Der etwas andere Geburtsvorbereitungskurs

Viele werdende Mütter und etwas weniger Väter besuchen einen Geburtsvorbereitungskurs. Der Kurs soll auf die Geburt und auch auf das Elternsein einstimmen.

Einen etwas anderen Geburtsvorbereitungskurs bietet die Gesellschaft für Deutsche Sprache an: einen Vornamenkurs. In 90 Minuten werden diese Themen angeboten:

  • Vornamengebung in Deutschland: Wie haben sich unsere Vornamen entwickelt?
  • Rechtliche Situation: Welche Namen dürfen vergeben werden, welche nicht?
  • Aktuelle Trends der Vornamengebung: Liste der beliebtesten Vornamen der GfdS
  • Datenbankabfragen: Auf welchem Rang liegt Ihr Wunschname, wie häufig ist er?
  • Impulse: Vornamenbücher aus aller Welt zum Stöbern
  • Tipps: Was macht einen guten Vornamen aus, worauf sollten Sie achten?
  • Beratung: Sprechen Sie mit uns über unsere Erfahrungen und Einschätzungen

Der Kurs findet in der Zentrale der GfdS in Wiesbaden statt und kostet 25 € pro Person.

Eine interessante Idee; ich bin gespannt, wie das ankommt! Am beliebtesten werden vermutlich die Beratungsmöglichkeit sowie die Datenbankabfragen sein, alles andere kann man auch auf beliebte-Vornamen.de lesen:

Thema: Namensgebung

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

11 Kommentare zu "Der etwas andere Geburtsvorbereitungskurs"

  1. Jan sagt:

    Na denne, ein Hoch der Drittmitteleinwerbung für und durch die GfdS. 😀

    Vermutlich würden die Deutschen wieder etwas normaler werden und möglicherweise sogar wieder mehr Kinder kriegen, wenn die Obrigkeit erstens jedwede Ratgeber-Literatur und zweitens solche kostenpflichtigen Schwachsinnskurse verböte. 😉

    Ich hab meine Kindheit und Jugend in Kleinstadt- und Stadtteil-Bibliotheken verschlumpft. Vor einigen Monaten war ich nach langen Jahren (15?) wieder in einer. Es ist nicht zu glauben: Etwa ein Viertel der Bücher da sind heute Ratgeber-Literatur. Vor diesem schwarzgelben „XY für Dummies“-Quatsch ist man in keinem Regalbrett sicher. Dazu Bastelstunden für Kinder und viel weniger Bücher in den Regalen.

    Es brauchte in unserem lieben Lande mehr Beratungs-Resistenz und mehr Schneid.

    25 € (plus Anfahrtskosten etc.) für 90 Minuten Gesabbel, ganz schön teuer… Kino und Theater waren früher billiger und sicher bildender.

    • Knud sagt:

      Ich möchte jetzt nicht beurteilen, ob der Preis angemessen ist (Neulich habe ich für 90 Minuten Bundesligafußball 75 € bezahlt). Es gibt aber Menschen, die gern mal über die Namensfindung „sabbeln“ und sich freuen, wenn sich ein Experte dafür Zeit nimmt. Tatsächlich wollten mich schon mehrfach Menschen dafür bezahlen, dass ich mit ihnen über Vornamen spreche. Sowas mache ich aber nicht.

      Wegen der Obrigkeit und dem Literaturverbot bin ich kurz davor, einen Nazi-Vergleich zu posten …

    • Jan sagt:

      Ja, aber warum veranstaltet dann ausgerechnet die GfDS, die am liebsten jeden Anglizismus und jede Sprach-Schlodderei durchgehen lassen und die deutsche Sprache abschaffen möchte, kostenpflichtige Seminare für irgendwelche Hubschrauber-Eltern?

      Gleichzeitig alle Regeln aufheben wollen und kostenpflichtige Regel-Kurse anbieten wollen, das wirkt nicht sehr überzeugend.

    • der Qpa sagt:

      Jan: die schwarz-gelben Bücher sind meist recht gut.
      sie folgen der Weisheit, dass etwas dann gut erklärt ist wenn man nichts mehr weglassen kann. Der Laie bekommt einen Überblick, wie ein Thema strukturiert ist und die einzelnen Themen werden verständlich und so kurz wie möglich dargelegt. Vertiefen kann man später immer noch mit Fachbüchern, wenn man das System verstanden hat.
      am besten sind die Übungsbücher.

      die Gesellschaft für deutsche Sprache macht anscheinend den Trend. (Kaufen Sie! hier! nur hier! und jetzt! schnell! neu! jetzt neu!!!!!!!)
      Knud ist eher ein Forscher aus Interesse(scheint so).
      die Interessen der Gesellschaft bleiben im Dunkeln. scheint zwar zunächst finanzielle Gründe zu haben, aber lohnt sich das in einer einzigen Stadt?
      Früher gab es auch Namen, da kannte man noch gar keine Trends. also.

    • Knud sagt:

      Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, Geld zu verdienen. Unten sind die Links zu unseren Büchern, oben der Link zur kostenpflichtigen App 😉
      Nur zu persönlicher Beratung gegen Honorar habe ich keine Lust.

    • Jan sagt:

      Wegen der Obrigkeit und dem Literaturverbot bin ich kurz davor, einen Nazi-Vergleich zu posten …

      Nein, keine Angst, es kommt jetzt weder eine Verwahrung gegen den in Aussicht gestellten bzw. für möglich erklärten Nazi-Vergleich noch ein Hinweis darauf, daß jemand, der heute das Wort „Obrigkeit“ verwendet, das entweder ironisch meint oder nicht weiß, was er sagt. Und ich weiß schon, was ich sage, auch wenn es mir manchmal gewiß zu eifrig oder auch zu penetrant und nervtötend gerät.

      Aber ich bin auch nicht der erste, dem das Überhandnehmen des „Coachings“ in unserer Gesellschaft im allgemeinen und der Ratgeber-Literatur im Literaturbetrieb im besonderen auffällt. „Fleischlos schwanger mit Pilates“ – das ist angeblich von Harald Schmidt. Zur neudeutschen Coaching-Manie gab es neulich eine ganz gute Doku auf arte. Die Ratgeberflut fällt in einer Stadtteil-Bibliothek so sehr auf wie auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig.

      Und ich habe auch nichts dagegen, Geld zu verdienen – auch nicht im Netz und auch nicht mit seiner eigenen Passion. Das habe ich auch schon – leider erfolglos – versucht.

      Aber ich ärgere mich darüber, daß ein staatsfinanzierter Verein, dessen Ziele und Wirken ich aus verschiedenen Gründen nicht mag, versucht, mit diesem emotions- und auch angstgeladenen Thema ’ne Mark nebenher zu machen. Es war einfach Ressentiment, und damit vielleicht wirklich ein bißchen Nazi.

      In meiner Jugend hat sich die „German Angst“ in „le Waldsterben“ ausgetobt. Heute in Megatonnen von Ratgebern und allen möglichen Beratoren für irgendwas. Eigentlich sollte ich meinen Nick in diesem Blogge in „Kevin Jacqueline“ ändern. 🙂

      Und früher war alles besser! 😀

    • der Qpa sagt:

      Geld anzusammeln hat eine lange Tradition und viele Anhänger versuchen sich täglich in dieser Kunst. ich doch auch nur klagelich.

      „Suche die Schule auf, Obdachloser! Hungriger, greif nach dem Buch, es ist eine Waffe!“ (Hanns Eissler – die Mutter.)
      das kam mir gerade wieder in den Sinn.

      und ja. ich sehs wie ihr auch. die Gesellschaft da, die hat offensichtlichi einen neuen BWLer angestellt(oder heißt das BMW?).
      kenne die Hintergründe nicht, woher die Gfdsfdfdfd die Gelder bezieht und was damit finanziert wird, aber es wirkt. stunning. äh ja. geh wieder schlafen.

  2. Knud sagt:

    Auch die „Allgemeine Zeitung“ aus Mainz hat auf diese Vornamenkurse hingewiesen: Welcher Name fürs Kind? Wiesbadener Sprachforscher beraten Eltern

    Bemerkenswert an diesem Beitrag von Birgitta Lamparth finde ich die Einleitung. Angeblich sollte der Sohn von Andrea-Eva Ewels (heute Geschäftsführerin der Gesellschaft für deutsche Sprache, zur Zeit der Schwangerschaft noch nicht) Luca oder Lukas heißen.

    Bis ihr Mann auf die Idee kam, in den Online-Listen der GfdS nachzuschauen. Und angesichts der hohen Prozentzahlen dort fragte: „Willst du unserem Kind wirklich einen Namen geben, den schon so viele andere tragen?“

    Frau Ewels ist seit 2010 Geschäftsführerin der GfdS. Namenslisten mit Prozentzahlen hat die GfdS erstmals 2012 veröffentlicht. Diese Geschichte kann also nicht stimmen. Das waren wohl eher meine Online-Listen, die damals zurate gezogen worden sind. Die gibt es nämlich schon seit 2009 mit Prozentzahlen!

    • Qpa sagt:

      in der Fernsehzeitung wird auf der letzten Seite manchmal so ein Kurs angeboten, mit dem man supererfolgreicher Schriftsteller wird. Da kommen auch begeisterte Leute zu Wort die anderen den Kurs empfehlen.
      und in Frauenzeitschriften sind immer Leute drin die 12345667 Kilogramm abgenommen haben mit der jeweils genannten Wunderpille. Kaufen Sie jetzt! Neu!
      genauso klingts.
      realistisch wird diese Seite hier bei Knud mehr genutzt als die Gesellschaft für weißtschon Seite. und Knud ist im Radio. Ende des Jahres. habe ich schon mehrmals gehört. also haben das auch andere gehört.

    • Jan sagt:

      Qpa,

      jäp, es nervt in der Tat einfach, daß alle Leute, die mal so zumindest grundsätzlich der „Wissenschaft“ (so zwielichtig der Begriff sein mag) und der Erkenntnis verpflichtet sein sollten, auf einmal auf kostenpflichtige Beratoren und Coachies machen.

      Um Pardon rundrum, ich bin ein Gezücht der Massen-Uni der Post-70er – in der aber zumindest noch ein kleines bißchen von Humboldtschem Geist zu spüren war.

      Wissenschaft ist m.E. einfach nicht dafür da, Ratschläge zu geben und Kurse anzubieten. Das gehört sich nicht.

  3. mm&mm&mm&mm sagt:

    Lach :0)

    Mag nicht mal einer erzählen….wie es war…. ????
    N E U G I E R I G ; 0)

    Wer tut sich die Zusammenfassung an.

    Fleiß. ..puenktchen :0)

    Lach..
    Kennt ihr nicht die Möglichkeit euch von einer Werbeagentur für euer neues eeinzigartiges Produkt…einen Namen „kreieren“ zu lassen samt Logos und soooo.

    Und ja ich kenne tatsächlich jemand der das in echt gemacht hat.
    Natürlich ein Künstler ehepaar

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