Rechtschreibfehler: Wie Keira zu ihrem Vornamen gekommen ist

Kira Iwanowa war eine russische Eiskunstläuferin, die in den 1980er Jahren erfolgreich war und darum regelmäßig auch in den deutschen Medien auftauchte. Ob es ein Zufall ist, dass der Vorname Kira gleichzeitig in Deutschland populär geworden ist?

Kira

Häufigkeitsstatistik des Vornamens Kira in Deutschland

Sicher ist, dass die 1985 geborene britische Schauspielerin Keira Knightley nach dem sportlichen Namensvorbild benannt wurde – das erzählte sie der britischen Ausgabe der Zeitschrift Elle: Ihr Vater hatte den Vornamen der Eiskunstläuferin für seine Tochter ausgesucht. Ihre Mutter war im Bereich der Rechtschreibung leider nicht so souverän und schrieb Keira anstatt Kira in die Anmeldung des neugeborenen Mädchens.

Das kommt ja öfters vor, dass aus Rechtschreibfehlern neue Vornamen entstehen: Schreib wie du sprichst.

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

8 Kommentare zu "Rechtschreibfehler: Wie Keira zu ihrem Vornamen gekommen ist"

  1. Jan Wilhelms sagt:

    Hö, echt? Ne sowjetische Sportlerin hat so geheißen? Meines Erachtens klingt Kira (freilich nicht Keira, Kyra etc. 😉 ) nach (österreichischer?) Hocharistokratie… So in etwa wie Zita. Also sozusagen eine Halb-Spitznamen-Form von Namensgebung jenseits der Charlotte-Hubertus-Louise-Philipp-Alexander-Schiene, die in den letzten zwei Jahrzehnten von der deutschen bourgeoisen „Leistungsträger-Schicht“ adaptiert worden ist.

    [Bei meiner eigenen Namensgebung wäre übrigens auch fast so ein Rechtschreibfehler passiert. Da war aber mein Vater der nur notdürftig alphabetisierte Schuldige. Meine Mutter konnte das mit Mühen vom Krankenhausbett aus beim Amt regeln… :mrgreen: ]

    • Anonymous sagt:

      wieso? wollte er dich etwa „Jahn“ nennen? hab ich auch schon oft erlebt. schlimm, ganz ganz schlimm, wenn soetwas passiert… 😀

    • Maria Th. sagt:

      https://de.wikipedia.org/wiki/Kira_Kirillowna_Romanowa

      Kira ist ein Name aus der russischen Hocharistokratie, würde ich sagen.

      Ich wäre übrigens beinahe Maria Elisabeth getauft worden (obwohl es beim Standesamt bereits anders eingetragen war), meine Taufpatin hat mich in letzter Sekunde „gerettet“ 😀 wobei das für mich auch nicht so schlimm gewesen wäre, Elisabeth ist ja auch sehr schön. Mein tatsächlicher Name gefällt mir aber doch noch besser. Was da nun letztendlich gültig gewesen wäre im kirchlichen Sinne (Elisabeth oder doch Theresia, ich glaub sogar, Elisabeth), weiß nur der liebe Gott (oder irgendein schlauer Kirchenrechtler) 😉

  2. Kati sagt:

    Kira war in den späten 60ern bis zu den 80er Jahren in der ehemaligen Sovietunion ein recht häufig vergebener Vorname.

  3. cassis sagt:

    Ich hätte nie vermutet, dass der Name russisch ist.
    Und die einzige Kira, die ich kenne, läuft auf vier Pfoten und wedelt mit dem Schwanz.

  4. Nevéris sagt:

    Ich habe während eines Auslandsjahres mal ein Seminar mit vorbereitet, an dem auch US-Amerikaner teilnahmen. Einmal fand sich dort der Vorname „Brain“. Der Teilnehmer schrieb direkt als Erklärung dazu, dass er Brian hätte heißen sollen, sich der zuständige Mitarbeiter auf dem Amt aber verschrieben habe…

  5. Nora sagt:

    Der russische Name „Kira“ (in kyrillischen Buchstaben) wird in den englischen Medien „Keira“ geschrieben. Somit kann man der Mutter von Keira Knightley keine Rechtschreibschwäche anlasten, aber dafür dem Autor seinen Hochmut!

    • Naja, mal davon abgesehen, dass ich kein einziges englisches Medium gefunden habe, dass den Namen der Eiskunstläuferin „Keira Iwanowa“ geschrieben hat (überall steht „Kira Iwanowa“) – den Rechtschreibfehler-Vorwurf habe ich nur zitiert, urspünglich gemacht hat ihn Keira Knightley im oben erwähnten Elle-Interview.

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