Der Name für unser kleines Wunder steht fest!

Unser kleines Wunder

Nein, natürlich steht der Name nicht fest, wir erwarten gar kein Wunder. Ich stöbere nur gern in Vornamensforen und -gruppen und da ist mir ein verblüffender Wandel aufgefallen. Noch vor Kurzem war es in den Foren allgegenwärtig, dass um Namensvorschläge für „unsere kleine Prinzessin“ und / oder „unseren kleinen Prinzen“ gebeten wurde. Anscheinend ist der Hochadel jetzt mit der Familienplanung durch (da ging ja auch mal eine Namensfindung in die Hose), denn diese Formulierung macht sich rar. Dafür ist jetzt die Zeit der Ahnungslosen und Ungebildeten gekommen, um sich fortzupflanzen. Oder wie ist es anders zu erklären, dass es immer häufiger heißt „Wir suchen einen Namen für unser kleines Wunder“?

Zu meiner Zeit wurde schon in der vierten Klasse unterrichtet, wie die Babys in den Bauch kommen. Ein Wunder ist „ein Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann“ (Wikipedia). Lernt man das heutzutage nicht mehr in der Schule oder warum gibt es so viele Schwangere, die sich wundern, dass sie schwanger geworden sind? Getoppt wird das noch von „Wir erwarten unser zweites Wunder“. Das ist wirklich ein Wunder, wenn die Mutter auch beim zweiten Mal noch ahnungslos ist.

6 Gedanken zu „Der Name für unser kleines Wunder steht fest!“

  1. Ich musste sehr lachen!

    Jetzt, wo du es sagst, fällt es mir auch auf.

    Aber ein Baby ist ja ein kleines Wunder (auch wenn man in Sexualkunde aufgepasst hat 😉 ). Aus winzigen Zellen entsteht ein kleiner Mensch.

    Und einige Menschen haben Probleme, ein Baby zu bekommen, da kann man dann auch von Wunder sprechen.

    Allerdings wird es schon recht inflationär gebraucht wie eben Prinzessin und Prinz. Aber wie spricht man das kleine Wesen sonst an, wenn man sich noch nicht für einen Namen entschieden hat : „Hey du?“

    Tiernamen fallen mir da noch ein „unsere kleine Maus“ (für ein Mädchen)
    „unser kleiner Bär“ (Junge) bzw. „Mäuschen, Mäusele, Mausi, Minimaus, Bärchen, Bärle, Wölfchen, Füchschen“ habe ich auch schon häufiger gehört.

    Ich war die Maus (bei einem Vater ab und zu bis heute), mein Bruder das Bärchen und meine Schwester dann die Minimaus. Und bei meiner Schwester weiß ich, dass wir das bis zur Geburt durchgezogen haben, da ihr Name nicht feststand. Der Ersatzname blieb auch noch nach der Geburt, bis sie von jedem in der Familie andere Spitznamen bekam. Ich habe einfach die Tierart gewechselt.

    Krümmel als geschlechtsneutralen Namen kenne ich noch.

    Oder Witznamen „Er heißt Horst-Kevin“ „Sie Erkenhilde-Hortensie“ „Unser Baby heißt Helmut-Dschakkeline“

    Das Problem an „Witznamen“ ist, dass man sich beim Hören daran gewöhnt und dann denkt „Helmut“, wieso nicht?
    Wir hatten hier mal so einen Fall mit Alfred. Den hat das Baby dann auch als Nachbenennung bekommen.

    Bevor man sich dann nach der Geburt hormonüberflutet für
    einen Namen entscheidet, denn mal eigentlich gar nicht gut findet, vielleicht doch lieber „Wunder“?

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  2. Hmm… ich bin Biologin und werdende Hebamme und weiß um die genauen Abläufe der Befruchtung und so weiter und es ist und bleibt trotzdem ein Wunder für mich.
    Aus zwei Zellen wird ein ganz neuer Mensch. (Oder Tier oder Pflanze. Gilt ja für alle sich geschlechtlich fortpflanzenden Lebewesen.)
    Ich denke sogar, je mehr man sich damit beschäftigt, desto verrückter ist das eigentlich, dass das alles so klappt. Das Leben an sich ist ein großes Wunder . Aber so gesehen müssten alle Lebewesen dann konsequent als Wunder bezeichnet werden.

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  3. Ich hab auch gelacht, muss allerdings noch was Ernstes hinzufügen. Letztes Jahr ist tatsächlich wegen Corona in der vierten Klasse die Sexualkunde ausgefallen. Unsere Tochter weiß zum Glück schon lange, wo die Babies herkommen, aber bei ihren Mitschüler:innen bin ich mir nicht sicher. (Sie sitzt neben mir und hat mich gerade ans Entgendern erinnert.)

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  4. „Kleines Wunder“ finde ich auch so kurios – ja, jeder Mensch ist „wundervoll“ und einzigartig, aber die Entstehung des Menschen ist nun wirklich nicht jedes Mal wieder ein Wunder.

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  5. Nur weil man theoretisch erklären kann, wie ein Baby entsteht, ist und bleibt es für mich trotzdem ein Wunder. Für mich ist es unerklärlich, wie sehr man einen anderen Menschen lieben kann, wie man einen kompletten Menschen „ausbrüten“ kann…all das ist für mich ein Wunder. Und deshalb iat auch mein Kind für mich mein ganz persönliches Wunder. Ich bin noch immer fasziniert von alledem….

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