Einige eher ausgefallene Vornamen

„Beliebt sind bei den Jungen vor allem ein- und zweisilbige Vornamen“, erläutert Gabriele Rodriguez vom Namenkundlichen Zentrum der Universität Leipzig. Weibliche Vornamen seien dagegen eher zwei-, drei- und mehrsilbig. Das ergab die Auswertung der im vergangenen Jahr vergebenen Vornamen durch das Namenkundliche Zentrum in Zusammenarbeit mit dem Institut für Informatik der Universität Leipzig.

Diese eher ausgefallenen Vornamen des vergangenen Jahres wurden den Leipziger Vornamenexperten zufolge von Standesbeamten genehmigt:

Takoda, Numalu, Temulin, Diamant, Ross, Wellington, Twombly, Weifung, Takuma, Sturmius, Slupy, Sittich, Saurbeck, Saloniki, Rembrandt, Phönix, Park, Papa, Olé, Nixon, Monroe, Mogli, Jogi, Joop, Jazz, King, Kingston, Kingsley, Tiger, Godswill, Godsgift, Godlight, Galan, Friedensreich, Friedgott, Fürchtegott, Gottfrieda, Happy, Happiness, Summer-Sunshine, Peach, Peaches, Sunday, Moon, Moonlight, Sky, Princess, Madonna-Princess, Prinzessa, Queen, Minze, Minza, Nova-Hope, Pepper, Pepper-Ann, Pebbles, Paris, Berlin, London, Prayer

Auch die Gesellschaft für deutsche Sprache kennt ausgefallene Vornamen. Wenn ein Standesamt einen Namen nicht eintragen will, beurteilen ihre Sprachforscher in vielen Fällen, ob die Eintragung aus sprachwissenschaftlicher Sicht ein Problem darstellt. In der Zeitschrift „Der Sprachdienst“ (Ausgabe 3/14) sind einige Vornamen aufgeführt, die 2013 bestätigt werden konnten:

  • Jungennamen: Yukon, Yoda, Mondrian, Fridds, Joge, Ismawanto, Elkjaer, Michen
  • Mädchennamen: Muhamedina, Euphoria, Jisildis, Skilda
  • Geschlechtsneutrale Vornamen: Memphis, Vegas, Famous, Rainbow, Yell, Quinnitan

Einige Namen wurden abgelehnt, zum Beispiel:

  • Goose, Hummer, Blixa, Superman, Bones, Mateyn, Pain, Danger, Thanatos
Thema: Namenslisten

Autor:

Knud Bielefeld ist Vornamenanalytiker und erstellt Jahr für Jahr eine Auswertung der beliebtesten Vornamen Deutschlands.

24 Kommentare zu "Einige eher ausgefallene Vornamen"

  1. Ich bin kein Muttersprachler des Deutschen, vielleicht übersehe ich hier etwas, aber was genau ist so schlimm an Blixa und Mateyn?

    Übrigens ist Fürchtegott ein jahrhundertealter deutscher Vorname mit berühmten Trägern wie Christian Fürchtegott Gellert und Jakob Fürchtegott Dielmann. Es wäre m. E. absurd, diesen Namen abzulehnen.

  2. elbowin sagt:

    Geben die Leipziger auch heraus, für welches Geschlecht die jeweiligen Namen genehmigt wurden? Gerade bei Fürchtegott wäre das interessant, als Jungenname ist es zwar nicht mein Fall, sollte aber beim Standesamt keine Schwierigkeiten machen. Als Mädchenname ist es eine ganz andere Geschichte, in einer Quelle las ich, dass Fürchtegott als Zweitname für Mädchen in einer Familie, wo es Familientradition ist, zugelassen sei, sonst aber nicht.

    • Knud Bielefeld sagt:

      Nein, das Geschlecht zu den Namen behalten die Leipziger leider für sich.

  3. Cherry sagt:

    Was an Blixa so schlimm ist, versteh ich auch nicht.
    Wenn Summer-Sunshine sogar genehmigt wird……

    • elbowin sagt:

      Die Gesellschaft für Deutsche Sprache versucht halt noch, Standards hochzuhalten (auch wenn mir beim Durchwinken von Fridds und Yell da erhebliche Zweifel kommen). Und nicht bei jeder ausgefallenen Namensgebung wird die GfdS konsultiert.

      Blixa führt Uneingeweihte sicher über das Geschlecht des Namensträgers in die Irre: Blixa Bargeld ist der Künstlername des Sängers der Einstürzenden Neubauten.

  4. Wanda sagt:

    Sturmius ist cool!

    Wie bei den meisten Auflistungen dieser Art verstehe ich aber bei vielen Namen die Aufregung nicht, Summer und Sunshine zum Beispiel sind doch auf der anderen Seite vom großen Teich durchaus häufige Namen, warum sollte man die nicht auch zusammensetzen können? Bei den ersten drei Namen in der Liste könnte ich auch wetten, dass sie irgendwo in der Welt etablierte Vornamen sind.

    Friedensreich ist übrigens Teil des Künstlernamens von Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser 😉

  5. lenchen sagt:

    am besten find ich ja den namen sittich.
    von mir aus sollen alle englische namen bekommen, in amerika ist ja sowas stand der dinge, dass man kinder nennen kann, wie man sie will. aber sittich ist doch ein „normales“ deutsche wort für eine vogelart. ich mein, ich mag auch die kleinen papageien, aber dass dieses wort beim beamten durchgegangen ist, kann ich irgendwie nicht nachvollziehen. dann doch lieber justin-kevin-jason-verschnitte.

  6. Mark sagt:

    Eine afroamerikanische Frau namens Princessa kenne ich hier in Fort Wayne auch.

    Namen, die mich berühren: Godswill, Godslight, Godsgift und Prayer. Da merkt man, die Eltern sind wirklich gläubig und wollen ihre Kinder im Glauben erziehen.

    Auch Friedensreich, Fürchtegott und Gottfrieda finde ich toll. Die männliche Version des letzteren Namens, Gottfired, gehoert sogar zu meinen absoluten Lieblingsnamen. Welcher Name koennte besser sein, als dieser direkte Hinweis auf den Frieden Gottes?

    London und Paris sind mir in den USA schon oft als weibliche Namen begegnet–niemals aber Berlin! Da muss ich allerdings an einen der ganz großen amerikanischen Komponisten denken, Irving Berlin, von dem auch das Lied „God bless America“ stammt.

    Jazz finde ich einen tollen Namen, allerdings eher in den USA als in Deutschland; mit deutschem Akzent gefällt mir das Wort überhaupt nicht (wie das bei mir ja immer ist).

    Monroe–Mariah Carey nannte ihre Tochter Monroe als Hommage an Marilyn. Eine sehr „edgy“ Hommage, wobei Marilyn ganz altmodisch gewesen ware.

    Madonna, die Popsängerin, wurde tatsächlich von ihren Eltern Madonna genannt. Ihre Mutter, die auch Madonna hieß, war frankokanadischer Abstammung, und Quebec war früher ganz erzkatholisch; der fromme Name Madonna war in der Familie von Madonnas Mutter schon lange Tradition. Schade, wenn man sich dann überlegt, wie blasphemisch die Tochter diesen Namen verwendet hat.

    Eine Anglistikprofessorin namens Peaches kenne ich übrigens auch, an meiner Alma Mater, Baylor University. Der Name kommt vor allem unter Afroamerikanern vor und ist gar nicht mal so selten.

    Den Namen Rembrandt fine ich noch toll!

    • Knud sagt:

      Was hat Madonna denn mit ihrem Namen angestellt, was so blasphemisch ist?

    • elbowin sagt:

      So friedfertig klingt der Name Gottfried nicht für mich, denn ich denke da an den Kreuzfahrer Gottfried von Bouillon — ein Vertreter der kriegerischen Seite der Religion.

    • Anonymous sagt:

      @Knud,

      Z.B. als sie auf einer Konzerttour am glitzernden Kreuz hing; oder, überhaupt, wie sie katholische Ikonographie zweckentfremdet (z.B. im Video zu „Like a Prayer“) und unter dem Ehrennamen der Mutter Gottes die christliche Sexualmoral verletzt.

      @elbowin:

      Es gibt sicher Namensträger, die der Namensbedeutung nicht gerecht warden; aber man hoert doch „Gott“ und „Frieden“ sofort aus dem Namen heraus…

  7. elbowin sagt:

    Elkjaer erinnert mich an den Fußballspieler Preben Elkjær Larsen — wobei Elkjær meines Wissens kein Vorname im deutschen Sinn ist. Der echte Vorname Preben ist sehr spannend: Es handelt sich um eine dänische Adaption der wendischen Namens Pridbor, der über Pridbjørn und Predbjørn schließlich zu Preben wurde.

  8. elbowin sagt:

    Wie kann man nur in Deutschland ein Kind „Godsgift“ nennen? In vielen Regionen fallen die Aussprache von G und K zusammen, und dann wird aus Godsgift „Kotz Gift“ … das geht gar nicht!

    • Mark sagt:

      An die Bedeutung von „Gift“ im Deutschen hatte ich gar nicht gedacht. Es handelt sich sicher um afrikanische Immigranten, die sich der deutschen Bedeutung des Wortes nicht bewußt sind. Im Englischen finde ich Godsgift toll!

    • elbowin sagt:

      In Deutschland muss man dann auf Dorothea oder Theodor ausweichen.

      Die angelsächsische Variante Godiva ist ja auch zu sehr durch das Bild der nakten Reiterin (wen auch aus edlen Motiven) geprägt.

      Im übrigen bin ich der Meinung, dass ein Standesbeamter beim Namensbestandteil Gift die Notbremse ziehen sollte (ebenso bei Mist, Silver Mist klingt auf englisch vielleicht romantisch, in Deutschland sieht man sofort den Misthaufen).

  9. constanze sagt:

    Dass „Pain“ nicht durchgegangen ist, kann ich prinzipiell gut verstehen. Aber „Dolores“ bedeutet auch nichts anderes als „Schmerzen“.

    Da sind auch richtig lustige Kombis möglich: Ob King Jogi-Olé mal ein guter Fußballer wird? Ob Sunday Queen am Wochenende gerne ausschläft? Ob Summer-Sunshine London Park gerne im Grünen abhängt? Und ob Tiger und Mogli mal Freunde werden können?

  10. Moni sagt:

    Mich würde ja echt mal interessieren, aus welchem Grund Eltern auf solchen Vornamen für ihre Kinder bestehen.

    Okay, einige sind einfach „altmodisch“ und wirken deshalb merkwürdig, und bei anderen kann ich mir einen entsprechenden kulturellen Hintergrund vorstellen, aber was treibt Eltern zu Slupy, Sittich, Saurbeck, Pebbles oder Olé als Vorname??!! Da hofft man doch irgendwie auf eine spannende Geschichte … und dass das nur Zweit- oder Drittnamen sind.

    Übrigens: Ist „Weifung“ was Nordisches oder ein asiatisches Wei Fung?

    • Hanns sagt:

      „Mich würde ja echt mal interessieren, aus welchem Grund Eltern auf solchen Vornamen für ihre Kinder bestehen.“

      Das ist auch für mich nicht nachzuvollziehen.
      Im Thread über „Schaklin“ sieht man aber an einigen Antworten, wessen Geistes Kind solche Eltern sind.

      Ein Name sollte individuelles Erkennungsmerkmal (also nicht gar zu häufig) und wohlklingend (vor allem im Hinblick auf den Nachnamen) sein.
      Keinesfalls aber stigmatisierend.
      Auch nicht, wenn damit „nur“ die weltanschauliche Auffassung der Eltern publiziert werden soll.

      Ein Kind ist ein Mensch; ein kleiner und schwacher noch dazu.
      Und nicht die laufende Litfaßsäule seiner extrovertierten Eltern.

  11. elbowin sagt:

    @Moni:

    Sittich ist mir auch aufgefallen und mein Gefühl sagte mir, das könnte ein altdeutscher Name sein. Foerstemann listet den Namen und ordnet ihn dem neuhochdeutschen Wort „Sitte“ zu. Er tritt in etlichen Varianten (wie Sittig, Sitticho, Sittiko) auf und ist besonders in der Familie von Berlepsch beliebt.

  12. Schtroumpfette sagt:

    Sehr interessant…! Auf Anhieb fand ich die meisten Namen ganz schrecklich, aber bei genauerem Hinsehen habe ich schon überlegt:

    Wenn Luna, warum dann nicht Moon oder Moonlight?

    Wenn Felix oder Felicitas, warum dann nicht Happy oder Happiness?

    Wenn Leo oder Leon, warum dann nicht Tiger? u.s.w.

    Und auf wen die ganzen Namen mit God- oder Gott- „abgedreht“ wirken, müsste sich vielleicht auch mal mit den Bestandteilen „unserer“ hebräischen Namen auseinandersetzen….

    Die/Meine Assoziationsmaschine spuckt mir zu einigen Namen folgende Ergebnisse aus:

    Ross – Ross Geller aus „Friends“!
    Pepper – Pepper Potts aus „Iron Man“!
    Friedensreich – Friedensreich Hundertwasser (eigentlich Friedrich Stowasser).

    Ach, da gibt’s ja so einige…

    Wie gesagt, die meisten Namen gefallen mir nicht. Einen Namen aus den Listen fand ich allerdings als Kind ganz toll, und ich mag ihn bis heute und würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen zu sagen, dass ich mir vorstellen könnte ihn selbst zu vergeben (aber „nur“ als Zweitnamen): Mogli. Mogli – in der Schreibweise Mowgli bekannter – ist durch das Dschungelbuch wirklich jedem bekannt, würde ich mal sagen. Ich finde den Namen klanglich wunderschön. Durch DIE Assoziation mit dem Dschungelbuch käme er für mich als Erstname aber auch nicht in Frage.

    Mondrian habe ich noch nie gehört/gelesen – klingt sehr angenehm, schön.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Piet Mondrian war ein Maler (aber frag mich jetzt nicht wann), also eine Liga mit Rembrandt.
      Ansonsten stimme ich dir halbwegs zu, muss aber sagen, dass ich „reine“ Wortnamen in Deutschland einfach unpassender finde als in anderen Sprachen, da diese dort eben schon länger verbreitet sind. Zusammengesetze Namen (auch mit Gott) mag ich aber. Außerdem finde ich englische Namen bei rein deutschen Kindern unpassend, nimmt man aber überall einen entsprechenden Hintergrund an, sind die von dir aufgeführten Beispiele tatsächlich in Ordnung, nur Mogli würde ich sicher nicht vergeben.

    • Maria Th. sagt:

      Piet Mondrian war ein Maler (aber frag mich jetzt nicht wann), also eine Liga mit Rembrandt.

      na ja, eine Liga würd ich mal nicht sagen, Rembrandt lebte im 17. Jahrhundert und malte meisterhaft gegenständlich, Piet Mondrian lebte ca. 1870 – 1940 und malte abstrakt, seine Farbflächen-Bilder sind aber auch weltbekannt und hängen in den wichtigsten Museen.

    • Rebecca Sophie sagt:

      Ich meinte als Vorname, Rembrandt taucht oben ja auch auf, Mozart würde ich als Vorname genauso einordnen, ohne diese Personen anders vergleichen zu wollen.

    • Maria Th. sagt:

      Ach so, dann hab ich das verkehrt verstanden! 😀

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