Gute Frage 15: Parlez-vous français, Jacqueline?

Gute Frage

Zu den Menschen, die ihren Namen ziemlich oft falsch geschrieben sehen, dürften unbedingt auch Frauen namens Jacqueline gehören. Speziell das c rutscht hierzulande gern mal durch (mitunter sogar gleich bei der Anmeldung im Standesamt). Im Gespräch mit einer Mittzwanzigerin dieses Namens bin ich neulich darauf gekommen, dass einen diese sprachliche Finesse und der ganze Klang des Namens eigentlich gleich für die dazugehörige Sprache sensibilisieren könnten. Schließlich hört, nennt und liest man seinen Namen immer und immer und immer wieder. Parlez-vous français, Jacqueline?

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Männlich, alt, mit E – die Rückkehr

„Ich heiße Erwin und bin Rentner.“ Na, wer hat da gleich ein Bild vor Augen – von einem 66-jährigen Schnauzbartträger mit Nickelbrille? Vermutlich können gerade jüngere Menschen mit Erwin Lindemann aus dem Loriot-Sketch „Der Lottogewinner“ nichts mehr anfangen. Und selbst wenn: Das Szenario um den etwas verwirrten angehenden Besitzer einer „Herrenboutique in Wuppertal“ liegt ja gut ersichtlich viele Jahre zurück, Herr Lindemann würde jetzt bereits sein 109. Wiegenfest begehen. Gut für seinen Vornamen: Erwin erlebt gerade eine kleine Renaissance, die ihn zuletzt auf Platz 266 von Deutschlands beliebtesten Jungennamen trug. 2017 schloss Erwin gar auf Platz 244 ab, in den Top 300 ist er seit 2013.

Erwin Statistik
Ranglistenpositionen des Vornamens Erwin seit 2007

In unseren „Babynamen der Woche“ tauchte der besonders in den 1920er Jahren beliebte Name schon mehrfach als Zweit- oder Drittname auf, wohl als modern eingebettete Nachbenennung, etwa bei Elian Erwin, Janis Erwin oder Levin Tibet Erwin. Doch wenn Mama und Papa (Ur-)Opas Namen richtig schrecklich fänden, wäre er heute wohl auch an nachgerückter Stelle chancenlos. Einen kleinen Erwin Peter gibt es in der Sammlung auch schon.

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Die neue Bruchstückmode

Tafel Schokolade © by-studio - fotolia.com
Schokolade © by-studio – fotolia.com

Kurz und weich, hell und bedeutungslos – solche Namen mischen jetzt ganz vorn in den Favoritenlisten werdender Eltern mit. Konkret meine ich die Jungennamen Lias und Lian, die schon seit ein paar Jahren für mütterliche (und väterliche?!) Entzückensrufe sorgen. Was mag dahinterstehen? „Elias ist ja toll, aber so häufig“? „Nee, Schatz, Elias klingt mir zu sehr nach Mönch“? Die enorme Beliebtheit von mit L beginnenden Namen mischt sicher auch mit. La-le-lu, nur der Mann im Mond schaut zu. Lian steht in Deutschland aktuell auf Platz 80, Lias auf 89.

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Plädoyer für englische Namen

Diesen Text schreibe ich aus einem Gefühl heraus, das wohl in etwa dem entspricht, was unser Stammkommentator Jan W.  gerade mit „Bockigkeit“ umschrieben hat: „Alle finden das schlecht, also muss ich es – zumindest versuchsweise – mal gut finden.“ Es geht mal wieder um englische oder amerikanische Namen, zu denen man auch hier öfter Anmerkungen liest wie „Mit entsprechendem Hintergrund okay“, „Hoffentlich passt der Nachname“ – oder, wenn es dicker kommt, auch „O Graus – Hartz IV!“.

Eigentlich mag ich Namen, die nach englischem Reglement gesprochen werden, zu deutschen Nachnamen nicht so gern, eben wegen des Bruchs in der Aussprache: Jamie Jensen, Haylie Schröder und so weiter. Das ermüdende Herumreiten auf Studien einerseits, wie schlecht es Kevins und Chantals doch hätten, und die unbeeindruckt davon geliebten Favoriten etlicher Eltern andererseits bringen mich aber zum Nachdenken.

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