Immer im Dienst?!

Ein Aufkleber auf der Heckscheibe mit einem gezeichneten Baby drauf – ganz klar, denkt die Namens-Bloggerin: Hier muss es sich um einen Babynamensautoaufkleber handeln. Und wundert sich ganz leise, warum ihr mehrfach derselbe Name – und kein anderer – begegnet: Alerta. Aber klingt doch hübsch, oder?

Alerta hi van infants!

Tja, nach einer Weile wurde mir während unseres Mallorca-Urlaubs dann doch klar, dass es sich mitnichten um einen Namen handelt. „Alerta“ heißt zu deutsch einfach „Aufgepasst!“… Namensaufkleber bleiben ein deutsches Phänomen – oder?! Ich kaufe jetzt aber erst mal ein b: Den Namen Alberta würde ich gerne mal auf einem Auto lesen, gefällt mir sehr gut.

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Freunde und Kollegen von Annemarie Lüning kennen das schon: Bei Plaudereien mit der Mutter einer 9-jährigen Tochter landet man überdurchschnittlich oft beim Thema Vornamen.

12 Kommentare zu "Immer im Dienst?!"

  1. Saphira sagt:

    Auch wenn ich kein Katalan/Mallorqin kann, würd ich mal auf „Aufgepasst/Achtung, hier fahren Kinder“ tippen. Allemal besser als die unsäglichen Namensaufkleber.

    Aber Alberta? Puh…nee, kein schöner Name in meinen Ohren.

  2. Ich finde diese Aufkleber sehr gut und hoffe, dass diese bei den anderen Autofahrern auch Wirkung zeigen. Somit wird an die Vorsicht appelliert, da ein kleines Kind an Bord ist.

    • Jan sagt:

      Also, Blagen wird in Niedersachsen auch verstanden…

      Ob’s Pansen/Panzen auch in Köln gibt, weiß ich nicht, gehört hätte ich es aber nie… Als ich anfang/mitte der 80er aus Plattdeutschland nach Hannover kam, war das aber einer der schauderhaftesten Wörter der hannöverschen Soziolekts. 😀 Ein tieferer Tiefschlag war nur noch, daß hannöversche Gewächse auch in halbwegs formeller Kommunikation immer „meine Omma“ und „mein Oppa“ gesagt haben. 😀 Das wäre bi us tau haus undenkbar gewesen…

      Ich würde mich fragen, woher das „Pans“ kommt. Wirklich von Pansen für Bauch, wie irgendwelche Netz-Schlaumeier meinen? Oder gar vom lateinischen „Infans“?

    • Jan sagt:

      In den falsche Thread einsortiert, um Pardon…

  3. Maria Th. sagt:

    Das muss ich hier noch loswerden:
    Ich stand neulich an der Ampel hinter einem Auto mit dem Aufkleber

    Koane Schrazen mit depperte Namen an Bord

    was ungefähr so viel heißt wie
    Keine Gören mit bescheuerten Namen an Bord.
    Ich musste doch sehr lachen! 😀

    • Jan sagt:

      Hö, das wäre auch mal eine Idee für einen Artikel hier: Landschaftliche Entsprechungen zu „Gören“, „Kinder“. 😉

      Platt: (Schiit)bödel (für Jungs)
      Schauderhaft Alt-Hannöversch: Pansen (beide Geschlechter)

    • Maria Th. sagt:

      Heißen die in Köln nicht auch ähnlich – Pänz (o.ä.)?

      Blagen
      gibt’s auch, die kann ich nicht genau zuordnen, aber auch ca.Kölner Gegend (im weiteren Sinne) würde ich vermuten

    • Jan sagt:

      Ah, vergessen: In den immer schon und bis heute tiefroten Hannoveraner Stadtteil Linden (da freut sich die CDU heute noch, wenn sie mal über 15 % kommt 😉 ) gab es früher die Bezeichnung „Lindener Butjer“ – also sowas wie „a Kölsche Jong“.

    • Maria Th. sagt:

      Im Bairischen gibt’s auch noch die „Bamsen“ als Synonym für Kinder, da sind wir auch nicht so weit weg von Pansen und Pänz. Der etymologische Zusammenhang mit Bauch, Wanst scheint gegeben.
      Die Schrazen (mhd.) kommen etymologisch dagegen eher von den kleinen Menschen/Zwergen, vgl. Schrat. 😉

    • Jan sagt:

      Die Schrazen (mhd.) kommen etymologisch dagegen eher von den kleinen Menschen/Zwergen, vgl. Schrat.

      Ah! 🙂

      Mir wäre aus Österreich noch das prächtig-rattige Wort Zwutschkerl für „Zwerg, kleinwüchsiger Mann“ bekannt. Vielleicht gibt es das in Bayern auch? Bei den Ösis kann das verächtlich klingen, wenn es für einen Erwachsenen verwendet wird, aber possierlich und nett, wenn ein kleiner Junge so genannt wird. (Über innerösterreichische Unterschiede in der Verwendung bin ich mir nicht sicher, Korrekturen von Indigenen sind mithin – wie immer – willkommen.)

    • Maria Th. sagt:

      Mir wäre aus Österreich noch das prächtig-rattige Wort Zwutschkerl für „Zwerg, kleinwüchsiger Mann“ bekannt

      Zwetschgerl heißt das bei uns, gemeint ist ein kleiner, schmächtiger Mensch (nicht unbedingt ein Zwerg oder kleinwüchsiger Mann); richtig ist auch bei uns, dass das für einen Erwachsenen verächtlich klingt und bei kleinen Kindern eben nicht, sondern liebevoll-zärtlich: z.B. könnte man Vorschulkinder oder Schulanfänger gerade noch als „Zwetschgerl“ bezeichnen (wenn sie es selber nicht hören 😀 ). Man kann aber auch ein neugeborenes Baby bewundern und sagen: Mei, so a liabs Zwetschgerl!
      Bevorzugt würde man aber beim Baby eher Wuzerl bzw. Buzerl sagen, wobei Wuzerl allgemein einfach etwas Kleines, eher Rundliches bezeichnet (ein Kind, evtl. ein Tier, Wollfussel, Radiergummiabrieb), ein Buzerl ist aber tatsächlich (ausschließlich) ein Baby („Hat dei Schwester ihr Buzerl scho?“ = Hat deine Schwester ihr Baby schon bekommen?)

    • Jan sagt:

      Danke! Ein Hoch den deutschen Stämmen und ihren Dialekten! Das ist wirklich immer wieder interessant! 🙂

      Ich habe – wie angedeutet – Zwutschkerl zuerst von einem Österreicher (nämlich einem Tiroler) gehört. Und da war das als verächtliches Grummeln über einen uns beiden unsympathischen Mann geringer Körpergröße gemeint: „Ah, so a Zwutschkerl!“ Ich mußte losprusten, weil das auch für mich als Nordlicht auf Anhieb verständlich war… Nachfragen hat meine Deutung des Wortes bestätigt: gemeint war eben ein Gnom. Seitdem verwende ich das regelmäßig, und manchmal wird es sogar hier verstanden. 😉

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