Von stinknormal bis total abgefahren: Finnische Vornamen 2021

Finnland 2021

Einige von Deutschlands aufstrebenden Trendnamen sind alte Bekannte, nämlich Vornamen, die vor ungefähr hundert Jahren schon sehr populär waren, irgendwann aus der Mode kamen und mittlerweile wieder häufiger vergeben werden. Diesen Retro-Namen-Trend kennt man auch in Finnland und so tauchten zum Beispiel Aino, Eino, Helmi, Lilja, Onni, Reino und Väinö nach einer Auszeit wieder in der Hitliste der beliebtesten Vornamen Finnlands auf.

An der Spitze der finnischen Vornamenhitliste stehen Olivia und Leo; 312 beziehungsweise 397 Kinder wurden 2021 so genannt. Dabei wurden nur die Erstnamen gezählt – einschließlich der Folgenamen sind Maria und Olavi die häufigsten Vornamen.

Top 50 aus Finnland

(Geburtsjahr 2021, nur die ersten Vornamen, ausschließlich Kinder aus finnischsprachigen Familien)

Mädchen Jungen
  1. Olivia
  2. Lilja
  3. Eevi
  4. Sofia
  5. Venla
  6. Aino
  7. Isla
  8. Aada
  9. Emma
  10. Aava
  11. Helmi
  12. Linnea
  13. Ellen
  14. Kerttu
  15. Pihla
  16. Ella
  17. Viola
  18. Hilla
  19. Elli
  20. Seela
  21. Enni
  22. Emilia
  23. Alma
  24. Livia
  25. Minea
  26. Matilda
  27. Elsa
  28. Ilona
  29. Mila
  30. Hilda
  31. Amanda
  32. Alisa
  33. Elsi
  34. Alina
  35. Hilma
  36. Frida
  37. Mette
  38. Hertta
  39. Lumi
  40. Nella
  41. Aurora
  42. Siiri
  43. Vilma
  44. Saimi
  45. Selma
  46. Viivi
  47. Iida
  48. Oona
  49. Martta
  50. Neela
  1. Leo
  2. Eino
  3. Oliver
  4. Elias
  5. Väinö
  6. Onni
  7. Eeli
  8. Noel
  9. Toivo
  10. Joel
  11. Aatos
  12. Hugo
  13. Emil
  14. Leevi
  15. Vilho
  16. Alvar
  17. Eemil
  18. Eetu
  19. Oiva
  20. Julius
  21. Viljami
  22. Nooa
  23. Niilo
  24. Otso
  25. Lenni
  26. Daniel
  27. Anton
  28. Luka
  29. Aapo
  30. Kasper
  31. Aarni
  32. Eelis
  33. Matias
  34. Veikko
  35. Aaron
  36. Mikael
  37. Edvin
  38. Benjamin
  39. Jasper
  40. Samuel
  41. Rasmus
  42. Eemeli
  43. Milo
  44. Niklas
  45. Jooa
  46. Iivo
  47. Veeti
  48. Max
  49. Lucas
  50. Urho

Große Sprünge gab es auf den vorderen Plätzen nicht, aber über die Jahrzehnte hat es eine Verschiebung bei den beliebtesten Anfangsbuchstaben gegeben. Während früher der Anfangsbuchstabe R sehr häufig war (beispielsweise Raija, Raimo, Reijo und Ritva) ist heutzutage das E auffallend beliebt (beispielsweise Eevi, Eino, Elias und Emma). Ein ungewöhnlicher finnischer Namenstrend besteht in von der Natur inspirierte Namen wie Vadelma (bedeutet „Himbeere“), Syksy („Herbst“) oder Myrsky („Sturm“).

7 Gedanken zu „Von stinknormal bis total abgefahren: Finnische Vornamen 2021“

  1. Ein richtige Hingucker ist Aatos, da denke ich an das erste Wort im Griechisch-Wörterbuch ἀάατος, mit gleich 3 a am Anfang. Die konventionelle Übersetzung dieses Wortes ist „unverletzlich, unbesiegbar“, aber es könnte auch ganz anders erklärt werden, den es beschreibt den Fluss Styx, und Alexander Nikolaev schlägt die Interpretation „sonnenlos“ vor.

    Ganz allgemein gilt: Wenn man die finnischen Namen nicht kennt, ist die Geschlechtszuordnung reine Glückssache, Eemeli hätte ich nie als Jungennamen eingeschätzt.

    Vadelma gefällt mir, muss ich mir merken, Tyrsky (bitte mit zwei ü aussprechen) hat auch was.

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    • Des Griechischen bin ich leider nicht mächtig, aber bei Aatos und der Erläuterung fällt mir sofort Athos aus den Drei Musketieren ein. Bei einem ausgesuchten Kampfnamen passt die konventionelle Übersetzung natürlich wie Faust aufs Gretchen. Ich nehme an, Dumas hat ihn deshalb gewählt?

      Bemerkenswert an der Liste finde ich, dass kaum ein langer Name dabei ist. Und wenn man die Buchstabendopplungen (auch eine finnische Besonderheit) rausstreicht, bleiben sehr viele 3-Buchstaben-Namen übrig.

  2. Kerttu ist cool. ein weiblicher Vorname der nicht so weiblich klingt.
    Toivo, da denke ich an ein Lied: Teuvo, maanteiden kuningas. das Lied handelt von einem Mann der sehr schnell auf Autobahnen fährt, das ist sein Lebensinhalt.
    Finnisch klingt interessant und cool.

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  3. Wenn ich an finnische Namen denke, dann fällt mir zuerst Mika ein und Janne – für Jungs, in Deutschland sind beide unisex-Namen, aber in Finnland sind sie männlich.

    Für Mädchen fällt mir nur Elina ein, aber Elina ist auch schwedisch und deshalb nicht so typisch finnisch. Finde es interessant, dass Selma dabei ist, Selma mag ich.

    Eevi, Aada, Aava, Leevi, Nooa … der doppelte Vokal ist typisch für finnische Namen.

    Ansonsten sind viele Namen dabei, die auch in Deutschland gut gehen und gerade modisch sind … Emilia, Alma, Livia, Matilda, Alina, Frida …

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  4. Unsere Kinderplanung ist eigentlich abgeschlossen. Aber wenn ich nochmal einen Sohn bekäme, stünde Toivo ganz oben auf der Liste.

    Taavi, der es inzwischen auch in die deutschen Top 500 geschafft hat, ist hier gar nicht dabei.

    Bei den Mädchen finde ich Hertta spannend. In Deutschland ist Hertha ja (noch) nicht wieder im Kommen. Oder?

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