertrud oder auch Hedwig, die früher äußerst beliebt waren und heutzutage nahezu keine Beachtung mehr finden.

Thema: Statistik

Gewinnernamen 2015

Diese Mädchennamen haben in der 2015er Rangliste gegenüber 2014 die meisten Plätze gewonnen:

Liz * Palina * Talea * Lou * Helin * Käthe * Lisbeth * Hedda * Joana * Ellie * Fine * Giuliana * Hilda * Aria * Evelina * Eleni * Melek * Eleonora * Vera * Zümra * Julina * Milina * Ylvi * Tilda * Natalia

… und das sind die Gewinnernamen bei den Jungen:

Mattes * Ilay * Joris * Thorin * Yigit * Vince * Dylan * Selim * Jim * Sinan * Mirko * Marlo * August * Eymen * Jonne * Iven * Omar * Gianluca * Emirhan * Mahir * Ilja * Thies * Miran * Jaron * Hennes

Gewinnernamen 2015

Außerdem habe ich noch einige interessante Vornamen herausgesucht, die neu in den Top 500 sind. Zunächst die Mädchen:

Alexis * Amber * Arya * Fiene * Hazal * Ilaria * Ines * June * Liva * Runa * Sunny * Viviana

Hier die Jungen:

Amadeus * Aurelio * Fred * Heinrich * Junes * Leart * Ledion * Louie * Lounis * Poyraz * Samy * Scott

Thema: Statistik

Mein seltener Name und ich: Magne

Und wieder habe ich einen Namen aufgetan, bei dem ich zunächst ins Schwimmen gerate: männlich oder weiblich? Merke: Magne ist männlich, eine Variante von Magnus („Der Große“). Die weibliche Form wäre Magna. Der 1998 in Sachsen geborene Magne kennt die Unsicherheit, die sein Name auslöst, natürlich längst, von Arztbesuchen oder von an Frau Magne XY adressierter Sparkassenpost. „In der Schule kam es auch ein-, zweimal vor, dass ein neuer Lehrer gefragt hat: ‚Wo ist denn die Magne?‘.“